"(Gefühlter) Schutz" im Zelt – special cases

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  • Moin,

    bisher habe ich den Wechsel auf/unters Tarp noch nicht geschafft. Fühle mich einfach im Zelt als eine Art Schutzraum recht wohl und kann dann gut "abschalten".

    Das Kernproblem bei den meisten Zelten ist, dass sie mehr "gefühlten" als realen Schutz bieten.

    Bei dieser Aussage von wilbo [in diesem Beitrag, und Anm.: Die Aussage war ja auch in einen speziellen Kontext gesetzt und ist sicher speziell zu verstehen] kam mir damals assoziativ dieses Video von Fritz Meinecke in den Sinn, wo ich mich bestärkt fühlte, dass ein Zelt für mich das Richtige ist.

    2014 hatte ich auch mal ein Erlebnis, dass ich am A der Welt solo auf einer Koppel mit Zelt übernachtete, und nachts jemand mit Taschenlampe in mein Zelt leuchtete. Ich hab das kurz registriert (ich schlafe immer mit Ohrenstöpsel, höre also kaum was), und dachte: "Wenn jemand was von mir will, wird er mich schon ansprechen" und habe problemlos weitergepennt ... Im Zelt bin ich also echt in meiner Bubble und fühl mich relativ save – was natürlich einer größtenteils individuellen psychologischen Komponente zu verdanken ist. Tarp ist auch in Ordnung, aber hier wieder dieses Fritz-Meinecke-Video, wo ich denke, dass ist es mir wert. (auch wenn es statistisch gesehen und in Deutschland sowieso eigentlich kein Thema ist).

    Ich habe das jetzt einfach mal in die Laberfeuer-Rubrik gesetzt... ich meine, es gab auch Mal einen Tarp vs. Zelt-Faden, wo es hingepasst hätte ... habe ich aber nicht gefunden. Will auch gar nicht diskutieren – hat ja alles Vor- und Nachteile, sondern wollte mich nur mal mitteilen. Is ja 'ne community. ;)

    Was mich aber doch interessiert: Denkt ihr, diese Kangal-Hunde-Situation von Fritz wäre unterm Tarp auch so "glimpflich" verlaufen?

    LG

  • Was mich aber doch interessiert: Denkt ihr, diese Kangal-Hunde-Situation von Fritz wäre unterm Tarp auch so "glimpflich" verlaufen

    Tja... Kann ich nix zu sagen, denn ich hab ums Verrecken keine Lust, ein Video des Herrn Meinecke anzuklicken und diesem Menschen damit Einnahmen zu verschaffen.

    Wie wäre es, du schildertest mal diese spannend klingende "Kanal-Hunde-Situation", so dass all diejenigen, die evtl. auch ihre Probleme mit Herrn Meinecke haben, ebenfalls nicht das Video klicken (müssten)?

    Ansonsten - wenn ein Zelt für dich gut ist, ist doch alles OK. Hike your own hike. Schön, dass du es der Community mitgeteilt hast.

  • Wie wäre es, du schildertest mal diese spannend klingende "Kanal-Hunde-Situation", so dass all diejenigen, die evtl. auch ihre Probleme mit Herrn Meinecke haben, ebenfalls nicht das Video klicken (müssten)?

    3 Typen zelten (jeweils im eigenen Zelt) auf ihrer Bikepacking-Tour in der Türkei. Eine Gruppe von Kengals stromert um die Zelte (eindringliche Audio-Aufnahmen im Video zu hören), gehen die Menschen in ihren Zelten akkustisch arg an (Beginn ca. 23 Uhr). Die Bikepacker versuchen telefonisch per Notruf Hilfe herbeizuholen. Hunde machen weiterhin Theater. Also: Drama. Polizei kommt gegen ca. 4 Uhr Nachts und löst die Gefahrensituation auf.

  • dieses Fritz-Meinecke-Video

    Der Mensch lebt von seinen Videos u.a

    In den Videos muss immer was spannendes und reisserisches passieren, der kann nicht einfach ein Video produzieren wo er berichtet:

    "Wir sind wie hunderte vor uns mit dem Rad nach Istanbul gefahren, Paul hatte mal einen Platten, einmal hat ein Hund nachts gebellt, einmal war das Klopaper aus, mehr ist eigentlich nicht passiert..."

    Kläffende Hunde am Zelt habe ich auch schon erlebt, ist nicht so toll aber was will man machen?

    Ob ein Zelt da mehr Schutz bietet als ein Tarp? Glaube ich nicht, vielleicht sogar kontraproduktiv wenn ein Hund was riecht aber nichts sieht, da müsste man woh mal einen Hundepsychologen fragen.

    Zu den Meinecke - Videos: Die sollte man einfach als pure "Unterhaltung" betrachten und nicht versuchen daraus was zu lernen. Dann ist es okay. Ich habe mir ein paar Sachen auch angeschaut, mehrmals habe ich festgestellt dass dort gelogen wurde bzw Dinge extrem übertrieben dargestellt wurden.

    2 Mal editiert, zuletzt von Olav (28. März 2026 um 11:32)

  • Fühl ich! Danke.

    @all ... der Thread war jetzt nicht als Integritäts- oder pro/contra Fritz-Meinecke-Thread gedacht, aber wenn ihr euch da was von der Seele reden wollt, bitte. :D

  • Denkt ihr, diese Kangal-Hunde-Situation von Fritz wäre unterm Tarp auch so "glimpflich" verlaufen?

    Ob die Hunde aggressiver gewesen wären, wenn sie die Menschen hätten nicht nur riechen und hören, sondern auch sehen können, kann ich nicht beurteilen.

    Den Kopf in den Sand stecken oder sich die Augen zuhalten, um eine unangenehme / gefährliche Situation auszublenden, ist aber selten hilfreich.

    Im geschlossenen Zelt, quasi mit geschlossenen Augen, kann ich eine konkrete Gefahr viel schlechter erkennen als unter einem Tarp. Ob herabstürzender Ast, Angreifer mit Baseballschläger, Bein eines Pferdes oder Bärentatze: die dünne Zeltwand hält sie nicht auf. Wenn ich den Angriff aber sehe, kann ich möglicherweise ausweichen.

  • die dünne Zeltwand hält sie nicht auf.

    physikalisch nicht.

    Wenn ich den Angriff aber sehe, kann ich möglicherweise ausweichen.

    Frage ist: Hält die dünne Zeltwand Lebewesen davon ab, anzugreifen?

    Ich kann mir vorstellen, dass, wie weiter oben erwähnt, es sowohl nachteilig sein könnte ["vielleicht sogar kontraptoduktiv wenn ein Hund was riecht aber nichts sieht"], oder eben von Vorteil, weil ein geschlossenes Zelt als Barriere dient [meine 'gefühlte' Vermutung/Hoffnung]. :)

  • Ich habe mir das Video aus den oben genannten Gründen auch nicht angetan, kenne aber Kengals als Herdenschutz bei uns im Dorf. Kurzum, die Vorstellung aufgebrachten Hunden auf Bodenhöhe gegenüber zu sehen, würde mich ebenfalls extrem beunruhigen.

    Ob es jetzt faktisch einen Unterschied macht, wenn ich im inner aus dem Tarp herausschaue oder mich eine 20 D Zeltwand davon trennt, kann ich schwer einschätzen.
    Möchte ich etwas mehr Abdeckung im Tarp, spanne ich meinen Schirm in den Eingangsbereich. In wie weit das schlagartige Aufspannen des Schirms solche Hunde nachhaltig verscheuchen würde oder sie nur noch wilder macht kann nicht sagen. Bis auf weiteres ist das, neben meiner Schiedsrichter-Pfeife jedenfalls mein psychologisches Backup für potenziell aufdringliche Wildschweine.

  • Ich bin solchen Hunden auf dem Lykischen Weg auch begegnet. Schon beeindruckend. Aber eben auch typische Herdenschutzhunde, die normalerweise vor allem viel Krach machen und Dich verscheuchen wollen. Dass die nachts ans Zelt kommen, wundert mich. Klingt nach schlecht ausgewähltem Lagerplatz - da muss ja ein Hirte in der Nähe gewesen sein?

    Ansonsten sind Hunde tatsächlich auch meine Hauptsorgen beim Übernachten. Wie Wilbo schrieb, denen liegend zu begegnen ist halt doch was anderes als stehend/gehend. Persönlich find ich's da auch besser, wenn ich sehe, was kommt und nicht nur höre. Glaube auch nicht, dass eine Zeltwand da so viel Schutz bietet.

    Bis auf weiteres ist das, neben meiner Schiedsrichter-Pfeife jedenfalls mein psychologisches Backup für potenziell aufdringliche Wildschweine.

    Ich bilde mir ein, dass Blenden mit der Stirnlampe vielleicht was bringt. Hab die nachts immer um den Hals, damit ich nicht suchen muss.

    Einmal editiert, zuletzt von Jan234 (28. März 2026 um 10:58) aus folgendem Grund: Schlechtreibung ;)

  • ...

    Ich bilde mir ein, das Blenden mit der Stirnlampe vielleicht was bringt. Hab die nachts immer um den Hals, damit ich nicht suchen muss.

    Kann ich mir nicht vorstellen, nach meinen Erfahrungen Nachts mit Wild. Das vergrößert die Unsicherheit des Gegenüber. Bei aggressiven Gestalten ist das eher ungünstig vermutlich.

    Für die eigene Psyche natürlich wertvoll! ;)

    Grüße Azes

  • Ich bin solchen Hunden auf dem Lykischen Weg auch begegnet. Schon beeindruckend. Aber eben auch typische Herdenschutzhunde, die normalerweise vor allem viel Krach machen und Dich verscheuchen wollen. Dass die nachts ans Zelt kommen, wundert mich. Klingt nach schlecht ausgewähltem Lagerplatz - da muss ja ein Hirte in der Nähe gewesen sein?

    Klingt für mich vor allem nach: "Leute, wir müssen Content bringen für unsere Followerschaft, das ganze muss was hermachen und möglichst gefählich klingen..."

    Nach diesem Motto sind solche Videos doch immer wieder aufgebaut, "Click Baiting"...

    Der Meinecke ist natürlich ein Vollprofi und wenn man ihn kritisiert kommt schnell der "Neid" - Vorwurf, damit muss man dann leben.

    In einem Video von Meinecke, wo er einen anderes Video kommentiert, kommt ein wenig seine Einstellung bei solchen Reisen mit dem Fahrrad rüber: Ihm geht es weniger um den Austausch mit den Menschen, sondern eher um "Zahlen und Rekorde (und Clicks)"... Er sagt dies dann ganz deutlich, er hat keine Lust sich mit fremden Menschen zu beschäftigen, die er danach ja eh nie wieder sieht...

    Kann natürlich dann in die Hose gehen, denn ein Einheimischer kann Dir immer gute Ratschläge geben auf so einer Reise und wenn die Übernachtungssituation wirklich blöd ist, dann ist die Chance auch recht groß das man einfach eingeladen wird von Fremden zum Übernachten...

    Sorry fürs OT waren halt gerade so meine Gedanken. Ich war noch nie in der Türkei aber schon öfter in Südosteuropa/Spanien/Italien "wildcampend" unterwegs, Hunde sind da ja immer ein Thema...

  • Unabhängig von Zelt oder Tarp sind meine Erfahrungen am Ende doch recht gut.

    In den französischen Alpen sah eine kleine Gruppe vor mir immer wieder zu mir zurück. Zuerst wusste ich nicht was los war, wollte aber auch nichts verpassen. Ich hab dann festgestellt, das so ein Kangal mir schon einige Minuten mit seinem riesigen Metall-Zackenhalsband folgt. Der ist da ganz locker auf seinen Bergsattel gelaufen und hat sich dort postiert. Dort hält er die Tiere wohl davon ab, das Tal zu verlassen.

    Im weiteren Verlauf der Tour bekam ich nachts noch Gäste ins (Mehrbett)zimmer der Unterkunft in einer Hütte. Die beiden hatten ihr Zelt in der Nähe aufgeschlagen, wurden aber von den Hunden verbellt. Die Hunde ließen keine ruhige Übernachtung in der Herde zu. Mehr war aber auch nicht.

    Ich würde versuchen ruhig zu den Hunden sprechen, um mich von den üblichen Verdächtigen Beutegreifern zu unterscheiden. Die Hunde unterscheiden sehr wohl zwischen Mensch und Tier. Ob ich allerdings dann mitten in der Nacht aus dem Zelt gehen und abbauen würde, das ist dann vielleicht vom Einzelfall abhängig.

    Sehr oft waren aber wesentlich kleinere Hunde im Einsatz. Die waren sogar absolut zutraulich. Einem hab ich ne Dose Corned Beef gegeben, weil er gar so dürr war. Eigentlich sind das immer schöne Begegnungen. Die Hunde machen nur "ihre Aufgabe".

  • kenne aber Kengals als Herdenschutz bei uns im Dorf. Kurzum, die Vorstellung aufgebrachten Hunden auf Bodenhöhe gegenüber zu sehen, würde mich ebenfalls extrem beunruhigen.

    Das sind so Riesenviecher mit Schulterhöhe deutlich über Knie, eher auf Schritthöhe?

    Hm. Ich denke schon dass dir ein Zelt was ausmacht. Das wird klar als Hinderniss war genommen. Allerdings wollten die Hunde denen wohl nicht ernsthaft an den Kragen, sonst wären sie wohl auf die Zelte gesprungen oder hätten versucht selbige mit den Krallen/Zähnen zu bearbeiten.

    Mich würde auch interessieren was die Polizei da gemacht hat. 2 mal in die Hände geklatscht oder das Leittier erschossen?

    Ich würde mich einem Hund nie zu devot nähern sondern selbstbwusst, wenn auch nicht automatisch offensiv. Hunde haben eine recht klare oben/unten Vorstellung. Und Hunde sind an sich auch eher "feige" Tiere die mehr bellen als beissen. Das ist aber sicher schwierig zu verallgemeinern, besonders wenn der Hund ernsthaft was zu verteidigen versucht. Aber oft hilft schon das aufheben eines Steines....

  • Wenn ich den Angriff aber sehe, kann ich möglicherweise ausweichen

    Und das dürfte auch in die andere Richtung gültig sein. Wer kein Angreifer, sondern ein Gelegenheit macht Diebe Vorbeikommender ist, der sieht direkt, dass das Tarp bewohnt ist. Beim Zelt, wenn nicht gerade geschnarcht wird, wäre das Reinschauen für beide Seiten ein eher unangenehmes Erlebnis.

    it may or may not be, dass ein jüngeres ich zu den guten alten Fusion Zeiten als Crew möglichst früh nach Ende mit dem Pickup über die Zeltwiesen geheizt ist, um die besten der verstrahlt einfach stehengelassenen Zelte einzusammeln. Meist erkennbar als allein noch stehend auf weiter Flur, alle anderen schon abgebaut und weg. Unser Schreck, dass da ein Mal im Dunkeln beim Anheben noch einer drin lag, war vorhanden. Der drinnen mitten im Schlaf aber mit Sicherheit einige Magnituden größer :D

    "Not all those who wander are lost"

  • Ich würde mich einem Hund nie zu devot nähern sondern selbstbwusst, wenn auch nicht automatisch offensiv. Hunde haben eine recht klare oben/unten Vorstellung. Und Hunde sind an sich auch eher "feige" Tiere die mehr bellen als beissen. Das ist aber sicher schwierig zu verallgemeinern, besonders wenn der Hund ernsthaft was zu verteidigen versucht. Aber oft hilft schon das aufheben eines Steines....

    Mit selbstbewußtem (aber respektvollem) Auftreten kommt man schon sehr weit. Was man allerdings berücksichtigen sollte ist, das bei einer (auch kleinen) Hundemeute Einer der Anführer ist, der auf seine Position im Rudel achten muß. Der kann nicht einfach zurückziehen, auch wenn er wollte X/, um seinen Rang nicht zu gefährden. Da muß man "mit Gefühl" agieren und ihm einen gesichtswahrenden Weg ermöglichen.

    Und, ebenfalls ganz wichtig, auch einem Einzelhund muß man eine "gesichtswahrende" Rückzugsoption bieten. In die Enge getrieben wird auch ein kleinerer Hund gefährlich.

    Ansonsten sind die allermeisten Hunde im Grunde sehr friedvolle Tiere, die nur ihrer Art gemäß behandelt und respektiert werden wollen. Mich hat in bald 68 Jahren noch nie ein Hund angegriffen und angeknurrt nur, wenn ICH mich falsch verhalten habe.

    Ich habe schon so viel aus meinen Fehlern gelernt. Ich gedenke noch weitere zu machen.

  • Zwei kurze Gedanken dazu:

    1. Ohne eigene Erfahrung, nur vom Hörensagen: In Afrika sehen Großkatzen Zelte als Hürde. Es gibt recht viele Berichte (auch mit Videos) von Leuten, die sich im Zelt inmitten eines Löwenrudels wiederfinden. Sogar das Kondenswasser vom Außenzelt ablecken. Die scheinen nicht zu verstehen, dass da Beute drin ist. Wie gesagt: Hörensagen, keine eigene Erfahrung. Und ob sich das auf Hunde übertragen lässt, weiß ich nicht.

    2. Die Freundin von Gerald Klamer, eine sehr sehr erfahrene Wanderin, ist in Osteuropa auf dem Weg zu Fuß in Richtung Nepal o.ä. von Hunden so übel zugerichtet worden, dass sie nur mit Glück noch lebend ins Krankenhaus kam. Das ist grundsätzlich schon ernst zu nehmen.

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