Ich habe über das Thema mal nochmal nachgedacht —- ich glaube im Kern geht es bei UL eigentlich vor allem um Routine und die damit verbundenen Konsequenzen.
Wenn ihr mich fragt, ist alles, was man so in einen Rucksack als Baseweight packt, immer das, was man versucht, zwischen sich und die Natur zu bekommen. (Das ist auch gut und richtig so. Man hat halt einfach kaum Fell)
Im Kern aus zwei Motivationen:
- einer funktionellen: man sieht die Situation xyz auf sich zukommen und möchte eine Lösung haben, und
- einer psychologischen: besonders als "Anfänger" hat man vor allem Respekt, wenn nicht gar Angst vor der Natur und braucht einen mentalen Puffer. So was wie die Glasscheibe im Gorillahaus im Zoo. Was zum beruhigen.
Mit Routine (in einer Region zu einer bestimmten Jahreszeit), wird einem klar wie wahrscheinlich Problem xyz auftreten wird, wie problematisch das wirklich wird, und was man ggf dabei tun kann. Und man verliert seine Angst. Und gewinnt Vertrauen. Und beides gestattet einem zunehmend, Sachen zwischen sich und der Natur weg zu lassen. Die Barriere wörtlich ab zu bauen.
Ich bin davon überzeugt, UL ist vor allem ein mentaler Prozess, gegossen aus zunehmender Routine, und nicht eine Shopping Liste fremder Menschen. Es ist der Wille zum loslassen. Und hat viel mit Vertrauen zu sich und seiner Umwelt zu tun. Vielleicht auch mit Glauben — “the trail WILL provide it”. Ich halte es für falsch Newbies in das 5kg Korsett zu treiben, auch wenn es sicher, wie zB von RaulDukedargestellt, ein gutes Ziel darstellt. Man muss sich die Zeit nehmen, sich an die Gegebenheiten ran zu tasten, seine Ängste zu verlieren, Fertigkeiten aufzubauen, Vertrauen zu gewinnen und kann damit seine wörtlich: "so schwer wiegenden Barrieren" zwischen sich und der Natur abbauen.
Und ja, ich bin davon überzeugt, dass ein 3 Season Setup um die 5kg nicht ohne kaufen, kaufen, kaufen funktioniert. Sorry.