Gearcache - ja oder nein

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  • In einem Gebiet wo ich viele Wanderungen und Übernachtungen mache gibt es viele Felsüberhänge und vereinzelte Rettungsboxen mit Trage (mit zwei kurzen Holzstämmen ein Bett mit Sitzhöhe) sowie ein, zwei Decken. Also ein für den Sommer durchaus taugliches Setup.

    Macht man aber natürlich nicht, weil es eben eine Rettungsbox ist(!).

    Bleibt der Felsüberhang und die Idee eines oder mehrerer Gearcaches denn in der Rettungsbox ist ja z.B. auch kein Kocher. Ich nutze meist die gleichen Schlafplätze, habe so fünf, sechs verschiedene. Ausrüstung die man erst am Lagerplatz braucht liegt dort in einem Packsack oder einer Box versteckt.

    Diese Idee löste, in der Familie vorgetragen, Kontroversen aus.

    Wie steht ihr dazu? Übertrieben? Kein echtes Wandern? Umweltverschmutzung? Oder eher wie ein großer Geocache zu betrachten? Praktisch? Genial?

    Gruß Martin

  • So wie ich es verstanden habe geht es um Overnighter an immer den gleichen fünf sechs Plätzen. Also Gepäck sowieso nur für eine Nacht? Da fände ich es arg übertrieben da irgendwie mit dem Auto oder meinetwegen auch Fahrrad vorzufahren um die letzten zwei Kilo Gepäck einzusparen. Ob der Rucksack jetzt drei oder fünf Kilo wiegt spielt doch keine so große Rolle oder? Im Hochsommer an trockenen Spots drei Liter Wasser würde ich aber auch überlegen ;)

    Grundsätzlich aber macht mir das Rucksack packen sowieso Spaß und Vorfreude; und das Gefühl "ich hab alles dabei, bin autark" gehört für mich auch irgendwie dazu.

  • Also Material und / oder Verpflegung deponieren habe ich schon öfter gemacht. War aber dann immer für eine etwas übertrieben lange Tour notwendig oder es war klettermaterial das zurückgelassen wurde weil man am nächsten Tag weiter probiert hat.

    Keine Ahnung was genau du vor hast, aber es muss schon einen guten Grund haben sowas zu machen.

  • Die Idee klingt für mich ein bisschen wie Wochenendhaus, Datscha, Wohnwagenstellplatz "light", aber einsam gelegen. Das soll keine Wertung beinhalten.

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Materialdepots kenne ich eher aus der Speleologie-Ecke (in meinem Fall Höhlenforschung in alpinen Höhlen). Da ist der Hintergrund aber auch anders gelagert:

    • aufwändiger Materialtransport (teils extra mit Seilbahn bzw. 1-2 Tage rein für Materialtransport, im Bereich 20-30kg pro Person)
    • Lagerung in ansonstem unbegangenem Permafrost / knapp über Permafrost direkt in Biwaks in Höhlen
    • weitere Erforschung der Höhlen nur durch das Anlegen von (Material-) Biwaks möglich, da die reine Materialmenge ansonsten kaum transportierbar ist
    • regelmäßige Bestandsaufnahme, um ggf. nicht mehr nutzbares Material auch wieder abzutransportieren

    Mit diesem Hintergrund frage ich mich schon, was du Moosbär genau mit deinen UL-Solo-Materialdepots erreichen willst:

    • ist dir das wenige UL-Gewicht für einen Overnighter (?) je Tour wirklich zu viel um es zu tragen?
    • wer entfernt deine Depots, wenn du mal keine Lust (oder, hoffen wir mal nicht, Fähigkeit) mehr dazu hast selbst rauszugehen?
    • wie willst du deine Depots geschützt, aber aber ohne Beeinträchtigung der Natur und "anlegen von Trampelpfaden" verstecken?
    • Wie verhinderst du, dass du nicht anfängst, "übriges" (z.B. Lebensmittel) immer gleich "mit zu deponieren" ohne es jemals zu verbrauchen?
    • ...?

    Unterm Strich bleibt für mich: Das Anlegen eines Materialdepots hat für mich wenig mit UL-Trekking, zumal direkt in DE, zu tun.

  • Habe da nochmal drüber nachgedacht. Wenn man's eh nicht schleppen muss kann man klar auch die UH billig Varianten bunkern. 5cm Evazote oder ähnliche/billigere Schaummatte. Baumarktplane als Tarp. Literweise Spiritus oder/und Wasser, Wein und Schnaps. 🤔 Konserven und Trockenfraß. Wenns wirklich trocken ist auch die Pferdedecke. Ggf ne Taschenlampe o.ä. Ne Axt für Feuerholz und nen Pfannenknecht. Nen Edelstahltopf. Ein Klappstuhl?

    Feuchtigkeit wird auf Dauer ein Problem werden, besonders die Monate mit "r" drin. Je nach Ausrüstungsgegenstand fängt irgendwann alles das grabln an.

    Aber dann hast du weniger im Rucksack und mehr Platz für Brotzeit. 😉

    Is halt ähnlich UL wie nachst im Hotel schlafen. Aber klar, HYOH....

    An welche Ausrüstungsgegenstände hast du konkret gedacht?

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (31. Dezember 2025 um 15:42)

  • Wenn ich so etwas machen würde, dann würde ich Luftmatte, Kunstfaserschlafsack, Küche (Spiritus) sowie Essen und ein Tarp deponieren.

    Tatsächlich eher von einfacher Qualität.

    Mit dem Auto oder Fahrrad kommt man nicht hin, im Frühjahr dort lassen und im Herbst wieder mitnehmen war mein Gedanke.

    Das betreffende Gebiet läßt sich in ein, zwei Tagen durchqueren, es gibt relativ viel Wasser und so bliebe mir eine Gürteltasche mit Flasche, Filter und Jacke sowie etwas Proviant. Und Erste-Hilfe-Set, Telefon usw..

    Man könnte Trailrunning machen.

    Man ist aber auch nicht so flexibel.

    Mir ist aufgefallen daß Aktivitäten wie Klettern oder eben auch Geocaching eher mit Depots in Verbindung gebracht werden als reines Wandern.

  • Ich lebe in einem Landstrich, in dem leider alles geklaut wird, was nicht niet- und nagelfest ist (und leider auch viel Vandalismus betrieben wird). Hätte, glaube ich, Sorge, mich darauf zu verlassen, dass „vital erforderliche“ Equipment-Bestandteile dann auch tatsächlich vor Ort & unbeschädigt sind. Ich verstehe das so, dass man schon eine Tageswanderung entfernt ist vom Ausgangspunkt oder nächsten Anlaufpunkt. Bereitet Dir das kein Unbehagen? Wenn man dann wieder ein Backup mithätte, macht es ja keinen Sinn. (In den Alpen oder sonstigem Hochgebirge gilt erfahrungsgemäß diesbezüglich eine andere Moral.)

    Interessant, was andere sich so ausdenken. ;) Bin auch deutlich mehr der Typ „komplett autark mit eigenem Rucksackinhalt“ und der damit verbundenen Spontaneität und Freiheit.

    Grundsätzlich mißfällt mir eher, Dinge in der Natur zu hinterlassen oder zu „platzieren“, und sei es auch nur vorübergehend. Passt für mich nicht zu „LNT“. Es gehört dort nicht hin.

  • Ich verstehe die Verlockung, sein Zeug zu deponieren statt zu tragen, aber ich würde es lassen (bzw ich lasse es ja schon mein Leben lang; es gibt auch Orte an die ich gern zurückkehre, und ich trage alles hin und rück.)

    Besonders stört mich die Idee, Spiritus zu lagern. Als Kind am Waldrand lebend haben wir alles mögliche da drin entdeckt - alles ist findbar.

    Aber auch ohne Spiritus liegt dann erst mal Müll in der Umwelt (deine Sachen sind anderer Leute Müll), nicht nur an einem Platz sondern gleich an mehreren, wenn ich dich richtig lese. Heißt das, du würdest auch mehrfach Minderwertiges kaufen, damit du dir das Tragen sparst? (Thema Ressourcenschonen)

    Jemand schrieb es ja schon so ähnlich: du hast die Verantwortung, alles wieder zu entfernen. Kannst du sicher stellen, dass das jemand für dich übernimmt, falls du verhindert bist?

    Insgesamt gefällt mir der Grundgedanke nicht, in der Natur Dinge aus Bequemlichkeit zu hinterlassen. Für eine einzelne Aktion, z.B. ein Wasserdepot für diesen einen Trailrun, hätte ich kein Problem, bei "mehreren Depots monatelang denn weniger Schleppen wär schon schön" hab ich Bauchschmerzen.

  • Essen würde ich da auf keinen Fall lagern. So gut verpacken, verstecken oder vergraben lässt sich das kaum, als dass Tiere das nicht finden würden.

    In jedem Fall würde ich aber einen Zettel beilegen, der Auskunft gibt über Zweck und Datum, wann es deponiert wurde, sowie wieder abgeholt wird. Sowie eine Kontaktmöglichkeit vorsieht.

    Vorher müsste auch Erlaubnis eingeholt werden vom Grundeigentümer. In einem Naturschutzgebiet verbietet es sich soundso.

  • In jedem Fall würde ich aber einen Zettel beilegen, der Auskunft gibt über Zweck und Datum, wann es deponiert wurde, sowie wieder abgeholt wird. Sowie eine Kontaktmöglichkeit vorsieht.

    Stimmt, da es ja eine Rettungsbox gibt wird der Ort regelmäßig von jemandem geprüft. Und spätestens wenn die Polizei auf einen Tipp des Rangers hin nachts nach dem Aufenthaltsstatus fragt bereut man das sonst :D

  • Essen würde ich da auf keinen Fall lagern. So gut verpacken, verstecken oder vergraben lässt sich das kaum, als dass Tiere das nicht finden würden.

    In jedem Fall würde ich aber einen Zettel beilegen, der Auskunft gibt über Zweck und Datum, wann es deponiert wurde, sowie wieder abgeholt wird. Sowie eine Kontaktmöglichkeit vorsieht.

    Vorher müsste auch Erlaubnis eingeholt werden vom Grundeigentümer. In einem Naturschutzgebiet verbietet es sich soundso.

    Damit hast du mich!

    Beim Essen dachte ich an die typische Trekkingnahrung zum aufgießen, ewig haltbar und stabil verpackt. Aber für Tiere nicht stabil genug und unter Umständen gefährlich.

    Trotzdem hast du dir Gedanken zur Optimierung eines solchen Vorhabens gemacht, vielen Dank.

    Der Hinweis auf die Erlaubnis bzw. Schutzgebiete ist natürlich korrekt. "Mein" Gebiet ist ein LSG, übernachten ist prinzipiell gestattet (in einem gewissen Rahmen).

    Danke auch für die anderen Antworten, und ich dachte schon wir tauschen hier Koordinaten unserer Caches :P.

  • In Norwegen hatte ich schon (lange vor UL) den ganzen Kram ins Gebiet geschleppt, dann Zelt aufgebaut und tagelang Tages-Ausflüge von dort unternommen, also quasi mit Ausrüstungslager an einer Stelle. Bei uns würde ich das nicht machen, zu viele Leute, zu viel Privatgrund, zu wenig Wildnis.

  • Ich habe vor einigen Jahren mal etwas intensiver Geocaching betrieben und auch eigene Caches versteckt. Das habe ich aber nach ein paar Wochen wieder aufgegeben, da die ständige Wartung und Instandhaltung der Caches zu viel Zeit in Anspruch genommen hat. Selbst kleinste Gegenstände an den entlegensten Orten sind abhanden gekommen. Ob es nun andere Cacher, Fußgänger oder spielende Kinder waren kann ich nicht sagen. Wenn ich aber daran denke wie offensichtlich eine Evazote oder Kocher sind, würde ich davon absehen. Zumal man sich auch auf darauf verlassen muss das es da ist wenn man es nicht einpackt.

    Dazu kommt noch das die Outdoorfraktion, welche wild im Wald nächtigt, in manchen Gegenden eh schon kritisch gesehen wird. Da sollte man nicht noch gründe liefern die das untermauern würden.

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