Nun würde mich einmal eure Meinung - liebe Vereinslose - interessieren. Was, glaubt ihr, müssten die Vereine machen, damit IHR darüber nachdenken würdet, einem beizutreten? Was schreckt euch ab? Was würde euch motivieren?
Dann mal noch meine zwei Cent.
Vorab, ich bin in diversen Vereinen gewesen und bin es noch aktuell. Fast überall derzeit passiv. Bei einzelnen war ich aktiv, weil ich Zeit UND Lust hatte etwas gemeinsam voranzutreiben. Oder auch, um organisatorische Basisarbeit im Verein zu leisten, damit andere Aktive den Rücken frei von Bürokratie hatten. Sie sich somit auf ihre Stärken und Vorlieben zum Wohle der Gemeinschaft konzentrieren konnten. Letzteres war für mich aber nur dann motivierend, wenn es im Verein auch voran ging. Dazu braucht es mehr als einen „Vorturner“ oder auch mehr als einen (mehrköpfigen) Vorstand, einer aber ansonsten passiven Basis im Verein. Daher wäre meine wichtigste Priorität: erst mal 2-3 Mitstreiter:innen mit Zeit und Lust zu finden, die eine ähnliche Zielstellung verfolgen und mit denen man gut zusammen kann. Denn zusammen kann man doch viel mehr reissen und auch verschiedene Bereiche besser abdecken. Zu dritt oder viert bekommt man auch schneller eine weitere Basis im Verein aktiviert oder akquiriert.
Ich greife mal noch ein paar Punkte von Kay auf. Sind nicht als Kritik gedacht, sondern für Simplymad als weiteren Input
Bis vor 2 Jahren war ich viel, v.a. auf Instagram, aber auch in einigen Facebook-Hobbygruppen unterwegs. Ich konnte keine Sektionsgruppen oder sonderlich viel Aktivität in den vereinseigenen Accounts feststellen. Irgendwo gibt es wahrscheinlich Kommunikation, aber sie ist nicht für mich (einfach!) zugänglich.
Gerade wenn man heute ein junges Publikum an Land ziehen möchte, dann halte ich das für einen wichtigen Punkt. Wenn es für die Betreuung eines Instagram-Accounts nicht reicht, dann sollte es zumindest sehr einfache Kontaktmöglichkeiten übers Web und Messenger geben. Viele junge Menschen bevorzugen Messenger
(NB. Auch wenn ich WhatsApp und Instagram nicht leiden kann, haben das halt sehr sehr viele potentielle Vereinsmitglieder. In einem solchen Fall will ich ja die Welt nicht bekehren, sondern neue Leute mit an Bord holen. Denen kann ich dann nach dem Erstkontakt immer noch die Signal-Gruppe als Hauptwerkzeug unterjubeln)
Es gibt im Winter die Vereinsversammlung. Wenn ich die Bilder sehe, wie sich (für mich) viel zu viele Menschen in den Raum einer örtlichen Gastwirtschaft quetschen, dann ist für mich klar, dass ich nie zu einer solchen Versammlung gehen werde.
Eine Mitgliederversammlung ist ja erst mal ein formales Instrument, welches auch zum Socialising genutzt wird. Wenn es die einzige Veranstaltung und Kontaktmöglichkeit ist, dann wird man damit auch nur eine bestimmte Klientel erreichen und eben jede Menge potenzieller Mithelfer nicht. Ich kenn auch Menschen, die gehen da nicht hin, um nicht irgendein Amt übernehmen „zu müssen“ (übergeholfen bekommen). Trotzdem waren/sind diese Bekannten bereit Vereinsarbeit zu leisten. Die muss man also über andere Kanäle erreichen und bedienen.
Was könnte ich mir vorstellen: Wegearbeit und Betreuung, weil ich gerne draußen bin und anpacken kann. Das wird nur nie gesucht.
Es wird immer Menschen geben, die bereit sind etwas zu übernehmen, die aber gerne angesprochen werden möchten. Von daher wichtig aus meiner Sicht: niedrigschwelliges Kontaktangebot und so eine Art „Suche und Biete“ für Tätigkeiten im Verein. Sinnvoll auch, wenn sich jemand aus der „Kerntruppe des Vereins“ (s.o.) um die Mitglieder kümmert, neudeutsch würde ich den Community Manager nennen.
Im Wesentlichen hat Kay das ja schon geschrieben. Ich würde das unterschreiben.
Abschreckend fand und finde ich Organisationen, bei denen die einen Arbeit „ausdenken“ und verteilen („Vorstände“) und die anderen die Arbeit mach sollen („ein paar Freiwillige“), während Dritte nur am Meckern sind. Letzteres gerne von Vereinsmitgliedern, die mal Vorstand waren oder Menschen die zwar immer da sind, aber selbst nie mit anpacken. Als Vorstand kann man das Zusammenspiel hier natürlich zumindest gut (oder eben auch weniger gut) beeinflussen.