Auch ich war über Pfingsten wieder unterwegs. Nach der Wanderung, die noodles vor drei Wochen im Harz organisiert hatte, wollte ich den Selketalstieg in voller Länge wandern - das haben wir nicht getan. Sondern haben eine Rundtour vom Bahnhof Thale draus gemacht: Von Thale auf selbst zusammengesuchten Wegen und Pfaden nach Gernrode, dort auf den Selketalstieg (wir haben also das Stück ab Quedlinburg nicht gemacht.) Dann den ganzen Selketalstieg bis Güntersberge (ab da wäre es mehr oder weniger nur noch 8km lang parallel zu einer größeren Straße nach Stiege gegangen, und, Pfingsten und Schönwetter, da sind uns dort zu viele Zweiradfahrer vom Stamme "Ich lärme also bin ich" unterwegs. Stattdessen ab dort den Bode-Selke-Stieg ins Limbachtal und an der Luppbode nach Tresseburg, dann das schicke Bodetal runter zurück nach Thale. Knapp 90km.
Total schöne Landschaften. Tolles Wetter. Kröten, Blindschleichen, kleines Ringelnatterchen, paar Zecken, aber rechtzeitig gefunden, auch Dank des Partners (zum Thema "Wanderpartner"). Dieser Wanderpartner hat letztendlich auch verhindert, dass ich mir einen Fahnenappell und die dazugehörige Ansprache noch genauer angehört habe. Zunächst war ich, von Gesang angelockt, von einem Open-Air-Pfingstsonntagsgottesdienst ausgegangen. So, wie ich es auf anderen Pfingstwanderungen schon erlebt habe. Aber was bin ich für ein Dummerchen! Was ich von der Ansprache verstanden habe, der Herr sprach laut und prägnant, hat mich eines anderen belehrt. Kohten, Männer in Shorts, Frauen in weißen Blusen und wadenlangen Röcken, volksliedartiger Gesang zur Klampfe (deutsch, sauber und textsicher, habe aber trotzdem nicht viel verstanden, da die Selke rauschte - ich kannte die Lieder aber nicht, obwohl ich eigentlich noch viele Volks,- Kirchen- und Fahrtenlieder kenne). War ein Pfadfinderzeltplatz im Selketal. Waren aber auch nicht Pfadfinder. Danach Sachsen-Anhalt noch von einigen einschlägigen Aufklebern befreit.