Gerade laufe ich den GTA in den italienischen Alpen, der traditionellerweise bewirtschaftete Hütten, unbewirtschaftete Bivaccos und kleine Hotels als Unterkünfte miteinander kombiniert. Um mir selbst die größtmögliche Freiheit zu geben, habe ich auch noch Zelt, Matte und Schlafsack dabei, um spontan an schönen Spots in der Wildnis zu campen. Natürlich bedeutet dieser Umstand ein um ca. 2kg erhöhtes Basisgewicht. Und gerade kommt mir der Gedanke, dass, wenn ich mir selbst die Restriktion auferlegt hätte, nur die traditionellen Unterkünfte zu nutzen, ich mir damit gewichtsmässig ein Stück „Freiheit“ geschaffen hätte. Bedeutet also der Verzicht die wahre Freiheit? Ein paradoxer Gedanke…
Restriktion vs. Freiheit
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Freedoms just another word, for nothing left to loose 🥲
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Ich finde es unvorstellbar solche Touren ohne Zelt zu machen und zwar aus folgenden Gründen
1. Das Vorankommen ist langfristig, wenn man wochenlang unterwegs ist, schlecht zu planen, Wetter, Fitness usw. Außerdem bedeutet es doch unterwegs unnötigen Stress, wenn man sich ständig um eine Unterkunft kümmern muss, falls nicht vorgeplant/reserviert. Wir gehen ca. 1x/Woche bis alle 10 Tage in ein Hotel und selbst da ist es manchmal zur Hochsaison schwierig was bezahlbares am Weg zu finden - je nachdem wo man unterwegs ist.
2. Mittlerweile wird es zunehmend schwierig bei den Unterkünften spontan aufzuschlagen - gerade die Hütten sind im Sommer doch oft ausgebucht -
3. vom mangelnden Komfort der überfüllten Massenlager ganz zu schweigen..
4. Draußen ist schönstes Abendlicht in den Bergen, man sitzt drinnen im überfüllten Gastraum beim Abendessen, wegen fester Essenszeiten, morgens ist es schön kühl zum Laufen, man will los aber es gibt erst ab 7:30 oder 8 Uhr Frühstück
5. Wenn ich müde bin oder das Wetter schlecht ist, will ich einen kürzeren Tag machen
6. Umgekehrt gilt das auch und das kommt viel häufiger vor: wenn das Laufen/Radeln Bock macht, es richtig gut läuft und man richtig Strecke macht, dann ist es doch unfassbar kacke, wenn man um 15 oder 16 Uhr schon an der Unterkunft ist und aufhören muss
7. Außerdem sind die Hütten doch mittlerweile echt arscheteuer, wenn man mehrere Wochen lang unterwegs ist und nicht nur ein Wochenende... Ich bin lieber länger unterwegs als kürzer, also noch ein Punkt für das Setup mit Zelt...
Von daher gehört für mich mindestens ein minimales Schlafsetup unbedingt dazu bei längeren Strecken.
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Hat man bei Hotelübernachtung Freiheit oder hast Du hauptsächlich Leichtigkeit gewonnen?
Wobei heiße Dusche und kalte Getränke sind schon was feines, Freiheit würde ich aber anders definieren.
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Ich finde es unvorstellbar solche Touren ohne Zelt zu machen und zwar aus folgenden Gründen
1. Das Vorankommen ist langfristig, wenn man wochenlang unterwegs ist, schlecht zu planen, Wetter, Fitness usw. Außerdem bedeutet es doch unterwegs unnötigen Stress, wenn man sich ständig um eine Unterkunft kümmern muss, falls nicht vorgeplant/reserviert. Wir gehen ca. 1x/Woche bis alle 10 Tage in ein Hotel und selbst da ist es manchmal zur Hochsaison schwierig was bezahlbares am Weg zu finden - je nachdem wo man unterwegs ist.
2. Mittlerweile wird es zunehmend schwierig bei den Unterkünften spontan aufzuschlagen - gerade die Hütten sind im Sommer doch oft ausgebucht -
3. vom mangelnden Komfort der überfüllten Massenlager ganz zu schweigen..
4. Draußen ist schönstes Abendlicht in den Bergen, man sitzt drinnen im überfüllten Gastraum beim Abendessen, wegen fester Essenszeiten, morgens ist es schön kühl zum Laufen, man will los aber es gibt erst ab 7:30 oder 8 Uhr Frühstück
5. Wenn ich müde bin oder das Wetter schlecht ist, will ich einen kürzeren Tag machen
6. Umgekehrt gilt das auch und das kommt viel häufiger vor: wenn das Laufen/Radeln Bock macht, es richtig gut läuft und man richtig Strecke macht, dann ist es doch unfassbar kacke, wenn man um 15 oder 16 Uhr schon an der Unterkunft ist und aufhören muss
7. Außerdem sind die Hütten doch mittlerweile echt arscheteuer, wenn man mehrere Wochen lang unterwegs ist und nicht nur ein Wochenende... Ich bin lieber länger unterwegs als kürzer, also noch ein Punkt für das Setup mit Zelt...
Von daher gehört für mich mindestens ein minimales Schlafsetup unbedingt dazu bei längeren Strecken.
Ja, der finanzielle Faktor ist nicht zu vernachlässigen, da gebe ich die Recht. Und die Hüttenatmosphäre ist ja auch immer eine Blackbox, mal gelingt es mir mich gut abzugrenzen, mal weniger. Auf dem GTA ist zur Zeit noch wenig los, man muss keine Angst haben wegen Übernachtungen. Und der GTA ist, was die Frequentierung angeht, eh nicht zu vergleichen mit E5 oder München-Venedig.
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Ich verstehe die Frage nicht. Bzw. stellt die sich doch überhaupt nicht. Ad absurdum geführt hat man ganz ohne Gepäck das niedrigste baseweight, aber kannst du halt nicht loslaufen. Niedriges baseweight ist kein Selbstzweck.
Wenn du ohne Zelt losziehen willst dann machst du das eben. Wenn du mit Zelt unterwegs sein willst dann machst du halt das.
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Hat man bei Hotelübernachtung Freiheit oder hast Du hauptsächlich Leichtigkeit gewonnen?
Wobei heiße Dusche und kalte Getränke sind schon was feines, Freiheit würde ich aber anders definieren.
Ich denke mir geht es um das Mindset, sich konsequent für eine Richtung zu entscheiden und nicht alle Eventualitäten mit einzuplanen. Loslassen können und damit im Reinen sein.
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Freedoms just another word, for nothing left to loose 🥲
Externer Inhalt www.youtube.comInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Vor zwei Tagen ist mir im Wald Richtung Alpe Colma ein Wanderer begegnet, auf den glaube ich dises Mindset zutrifft: Baumwoll-T-Shirt, kurze Baumwollhose, zwiegenähte Meindl, dicke Wollsocken und ein traditioneller Wanderrucksack aus grüner Baumwolle mit Lederriemen, der so schien es mir, kaum etwas enthielt. Kein Hut, keine Stöcke, und er war mit einem Affenzahn unterwegs, der mich neidisch machte, obwohl er mein Alter war. Und er strahlte eine Zufriedenheit und Coolness aus, die ich cool fand…
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Ob man mit dem Weglassen oder Mitnehmen von Ausrüstung gewinnt, ist immer einzelfallabhängig und vorher nicht immer abschätzbar.
Regnet es unerwartet, wird plötzlich kalt und windig, dann bin ich froh über die Regenausrüstung und genieße die Freiheit, weiterwandern zu können. Bleibt es aber sonnig und warm, habe ich Freiheit eingebüßt (verlorenes Volumen im Rucksack und unnütz geschlepptes Gewicht).
Das gleiche gilt für Zelt, Campingstuhl, Fernglas, Essen, Sonnencreme, Wechselsocken und und und.Irgendwas ist immer. Was mir aber keiner nehmen kann ist die Entscheidungsfreiheit, eine Sache mitzunehmen oder nicht.
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Also ich habe das eine Mal, als ich den Fishermens Trail lief, komplett auf ein Schlafsetup verzichtet und nur Klamotten mitgenommen. Geflogen mit dem Minimal Handgepäck, 20x30x40, meinem Huckepacks Packl. Er war nicht ganz voll, so das man ihn auf die richtige Größe zusammen drücken konnte. (Rückenlänge beim Packl 50cm)
Habe es nicht bereut, war April unterwegs, absolute Nebensaion, da gab es überhaupt keine Sorge, das es am anvisierten Zielort, keine Übernachtungsmöglichkeit mehr geben könnte.
Im Gegensatz dazu, war ich unlängst eine Woche in der Provence Wandern, mit Quilt, Luma und Zelt. Was soll ich sagen, ich habe die Sachen nicht einmal benutzt und habe nur über Arbnb durch die Bank weg, sehr günstige Unterkünfte gefunden. 2 Tage war ich im Dormitorium, eines Gites!
Letzteres war schon echt bekloppt! Zugegebenermaßen!
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Na ja, wenn Behausung, Matte und Schlafsack/Quilt 2kg ausmachen, würde ich halt eher mal da ansetzen, und da ordentlich abspecken, um nicht in "schwerer als UL" zu landen 😬.
Vor allem, wenn der Schwerpunkt tatsächlich auf Hütte liegt, reicht ja da ein absolutes Minimalsetup.
Von welchem Gewicht reden wir denn noch ohne das, dass das überhaupt eine Überlegung ist? Da wär bei mir nicht mehr viel drin im Rucksack.
Würde mir auch nie einfallen, die Freiheit des draußen schlafens dafür aufzugeben, dafür bin ich ja hier im Forum, um genau das möglichst leicht hinzubekommen.
Aber wie oben schon jemand sagte - wenn das das Ziel ist, dann tu's - hyoh 👍
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Bedeutet also der Verzicht die wahre Freiheit? Ein paradoxer Gedanke…
Nach der Logik hättest Du die größte Freiheit wenn Du zu Hause bleiben würdest.
Freiheit ist nicht selbstverständlich, man muss auch etwas dafür tun. -
Ich glaube der Kern der Frage war, ob man freier wird, indem man sich Restriktionen, also Einschränkungen auferlegt - ein Paradox quasi.
Als Alkoholiker, Raucher oder Drogensüchtiger im Allgemeinen sicher. Der mit Abstand größte Vorteil den ich bemerkte als ich das Rauchen aufgehört habe war, dass man sich um einen "ständigen Begleiter", die Zigaretten, nicht mehr kümmern muss. Und man morgens um 2 nach der Kneipe nicht noch einen Umweg zur Tanke im Regen machen macht, weil man nur noch 3 Zigaretten hat.
UL an sich ist ja im Kern eine bewusste Einschränkung, die einem mehr Freiheit bringe soll.
Wenn du also restriktiv mit Dingen umgehst die dich einschränken - wohl ja, oder? -
Ich habe das Prinzip mal in den Vogesen getestet. In der Situation bedeutete es für mich Freiheit, da ich aus gesundheitlichen Gründen möglichst leicht unterwegs sein musste.
Nachteilig fand ich, dass ich einige schöne Camp-Spots auslassen musste. Für längere Touren fände ich persönlich es als organisatorischen Alptraum. Ich war in der Nebensaison unterwegs, da hatte in den Vogesen viel geschlossen und es war doch etwas Arbeit die Route und Übernachtungen aufeinander abzustimmen. Da habe ich nicht so viel Bock drauf.
Überraschend war für mich, wie viel extra Zeit man braucht, wenn man im Hotel das Restaurant besucht. Mit Frühstück und Abendessen im Hotel verkürzt sich mein Wander-Tag deutlich. Dafür hatte ich deutlich mehr Kontakt zu den Locals und anderen Reisenden und das fand ich wiederum auch sehr bereichernd.
Kurioserweise kam mir der Gedanke dazu auch auf der GTA. Ich hatte vor zwei Jahren eine Hitzewelle und war absolut überfordert mit den Temperaturen und hätte liebend gerne auf einiges in meinem Rucksack verzichtet.
In meinem Kopf schlummert auch noch der Plan ab Entraque ein einwöchige für mich anspruchsvolle Tour ohne Zelt zu machen. Da eine glutenfreie Ernährung in Italien überhaupt kein Problem ist, könnte ich wirklich total leicht wandern. In diesem Fall würde ich es als größere Freiheit sehen mit leichten Gepäck Sidequests oder technisch anspruchsvollere Varianten oder mehr Gipfel erwandern zu können, als mit schweren Gepäck die Freiheit des Übernachtungsplatz zu haben.
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Ich glaube der Kern der Frage war, ob man ein freier wird, indem man sich Restriktionen, also Einschränkungen auferlegt - ein Paradox quasi.
Als Alkoholiker, Raucher oder Drogensüchtiger im Allgemeinen sicher. Der mit Abstand größte Vorteil den ich bemerkte als ich das Rauchen aufgehört habe war, dass man sich um einen "ständigen Begleiter", die Zigaretten, nicht mehr kümmern muss. Und man morgens um 2 nach der Kneipe nicht noch einen Umweg zur Tanke im Regen machen macht, weil man nur noch 3 Zigaretten hat.
UL an sich ist ja im Kern eine bewusste Einschränkung, die einem mehr Freiheit bringe soll.
Wenn du also restriktiv mit Dingen umgehst die dich einschränken - wohl ja, oder?exactly this… 🫶
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Immer wieder erstaunlich, zu was für hochphilosophischen Gedankengängen das Alleine-Unterwegssein führen kann... und wie schön es sein kann, wenn man dann Leute findet, mit denen man genau diese Gedanken dann auch austauschen kann

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Immer wieder erstaunlich, zu was für hochphilosophischen Gedankengängen das Alleine-Unterwegssein führen kann... und wie schön es sein kann, wenn man dann Leute findet, mit denen man genau diese Gedanken dann auch austauschen kann

you name it
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Zurück zum Thema:
2 kg Übernachtungsgepäck bei offenbar zivilisationsnaher Tour on top of ca 2 kg Restbaseweight sind 4-5 kg, dann noch Proviant und Wasser für ein bis max. 1,5 Tage... mal ehrlich, wer kann so einen Rucksack nicht mehr tragen?
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Immer wieder erstaunlich, zu was für hochphilosophischen Gedankengängen das Alleine-Unterwegssein führen kann... und wie schön es sein kann, wenn man dann Leute findet, mit denen man genau diese Gedanken dann auch austauschen kann

auch ot:
"...: Nicht hungern, nicht dürsten, nicht frieren! Wem aber dies alles zuteil wird oder wer gewiss darauf hoffen darf, der kann sich an Glückseligkeit selbst mit Zeus messen"
Mein Lieblingsphilosoph: Epikur
(gegen den in der Antike die gewaltigste Rufmordkampagne aller Zeiten angelaufen ist, die leider immer noch nachhallt!)
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Gerade laufe ich den GTA in den italienischen Alpen, der traditionellerweise bewirtschaftete Hütten, unbewirtschaftete Bivaccos und kleine Hotels
Ich frage mich, auf wie vielen trails das überhaupt noch funktioniert, bei den Mittelgebirgswegen hat es kleine Pensionen oder Landhotels mittlerweile oft dahingerafft und ich bin auch schon mit meinen Einzelübernachtungen abgewimmelt worden, für mich ist also das Zelt ein Stück Freiheit.
(Als Hundewanderer wird die Sache mit Hotels, Hütten oder Pensionen eh nochmal schwieriger, da hätte ich gar keinen Nerv zu)
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