Schwarzwaldine Bitte sag Bescheid, falls du nicht möchtest, dass ich deinen Thread ergänze. Ich trau mich das jetzt einfach mal. 
Nachdem ich mit meinem Daunenquilt (Enlightened Equipment Enigma -20F) in den letzten beiden Schottland-Urlauben schlechte Erfahrungen gemacht habe, wollte ich auf meiner nächsten Tour einen Kufa Quilt testen. Nach Schwarzwaldines Bericht bin ich von Apex auf Primaloft umgeschwenkt. Der Quilt wurde erst kurz vor knapp fertig und ich bin dann einfach mal mit dem ungetesteten Quilt losgezogen. Was soll schon passieren, außer dass man friert.
Fazit: der Quilt war perfekt. So gut habe ich noch nie auf Tour geschlafen, trotz Temperaturen unter Null. Nicht so gut gefallen haben mir das Packmass (besser als erwartet, aber im Kontrast zu dem EE Daunenquilt nun ja) und das Gewicht.
Steckbrief:
- Weite am Kragen: 147 cm
- Länge innen: 199 cm
- Fußbox: 31 x 31 cm
- Länge des Fußbox: 52 cm
- Gewicht inkl. 2 Gummibänder zur Fixierung auf der Matte: 1284 g
- Packmass: passt in ein Exped Drybag 13 Liter Versa Compression (der mit dem Ventil). Dann passt aber nichts anderes mehr in den Packsack, wie zB Schlafkleidung.
Material:
Verarbeitung:
Den Schnitt hatte ich von meinem Daunenquilt abgenommen plus Zugaben, dort wo mir der Daunenwuilt etwas zu zugig war. Meine Vorgehensweise war etwas verschwenderischer als die von Schwarzwaldine. Ich habe großzügig zugeschnitten und später gekürzt. Das ist der Aufschlag, den ich bezahle für das last minute Projekt. 
Als erstes habe ich Innenhülle und Außenhülle vorbereitet. Da die Stoffbreite etwas zu knapp war habe ich jeweils einen Streifen zusätzlich seitlich angenäht.
Um das Volumen eines KuFa Quilts etwas zu optimieren, habe ich in Lagen gearbeitet. Eine Lage mit dem Primaloft links anstoßend und eine Lage rechts anstoßend. Somit ist der Rand vom Quilt auf beiden Seiten dünner als in der Mitte. Da der Rand zwischen mir und Matte gestopft wird, habe ich angenommen, dass die Dicke keine Rolle spielt. Und so war es auch. Wichtig war für mich die Extraweite, damit ich was zum stopfen hatte. Dass diese einlagig gefüllt war, ist eher vorteilhaft.
Da der Quilt für Temperaturen bis unter dem Gefrierpunkt gedacht ist und ich ab der Hüfte leicht friere, gab es noch eine dritte Lage Primaloft, die ich als zweite Lage auf eines der beiden vorbereiteten Teile genäht habe. Man sieht hier auch gut die Stütznähte, die ich ca. alle 30-40 cm gesetzt habe.
Anprobe: Das ist der Teil, den man sich mit etwas mehr Vorbereitung vielleicht sparen kann. Ich fand es im Nachinein sehr gut, so vorgegangen zu sein. Denn durch die Stütznähte sind die effektive Breite und Länge geschrumpft. Mein Mann hat mich fotografiert und gefilmt, wie ich ich Quilt durch meine Lieblingspositionen rotiere. So habe ich nun einen Quilt, bei dem ich die Beine in der Seitlage anziehen kann, ohne dass es am Rücken kalt wird. Und ich kann meine Beine strecken, ohne dass meine Schultern kalt werden. 
Fußteil und gefütterter Kragen: irgendjemand hier (oder im Blauen) schrieb, das rechteckige Fußteile ein pain in the ass sind und er nur noch runde / ovale (?) Formen nähen wird. Ich ignorierte diesen Hinweis und komme nach etwas Lehrgeld in Form von Nerven zum gleichen Schluss: Das nächste Mal wirds oval oder rund.
Gefütterter Kragen mit Druckknopfverschluss:
Den Beginn der Fußbox habe ich mit einem Stück Gurtband abgesichert, dass absichtlich in der Mitte nicht auf Zug genäht ist.
Die Schnur des Kragens habe ich etwas zur Seite verlegt, damit sie nicht direkt am Kinn anliegt.
Was hat funktioniert oder könnte noch optimiert werden:
- Der Druckknopf für den Kragen, ein Cam Snap, sitzt viel zu fest. Bei einer nächtlichen Pinkelpause oder Hitzewallung wird das schnell ungemütlich. Ich überlege mir hier noch Laschen anzunähen, die ich auch mit Handschuhen gut greifen kann zum Öffnen.
- Die Mattenbefestigung ist gerade so ausreichend für meine Wintermatte, die ich spontan angesichts der Wettervorhersage mitgenommen habe.
- Ich habe die männlichen / weiblichen Teile der Wafer Clips falsch herum angenäht. Das ist mir erst am ersten Abend aufgefallen. Kein Problem, man kann so ein Gummiband gut drehen, aber es war etwas friemelig.
- Wie bekomme ich einen Quilt mit der Wärmekapazität und den Maßen hin mit maximal 800g?

Temperatureinschätzung: vergleichbar mit meinem EE -20F Daunenquilt. Möglicherweise einen Tacken wärmer. Die Einschätzung ist natürlich hoch subjektiv. Ich hatte im Vergleich zum Vorjahr ...
- ein anderes Zelt (besser belüftet): Tarptent Rainbow Double Li mit Liner statt Durston Xmid Solid
- eine andere Matte (möglicherweise vergleichbar): Exped Ultra 6.5 R rechteckig statt TAR Xtherm Mummy
- die Temperaturen waren kälter & trockener: bis auf eine Nacht im Wald immer Frost auf Vegetation, Zelt innen & außen anstatt um die 5-7°C dafür sehr feucht in den Vorjahren
- Ich hatte daher auch mehr Schlafkleidung an: zusätzlich ein Netzhemd von Brynje und mein Multi-Kleidungsstück (=MUT) 19in1 das ich als Schlauch von den Rippen bis Mitte Oberschenkel getragen habe.
Ich bin wirklich sehr verfroren, sobald ich nicht mehr in Bewegung bin. Hier meine kompletten Lagen. Ich hatte fast alles an, was ich dabei hatte, auch den Großteil meiner Tagesklamotten.
Brynje Langarm Netzshirt, Liod Langarm Shirt dünne Qualität, OR Echo Sun Hoody, Liod Zip Shirt mit Kragen (etwas dickere Qualität), Windjacke (geht über die Hüften), Apexjacke, Balaclava, Tages-Buff, plus gefalteter Buff als Kopfband und Schlafmaske (weil es nur zwischen 11 und 4 Uhr dunkel war). Dünne Liodhose, Windhose, Apexhose, "MUT 19 in 1" als Rock. Wollpower Socken. Fleecesocken. Alpha 60 Shirt um die Fuße gewickelt, darin eine Nalgene 500ml mit heißem Wasser. Regenjacke außen auf den Quilt über die Fußbox. Dünne Liod Handschuhe. Das einzige was ich nachts nicht getragen habe war meine Regenhose, die Tageshose und meine Dexshell Socken.
So gesehen bin ich mit meine Packliste zufrieden. Mir war beim Einschlafen leicht fröstelig. Beim Hinlegen regelt mein Körper immer deutlich herunter aber das reguliert sich innerhalb der nächsten 30-45 Minuten. Gegen 3-4 Uhr hatte ich meine den Wechseljahren verdankende Hitze Wallung gefolgt von Frösteln. Aber durch die hydrophoben Lagen in Körpernähe lag ich nie lange in meinem eigenen Saft und konnte schnell wieder einschlafen. Mein Quilt war oberflächlich feucht, wie alles in meinem Zelt durch die Kondensation (als Frost), aber im Gegensatz zur Daune nie Millimeter platt (wie in den Vorjahren geschehen).
Also alles in allem: ich bin sehr froh den Quilt genäht zu haben und ihn dabei gehabt zu haben.