Hygiene auf der Tour

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  • Deo vs. Körperwaschung - relativ egal, man stinkt halt mehr oder weniger?

    Klopapier vs. Wasserspritze - ich denke die Wasserspritze ist die sauberere Lösung. Alternativ ein feuchtes Toilettenpapier - der Sauberkeit wird damit hinlänglich genüge getan, aber es ist schwerer?

    Ist der Schutz vor pathogenen "Keimen", zb durch Handdesinfektion, auf Tour nötig? Reicht nicht auch einfachstes Händewaschen? Wie könnte man diesen eventuellen Bedarf minimieren?

    Ist das überhaupt nötig, wenn man auf Tour zivilisatorischen Einrichtungen, wie Toilettenanlagen, oder auch einfach nur typische Griffflächen, meidet?

    Oder hat man diese pathogene eh schon von Zuhause mit genommen?

    Was lässt sich als Prophylaxe anwenden, damit es auf Tour unwichtiger sein wird?


    Was ist eure Strategie?

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Ich wasche mir die Pfoten wenn ich zufällig an entsprechenden zivilisatorischen Einrichtungen (Gaststätte, Café, etc.) vorbei komme und diese auch genutzt habe. Das kommt aber eher selten vor. Ansonsten werden die Hände nach dem "blastern" mit einem Tropfen Dr. Bronners und etwas Wasser gereinigt. Bisher keine gesundheitliche Probleme (bei mir).

  • Ganz so einfach wird sich das, wie so oft nicht beantworten lassen.

    Es hängt stark davon ab wie viel Wasser auf der Tour zur Verfügung steht, wie Zivilisationsnah bzw. fern man unterwegs ist oder ob man feste Unterkünfte bewusst ansteuert oder eben meidet usw.

  • Hundertprozentig ist nichts - da geht es mal wieder um Wahrscheinlichkeiten. Was mute ich mir und meinem Körper/ meinem Wohlbefinden zu, was dem von anderen.

    Solange ich nur mich und meine Keime durch die Gegend trage: die kennt mein Immunsystem. Da reichen mir Wasser, ggf Feuchttuch, Katzenwäsche am Bach. Sobald anderes / andere dazukommen, kann es ungemütlich werden. Sei es die dicke Erkältung des Zugnachbars auf der Anreise (Maske aufsetzen, wenn ich daran gedacht habe, eine einzustecken). Auf US- Trails (und wo viele Menschen zusammenkommen): wegen Norovirus alle Fäkal-Nahrung- Kontaminierung verhindern: nie Hand schütteln - Fistbump. Nie jemandem bei angebotenem Teilen von Trailmix in die Tüte greifen, sondern auf die Hand schütten. Wenn eine Toilette benutzt - Desinfektionsmittel auf die Hände. Wenn Wasser und Seife nicht möglich sind. Sowas halt.

    Und vor der Rückfahrt in Öffis nach Möglichkeit irgendwo „entstinken“.

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Hygiene (im Sinne der bundesdeutschen Haushaltshygiene) wird überbewertet - mit (in Grenzen) Ausnahme bei Lebensmitteln.

    Po/Intimbereich - sauber abwischen und hin und wieder feucht abwischen. Wichtiger ist, das die Hautpartien nicht dauerfeucht werden, weil das die Haut anfällig für Infektionen macht.

    Lebensmittelhygiene - schon eher relevant. Die alte Regel lautet: "cook it, peel it, (dry it, s.u.) or forget it". Wenn dazu noch etwas gesunder Menschenverstand kommt bist du erstmal auf der sichereren Seite. Da kommt es stark auf die Lufttrockenheit und Temperatur an. Fleisch in der Steppe hält sich problemlos eine Woche, wenn es immer wieder an der trockenen Luft hängt, richtig (gefrier)getrocknet weit über ein Jahr - ohne sonstigen Schutz. Als Pemmikan >>1 Jahr.

    Zahnhygiene - wichtig und sollte 2x täglich durchgeführt werden! Zahnweh ist scheiße!

    Sonstige Körperhygiene - immer mal wieder feucht abwischen, um den "Stink" etwas im Griff zu behalten. Trotzdem wirst du nach 5 Wochen unterwegs wie ein Marder oder wie ein Schaf riechen, je nach Alter. Besonders im Sommer, wenn man einen Hut als Sonnenschutz trägt wird es dort heftig.
    Füße immer mal wieder baden (Sand oder Wasser).

    Und nicht zuletzt, es kommt sehr auf die Umgebung an. Wenn feucht(-warm) "keimt" alles schneller, ergo Vorsicht, wenn sehr trocken (kühl oder warm) ist es deutlich entspannter.

    Imho wird dieses Thema massiv'st überstrapaziert, in aller Regel ist es eher ein gefühltes (gerochenes) denn ein reales Problem.

    Ansonsten hat Mittagsfrost das wesentliche gesagt.

    PS. Desinfektion -->Medizin (sonst s. Deo), Deo -->Müll, Seife -->Umweltschutz beachten

    Ich habe schon so viel aus meinen Fehlern gelernt. Ich gedenke noch weitere zu machen.

  • Handdesinfektionsmittel wirkt nicht gegen Norovirus. Also lieber Wasser und Seife nutzen. Auf dem PCT habe ich ein Bidet benutzt und war sehr begeistert davon. Hab das auch (solange es noch warm genug war) genutzt, um abends zu duschen. Das war sehr angenehm nicht so verdreckt und verschwitzt in den Quilt zu klettern wie die anderen. Manchmal hätte ich mir allerdings Klopapier gewünscht. Und zwar immer, wenn es irgendwo ein Klohäuschen gab, das Klopapier aber alle war.

    Deo (Natron mit Maisstärke) würde ich nur auf Trails wie dem Camino mitnehmen, wo man abends in einer Unterkunft übernachtet und duschen kann.

  • Ich denke man muss halt unterscheiden, ob Hygiene:

    1. zur Vorbeugung von Infektionen bei sich und anderen;

    2. für den Komfort bei sich und anderen (Geruch, fettige Haare etc.).

    Ersteres halte ich für unabdingbar, sprich Händewaschen, Zähneputzen, verantwortliche Nummer 2, und was caficon ansonsten gut zusammengefasst hat. Aber auch Vorbeugung vom "Wolf" durch Scheuern an verschiedenen Stellen, das ist aber schon wieder ziemlich individuell (Behaarung, Schweißproduktion etc.).

    Letzteres ist halt ziemlich individuell und hat auch mit den Gewohnheiten und Vorlieben außerhalb des Trails zu tun (jeden Tag duschen? Seife oder no poo? Deo oder nicht? Knoblauchliebhaber? Etc. pp.).

    Und möchte nur noch mal betonen, dass (gezielte) Hygiene und Stärkung des Immunsystems kein Entweder-Oder sind, sondern sich ergänzen.

    Einmal editiert, zuletzt von Jan234 (4. April 2026 um 11:26) aus folgendem Grund: Unnötiger Vergleich

  • Bisher ist es mir immer gelungen für den Abend eine Körperwäsche zu organisieren. Der Liter Wasser wird halt getragen - fertig.

    Ich benutze einen Baumwollappen /Waschhandschuh aus dem Haushalt und feuchtes Toilettenpapier (getrocknet) oder diese Waschtabletten aus dem Pflegebereich.

    Den Waschlappen kann ich auskochen und zwischendrin mit ein paar Tropfen Chlorbleiche desinfizieren. Das geht auch über Monate.

  • Bisher ist es mir immer gelungen für den Abend eine Körperwäsche zu organisieren. Der Liter Wasser wird halt getragen - fertig.

    1 Liter Wasser tragen nur für die Körperpflege? Das mache ich höchstens für kurze Strecken (abends bis zur Lagerstelle). Sonst verstieße das gegen meine UL-Prinzipien :D

    Ansonsten nutze ich getragenes Wasser nur beim Zähneputzen (minimale Menge). Den Toilettengang (nutze ein Bidet) versuche ich so zu timen, dass ich relativ nahe an einer Wasserquelle bin (aber natürlich auch weit genug entfernt) - da brauche ich dann auch kein gefiltertes/behandeltes Wasser.

    Körperwäsche mit Wasser je nach Gelegenheit und Bedarf, ebenso nahe einer Wasserquelle (kann auch eine öffentliche Toilette sein). Da reicht ein Liter völlig aus.

  • Ist der Schutz vor pathogenen "Keimen", zb durch Handdesinfektion, auf Tour nötig? Reicht nicht auch einfachstes Händewaschen? Wie könnte man diesen eventuellen Bedarf minimieren?

    Ich bin team feuchtes tp u hab eh desi im minidropper dabei. Ich desinfiziere nach bedarf die fingertipps der wischwand.

    Händewaschen mit seife wenn waschbecken da. Ansonsten ohne seife (hab ich eh nicht dabei) mal an quelle/ wasserstelle um physische verschmutzungen loszuwerden.

    Waschen an den neuralischen stellen (schritt, achseln, gesicht) wenn die gelegenheit es ergibt (cafe oder bach) oder es das wohlbefinden es erfordert. Bzw gerade im schritt abends mittlerweile babywipedusche - weil wolfempfänglich. Mit dem "restlichen" tuch mach ich die füsse sauber (blasen/wundestellenprävention).


    Generell ist hygiene on trail in der reihenfolge1. um das laufen nicht zu behindern (füsse, schritt sauber, zähneputzen), 2. Körperl. Wohlbefinden sicher zustellen (gesichtwaschen, weil krieg iwann aua-pickel) oder emotional-soz. Wohlbefinden sicher zustellen (manchmal vor towndays beine, gesicht sauber ubd etwas entstinken) erst an dritter stelle kommt die konvention - der glaube iwie einen sauberschein aufrecht zu erhalten...

    (Langstreckenhygien. U100km trails nur zähneputzen :D)

  • Mein minimal Prinzip:

    Waschlappen ( nutze 1 für die obere Körperhälfte, 1 für die untere ) an natürlicher Wasserquelle oder öffentlicher Toilette nass machen und in Plastiktüte einpacken. Das möglichst kurz bevor ich mir einen Platz zum Zelten suche oder weit vorher, falls das vorhanden sein einer Wasser Quelle nicht sichergestellt ist. Reicht auf jeden Fall zum sauberer Fühlen. Baden/ Waschen an Bach, See oder Meer ist natürlicher schöner...

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