Beiträge von extremspaziergaenger

    Ist der Schutz vor pathogenen "Keimen", zb durch Handdesinfektion, auf Tour nötig? Reicht nicht auch einfachstes Händewaschen? Wie könnte man diesen eventuellen Bedarf minimieren?

    Ich bin team feuchtes tp u hab eh desi im minidropper dabei. Ich desinfiziere nach bedarf die fingertipps der wischwand.

    Händewaschen mit seife wenn waschbecken da. Ansonsten ohne seife (hab ich eh nicht dabei) mal an quelle/ wasserstelle um physische verschmutzungen loszuwerden.

    Waschen an den neuralischen stellen (schritt, achseln, gesicht) wenn die gelegenheit es ergibt (cafe oder bach) oder es das wohlbefinden es erfordert. Bzw gerade im schritt abends mittlerweile babywipedusche - weil wolfempfänglich. Mit dem "restlichen" tuch mach ich die füsse sauber (blasen/wundestellenprävention).


    Generell ist hygiene on trail in der reihenfolge1. um das laufen nicht zu behindern (füsse, schritt sauber, zähneputzen), 2. Körperl. Wohlbefinden sicher zustellen (gesichtwaschen, weil krieg iwann aua-pickel) oder emotional-soz. Wohlbefinden sicher zustellen (manchmal vor towndays beine, gesicht sauber ubd etwas entstinken) erst an dritter stelle kommt die konvention - der glaube iwie einen sauberschein aufrecht zu erhalten...

    (Langstreckenhygien. U100km trails nur zähneputzen :D)

    Meine UL Lifehacks:

    • Mehr Minimalismus im Alltag (Ausser bei Büchern😊)
    • Bewussterer Konsum (weil Haltung "Brauch ich das wirklich?")
    • Immer ein paar Yumyums in der Outdoorschublade - falls ich verpeilt habe einzukaufen ;)
    • Mehr Running-Shorts und Langarmhend im Alltag tragen (HikertrashUniform galore!)
    • Mehr Strechting, Fittness im Alltag, damit ich Verletzungsfrei meine Trails machen kann - das Alter🙄
    • Mehr Improvisationstalent beim Kochen mit wenig Utensilien (gut für Camping und schlecht ausgestattet FeWos)
    • Mit wenig Reisegepäck gut klar kommen
    • Als Haltung sicherlich auch: das was da ist wertzuschätzen (weil das wenige eben reicht, mehr noch, es erleichterr den rest)

    Die dünnen PETs kann man nahezu beliebig oft (50+) „platt machen“ und ggf. auch aufrollen,

    Was die 1.5er PET Flaschen ggf zu einem super"Wassersack" macht, der auch noch leichter ist, als die leicheste Bladderoption. Doof ist nur dass das PET-Material so knisterig ist, weil ich sie damit nicht mehr als Kopfkissen nutzen kann/ will.

    Naja, aber meine Platy hat mir den "gefallen" getan letzte season kaputt zugehen und damlt kann ich auch ma mit der "1.5l PET-Bladder-Falsche" (auch als Kopfkissen 🤪) experimentieren. Lol

    Ich bin aber auch oft länger als einen Monat unterwegs. Da ändern sich die Bedingungen. Von der Faltmatte bis zum Multitool bin ich dabei, inkl. dritter Unterhose.

    relativieren sich auf der Langstrecke nicht manche "fears" und andere treten dafür hinzu?

    Die "Nassefüsse/-socken-Fear" ist (m)ein 'Langstreckenproblem', auf der Kurzstrecke (weekender) ist mir das recht wumpe. Klopi ist eher zu ne Kurzstrecken-fear, weil ich oft genug einfach meinen Ditty ohne tp fürn Weekender eingepackt hab und klar ist ich muss/ will gar nicht für tp orga einkehren oder gar welches (feuchtes) extra einkaufen gehen, auf der Langstrecke, c'mon, einzwei Klogänge musste improvisieren, aber der tp-resupp kommt wieder, genau so wie das toi-biz😅 - aber klar hängt ab von der Wanderregion

    Auf dem Hexatrek, Alpensection hab ich mir tatsache noch ne Regenjacke in Chamonix gekauft weil ich nach der ahälfte der Alpen dann doch dachte, nur mit awindbreaker, Schirm und Wetterapp ist vllt irgendwas zw. Gewagt und stupid light😅

    Die "Nassfüsse-Angst" hat mittlerweile zum dritten Paar Socken geführt. Ich habe mir bereits auf zwei Thruhikes meine Füsse durch nasse, dreckige Socken wundgelaufen. Zwei, statt ein Paar, Wechselsocken (plus 80ish gr) fühlen sich mental sehr entlastend an, va weil ich weiss dass es auch iwie mit zwei geht (eben mehr schlecht als recht).

    Zuviel Klopapier😅. Ich pack manchmal klopi für n ganzen thru ein- oder für durchfall.

    Manchmal verbündet sich meine bereits überwundene "verhungerungsangst" mit meinem hikerhunger - und am ende kaufe essen für drei tage statt für 40 km bis zum nächsten supermarkt.

    WonderBär die "luma-fear" kenn ich, nur als reale. Ich habe mir zwei lumas auf meinem ersten thru geschrottet - zwar nicht so, dass sie irreperabel waren, aber so kaputte, dass die nächte kürzer, unbequemer und aufwendiger wurden, das hat (1) dazu geführt das ich dato die letzten 300k mit ZLite gemacht habe und va (2) von polycryo auf tywek gewechselt bin - ich würde aber mittlerweile sagen, dass es eher bequemlichkeit ist, 60gr mehr und ich muss den schlafplatz nicht akribisch absuchen ^^ - also weiss ich nicht wo ich für mich einsortiere😅

    Der UL Abreisskalenderspruch schlechtin ist m.E. neben der "Schere im Kopf" eben jenes "Don't pack yr fears", so sinnvoll er als Reflexionstool sein mag, so sehr lädt er auch zum Scheitern an eben jenen Ängsten ein, weil Ängste oder Sorgen und Befürchtungen lassen sich nunmal nicht einfach so ausladen. Selbst fortwährende Reflexion oder konfrontationstherapeutische Selbtsversuche - ob gewollt oder unfreiwillig- führen nicht immer dazu, dienkndividuellen "fears" aus der Psycholighterpackliste zu streichen.

    Spannend finde weniger welche "fears" ihr erfolgreich überwunden habt, sondern vielmehr welche "fears" tragt ihr weiterhin mit euch rum - egal ob baseweight oder consumerables?

    Haut mals raus. Ich freu mich:)

    Kennt jemand von euch einen sinnvollen Kalorienrechner?

    Bauchgefühl und (Hiker)Hunger! ^^ okay im ernst. Wofür genau wird der gebraucht? Geht es um kcal Bedarf? Geht es um Kalkulation Tagesrationen? Einkaufsplanung?

    Unabhängig davon - Kalorienzähler haben einen Nachteil, sie berücksichtigen eben nur vorkonfigurierte kcal-Standardwerte - viel wichtiger ist m.e. das individuelle Hungergefühl bzw. der "ganzheitliche Bedarf" dh auch psychofaktoren oder emotionale Befindlichkeiten. Ich z.b hab lange Zeit "Verhungerungsangst" gehabt und musste erstmal meinenm Kopf klar machen, dass passiert schon nicht (auch wenn es kein/ wenig essen mehr im Rucksack hat). Ich snack alleine on trail manchmal auch aus langeweile/ beschäftigungslosigkeit - obwohl ich keinen Hunger habe ("snacketit").

    Also was brauche jenseits der standard kcals - was braucht meine Angst/Unsicherheit, was brauchen meine Essengelüste usw. - das berechnen Kcal- Rechner nicht, das lohnt sich aber selber rauszufinden :)

    GirlOnTrail Danke Dir!❤️

    War mit Shelter unterweg. 150gr flat tarp von wild sky gear plus etwas abspannleinen und 6 heringen - und ja bis potsdam auch ohne inner - ab da haben dann die mücken gesiegt und ich hab mir ein sts nano bugshelter geholt (80gr) - indoor nur in Freiberg gepennt und die beiden zeros in berlin ;)

    Er trägt auch meistens nicht viel Wasser mit sich rum

    0.75l meist right. Und das mit der Pfütze war immerhin ein Entwässerungsgraben😄 - pfützen meist zu krümmelig 8o Dazu gibts doch auch den tollen "wie viel Wasser tragen macht sinn" den micha90 mal eröffnet hat.


    GirlOnTrail packliste in videoform (auf dem OT hatte ich fast das gleiche dabei 😉)

    Ist jemand mit Einweg-Poncho unterwegs? Unter welchen Bedingungen?

    extremspaziergaenger , hab ich das richtig gesehen, dass Du bei Deinem Ost-Thru so einen dabei hattest?

    ja war ich. die leidige Frage nach der Regenbekleidung - eine stetige Begleitung:S

    Bin wieder mit einwegponcho unterwegs - esi ist so geil und doof wie es eben mit den dingern ist:; topp belüftung, handling, k.i.s.s., sie sind leicht, billig, (fast) jederzeit gut zu ersetzen, mini packmaß (1 eus für 40 gr) - ein UL Traum. deshalb habe ich einen ;)

    EIn Alptraum bei Wind - und zum Anziehen bei Wind (so geschehen auf den NST Strand Kilometern dieses Jahr) ; Haltbarkeit fürn A*sch (ja, kannste kleben oder eben wegwerfen); anziehen schwierig, eben weil nicht stabil - ein fortwährendes Achtsamkeitstraining, nicht hängen zu bleiben und den kaputt zumachen; anziehen bei Nässe schwierig, weil klebt noch mehr aneinander als schwerere Materialien; weil es so klebt bei Nässe, schwieriger zu trocknen m.E. als Silnylon oder DCF, weil aih das kärftige ausschütteln zu Materialschäden führen kann; Regenschutz - naja, was sind die Standards? es hat auf dem zitierten OstThru genau so versagt, wie alles andere was ich bisher auch hatte, 2-4 Stunden Starkregen heißt eben auch sehr nass zu sein (nicht klatschnass, aber eben auch mehr als feucht). die Kapuze ist bei meinem nicht justierbar, was ich als Manko empfinde, habe aber als Kappenträger die mit Gummi am Kappenschirm festgemacht ;)

    Nichtsdestotrotz: Ich bleib beim Poncho - auch bei mehrfachnutzbaren Einwegponcho. Meine Frau hatte einen recht stabilen vor zig Jahren auf dem INT dabei, mehr wie Material aus blauen Müllsäcken, der war etwas schwerer, aber ziemlich robust - sowas suche ich.

    Auf den ersten Kilometern Ost-Thru hat es immer wieder - teilweise Unwetterwarnungsmäßig viel geregnet. Den Poncho nutze ich nicht dafür um Strecke zu machen, sondern nur um von Unterstand zu Unterstand zu kommen - auch bei Starkregen (macht eben nicht so viel Spaß) - dennoch bleibe ich erstma dabei, in Kobi mit Schirm ne Gute Nummer. Ich hatte für den Ostthru nochn ne leichte "Regen"hose von Raidlight (80gr) (eher ne schwere Windhose mit DWR) und den Schirm habe ich mir nach ein paar Tagen und Einsicht bei Rossmann dazugekauft. das hat okay gut geklappt . Die nassen Füße haben mir mehr Probleme gemacht :)

    es fühlt sich immer als widerspruch an, wenn ich das mal jemanden aussenstehenden erzähle.

    Ohjaa... fühl ich direkt. Ich denke das auch immer iwie, krieg manchmal meinen simplen Alltag nicht geregelt, aber n 1000k+Thruhike gewuppt. Aber ich kann, nachdem ich das diesen Sommer zum 4 mal gemacht habe, sagen das ist für mich kein Widerspruch. Ich habe meine Versehrungen in den Alltag soweit integriert, dass die "Thruhiking-Kur" dazugehört und eine Pause/Reha darstellt, die den Rest des off-trail-lebens erst einfacher macht (ich will nicht sagen möglich macht). Das Privileg der Soloselbständigkeit und eines verständigen sozialen Nahfeldes, inklusives der finanziellen Mittel sollen nicht verschwiegen werden.

    Die Einfachheit und Strukturiertheit helfen mir gut mit mir selbst zu sein - die beste Version meiner selbst vllt sogar. Es ist etwas in dem ich Atmen kann, in dem die Schwere tragbarer wird, in dem Probleme bar ihrer meist physiologischen Unmittelbarkeit und der Prekarität ihrer etwaigen Lösungen genau so unmittelbar gelöst werden müssen. Also die Trailstruktur und -anforderungen orientiert mich ins handeln, ins Lösungen finden, depressive Apathie durchbrechen.

    Der Trail entfaltet eine eigentümliche Sogwirkung die mich recht unmittelbar einfängt, der ich mich bereitwillig und unhinterfragt gar unterwerfe. Es mag Tage geben an denen ich keinen Bock habe oder ich mich schwer, antrieblos fühle - das laufen (müssen) stelle ich jedoch nie in frage. Es ist an den zähesten Tagen klar ich laufe, ich laufe auch zu den (selbst)gesteckten (oftmals notwendigen) Zielen des Tages, murrend zwar und zäh kämpfend, aber nie in fragestellend dass gelaufen wird. Ich kämpfe auch nicht dagegen an, geschweige denn dass ich abbrechen möchte oder pausieren. Es ist eigentümlich zwar, aber es fällt mir jetzt erst auf wie selbstverständlich es ist on trail zu laufen egal wie (mental). Eine kraft und eine Selbstverdtändlichkeit, die ich offtrail nicht immer aufbringe(n kann)

    Ich sehe keinen Widerspruch, kann aber die Aussage sehr gut nachvollziehen... danke fürs teilen <3

    Schöner Faden <3 Thx Burarum


    Ich unterscheide hier zw. Lang- und Kurzstrecke:

    Wenn auf Kurzstrecke (weekender, 100ish Km-Touren) Wetter schlecht(er) ist als die Vorhersage bzw. das geplante Wochenende zB regnen soll, geh ich nicht - ich hadere zugeben jedoch lange. Ggf. Mache ich wenn es wo anders besser ist da ne Tour Odenwald statt Hunsrück, oder ändere die Laufrichtung).

    Auf der Langstrecke versuche ich so lange wie geht on trail zu bleiben: Wenn das Wetter nicht gesundheitsgefährend ist - also es den Trail zB zu einem halsbrecherischem macht bzw. die Ausrüstung (im Verbund mir Impro, Zuversicht und Sicherheitsreserven) das hergibt bleibe ich so lange wie möglich on trail. Ggf. wird noch geschaut ob ein paar Annehmlichkeiten eingebaut werden können (von gemütlich Kaffee trinken über ShoppingMall-Chill bis frösteld aber trocken in Unzerständen). Recht selten sitze ich schlechtes Wetter aus... obgleich ich gar nicht so draufstehe.


    Prinzipiell würde ich mich schon als "Schönwetterwanderer" bezeichnen, aber wenn ich auf langstrecke gehe, legt sich ein Schalter um, der da heisst "laufen" - komme was da wolle (so lange ich mich sicher bewegen kann versuche ich zu laufen) chargiert meist dann irgendwo zwischen fun type II und fun type III^^

    Hey wenn Belle France dann lauf doch die 3 Stage vom Hextatrek reverse bei Chateanuef du Rhone nach Les Aupins (unterhalb von Grenoble) - das sind sportliche 220ish km. Mit der Opt-Out-Möglichkeit in Die (120km)

    Anfahrt über die von RaulDuke beschriebene Strecke (Montelimar müsste der TGV-Halt sein). Von Les Aupins mit den Öffis nach Grenoble (btw. m.E. sehr schöne Stadt)

    Stevensonweg In den Cevennen? Tour de Buech? Tour durch den Luberon?

    Es gibt indoor wie outdoor solche Nächte, also erstmal nichts wildes wie ich finde- kenne ich beides. Wenn der Kopf erstmal anfängt zu rattern krieg ich den auch nicht immer eingefangen, ich starte dann entweder komplett neu - das ich zb einfach auch nochmal aufstehe und mir den Sternenhimmel ansehe oder was im Handy lese (nicht bis beste Option wg. Blaulicht), oder in dem ich Podcast höre oder mich auf Gedankenreise begebe (also einfach mir Geschichten, keine Planungssachen oder so, zusammenspinne). Meist schlafe ich dann iwann einfach ein. Wenn nicht akzeptiere ich einfach dass ich nicht einschlafe, konzentriere mich auf meine Atmung oder auf irgendetwas anderes (meist schlafe ich auch dann iwann ein).


    Holt sich der Körper irgendwann seinen Schlaf?

    Bei mir auf jeden Fall ja! Sehr lang und sehr tief meist.

    Nur wie schaffe ich nach einer schlechten Nacht den darauffolgenden Tag? Mittagsruhe oder was habt ihr für Strategien?

    Zucker :) und Koffein :) und Laufen :) Ich selber bin meist stoveless unterwegs, hole mir also, wenn ich Koffein-Doping brauche, ebensolches in der Zivilisation in Form von Espresso oder Club Mate (zur Not auch Cola und im Allergrößten Notfall iein Energydrink). Meist reicht mir aber Zucker morgens (Riegel) und den Kreislauf hochfahren (Loslaufen).

    Meist sind übernächtigt Tage nicht meine besten - aber nur nur wenn der Weg eintönig ist oder ich eh schon sehr erschöpft bin. Ich finde es erstaunlich wie viele Reserven ich noch mobilisieren kann wenn die Landschaft oder der Himmel schön ist, ich nette Menschen treffe oder ich ein Ziel erreichen will (oder muss). Der erschöpften Körper steht manchmal eben ein topfitter Geist zur Seite, der den Körper dann trägt :)

    Selten mache ich auch Powernap - bzw. ich schlafe einfach ein beim Pause machen.

    Oftmals höre ich an solchen Tagen auch einfach früher auf - laufe bis ans Limit und suche mir dann einen Platz und lege mich dann auch sehr früh hin - ist auch schon vorgekommen dass ich Sommers um 18.30 einfach eingepennt bin, weil nix mehr ging.

    Kurz: Lauf einfach los und schaue wie weit du kommst nach einer solchen Nacht. Plane Exits ein, damit du den Stress nicht hast ieinen Spot unbedingt erreichen zu müssen :)

    Keine wirkliche Postkarte von der SHS-Traumschleife "Mittelrhein", vielmehr ein Mitschnitt ;) (ich mache kaum bis gar keine Fotos mehr on trail)

    Dafür ein stereotyper Postkartentext: Wetter traumhaft, Essen lecker, Landschaft zauberhaft rheinromantisch"

    Gestern 15 Kilometer oberhalb Oberwesels im Kreis gelaufen. 400 Höhenmeter rauf und runter via Günderrode Haus, Aussichtspunkt Spitze Stein, Tiergarten oberhalb von Biebernheim, oberhalb des Rheins den Fluss entlang die Loreley im Blick, Bütteplatz - alkoholfreies Radler - wieder zurück zum Günderrodehaus. Schorle. Ubd zurück nach Downtown Oberwesel.

    Das Video von Robert Klink zum Thema Angst und Schlafen im Wald ist zwar schon ein paar Tage alt, aaaber es ist ein Thema das mich und Stockmann seit etwas Zeit herumtreibt - ich spreche hier nur in meinem Namen, aber die Fragen oder Erfahrungen von uns beiden rund um das Thema alleine Nachts im Wald schlafen waren ähnlich. Kein "YEAH! Ganz Alleine! Nachts im Stockdunkeln! Im Wald!", sondern ein... "Naja gehört wohl irgendwie dazu"

    Das Video greift für mich den Faden von anderer Stelle noch auf? Wie waren denn meine ersten Outdoor-Nächte? Hatte ich Angst im Wald? Vor was? Wie war meine "Outdoor-Schlafentwicklung"?

    Eine 180 Wendung wars in der Rückschau betrachtet:

    Zu beginn meiner Outdoorkarriere hat mich der dunkle Wald gegruselt und geänstigt - das Unbekannte und Ungewohnte, eine blühende Phantasie waren dabei nicht hilfreich. Ich habe auf Wiesen und Feldern geschlafen (zum Preis eines Wiesenkodensgesättigten Setups am nächsten Morgen.). Irgendwie dieses archaische, ich kann die Weite im Blick halten (nachts- lol). Habe mich an irgendwann an den Waldrand getraut. Zuerst auf die Wiesenseite, dann auf die Waldseite. Zuerst habe ich aber auch bewusst in den dunklen Wald reingestarrt, von der "hellen" Wiesenseite aus... habe in mein Unwohlsein, meinen Grusel, meine Angst reingehorcht und habe sie befragt. Ich habe meist sehr diffuse Antworten bekommen, wie das bei irrationalen Gefühlen häufig so ist - weil, soviel wusste ich dato, die realen Gefahren im nächtlichen Wald sind überschaubar. Ich habe mich in lichten Wäldern ausprobiert, bin weiter vom Waldrand weg - ihn aber noch in Sichtweite. Ich habe mit Overnightern angefangen. Ich habe immer ne Schnippe mehr draufgelegt. Und irgendwann bin ich in dichten Fichtendickungen verschwunden in denen die Hand nicht mehr vor Augen zusehen ist (das ist schon auch sehr seltsam, so gar nichts zu sehen - ist nicht sooo kool. )

    Ich Habe zuerst mit Rundumgeschlossenen Zelten/ Tarps, die Nacht ausgeschlossen - Buff über den Augen hat genauso geholfen. Die Geräusche habe ich mit Oropax ausgesperrt. Podcasts und schöne Gedanken zum einschlafen, auch gut. Hikersmidnight war ein Segen für mich. Einschlafen in sommerlicher Helle, der dunkle Wald nur zum Pinkeln... Ich dann habe angefangen mich mit Waldgeräuschen auseinander zusetzen usw. damit ich bestimmte Geräusche verorten kann. Ich kann mich an eine Tour erinnern, wo ich schon an die 40k gelaufen bin und Pennspot mir schon im Dämmerlicht gruselig aussah, also bin ich total fertig weiter in die Dämmerung gelaufen - doppelhorror, damals.

    Irgendwann mit dem Randtasten war es i.O. - jetzt schlaf ich über all im Wald wo ich einen Platz finde, wo es den Wetterbedingungen gemäß am besten ist - überall. Meine Angst spricht bei der Pennplatzwahl nicht mehr mit.

    Was ich dennoch - zum Glück irgendwie - nicht in den Griff bekommen ist meine Phantasie Nachts im Wald - kalte gefrorene schneelose Winterwälder mit Nebelwaber inspirieren mich zu Zombiegemetzteln, die sich sehr real anfühlen. Genaso wie andere Horrorgerne gerne mal ihre Bilder eiskalt über meinen Rücken laufen lassen - das witzige ist: ich schaue keine Horrorfilme!


    Wie ist es bei Euch? Habt Ihr euch den Schlaf im Wald antrainiert? Ist es immer noch ein Übel das genau wie Tütensuppen dazugehört? Erzählt mal Euren weg in den Waldschlaf - finde ich spannend.