Zelt wintersturmtauglich schließen ohne Reißverschluss?

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  • Für ein MYOG Zelt das wiintersturmtauglich sein soll überlege ich wie ich das Türloch ohne Reißverschluss verschließen könnte.
    Mir ist schon mal ein RV im gar nicht so heftigen Wind unterwegs kaputt gegangen, es war einer 5er YKK, also nicht unterdimensioniert. Es gab auch Zugentlastung. Auch gabs im Winter bei Minusgraden und hoher Luftfeuchte schon Probleme mit Vereisung, trotz Abdeckleiste. Wenn der RV funktioniert ist er natürlich unschlagbar bequem, aber wehe wenn nicht und es ist grade Extremwetter auf langer Wintertour ...

    Deshalb statt RV:

    • Klettverschluss auf ganzer Länge oder partiell
    • überlappend gespanntes Türmaterial evtl. mit Fixpunkten aus Klett oder Magnete
    • irgendeine Schnürung
    • Magnete, Camsnaps (wohl eher keine sichere Möglichkeit?)
    • ... ???

    Gewicht soll bei der Überlegung erst mal keine Rolle spielen, zunächst hat vielleicht jemand hier noch andere bessere Ideen?
    Das Zelt soll klassisch mit zwei Trekkingstöcken aufzustellen sein, mit zwei Apsiden, Schneestreifen unten, Sturmabspannungen, etc. Also keine Kuppel, Tunnel, Geodät, o.ä.

    Und jeder der im Winter bei Sturm und Neuschnee schon im Zelt gelegen hat weiß selbst das der Schnee auch durch die kleinen Ritzen reigewirbelt wird. Ist nix schlimmes aber schön wenns nicht durch den Verschluss rein kommt :)

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

    Einmal editiert, zuletzt von Old School (5. Februar 2026 um 13:01)

  • Old School 5. Februar 2026 um 12:59

    Hat den Titel des Themas von „Zelt wintersturmtauglich schließen ohne Reisverschluss?“ zu „Zelt wintersturmtauglich schließen ohne Reißverschluss?“ geändert.
  • Klett würde auch vereisen und unbrauchbar. Meiner Erfahrung nach sogar schneller als RVs.

    Üblerlappungen, Magnete und Co. traue ich keinen Wind zu.

    Kamsnaps sind zu fummelig mit Handschuhen.

    Aber es gibt eine Möglichkeit! Wird in Fachkreisen "Poperze" genannt.

    Ich hab mich bei meinem Winterzeit allerdings dagegen entschieden. Das rein und raus klettern scheint mir doch recht umständlich zu sein.

    mfg

    der Ray

  • Die Überlappungen aus Hypalon (?) haben bisher ganz gut funktioniert. Ich denke, ohne wird es schwierig.

    Zusätzlich sprühe ich den RV mit Silikonspray ein.

    Ob ein Trekkingstockzelt bei möglicher Schneelast einen Vorteil bietet, da müsste man mal vergleichen. Gut abspannen wird man es wohl müssen, was viele und lange, bzw. schwere Heringe erfordert.

  • Aber es gibt eine Möglichkeit! Wird in Fachkreisen "Poperze" genannt.

    Diese Bezeichnung kannte ich bisher nicht, wieder as gelernt, danke, wie du sagst, ist eine Möglichkeit, natürlich fummelig beim rein- und raus krabbeln. Kann man auch nur bedingt glatt spannen und flattert bei Wind sicher viel rum und macht Extralärm ...

    Die Überlappungen aus Hypalon (?)

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    als verstärkte Abdeckleiste für einen RV? Oder als Überlappung ohne RV?

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Die Überlappungen aus Hypalon (?)

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    als verstärkte Abdeckleiste für einen RV? Oder als Überlappung ohne RV?


    Als Überlappung für den RV. Ich würde es laienhaft als "Anhängerplane" oder "dünne Lkw-Plane" bezeichnen. Z. B. Hilleberg hat das über den RV. Es ist glatt und ausreichend steif. Evtl gehen auch Reste aus einem alten Packsack oder ähnliches.

    Wirst du dann doppelte Türen (Mesh/Gewebe) in das IZ nähen? Oder einfach ein richtiges geschlossenes Solid ohne Mesh, rein für die kalte Jahreszeit und Schnee?

  • Ich denke, dass gerade im Schneesturm nichts so gut abdichtet wie ein RV. Mit Magnet, Camsnap etc würde ich erst gar nicht anfangen. Wenn du sowieso zwei Eingänge planst, dann würde ich die mit RV machen und es so planen, dass wenn ein RV ausfällt, das Zelt immer noch dicht verschlossen werden kann. In diesem Fall könnte man vielleicht die Apside so überlappen, dass das Zelt immernoch halbwegs verschlossen ist.

    Bei meinem Winterzelt habe ich aus Sicherheitsgründen 7C verwendet. Das ist aber auch wirklich schwer. Und ich habe 3 RV-Schieber eingesetzt, dass ich im Notfall noch einen als Ersatz habe und das Zelt trotzdem noch verschließbar ist, ohne dass ich vor Ort anfangen muss, rumzubasteln.

  • Mir ist schon mal ein RV im gar nicht so heftigen Wind unterwegs kaputt gegangen, es war einer 5er YKK, also nicht unterdimensioniert. Es gab auch Zugentlastung.

    Schmalere Spiralreißverschlüsse haben eine geringere Haltekraft, es sei denn wir sprechen von der Größe 10. :)
    Ich würde bei höheren Zugkräften und Vereisungsgefahr eher Zahnreißverschlüsse wählen. Ich erinnere mich, dass an meinem alten Keron aus den 80ern ein dicker YKK Fischerei-Reißverschluss eingenäht ist. Der Reißverschluss-Schlitten sprengte jeden Anflug von Vereisung.

  • Mir ist schon mal ein RV im gar nicht so heftigen Wind unterwegs kaputt gegangen, es war einer 5er YKK, also nicht unterdimensioniert. Es gab auch Zugentlastung.

    Schmalere Spiralreißverschlüsse haben eine geringere Haltekraft, es sei denn wir sprechen von der Größe 10. :)
    Ich würde bei höheren Zugkräften und Vereisungsgefahr eher Zahnreißverschlüsse wählen. Ich erinnere mich, dass an meinem alten Keron aus den 80ern ein dicker YKK Fischerei-Reißverschluss eingenäht ist. Der Reißverschluss-Schlitten sprengte jeden Anflug von Vereisung.

    Ähnlich an meinem Barents Arctic Polar: Ich weiß nicht, was das für eine Größe ist, aber bei Vereisung kann ich da mit voller Körperkraft dran rumreißen und "enteisen" ohne das Geringste Gefühl von Sorge. Gewisse Anwendungsbereiche sind einfach nicht für flimmsige Dinge gemacht.

    Die "Poperze" hatte ich mal beim Slingfin Windsaber der 1. Generation. Klar, ist etwas fummelig aber dafür auch wartungsfrei und quasi unzerstörbar. Da du die Poperze ja von innen mit einem Kordelzug zusammen ziehst, wird das bei richtiger Bemessung schon stramm. Bzw. hängt da zumindest kein extra Material flatternd rum.

    Ich habe solche Eingänge schon an den Antarktis Pyramiden Zelten gesehen.

  • Es ist zwar umständlich und wenig komfortabel durch so eine Poperze zu kriechen, aber im Schneesturm ist das die Lösung bei der am wenigsten Schnee ins Innere gelangt.

    Habe zwar selbst keine große Erfahrung damit, aber bei den Expeditionsbunkern ende der 90er gehörte so ein Eingang zum guten Ton wenn ich mich recht erinnere.

  • Über welche Zeltform redest Du oder ist diese sekundär?

    Ist für diese Frage erst mal sekundär. Soll aber entweder eine sechseckige Pyramide oder in Richtung Stratospere 2 gehen, auch ne abgewandelte Dackelgarage ist ok, damit habe ich schon heftigen Sturm abgefeiert ...

    Wirst du dann doppelte Türen (Mesh/Gewebe) in das IZ nähen? Oder einfach ein richtiges geschlossenes Solid ohne Mesh, rein für die kalte Jahreszeit und Schnee?

    Es soll ein reines Winterzelt werden, da gibts für mich kein Mesh und auch kein Inner. Für was im Winter. Kondens gefriert sofort, lässt sich abklopfen.

    Und ich habe 3 RV-Schieber eingesetzt,

    Das ist ne gute Idee. 2 Schieber auf jeden Fall um von oben und unten ziehen zu können, gerade von oben auch zur zusätzlichen Belüftung gut.
    Aber ist bei 3 Zippern nicht einer immer irgendwie im Weg?

    Ich würde bei höheren Zugkräften und Vereisungsgefahr eher Zahnreißverschlüsse wählen.

    Und auch an Bohnenbub
    Habe mit ZahnRVs keine Erfahrung. Ist es bei denen nicht so das wenn ein Zahn rausreißt der Schieber nicht mehr drüber läuft?

    Da du die Poperze ja von innen mit einem Kordelzug zusammen ziehst, wird das bei richtiger Bemessung schon stramm. Bzw. hängt da zumindest kein extra Material flatternd rum.

    Es ist zwar umständlich und wenig komfortabel durch so eine Poperze zu kriechen, aber im Schneesturm ist das die Lösung bei der am wenigsten Schnee ins Innere gelangt.

    Irgendwie gefällt mit diese Poperze immer besser :) Und noch bin ich ja nichtin dem Alter das ich da nichtmehr durch komme ohne jedes Mal das Zelt "abzubauen" :D

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Poperze ...

    Wie wird das überhaupt ausgesprochen?
    Ist das eine Poperze, eine Po-perze, Pop-erze oder eine Poper-ze ??
    :P

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Das ist ne gute Idee. 2 Schieber auf jeden Fall um von oben und unten ziehen zu können, gerade von oben auch zur zusätzlichen Belüftung gut.
    Aber ist bei 3 Zippern nicht einer immer irgendwie im Weg?

    Du machst einfach noch einen zusätzlichen Schieber gaaaaanz oben hin. Den kannst du dann benutzen wenn die unteren ausgefallen sind.

    Schnürzugeingang ist ausfallsicher uns schön Low Tech.

    Aber wie wäre es denn mit einem überlappenden Eingang a la Duplex. Da machst du noch zusätzlich deinen Reißverschluss rein und stehst dann bei Ausfall desselben nicht ganz im Regen da.

    Es soll ein reines Winterzelt werden, da gibts für mich kein Mesh und auch kein Inner. Für was im Winter. Kondens gefriert sofort, lässt sich abklopfen.

    Eine zusätzliche Luftschicht zwischen outer und inner isoliert aber gar nicht mal so schlecht.

    Weil es gerade so schön hierher passt:

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  • Das ist ne gute Idee. 2 Schieber auf jeden Fall um von oben und unten ziehen zu können, gerade von oben auch zur zusätzlichen Belüftung gut.
    Aber ist bei 3 Zippern nicht einer immer irgendwie im Weg?

    Du machst einfach noch einen zusätzlichen Schieber gaaaaanz oben hin. Den kannst du dann benutzen wenn die unteren ausgefallen sind.

    Genau. Entweder du kriechst durch den Spalt (mache ich auch manchmal, um die Zugentlastung nicht öffnen zu müssen, oder du entfernst den zweiten Schieber und hast dann nur noch einen.

    Es soll ein reines Winterzelt werden, da gibts für mich kein Mesh und auch kein Inner. Für was im Winter. Kondens gefriert sofort, lässt sich abklopfen.

    Oder es klopft sich bei viel Wind von alleine ab und fällt dir beim Schlaf ins Gesicht und auf den Schlafsack :saint:

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