Über die Jahre, Zelte und Tarps habe ich gelernt, dass man nicht alles zu wissenschaftlich und zu genau machen muss. Am Anfang hab ich das auch gemacht. Alles genau berechnet, und durchdacht usw. Heute nähe ich einfach alles mit 75er Rasant, ohne Microtex-Nadel und mit den Stoffen als Verstärkung, die ich gerade da hab. Für die Verstärkungen habe ich schon Zeltboden und auch den eigentlichen Zeltstoff benutzt. Gehalten hat bis heute alles. Die Verstärkungen mache ich heute eckig und nicht mehr rund, weil es einfacher zu Nähen ist. Arbeite heute viel lieber mit Einfassband, als mit doppelten Kappnähten. Eine (doppelte Kapp-)Firstnaht, auf der Regenwasser auch schonmal gerne stehen bleibt, ist nach etlichen Jahren mal undicht geworden. Sonst ist auch alles ohne zusätzliche Abdichtung dicht geblieben. Silnylon nähe ich einfach stur zusammen. Ja, es ist rutschig, aber man muss sich davon auch nicht verrückt machen lassen. Je schneller ich nähe, desto gerader sind die Nähte. Kostet etwas Überwindung, funktioniert aber.
Es macht natürlich super viel Spaß sich über alles Gedanken zu machen und alles so genau wie möglich zu machen. Die meisten dieser Gedanken betreffen Grenzbereiche, in die ich ohnehin nicht komme. Mein 156g-Tarp würde ich nie im Schneesturm aufbauen. Daher ist es egal, ob die Verstärkungen aus Zeltboden, Rucksacklaminat oder Silnylon sind und ob sie eckig oder rund sind und ob sie mit ZickZack- oder Geradstich aufgenäht sind.
Ich bewundere die Detailtreue, die hier einige auffahren, verwende meine Zeit aber inzwischen viel lieber darauf die Nutzbarkeit so gut wie möglich zu entwickeln, denn hier kann ich tatsächlich einen Unterschied erwirken.
mfg
der Ray