Diskussion: Polartec Alpha in kühl-nassen Gefilden

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  • Ihr Lieben,

    ich stehe vor der Anschaffung einiger neuer Midlayer für die Unternehmungen des kommenden Jahres. Und ich möchte gerne die Nutzung von Polartec Alpha (Direct) in kühl-feucht-windigen Einsatz wie Nordskandinavien mit euch besprechen.

    Ich verstehe, dass das Material insbesondere auf dem PCT Kultstatus erlangt hat und auch hierzulande sehr viele in gemäßigten Gegenden darauf schwören. Aber ist das auch die richtige Wahl für Nordskandinavien?

    Eigenschaften Alpha 90

    Vorteile

    • Leicht. Etwa 130g für einen Hoody ohne Taschen und Extras für windstille Wärmeleistung eines etwa doppelt so schweren klassischen Fleece.
    • Sehr atmungsaktiv. D.h. wenn er ohne weitere Lage darüber getragen wird, die die Atmungsaktivität einschränkt, kann der Körper überschüssige Wärme durch Wasserdampf/Schwitzen vergleichsweise gut abtransportieren. Man kann ihn also auch dann noch vergleichsweise komfortabel tragen, wenn er eigentlich zu warm ist, und der Körper beginnt dagegen an zu regulieren, weil die Regulierung anders als bei anderen isolierenden Schichten kaum gehemmt wird.
    • Vergleichsweise schnell trocknend.

    Nachteile

    • Keinerlei Windresistenz. Also die Kehrseite von "Sehr atmungsaktiv" oben. Sobald etwas Wind weht, bläst er die Wärmewirkung weg. D.h. es muss zwingend eine weitere Lage mitgebracht werden: Entweder direkt die Regenjacke (tendenziell sehr geringe Atmungsaktivität). Oder eine zusätzlich mitgetragene Windjacke (durchlässiger – aber ein weiteres Teil im Gepäck). Klassiker wäre so etwas wie Arc'teryx Squamish. Gewicht ca 130g.
    • Frage der Langlebigkeit, Mikroplastik etc. nicht ganz geklärt. Aber ziemlich sicher keine 10+ Jahre wie bei einem klassischen, einfachen Fleece.


    Konkurrenz-Systeme

    Das Gewicht von Alpha Hoody und Windjacke zusammen liegt bei etwa 250-300g. Also in der Größenordnung eines klassischen 100/200er er Fleece.

    Das Gewicht von Alpha Hoody und Windjacke zusammen liegt ziemlich identisch gleichauf mit der Patagonia Nano Air Light Hybrid (ca 290g), die von vielen als Referenz für aktive Isolierung gesehen wird.


    Einsatz in Skandinavien

    Wenn ich mir nun ansehe, wie ich von Sommer bis Herbst in Skandinavien unterwegs bin, kommt der Wunsch den Midlayer anzuziehen primär in zwei Szenarien:

    1. Es ist kalt und regnerisch. Klassiker 7°C, Regen und Wind. Die Regenjacke direkt auf Baselayer getragen kühlt bei kaltem Wind sehr schnell aus. Der Midlayer stellt die nötige Temperaturbarriere bereit.
    2. Es regnet nicht, windet aber. Nur im Baselayer kühle ich im kalten Wind nach einer Weile aus. Zwei Optionen: Regenjacke, Windjacke oder Midlayer über den Baselayer.

    Vergleich: Klassisches Setup vs  Polartec Alpha + Windjacke

    Unter der Regenjacke, in Szenario 1 spielt Atmungsaktivität des Midlayers kaum eine Rolle, da sich unter der Regenjacke ohnehin das Meiste staut. Hier sehe ich konzeptionell keinen Vorteil vom hochatmungsaktiven Alpha gegenüber anderen Midlayern. Außer evtl. das er schneller wieder trocknet.

    Wenn ich in Szenario 2 d.h. wenn kalter Wind weht, Alpha statt klassischem Midlayer über den Baselayer ziehe, hilft der Alpha Layer alleine fast überhaupt nicht, weil der Wind einfach durch geht. D.h. hier braucht es zwingend eine zusätzliche Windjacke. Dann bin ich von Gewicht und Funktion wieder ziemlich nah dran am klassischen, einfachen Fleece, welches eine gewisse geringe aber vorhandene Windresistenz gleich mitbringt.

    Ich sehe in dieser Betrachtung nur zwei Vorteile von Alpha:

    1. Die Kombination von Alpha + Windjacke ist vermutlich wärmer, als ein Fleece gleichen Gewichts.
    2. Durch Trennung von Isolation und Windjacke habe ich minimal mehr Variationsmöglichkeiten. Wenn ich sie denn nutzen möchte! Ich könnte also, wenn mir im Baselayer alleine so ganz ganz knapp zu kalt ist, nur den Alpha oder nur die Windjacke drüber ziehen. Und wenn das nicht reicht, doch noch mal beides zusammen anziehen. So eine Temperaturregulierung im Kleinen führt strikt durchgezogen am Ende aber dazu, dass ich alle 5 Minuten den Rucksack absetzen muss, um mich einmal umzuziehen. Puh...nervig.

    Vergleich mit der Patagonia Nano Air Light Hybrid (NALH) als klassischer Active Insulation
    Wenn ich für mich etabliere, dass der Alpha Layer im kalten Wind ohnehin nur mit Windshirt funktioniert und ich nicht ständig anhalten möchte, um zwischen den Kombinationen hin und her zu layern, kann ich die zwei Lagen auch gleich in einer Jacke kombinieren und spare mir das Gefummel. Die "Fullrange" Isolierung der NALH ist in der Funktion vermutlich Alpha sehr ähnlich. Patagonia verbindet diese "Active Insulation" bei der NALH mit einer windresistenten, nicht winddichten, aber dafür vergleichsweise sehr atmungsaktiven Außenschicht.

    D.h. es wird viel aber nicht nicht alles geblockt. Vermutlich ähnlich wie bei einer Kombination aus Alpha mit einem auf Atmungsaktivität statt komplettem Windblock ausgerichtetem Windbreaker wie der Squamish.

    Wo ist der Nachteil einer NALH hier? Ich könnte mir vorstellen, dass ein separater Alpha Layer von der Windjacke befreit schneller trocknet. Sonst fällt mir nicht viel ein.

    Übersehe ich etwas?

    Einen spezfisch positiven Anwendungsfall kann ich mir tatsächlich vorstellen:

    Ich liebe die Patagonia Airshed Pro und trage sie als Baselayer. Trocknet super schnell und blockt recht viel Wind ab, sodass ich deutlich länger nur im Shirt rumlaufen kann, bevor ich einen Midlayer dazu nehmen muss. Ich könnte jetzt natürlich sagen: Ok cool, mit dem Airshed Pro, habe ich so etwas wie eine Windjacke ohnehin dabei bzw. immer an. D.h. wenn es zu windig-kalt wird, könnte ich einen Alpha Layer unter die Airshed anziehen. Dann wäre die Alpha mein Baselayer und die Airshed wäre so etwas wie eine Windjacke. Dann hätte ich Wärme, etwas Windresistenz aber ein so atmungsaktives System, dass die körpereigene Regulation nicht übermäßig behindert wird. Klingt gut.
    Bedingt allerdings, dass ich mich bei jeder nennenswerten Temperaturanpassung einmal komplett nackig machen muss. Mhm. Würde aber die 130g und den Organisations und Handlingsaufwand einer zusätzlichen Windjacke sparen.

    Ich spiele mit dem Gedanken alle Varianten zu kaufen und selber über die nächsten Monate in der Praxis zu testen. Und einfach mal zu schauen, ob ich wirklich nennenswerte Unterschiede feststelle. Aber bevor ich das tue, würde ich mich über eure Gedanken freuen! Übersehe ich etwas? Seht ihr etwas anders?

    Einmal editiert, zuletzt von Bohnenbub (6. Dezember 2025 um 14:28)

  • Kaltes Wetter, windig oder nicht, Icebreaker als Baselayer, Alpha 90, 130g, als Midlayer und ne Frilufts Windjacke (XL) 100g, als Top Schicht! Geht bei mir in der Bewegung locker bis 0 Grad. Allerdings habe ich auch Robbengleich, eine Fettschicht zu Isolierung angefressen. Die sollte man Isolationstechnisch nicht unterschätzen!

    Bei weniger kaltem, aber stark windigem Wetter, Alpha 90 als Baselayer mit Windjacke drüber.

    Bei nassem und windigem Wetter funktioniert das genauso, nur mit ner Regenjacke, statt der Windjacke.

    Natürlich haste im letzten Fall irgendwo eine Feuchtigkeitsfalle, aber die haste ja bei ner Regenjacke immer, egal was du drunter trägst.

    Ich finde, der Vorteil liegt hier einfach in der Möglichkeit, auf jedes erdenkliches Wetter und Temperatur, modular reagieren zu können!

  • ich stimme RaulDuke zu: die Modularität von Alpha als Midlayer plus Windjacke ist doch genial! Gerade wenn ich, so wie du, Bohnenbub , in Skandinavien unterwegs bin, wo Temperaturen in Ranges von Minusgraden bis +25 nicht auszuschließen sind, ist doch Modularität dein größter Freund^^
    Klar, in der Praxis zieht man sich nie so häufig um, wie man es in der Theorie vielleicht sollte, aber Alpha 90 plus Windjacke (bei mir in M übrigens unter 200g) ist halt schon die Idealkombi, würde ich im Fjell nicht mehr missen wollen: Wenn ich weiß, dass ich einen (langen) Berg hoch muss, ziehe ich die Windjacke aus, transpiriere den Hügel hinauf und ziehe sie wieder an. Wenn das Ganze schneller gehen soll, öffne ich einfach nur den Reissverschluss der Windjacke und kann zumindest über den Bauch auslüften.
    Unter einer Regenjacke ist es eh egal, da ist es immer wie in der Sauna.
    Aber auf Mehrtagestouren bist du doch mit modularen Systemen immer besser bedient (zumal es wie gesagt gewichtstechnisch nicht schlechter ist)

  • Ich hatte ähnliche Bedenken und habe mir dann verschiedene Oberteile genäht, um das Ganze einfach mal auszuprobieren. Mein Fazit nach ca. 50 Wandertagen: Wenn es gleich viel wiegen würde, dann würde ich wahrscheinlich weiterhin Fleecepullover mitnehmen, aber das Gewicht ist bei Alpha schon einfach ungeschlagen.

    Am Anfang bin ich auch nicht so richtig damit klar gekommen, dass man Alpha quasi nie ohne zusätzliche Schicht tragen kann. Das stimmt natürlich nicht so ganz, bei Windstille ist das ein ähnliches Gefühl zu einem Fleece, aber schon leichte Bewegung (oder halt Wind) führen zum Abkühlen. Mit Windjacke hingegen ist so ein Alpha Pullover bei Bewegung seeeehr warm, mir in viele Fällen zu warm.

    Dann habe ich mir zusätzlich noch einen weiten, luftigen Hoodie aus leichter Merinowolle genäht, quasi als Sunhoodie, aber so, dass der Alphapullover gut drunter passt. Und das hat das Problem dann fast vollständig gelöst. Ich kann dann

    • Merinohoodie (warm, mäßiger Wind)
    • Alpha+Merino (kalt, mäßiger Wind)
    • Merino+Windjacke (warm, viel Wind)
    • Alpha+Merino+Windjacke (kalt, viel Wind)

    je nach Wetter tragen. Dadurch, dass ich den Merinohoodie über dem Alpha Pulli trage, geht die Wärme nicht direkt verloren. Der einzige Nachteil, der leider bleibt, ist das häufige Wechseln der Schichten.

    Wenn die Mücken langsam kein Problem mehr sind und die Temperaturen insgesamt kälter werden, tausche ich die Windjacke gegen eine Daunenjacke. Dann reicht mir die Regenjacke als Windblocker. Und falls ich mal im späten September unterwegs bin, dann tausche ich den Alpha 70 Pullover gegen einen aus Alpha/Wolle (der dann aber wieder 220g wiegt). Damit bin ich jetzt erstmal zufrieden :) Ich hoffe, das ist so verständlich. Sonst kann ich nochmal Fotos machen oder so.

    Zum Vergleich, die Gewichte sind (Größe M/L):

    • Alpha 70 Hoodie 105g
    • Merinohoodie 228g
    • Windjacke 86g
    • Regenjacke 215g
    • Daunenjacke 218g

    Wenn ich mir nochmal einen Alphapullover nähe, dann würde ich wieder Alpha 70 nehmen (das ist warm genug), aber die Kapuze weg lassen, da der Merinohoodie eine hat.

    Vielleicht hilft dir das etwas :)

  • Dadurch, dass ich den Merinohoodie über dem Alpha Pulli trage, geht die Wärme nicht direkt verloren.

    So hab ich das auch schon gemacht (HRP) und war mlt der Lösung sehr zufrieden.

    Gerade wenn es wirklich kalt ist, also besonders auch im Winter eignet sich AD hervorragend auch als base layer, weil es absolut trocken hält.

    Benutze es seit einer ganzen Weile auch als base layer beim Schlafen.

  • Als Fleece Baselayer geht auch Polartec Power Stretch (pro) sehr gut:

    Zitat

    Die Außenseite von Polartec Power ist robust, windabweisend und abriebfest. Die hauchfeinen Mikrofasern nehmen die Feuchtigkeit aus dem Inneren aufgrund ihrer Oberflächenspannung über Hohlräume auf und verteilen sie großflächig auf der Außenseite.

    ...

    Zitat

    Polartec Wind Pro Stoffe sind dichter gestrickt als normales Fleece, daher sind sie vier Mal windabweisender, als zum Beispiel Polartec Classic – die Atmungsaktivität bleibt dabei erhalten. Wind Pro ist robust und langlebig und wird sowohl in Isolations- als auch Außenbekleidung eingesetzt.

    Wer und was ist Polartec? Funktionsstoffe für Base-Layer, Isolation und Wetterschutz
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    www.bergzeit.de

    Aber das Alpha ist halt echt variabel. Im kalten Wetter als Baselayer und im wärmeren als Midlayer. Dazu eine Windjacke, ich trage anstatt dessen auch gerne ein Softshell Teil, wie: https://theomm.com/de/product/breeze-hood/ Wenn's noch kälter wird kommt die Regenjacke noch darüber.

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Als ich 2022 in Schottland war, habe ich den 60er Alpha Hoodie die ganze Zeit getragen, natürlich unter der Regenjacke als ich in ziemlichem Scheiß-Wetter durchs Ranoch-Moor gelaufen bin. Vor Alpha war ja so Grid-Fleece im Trend, ich habe damals mein Haglöfs Fleece z.B. auch in Wales permanent getragen.

    Klar - es ist immer Teil vom Zwiebelschicht-System. Wärme-Regulation ist eben ein Skill und ich finde Alpha spielt da voll seine Stärken aus.

    Ich würde auch nicht unbedingt sagen, dass bei Wind die Isolationsleistung sofort auf 0 geht. Sie ist dann nur stark verringert. In vielen Fällen ist das ja aber auch genau gut so - manchmal braucht man ja nur ein paar Grad mehr Wärme. Insbesondere wenn man davon ausgeht, dass man ohnehin in Bewegung ist. Gilt ja als "active insulation". Wie mehrfach erwähnt ist die Vielseitigkeit nicht zu schlagen. Als ich den Fishermans-Trail gegangen bin gab es ein paar Tage mit viel Wind und da war eine leichte Alpha-Schicht über dem Baselayer genau richtig - es war etwas wärmer und dabei super belüftet. Eine Windjacke wäre sicher viel schneller klamm geworden.

    Ich habe Alpha auch schon bewusst als Baselayer unter meinem Sun-Hoodie getragen. Der Hoodie ist ja aus etwas dichterem Gewebe, das reicht dann auch als leichter Wind-Schutz.

    Nutze Alpha sehr gerne in meinem Schlaf-System.

    Also totale Empfehlung.

    Einzig die Mikroplastik-Geschichte ist doof. Und wenn Du das andere Teil schon hast ist weniger Kaufen sicherlich ökologisch sinnvoller.

  • Wenn Du an den Armen nicht so kälteempfindlich bist, vielleicht kämen dann auch Alpha-T-Shirt oder -Tanktop mit ins Spiel?

    Für Wärmeisolation (bis ca. 5-10°C) hatte ich bisher immer die Omm Rotor Weste - die hat mir als Midlayer über dem Merino-Hoodie unter einer Regenjacke gereicht.

    Oder statt Windjacke eine Windweste?

  • Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

    Im Szenario kalt + windig mit dem dann notwendigen zusätzlichen Schutz vor Wind, gebe ich zu, dass ich konzeptionell noch nicht ganz überzeugt bin. Einfach weil die gewonnene granulare Anpassbarkeit in den meisten Szenarien mit einem zusätzlichen Kleidungsstück (Windbreaker) und häufigerem Umziehen verbunden ist. Beides widerspricht meinem Anliegen, draußen so wenig hantieren und organisieren zu müssen wie möglich.

    Ich habe mir jetzt trotzdem mal einen 90er Alpha Direct bestellt (Peak Performance Freelight Alpha Hood) und werde das für mich ausprobieren. Insbesondere geht es mir um die Frage, ob ich mir die zusätzliche Windjacke sparen kann – entweder indem die GTX-Regenjacke mit großen Pit Zips die Funktion der Windjacke übernimmt – oder, indem ich den leicht windresistenten Baselayer (Patagonia Airshed Pro) drüber statt drunter anziehe.

    Ich bin außerdem gespannt auf die Verwendung im skandinavischen Winter:

    Die Kombination Brynje Polypro Netzhemd + AD90 + Patagonia Nano Air, klingt für mich super bei knackig kalten aber nur mäßig windigen Situationen.

    Die Kombination Brynje Polypro Netzhemd + AD90 + Patagonia Nano Air + GTX Shell, scheint mir sehr viel Temperaturreserven auch bei Wind zu bieten.

    Die Kombination Brynje Polypro Netzhemd + AD90 + GTX Shell scheint mir charmant bei gemäßigten aber windigen Situationen, da nichts durchnässen kann und bei Überhitzung durch Öffnen der GTX schlagartig alle Wärme aus dem System genommen werden kann.

    Na mal schauen... :)

  • In meinem Fall für Skandinavien Norrøna Falketind GTX von Frühjahr bis Herbst und Trollveggen GTX Pro Light oder Arktis für Winter. Beide kann ich unter den Armen sehr weit öffnen.

    Für wärmere, weniger regnerische Gegenden habe ich aber auch Forums-konform noch eine Froggtoggs :)

    Ich versuche mich gerade ein wenig in die MVTR (Moisture Vapor Transmission Rate) aka Atmungsaktivität einzulesen. Es scheint, als sei Goretex (und sicher andere Membrane auch) deutlich atmungsaktiver als viele / die meisten(?) Windjacken, die man so kennt. Spannende Erkenntnis, wenn sich das so bewahrheitet. Muss ich mich aber noch weiter mit beschäftigen.
    Wenn die Jacke außen nicht nass ist, dürfte man sich unter einer guten GTX also theoretisch weniger schwitzig fühlen, als unter einem Windbreaker. Allerdings sind die meisten neueren Windbreaker scheinbar nicht mehr wirklich winddicht. Lassen also absichtlich etwas Luftaustausch zu, und transportieren darüber Feuchtigkeit ab (u.U. auch mehr als eine GTX es kann, die 100% winddicht ist).

    Bedeutet auch: Wenn Baselayer wie Brynje Polypro und Midlayer wie Alpha Direct beide kaum Wasser aufnehmen, also nicht "wicking" sind, dann geht der Wasserdampf des Körpers direkt in die GTX, ohne zwischendrin einen Midlayer zu Durchnässen, den man sonst (unter Frösteln) mit Körperwärme wieder trocknen muss.

    3 Mal editiert, zuletzt von Bohnenbub (7. Dezember 2025 um 19:51)

  • Wenn sich Wasserdampf auf deiner Haut befinden wird .... Musst du diesen erst einmal verdampfen.

    Damit das schneller funktioniert gibt es "wicking" Baselayer, welche auf der Innenseite und Außenseite anders konstruiert sind, damit dies schneller passiert, da die Oberfläche vergrößert wird, zb Polartec lartec Power dry

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • ...die dann aber schnell gesättigt/durchtränkt sind und damit nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit von der Haut wegtransportieren können. Dann hat sich die initial schöne Idee erledigt aber man hat trotzdem einen nassen Waschlappen an. Ich weiß, überspitzt formuliert, aber du weißt was ich meine?

  • Es sei denn, du übst dich in kontrolliertem, wohl dosierten Schwitzen, was im skandinavischen Winter sowieso von Vorteil ist.

    Aber jenseits dieser Überlegungen:

    Ich trage als Baselaver gerne das KSK /BW /Woolpower 200 Shirt. Das reicht bis ca. 2 - 3 Grad ohne Wind. Darüber ziehe ich gerne den Alpha 90 DIY Pulli an und der wärmt auch bei Wind, - jedenfalls solange dieser nicht zu stark weht. Dann jedoch passt die Kombi auch bis unter 0 Grad, solange ich in Bewegung bin. Wird es windiger oder kälter kommt meine Hardshell zum Einsatz. Die brauche ich dort im Norden sowieso. Für die Pausen habe ich noch die Decathlon MT100 aus Synthetik mit. Wenn ich in Bewegung bin, komme ich damit noch mal weiter runter. Sie tragen würde ich wohl aber erst ab -5 / -6 Grad - und dann kann die Hardshell auch wieder aus.

    Da sich das Woolpower Shirt angenehm trägt und nicht schnell stinkt, trage ich es eigentlich immer auf der Haut. Es wärmt auch noch nass.

    Alles Schweden/Norwegen erprobt.

    Jenseits dieser Temperaturen war ich dort noch nicht wandern.

  • Ich habe mir jetzt trotzdem mal einen 90er Alpha Direct bestellt (Peak Performance Freelight Alpha Hood) und werde das für mich ausprobieren.

    Genau dieses Modell kann ich persönlich (!) absolut nicht empfehlen! Vielleicht lag es auch an der fancy colorierten Variante [LINK], aber das Material unterschied sich von allen anderen Alpha Direct-Hoodies, die ich bisher in Händen halten konnte (ca. 5-6 Modelle verschiedenster (Cottage)Brands und verschiedenste Grammaturen sowie die OMM-Core-Serie [Primaloft Active]). Das Peak Performance Modell war komisch starr und kratzig, machte den Anschein, aus Stroh gewebt zu sein, ich konnte/musste es erst 'dehnen', damit ein angenehmeres Tragegefühl aufkam, und das Teil war mir dafür summa summarum viel zu schwer. Vielleicht lag es auch daran, dass bei jener Ausführung mit einer speziellen Colorierung gearbeitet wurde? Ich weiß es nicht. Gefiel mir jedenfalls überhaupt nicht. Vielleicht hast du aber auch einen anderen Eindruck. Sollte der Hoody nicht "weich genug" sein, dann schau mal, ob du ihn etwas dehnen kannst. Da ließ sich auf jeden Fall was machen -- aber wie gesagt, für so einen "halbherzigen" Alpha-Hoody war er mir zu schwer.

    Evtl. wäre auch Octa noch ein Kandidat? Z.B. der Zpacks Octa Fleece Hoody mit ähnlichen Vorteilen wie Alpha Direct, dafür aber (solo, als Base oder Mid) "wind-resistenter", wie ich finde. Vielleicht irgendwo gefühlt in der Mitte zwischem 100er-Fleece und Alpha Direct.

    Zpacks Octa Fleece Hoody Pullover
    Zpacks Octa Fleece Hoody: Ultralight pullover for hiking & camping. Half-zip design, kangaroo pocket, UPF 40+. Perfect for 0-20°C. Active insulation layer.
    www.outdoorline.eu

    Ich selbst habe eine alte Version vom Mountain Hardwear Airmesh-Hoody (134 g, L), der noch leichter war als die momentane Serie. Das Zpacks-Modell kommt jenem alten, für mich besseren Modell, nahezu gleich (naja, kurz in Lighterpack geschaut: Doch 164 g in L).

  • Oh nein! Danke für die Info dee_gee

    Da frage ich mich nun natürlich, ob das ein Chargenproblem war oder ob da etwas grundsätzlich schief läuft mit der Kolorierung. Es soll ganz reguläres Alpha Direct sein. Das Gewicht all dieser Hoodies sollte ja bei gleicher Grammatur mehr oder minder identisch sein, egal ob Peak Performance, Senchi, Farpointe, Sambob etc.pp.

    Ich habe die graue Version gekauft. Mir fehlt allerdings die Referenz wie sich Alpha Direct anfühlen sollte. Entsprechend weiß ich nun nicht, ob das, was ich da in die Hand bekommen werde eine sinnvolle Einschätzung zu Alpha ermöglicht, oder nicht hehe.

    Ich hatte gerade Peak Performance genommen, weil die einerseits eine mich ansprechende Farbe direkt au Lager haben – und vor allem, da ich denen einen besseren Schnitt und Verarbeitung zutraue, als den meisten Cottage Schmieden. Da sahen einige Schnitte aus der Ferne teils etwas...extravagant aus :D

    Edit: Da ich weiß, dass mich das nicht in Ruhe lassen wird, habe ich gerade noch einen Farlite Farpointe Alpha 90 Cruiser dazu bestellt. Dann habe ich einen Vergleich. Wenn Alpha sich so bewährt, wie die positiven Eindrücke hier vermitteln, werde ich da früher oder später ohnehin einen Zweiten brauchen. Seufz aber nun gut.

    2 Mal editiert, zuletzt von Bohnenbub (8. Dezember 2025 um 07:29) aus folgendem Grund: Farlite und Farpointe verwechselt.

  • Entsprechend weiß ich nun nicht, ob das, was ich da in die Hand bekommen werde eine sinnvolle Einschätzung zu Alpha ermöglicht, oder nicht

    Ja, deswegen hatte ich das auch erwähnt. Wenn ich nur den Peak Performance als Referenz gehabt hätte, hätte ich nicht gewusst, dass ich davon enttäuscht werden würde. :D

    Edit: Da ich weiß, dass mich das nicht in Ruhe lassen wird, habe ich gerade noch einen Farlite Alpha 90 Cruiser dazu bestellt. Dann habe ich einen Vergleich. Wenn Alpha sich so bewährt, wie die positiven Eindrücke hier vermitteln, werde ich da früher oder später ohnehin einen Zweiten brauchen. Seufz aber nun gut.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man die (teils importierten) Textilien nur mal anprobiert, sie auch auf dem Second Hand Markt (KA oder auch in den Marktplätzen der UL-Foren) gut wiederverkaufen kann, sodass man manchmal nur Teils auf den Versandkosten sitzen bleibt, hinterher aber 'schlauer' ist. Vielen von uns wohnt ja die Neigung inne, das eigene Setup in vielerlei Hinsicht zu optimieren -- trial & error gehört dann (zumind. bei mir) dazu. ;)

    Berichte gerne, wie sich der Farpointe(?) Alpha 90 Cruiser schlägt.

    Ich habe vor ein paar Tagen den https://www.nalehko.cz/panska-mikina-nalehko-alpha-hoody-60/ erhalten (110 g, L), und bin begeistert. Für den relativ schmalen Taler fand ich den gleichauf mit dem FarPointe Alpha 60 Cruiser (124 g, XL), den ich vor kurzem hier verkauft hatte, der mir aber zu groß war.

  • Ich habe letzten Winter mit vielen Konstellationen aus Mesh Baselayer, AD90, AD120, Merino Midlayer und Windjacken gespielt. Für meine Anwendungszwecke habe ich herausdestilliert, dass ein Alphateil ohne Schicht darüber überhaupt nichts bringt. An den Stellen mit Kontakt (Rucksack) wird es zu warm und an allen anderen Stellen fehlt mir der gewünschte Wärmeleistung in der Bewegung. Eine Windjacke oben drüber wird schnell zu warm, da sich die Hitze staut. Der Gamechanger für mich war mein sehr dünner Merino Summer Hoodie von SN (50%Merino/50%Polyester) über dem Alpha 90. Je nach Tour, Wetter und Aktivität würfel ich aus diesen Teilen mein Setup zusammen.

    Bis 13 Grad: Summer Hoody ohne alles

    5 bis 13 Grad: Ortovox Merino Thermovent LS + Summer Hoody

    -2 bis 5 Grad: Ortovox Merino Thermovent LS + AD90 + Summer Hoody

    unter -2: Ortovox Merino Thermovent LS M + AD90 + Summer Hoody + Berghaus Alpha Air Resist Jacket


    Bei Wind wird je nach Temperatur und Aktivität eine der unteren Schichten durch die Berghaus Jacke.

    Wenn kein Dauerregen angesagt ist, nutze ich die Berghaus als "Regenjacke" nach dem Pertex & Pile Prinzip, was erstaunlich gut funktionert.

  • Da ich meist eine Windweste über der Fleeceschicht trage, wäre für mich ein Alpha-Torso mit 100er-Klassikfleece-Ärmeln optimal: passgenauer Teilwindschutz, der sich leicht hochschieben lässt und auch gut bei Niesel und Gestrüpp taugt, während der Rumpf unter der Windweste komplett winddicht bis komplett belüftet variiert werden kann, ohne dass man etwas an-/auszieht.

    Allerdings bevorzuge ich die m.E. etwas bessere Dochtwirkung von Klassikfleece bei nassem Wetter.

    Alpha o.ä. ohne Wind-/Gestrüppschutz darüber taugt mir leider nicht. Die Kombination mit Sonnenhoodie klingt gut, muss ich noch ausprobieren.

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