Schöne leichte Plastikwelt: Mikroplastik-Eintrag durch Outdoorkleidung

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  • Ich hätte noch Wachs & Leder vorzuschlagen... 🤪😇

    Früher waren wir bei den Pfadis mit Baumwollzelten unterwegs. Das Schlafklima war schon angenehmer und wie muckelig waren die Nächte in der Jurte am Feuer...

    Im Bushcraft- und LARP-Bereich sind gewachste Baumwolle, Leder, Loden, Schaffell nach wie vor in Gebrauch.

    Aber zwischen meinem Schweizer Affen und meinem AromPacks Mo liegen Jahre der Entwicklung, was sich im Tragekomfort, Aussehen, Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Ökobilanz des Materials widerspiegelt.

    Ich denke, hier zeigt sich die gleiche Veränderung, die uns in alles anderen Lebensbereichen auch begegnet.

    Vermissen möchte ich dennoch nicht eine Tour mit Affen, Kothe, Schaffell und Wolldecke.

    Leichter ist auf jeden Fall komfortabler.


    Und wer seine abgerockte UL-Ausrüstung in die Tonne kloppen möchte, darf mich gerne anschreiben!

    Vielleicht gelingt es mir, daraus etwas Neues zu zaubern. Ich bastel und näe nämlich gern. Dann isses auch wieder (ein wenig) nachhaltiger und es muss nix Neues produziert werden.

    Miroplastik in Tieren und dem Wasser ist schlimm. Aber was noch so alles im Trinkwasser ist, das ist schon gruselig...

  • Spannendes Thema, über das ich mir durchaus auch einige Gedanken gemacht habe. So einen Waschbeutel gegen Mikroplastik meiner zehn Outdoorteile habe ich jedenfalls auch im Einsatz.

    Bester Trick gegen Mikroplastik: Konsumverzicht! Um im T-Shirt Vergleich zu bleiben: nach zehn-fünfzehn Jahren werden die bei mir für weitere zehn Jahre Schlafshirts :D

  • Vermissen möchte ich dennoch nicht eine Tour mit Affen, Kothe,

    Welcher Bund?

    🤗

    Wölflingsstufe und Pfadfinder (inkl. Gruppenleitung) bei der Christlichen Pfadfinderschaft 1921, die dann mit der CPD fusionierte.

    Nach einem Umzug bin ich dann in den VCP eingetreten und wurde dann durch die Hamburger Runde Kreuzpfadfinderin.


    Gut Pfad allerseits in die Runde

  • https://www.riken.jp/en/news_pubs/r…024/20241122_1/

    Gearbeitet wird in die Richtung. Bis wir dann mal Plastik haben, das wirklich "cradle to cradle" ist, wird's aber wohl noch dauern.

    Verstehe ich das richtig: Dieser Kunststoff löst sich auf wenn er mit mineral- bzw. salzhaltigem Medium in Berührung kommt? Dann ist er eher nicht witterungsstabil oder auch ungeeignet als Nahrungsmittelbehältnis, ist ja meist Salz und Wasser dabei. OK, für Schokolade geht's 😃

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • https://www.riken.jp/en/news_pubs/r…024/20241122_1/

    Gearbeitet wird in die Richtung. Bis wir dann mal Plastik haben, das wirklich "cradle to cradle" ist, wird's aber wohl noch dauern.

    Verstehe ich das richtig: Dieser Kunststoff löst sich auf wenn er mit mineral- bzw. salzhaltigem Medium in Berührung kommt? Dann ist er eher nicht witterungsstabil oder auch ungeeignet als Nahrungsmittelbehältnis, ist ja meist Salz und Wasser dabei. OK, für Schokolade geht's 😃

    Es wird halt mit einer Schlagzeile vorgeprescht und erstmal verkündet was es alles kann. Den Rest verschweigt man erstmal. Aber gut ist, dass man nach einer Lösung sucht. Wobei Kunststoffe langsam alle Bereiche übernehmen, von der Dachbeschichtung bis zum Wasserleitungsrohr.

  • Ich bin seit vielen Jahren in der chemischen Kunstoffindustrie tätig und habe zu dem Thema eine ganz klare Meinung:

    Die Industrienationen sind längst an einem Punkt angekommen an dem wir 90% der Kunstoffprodukte durch umweltverträgliche Materialien ersetzen könnten. Wir müssen es als Gesellschaft "nur" wollen und dann auch einfordern von Politik und Industrie.

    Ein kurzer Exkurs der bei dem Thema wichtig ist.

    Man unterscheidet bei Polymeren zwei Eigenschaften:

    • Biologisch abbaubar oder nicht.
    • Aus nachwachsenden Rohstoffen oder nicht.

    Beide Eigenschaften können auch kombiniert werden. Es gibt also 4 Gruppen von Kunstoffen:

    • Biologisch nicht abbaubar und aus fossilen Rohstoffen. (Derzeitiger Standard für fast alle Kunstoffprodukte.)
    • Biologisch abbaubar aber aus fossilen Rohstoffen.
    • Biologisch nicht abbaubar aber aus nachwachsenden Rohstoffen.
    • Biologisch abbaubar und aus nachwachsenden Rohstoffen.

    Mein Vorschlag wäre ein Gesetz welches, nach einer kurzen Übergangsfrist, das in Verkehr bringen von Einmalartikeln, mit einer erwarteten Lebensdauer von unter einem Jahr, nur dann erlaubt wenn sie biologisch abbaubar sind.

    In einem zweiten Schritt, etwa 5 Jahre später, könnte man dann weiter gehen und für diese Produktgruppe auch die Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen festschreiben. Das hat dann aber eher Klimaschutzgründe und nicht mehr primär den Umweltschutz im Fokus.

    Das gleiche könnte man für die Textil Industrie anstreben wobei dort evtl. längere Übergangsfristen nötig sind.

    Um das Ausmaß der Verpackungsmisere nochmal zu verdeutlichen: Eine "Folie" wie sie zum Beispiel über der Wurstverpackung verwendet wird hat teilweise 11 verschiedene Schichten aus verschiedenen Polymeren die als ein Verbundwerkstoff zusammenfügt sind. Das lässt sich nie alles auftrennen.

    Der gelbe Sack wird in Deutschland nur zu etwa 50% recycelt. Der Rest geht als hoch-kalorie Fraktion in die Kraftwerke.

    Generell sind alle Verbundwerkstoffe prinzipiell ganz großer Mist für jeden Recyclinggedanken.

    Um ein paar Beispiele zu nennen: Reifen, Verpackungsfolie, CFK, GFK (großes Problem der Windkraft), Dyneema, Silnylon etc. pp.

    2 Mal editiert, zuletzt von janphilip (18. November 2025 um 10:04)

  • Nicht ganz Mikroplastik (wahrscheinlich auch), aber vielleicht trotzdem hier ganz gut aufgehoben.

    Bei Klamotten von Ali&Co bin ich nach wie vor zögerlich...

    Gefährliche Chemikalien in Shein-Kleidung
    In einer Stichprobe von Produkten des Online-Händlers Shein hat die Umweltorganisation Greenpeace gefährliche Substanzen entdeckt. Auch Kinderkleidung sei…
    www.tagesschau.de

    "Not all those who wander are lost"

  • Nicht ganz Mikroplastik (wahrscheinlich auch), aber vielleicht trotzdem hier ganz gut aufgehoben.

    Bei Klamotten von Ali&Co bin ich nach wie vor zögerlich...

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unt…kalien-100.html


    Na, wenn DIE nichts finden...

    Prüfen die denn auch mal bei Markenhändlern und z. B. Decathlon?

    Da kann ein Artikel so sein, der andere so. Werden die Kleidungsstücke vor den Tests gewaschen?

    In dem Artikel wird vieles in einen Topf geworfen und es gibt viel "könnte". Z. B. sind angeblich sind die PFAS ja ohnehin quasi "überall".

    Auch in einem wirtschaftlichen Auseinandersetzung stirbt die Wahrheit vermutlich zuerst. Es sehen wohl einfach auch viele Händler ihre Felle davonschwimmen.

    Einmal editiert, zuletzt von Carsten K. (20. November 2025 um 19:08)

  • Immer diese raunenden Fragen, deren Antworten vor der Nase liegen, wenn man sie denn wirklich wissen wollen würde - und die zudem ja an der Grundproblematik auch nichts ändern... :rolleyes:

    Der Weg zur Quelle ist übrigens auch nicht sonderlich weit. https://www.greenpeace.de/engagieren/nac…ger-leben/shein

    Wie dort auch erwähnt, gelten für den europäischen und deutschen Markt Grenzwerte und Vorgaben, e.g. REACH, die stichprobenartig überprüft werden. Aber Ob, bzw.wann Decathlon, Kick oder Prada getestet wurde, macht das Shein Ergebnis leider auch nicht besser fürchte ich.

    Aber - Shein ist diesen Vorgaben gar nicht erst unterworfen, da selbst importiert. In China und andernorts sind Chemikalien zugelassen, die in Europa kannst verboten sind, kann man nicht mal einen Vorwurf machen. Und wie dort die Grenzwerte für die gefundenen Chemikalien sind, wäre ja auch noch die Frage.

    Und ob gewaschen oder nicht ist ja auch erst einmal egal für den Befund. Aber auch das wird natürlich festgelegt sein, wie Grenzwerte zu ermitteln sind. Find grad mein Silberlöffelchen nicht, darfst Du bei ernsthaftem Interesse selbst suchen :P

    Für was die bereits hohe Belastung der Umwelt mit Ewigkeitschemikalien nun ein Argument ist, ist mir auch noch nicht ganz klar :*

    Und ob nun irgendwelche Felle irgendwohin schwimmen ist ja auch erst einmal sekundär für den Fall hier. Es sei denn, man schwurbelt Greenpeace und das Testlabor zum Gefälligkeitsgutachter der europäischen Markenhersteller - far, far fetched würde ich sagen =O:D

    "Not all those who wander are lost"

    Einmal editiert, zuletzt von questor | hangloose (20. November 2025 um 21:28)

  • Erfrischender Text. Aber der geringe Gewichtsvorteil der modernen Kleidung überrascht mich. Hat "Mallory" nicht sogar zwei Paar Stiefel dabei? Und einen Schirm. Und nur zwei Pfund Differenz?

  • Wenn man genau hinschaut, begegnet man solchen Gewichts-Überraschungen doch öfter: So bin ich z. B. kürzlich über ein Video mit Winter-Camping-Ausrüstung nach dem Vorbild Horace Kepharts gestolpert – waren auch nur 17 (amerikanische!) Pfund. Im alten Forum, meine ich mich zu erinnern, wurden mal alte Seiden-Zelte diskutiert, auch überraschend leicht.

    Und die wesentliche Erkenntnis aus dem Beitrag ist eh: "[...] having an intimate understanding of the way your gear and apparel performs, even if said gear is outdated, is probably far more important than owning cutting-edge products." Das ist doch genau das, was UL eigentlich ausmacht, auch wenn man das vor lauter Titan- und DCF-Begeisterung gern vergißt: skills, not just gear.

  • Interessanter Vergleich mit dem Schluss, dass sich funktional weniger getan hat, als man denken mag.

    Bezogen auf das Höhenbergsteigen kann ich mir das durchaus vorstellen.
    Wobei 5 Grad Differenz in den Schuhen im Extremfall den Unterschied zwischen "nochmal davon gekommen" und einer ernsthaften Erfrierung ausmachen können.

    Zitat

    “There’s been a loss in knowledge over the last hundred years,” Ross said. “Scientific innovation, fancy materials and technology, flashy branding, low price points—these things can attract us to amazing new products. Of course, the modern Montane kit we used was fantastic. But natural materials like wool, silk, and cotton… our research shows how good these materials can be.

    You just have to understand their limitations.”

    Das gilt bei den aktuellen Materialien umso mehr!

  • https://www.climbing.com/gear/new-study…y-everest-gear/

    Moderne Kleidung vs 100 Jahre alte Kleidung im Höhenalpinismus. Interessanter Vergleich mit dem Schluss, dass sich funktional weniger getan hat, als man denken mag.

    Doller Versuch!

    Spannend wäre da ein Mix aus natürlichen Materialien und modernen Schnitten und Technologien. So könnte man ja statt Nagelschuhen auch Steigeisen an seine lederbeschuhten Füße packen, eine gescheite Wollmütze mit Außenhaut aus Etaproof...

    Für Isomatten fällt mir spontan nichts sinnvolles ein, die hatten damals glaube ich Luftmatratzen aus Gummi/ Baumwolle - die waren aber richtig schwer. Einen Matratzensack der mit Laub u. Ä. gefüllt wird funktioniert oberhalb der Baumgrenze nicht mehr.

    Das sich trotz aller Werbeversprechen kaum etwas getan hat ist mir Mal beim Mountainbiken aufgefallen. Da hatte ich Mal eine Phase in der Ich die Zeitschriften monatlich verschlungen habe und ich jede "Neuerung" abgefeiert habe. Dann kam eine längere Pause und wenn man sich dann 10 Jahre später auf ein Bike gesetzt hat dann wunderte man sich wie ähnlich sich alles angefühlt hat.

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