Elektronik = Lebenswichtig

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Liebes Forum,

    ich bin auch noch kein alter Hase im UL, aber ich lese schon seit Jahren. Und klar auch viele Packlisten. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber während ich auf der einen Seite die skurrilsten Ideen finde, um hier und dort nochmal 1 deka (10g) zu sparen, (die Big 4 dürfen NICHT über 3 kg wiegen!!!) scheint es nichts außergewöhnliches zu sein, im Elektronikbereich mal 1kg mit zu nehmen, Tendenz subjektiv war genommen steigend.

    Ich habe neulich mal einen Thread gelesen, indem der TO (mit einem für die Tour echt respektablen Baseweight um die 5kg) in die Runde frägt, ob man den Pullover in den Bergen nicht doch zu Hause lassen könnte oder ob man wirklich einen Topfdeckel um die 17g braucht -- aber die Smartwatch + Infrastruktur war nicht diskutabel.

    Ich möchte niemanden zu nahe treten, ich habe sicher auch meine Luxus Items und es steht MIR sicher NICHT zu irgendjemanden zu erzählen was nun UL ist oder nicht.

    Aber wie kam das? Früher hatte man ne Taschenlampe dabei. Ich hätte damals sicher keine Analogkammera mit geschleppt. Jetzt habe ich ein Handy dabei um Fotos zu machen die eh keiner sehen will (ok, von euch bekomme ich Herzchen 😘) Bei mir liegen aktuell grob 550g Elektronik im Rucksack (Handy, PB, Netzteil, Kabel, Hirnbirn, inReach) die ich essenziell bis auf die 26g Taschenlampe mit einer 40g Papierkarte ersetzten könnte. Wieso spare ich 70g an meiner Isomatte und schlafe Nacht um Nacht selbstverständlich auf 50 statt 60cm Breite, aber die 500g Elektronik scheinen alternativlos?

    Klar ist so ein Handy manigfaltig praktisch, nichtsdestotrotz - ich denke schon dass das sehr viel mit "wenn man kein Foto macht und es irgendwo hoch lädt, war man quasi eh nicht dort" zu tun..

    Oder wie seht ihr das?

    3 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (6. September 2025 um 09:27)

  • Früher hatte man einfach weniger Elektronik (zumindest welche die klein und bezahlbar und allgegenwärtig war) - und nun ist sie uns für unser alltägliches Leben eben liebgeworden. Die zahlreichen Funktionen die ein modernes Smartphone ausüben kann - dafür hätte man sonst einen ganzen Rucksack mitschleppen können. Klar - nicht jede Fähigkeit ist auf der Wanderschaft wirklich nützlich - aber ganz viele dann schon.

    Und früher gab es auch schon Fotos - also irgendjemand hat mit Sicherheit die analoge Kamera mitgeschleppt, weil der Berg ist nicht zum Fotografen ins Studio gekommen. Dafür haben die Leute dann analog Tagebuch geschrieben, oder ein Buch mitgenommen, und eine Karte, und einen Kompass und und und....

  • man sollte wirklich da schließe ich mich ein seine Elektronik on trail überdenken. Ein Smartphone hat viele Funktionen die wir nicht mehr missen wollen das finde ich auch noch ok. GPS Gerät je nach Einsatz sicher sinnvoll , eine Smartwatch kann was aber kann sicher drauf verzichtet werden. Die Zeit hat sich halt von analog zu digital gewendet. Der Besuch in Gaststätten und Bäcker werden halt zum recharge genutzt. Wir müssen selber das wohl überdenken was sinnvoll für uns ist. Wenn ich doch in der Natur unterwegs bin muß ich nicht meinen Hausstand mitnehmen UL eben

  • Stumme zu, Elektronik ist schwer, sehe das an meinem eigenen Packlisten. Trotzdem würde ich kaum etwas davon nicht mitnehmen wollen.

    Smartphone ist mein Hikerhirn. Karten, Planung, alles ist da oben. Für 2-3 Tage bräuchte man das ggf nicht aber auf längerer Tour verwende ich gerne meine vorrecherchierten Unterlagen (Verpflegungslisten, Distanztabellen, abfotografierte Guidebooks,...), GPS inkl. Topokarten finde ich mitunter auch essenziell. Zusätzlich kommen dann eben sie Binusfeatures moderner Smartphones wie Kamera, Musik/Podcasts/etc., aber ebenso notfallkritische Aspekte wie Telefon oder mittlerweile sogar Satellitennotruf. Sponaten Umplanung via Internet, Hotelbuchungen, Rückreise buchen, etc. Das ALLES und mehr steckt in einem Smartphone. Klar gehört dann auch die Infrastruktur dazu (Netzstecker , Ladekabel, bei mir sogar UL Solarpanel), ohne kann ein Smartphone nicht nachhaltig betrieben werden. Da gehen also locker 350-400g auf das Konto Smartphone. Aber der Nutzen wiegt das imho absolut auf. Wer auf gewisse Features verzichten kann, greift zu einem älteren, meist leichteren Smartphone und kann ein paar Gramm sparen. Powerbank und Solarpanel bringen Autarkie, sind vl nicht unbedingt notwendig aber erhöhen eben die Flexibilität nicht an jeder Steckdose hängen zu müssen.

    Smartwatch muss man nicht haben aber es ist ohnehin "worn weight". Es gibt recht leichte Modelle, die meisten verwenden sonst auch ne Uhr. Da sehe ich dann keinen Unterschied. Ich weiß auf Tour gerne wie spät es ist, wie lange habe ich noch bis Sonnenuntergang, etc. Ohne Uhr und Smartphone mache ich das dann wie die alten Seefahrer? Eine Sport"smart"watch weckt mich in der Früh per Vibration (ohne Ton um andere nicht zu belästigen), sie führt mich via GPS als Backup im Notfall ebenso. Sie sagt mir wann exakt die Sonne untergeht bzw aufgeht. Sie trackt meine Distanz und Hohenmeter über den Tag, sprich sie hilft auch beim Einschätzen körperlicher Aspekte. Sie zeichnet meine Touren auf und ich kann sie daheim wiedergeben, das hilft mir beim Erinnern. Eine Sportuhr verwendet ohnehin die Infrastruktur des Smartphones mit (Netzstecker, Powerbank), lediglich das Ladekabel ist zusätzlich erforderlich, hier gibt es tlw. Miniadapter mit wenigen Gramm Gewicht.

    Fazit für mich: ohne diese beiden Ausrüstungsteile gehe ich nicht auf Tour. Punkt. Davor verzichte ich auf ne Full Length Iso und gehe Torsolänge, usw. Klar wird da gespart aber diese Einsparung kann eben in der Gesamtbilanz anderswo auch wieder verwendet werden und man ist in Summe trotzdem noch sehr leicht unterwegs. Mein Ziel ist nicht einen Gewichtsrekord zu brechen, sondern möglichst leicht mit mir noch vertretbarem bzw. ausreichende. Komfort unterwegs zu sein. Für meinen Komfort zählt definitiv ein Smartphone und meine GPS Uhr dazu.

    Weg als Ziel | mein Blog (privat) - Tourenberichten, Ausrüstungstests, Tipps & Tricks

    Tidy Gear | mein Webshop (gewerblich) - Alpha Direct Produkte, Trail Gaiter Gamaschen, Rucksack Liner, und anderes

  • Ich würde mal schätzen, dass der Vergleich zu ©früher ein Nullsummenspiel wird, ich hatte bei meiner ersten Alpenüberquerung ein beeindruckendes Packerl Papierkarten dabei (und das war noch der bucklige, eher kurze E5), was ungefähr meiner heutigen Elektronik entsprechen dürfte. Stirnlampen haben früher Batterien gefressen wie nix und meine alte Outdooruhr mit Höhenmesser etc wiegt ungefähr das gleiche wie meine heutige Fenix, die drei Wochen durchhält und gleichzeitiges Orientierungs-Back-up ist.

  • Ja, irgendwo ist da aber auch der Punkt, wo ein Smartphone gegenüber analoger Navigation mit Karte und Kompass, im Gewichtsvorteil ist, je länger die Strecke wird. Hat zwar früher auch alles funktioniert, aber es gibt ja kaum noch Telefonzellen oder Internetcafes, die man alternativ nutzen könnte.

    Mehr Technik, mehr Funktionen, grössere Displays geht auch meistens mit höheren Energieverbrauch her.

    Irgendwie vermisse ich die Energiewende, hin zu erneuerbaren Energien.

    Mehr Solarunterstütze Devices im bezahlbaren Bereich wären schon hilfreich.

    Und dann darf man auch nicht den Faktor Verlustleistung vergessen, man schleppt ja immer mehr Energie ( Powerbank ) mit sich, als dann wirksam genutzt werden kann ( na gut Physik läast sich nur schwer aushebeln ).

  • ich stimme Dir da zu WonderBär. Ich frage mich ja schon manchmal was die bekannten US YT Hiker am Ende mit dem ganzen Equipment zusätzlich mit sich rumschleppen. Am Ende des Tages ist es halt aber auch "hike your own hike". Wem es Spass macht auf jedes Gramm zu schauen, ist doch ok.

    Ich habe für mich einen Kompromiss gefunden. Ich versuche bei den meisten Teilen schon das leichtere Equipment zu nehmen ohne jetzt auf Dinge zu verzichten die für mich wichtig sind/sein können. In der Regel benutzte ich das meiste Zeug, entweder für mich oder falls es jemand Anderes braucht.

    Aber da ich selbst ne Menge Elektronik dabei habe, und ein Handy ersetzt für mich keine Kamera mit Objektiv, nehme ich das halt in den Kauf (und wenn ich Wilbo zitieren darf, der ja auch :) ). Ich habe gestern mal spaßeshalber Sachen gewogen die ich auf dem Kungsleden dabei hatte und die überflüssig waren. 1 Buch, ja ich war vorher motiviert das zu lesen, ich hoffe jetzt habe ich begriffen, dass das beim Wandern bei mir mit dem Lesen nichts wird ;-), dann insgesamt jeweils 3 Akkus für die Kamera und die Action Cam plus Ladeschale. 2 Akkus je Gerät hätten vollkommen ausgereicht, eigentlich einer, aber als Backup, wenn was kaputt geht sind es dann halt zukünftig jeweils 2 Akkus.

    Das waren dann in Summe 433gr zuviel die ich unnötigerweise rumgeschleppt habe. Bei der Action Cam muss sich noch zeigen ob das meins ist, wenn nicht, kann ich das Gewicht plus Akkus auch sparen. Da ich keine Smartwatch habe und auch nicht anschaffen will, da ich davon ausgehe, dass das Teil ständig geladen werden muss und ich auf dem Kungsleden jetzt entschieden habe meine Touren nicht mehr (mit dem Handy) zu tracken, spart das auch ne Menge Energie auf dem Handy. Externes Garmin GPS SOS Gerät als Backup, allerdings das Große und Schwere, ist für mich indiskutabel.
    Das Handy ist primäres Gerät zur Navigation, das Garmin ist dann ausgeschaltet, und da hält der Akku ewig. Der Sweetspot für mich sind all around 14-15kg, je nach Essen/Trinken und unnützen Büchern ist es dann auch manchmal mehr geworden.

  • Vielleicht wäre dir Frage interessanter, welche FUNKTION man weglassen bzw. durch "Nichtelektronik" ersetzen möchte? Und auch WANN?

    Wenn ich 4 Tage den A1 gehen möchte und in Gasthäusern/Hütten/etc übernachte kann ich mich frei entscheiden, ob ich den Photo mitnehme, ob das Handy/GPS/Inreach, welche Stirn- oder Taschenlampe, jeweils mit der zugehörigen "Infrastruktur".

    Wenn ich in unbekanntem, unwegsamen, einsamen Gelände weitab der Zivilisation auf einer nicht wiederholbaren, langen Tour unterwegs bin stellen sich diese Fragen völlig neu. Dann beginnt auch das Thema 'Sicherheitsgewinn durch elektronisches Equipment' an Bedeutung zu gewinnen. Und mit steigender Dauer bekommt der Komfort eine andere Bedeutung als für 2 Tage Donautalwanderung.

    Den meisten bisherigen Antworten entnehme ich implizit das sie für den ersten Fall geschrieben wurden.

    Ich habe schon so viel aus meinen Fehlern gelernt. Ich gedenke noch weitere zu machen.

  • Ich hab das durchprobiert ohne Elektronik und wieder verworfen. Viele Touren, speziell in Skandinavien wären auch nicht möglich ohne Smartphone. Alleine schon Tickets für Bus und Bahn... die Tickets gibt's oft nur über die App.

    Heimische Touren hatte ich zT ganz ohne Elektronik gemacht. Spätestens mit Familie muss dann aber ein Stupidphone dazu, wegen Erreichbarkeit. Ab da macht das Upgrade zum Smartphone aber Sinn, denn für 100g mehr gibt's Fotos, Tourenplanung und all die gewohnten Dinge. Ins Tal abzusteigen, um Festzustellen: der Supermarkt hat zu - das macht noch weniger Spaß wenn man weiß, dass das so einfach vermeidbar wäre. Ich würde daher sagen das Smartphone ist einfach gesetzt, Big5 oder so. Der Purist und strenge ULer hat dann nichts weiter dabei, also keine Kameraausrüstung, je nach Tour kein Inreach, keine SmartWatch oder gar Drohne! ;)

    Man könnte Diskutieren ob ein Wander-Smartphone sinnvoll wäre, das vielleicht 50g einspart. Mir sind bessere Bilder aber 50g wert!

  • Ich habe mir im laufe dieses Jahres 2 neue Powerbanks und einen neuen Charger, gekauft.

    Welche das sind, kann man auf Seite 9, im Thread „Welche Powerbank nutzt ihr“ nachlesen.

    Bin damit, obwohl eine Variante echt mit über 400g Gewicht für Charger und Powerbank, echt zufrieden.

    Warum ich so viel Gewicht mitschleppe, steht ebenfalls im oben erwähnten Thread.

    Ich bin der Meinung, das eine Powerbank einem Solarpanel in Fragen Sicherheit, meilenweit voraus ist, da man Wetterunabhängig laden kann.

    Auf mein Smartphone will und kann ich nicht verzichten. Außerdem zähle ich das Habdy zum Wornweight, da ich es immer in der Hosentasche trage, wie im Altag auch.

    Es ist für mich, da ich Diabetiker bin und einen Sensor am Arm habe, der die Daten an mein Handy überträgt, lebenswichtig.

    Außerdem ist es mein Fotoapparat, Filmkamera, Navigationsgerät, Notizblock etc… etc…

    Charger, Powerbank und Smartphone, sind die einzigen Elektronischen Geräte, die ich mitschleppe.

    Anfänglich habe ich oft ein Kindle E-Bookreader mitgenommen, aber habe festgestellt, das ich eh nicht zum Lesen komme, wenn ich auf Tour bin. Einzig bei längeren Anreisen, wie z.B. meiner Wanderung auf dem GR 34, in der Bretagne, wo ich mit Flixbus und Bahn an und abgereist bin, nehme ich es mit, da mir sonst sterbens langweilig wird.

    Was mich wundert ist, das manche sogar eine Kameradrone mit sich durch die Gegend schleppen. Das halte ich vor allem deshalb für überflüssig, da sie Bilder liefert, die weder für die eigene Erinnerung taugt, noch irgendeinen Nährwert für etwaige YT oder Insta Filme haben. Die Sicht von oben, sieht man halt nur durch fie Drohnenbilder. Die hat man weder selber beim Wandern gesehen, noch das ich, wenn ich mir ein Wandervideo anschaue, irgend estwas davon für mich wertvolles herausziehen kann, da ich ja, wenn ich die Strecke selber einmal Wandern will, auch nicht von oben schaue, sondern immer aus meiner „ebenerdigen“ Perspektive.

    Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.

    Irgendwelche schweren Kameraausrüstung würde ich auch niemals mitschleppen. Ich finde, das moderne Handykameras ausreichend schöne Bilder machen. Aber wer nunmal Fotografieren sein Hobby nennt, kann das natürlich auch anders handhaben.

    Was das Thema angeht, das die Fotos sowieso keiner sehen will, sei gesagt, das man, wie du WonderBär ed ja schon erwähntest, hier im Forum für die Bildchen Herzchen bekommt, desweiteren mache ich ja Filmchen von meinen Wanderungen und stelle sie bei Insta ein, wo sich immerhin um die 200+ Zuschauer daran erfreuen (zugegebenermaßen wahrscheinlich höchstens 50, die restlichen klicken nach 3 Sekunden weiter), aber am wichtigsten ist mir, das ich mir einmal im Jahr, ein Fotobuch daraus mache und diese mir durchaus öffter mal anschaue.

    Einmal editiert, zuletzt von RaulDuke (6. September 2025 um 07:09)

  • Eigentlich geht's mir hier weniger ums Fingerpointing oder das allgegenwärtige "wir sind so abhängig von unserer Technik geworden" (ok, ja, schon auch, ich gebs zu 😇) sondern um den für mein Verständnis eigentlichen Kern des UL:

    Bequemlichkeiten & Gewohnheiten hinterfragen, Muster aufbrechen, Gewicht durch Fähigkeiten ersetzen

    Wofür brauche ich eigentlich mein Handy?

    PrioWarumSubstitution
    1Fotos / Kameraweglassen
    2NavigationinReach (100g) / Papierkarte
    3KommunikationinReach (100g) / weglassen 
    4Tickets & Buchungsdaten20g Papier, so what
    5e-book readerweglassen
    6Wörterbuch / ÜbersetzungshilfeHände & Füße
    7KompassinReach (100g) / Pysikalisch 30g 

    Es gibt zu dem Thema noch zwei Punkte die mir auffallen

    1. als ehemaliger Raucher - das Gefühl das man bekommt, wenn man beschließt das Handy zu hause zu lassen, entspricht dem, das man hat, wenn man mal 2h ohne Zigaretten los ziehen muss/will/soll. Das ist ein klares Abhängigkeitsverhältnis in meiner Wahrnehmung
    2. ich habe aus genau dem Grund das Ding meist im Flug- und minimal Strommodus und versuche so gut wie es geht alles ohne hin zu bekommen in der Hoffnung dass mir der Akku auch wirklich hält. Ich finde das hat etwas wahnsinnig befreiendes nach einiger Zeit und man kommt wieder dazu, sich auf das HIER zu konzentrieren und lebt nicht in irgendwelchen virtuellen/alternativen Welten
  • Klingt für mich alles nach einer Frage der Motivation.

    Wofür und warum bin ich eigentlich unterwegs? UL um des UL willens, UL um weiterzukommen und schneller zu sein, UL um minimalistisch zu sein, UL um weniger Schmerzen zu haben und dadurch mehr Komfort zu haben, UL um auch andere Sachen mitzuschleppen ...

    Wenn du dich möglichst vom Alltag, von der Moderne, vom Handy abkapseln möchtest ... dann kann das sehr UL sein, weil du weniger dabei hast. Wenn du UL bist, um möglichst effizient/schnell/... voranzukommen, dann kann Elektronik hier sehr gute Dienste leisten, die das Gewicht wett machen. Wenn du wie ich zur Hälfte nach draußen gehst, um Fotos zu machen, dann zwingt dich das Fotogewicht, überall sonst so wenig wie möglich zu schleppen.

  • Die Smartwatch ist für mich einerseits ein Tool was deutlich weniger Strom verbraucht fürs Tracking als das Smartphone und die Backup Kartenlösung falls das Telefon mal nicht mehr will (und umgekehrt). Beides trage ich auch im Alltag. Ist quasi ein GPS am Handgelenk.

    Ich war neulich mit einem Kumpel unterwegs, der hatte den Trail auf der Uhr, das war schon super praktisch. Hab ich mir dann auch angesehen, an sich kaum Gewicht (50g?) und Strom sollte ewig halten. Auf der anderen Seite 50g dafür dass ich nicht in die Hosentasche greifen muss, um mein Handy raus zu ziehen, das war zumindest meine Überlegung. Mir ist allerdings Puls etc ziemlich Jacke

    Smartwatch muss man nicht haben aber es ist ohnehin "worn weight"

    Außerdem zähle ich das Handy zum Wornweight,

    Ich höre das öfter, verstehe den Sinn der Aussage allerdings nicht so ganz. Der Schwerkraft ist es ziemlich Jacke ob du Dein Gewicht im Rucksack oder im Schuh trägst. Wenn du bergauf läufst, musst du die Energie aufbringen um das Potential aufzubauen und beim bergabgehen schiebt das. Bei einem 5/6/7kg tuto Rucksack denke ich, ist es wurscht ob Du da noch 50g rein packst oder nicht, das merkst du sicher nicht

  • WonderBär

    Für mich ist bei diesen ganzen Packlisten, etc… einzig entscheidend, was ich auf dem Rücken trage.

    Mir geht es nicht darum, weiter oder schneller voranzukommen, sondern um Bequemlichkeit!

    Das einzige, was beim Wandern unbequem sein kann, sind Schuhe und Rucksack. (natürlich kann auch ein Pullover unbequem sein, etc…)

    Ist mein Rucki leicht, ist er bequemer, als wenn er schwer ist.

    Mein Handy trage ich 365 Tage im Jahr in meiner Hosentasche herum.

    Ich rechne auch nie aus, was meine Klamotten am Körper wiegen. Skinout ist für mich uninteressant!

    Jeder wie er will!

  • Der Schwerkraft ist es ziemlich Jacke ob du Dein Gewicht im Rucksack oder im Schuh trägst. Wenn du bergauf läufst, musst du die Energie aufbringen um das Potential aufzubauen und beim bergabgehen schiebt das.

    Sehe das wie RaulDuke

    Was im Rucksack ist, ist deutlich unangenehmer. Klar verrichte ich für jedes bewegte Gramm am Körper Arbeit, Gewicht am Rücken/auf den Schultern fühlt sich aber sehr unangenehm an, wenn es zu hoch wird. Ich sehe das um Sinne einer Lastverteilung. Viele tragen deshalb ja auch Wasserflaschen vorne oder füllen ihre Fanny Packs recht voll.

    Mit deiner Aussage, man muss ohnehin das ganze Gewicht am Körper schleppen, könnte man, weiter gesponnen, beginnen darüber zu diskutieren wieso die meisten UL wollen aber trotzdem ihren Hüftspeck durch die Gegend hieven? Lieber 500g Hüftgold oder 50g im Rucksack gespart? Da würde es aus "energetischer" Sicht also mehr Sinn machen vor einer Tour 2kg abzunehmen, als eine GPS-Uhr zu Hause lassen...

    Weg als Ziel | mein Blog (privat) - Tourenberichten, Ausrüstungstests, Tipps & Tricks

    Tidy Gear | mein Webshop (gewerblich) - Alpha Direct Produkte, Trail Gaiter Gamaschen, Rucksack Liner, und anderes

  • Klingt für mich alles nach einer Frage der Motivation.

    Wofür und warum bin ich eigentlich unterwegs? UL um des UL willens, UL um weiterzukommen und schneller zu sein, UL um minimalistisch zu sein, UL um weniger Schmerzen zu haben und dadurch mehr Komfort zu haben, UL um auch andere Sachen mitzuschleppen ...

    ... Wenn du UL bist, um möglichst effizient/schnell/... voranzukommen, dann kann Elektronik hier sehr gute Dienste leisten, die das Gewicht wett machen. Wenn du wie ich zur Hälfte nach draußen gehst, um Fotos zu machen, dann zwingt dich das Fotogewicht, überall sonst so wenig wie möglich zu schleppen.

    In den Fragen oben steckt meiner Ansicht nach der ganz große Widerspruch der UL - Szene.

    Bzw. da man müsste es auf Punkt 1 reduzieren, UL des UL wegen, einfach so halt, weil man Spaß dran hat. Wäre nicht verwerflich würden aber wahrscheinlich nur wenige zugeben...

    Wenn ich schnell voran kommen will habe ich so gut wie gar kein Gepäck. Und auch keine große und schwere Technik. Eine Uhr vielleicht. Dann würde der UL - Wanderer seine Touren dort durchführen, wo es Infrastruktur gibt und nicht wie es viele bei UL-Anhängern beliebten Wanderwege machen, der Zivilisation ausweichen in einer relativ dicht besiedelten Gegend.

    Was auch selten erwähnt wird: Der UL- Markt ist ein gigantisches Geschäft in seiner Gesamtheit, denn er hält die Leute immer bei Konsumlaune und verhindert das schlimme Gefühl zufrieden zu sein mit dem was man hat. Ein paar Gramm leichter geht doch immer und der Konsument findet gleich eine Rechtfertigung sich was neues zu kaufen...

  • Mir ist nicht so ganz klar was das jetzt mit dem Thema zu tun hat, aber wenn du über die Widersprüche von UL diskutieren willst - die es sicherlich zu haufen gibt - mach doch einfach einen neuen Thread auf?

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!