Beiträge von dermuthige

    Der Text ergibt im Kontext schon Sinn: "mit ausreichen Dehnungsvermögen für die Belüftung deiner Unterarme" gehört zusammen, nicht bloß "Gummizug [...] für die Belüftung", wie nats bereits sagte. Das ändert durchaus den Kontext, insbesondere im Zusammenspiel mit dem Bild: Ja, ein enges Bündchen verhindert die Belüftung – und genau deshalb machen sie den Gummizug dehnbarer. So ist das Bündchen einfacher und weiter mit den Fingern zu öffnen, was dann ein wenig Belüftung ermöglicht. Ob das nun zu ausreichender Belüftung führt, ist eine andere Frage. Aber ich finde schon, dass sich die werbetextende Person da Gedanken gemacht hat. :)

    Das Argument mit den sich vielleicht dehnenden Nähten finde ich deshalb durchaus bedenkenswert.

    Nun ja, das bezieht allerdings auf Ziehen mit ganzer Kraft. Bloß einen Rucksack vollzustopfen ist noch was anderes 😄

    So ganz abweichend find ich meine Meinung aber nicht? Dan Durston z.B. meinte doch auch, gut für Rolltops und Packsäcke, aber vielleicht nicht Rucksack-Hauptmaterial.

    Allerdings: Mein Gefühl sagt, Dan spricht ebenso wie ich eher von größeren Rucksäcken, wo z.B. die Nähte der Hüftgurte auch eine große Last abkönnen müssen. Der kleine Nero Classic ist da vielleicht nicht so fordernd.

    (Auch wenn dieses genauere Einordnen dir vermutlich auch nicht viel hilft. 😄)

    Nimm Ultra 100 X.

    Zu Ultra TenX gibt es bisher erstaunlich wenig Informationen und auch wenig Erfahrungsberichte. Es sieht optisch sehr aus wie ein Rebranding von Ultra 80 X (wenn auch etwas stärker der Grammatur nach). Ultra 80 X habe ich für meine Kamerataschen getestet und mich erstmal dagegen entschieden, es in mein Sortiment aufzunehmen – die Nähte lassen sich durch Zug deutlich einfacher weiten als bei Ultra (100 X, 200 X, etc).

    Ultra 100 X hingegen hat sich mittlerweile bewährt. Das Grau (ich vermute Glacier Grey) finde ich wirklich schön, ist eine meiner liebsten Ultra-Varianten. Persönlich würde ich für einen Rucksack schon auf 200 X setzen, 100 X ist da schon eher das Mindeste. TenX sehe ich eher für Outdoor-Accessoires. Falls es wirklich stärker als das 80 X ist, vielleicht ein passender Stoff für meine Kamerataschen, mit der man ja eh eher pfleglich umgeht. Aber nicht für den Rucksack, den ich eher durch die Welt werfe, zerre und schleife.

    Edit: Mehr zu TenX von Reddit, mit Input von Zpacks und Durston
    Edit: Hier im letzten Bild das Datasheet zu TenX

    caficon Danke für die Erwähnung!

    Was ich brauche: man kommt schnell ran, im Regen ist es geschützt. es darf nicht so rumklappern. Objektiv und Kamera sind gut gepolstert. Eventuell so eine Art HipBag...

    Sobald es mehr als nur die Kamera wird, gibt es an leichten gepolsterten Fototaschen nicht viel – genau der Punkt, warum ich angefangen habe, meine Taschen zu entwickeln. Daher erlaube ich mir mal die Links zum Leichtmut Roamer (leicht, minimalistisch) und Leichtmut Slinger (schwerer, alltagstauglicher). :)

    Ansonsten gibt es natürlich viele ungepolsterte UL-Taschen.

    Die Entwicklung hab ich hier im Forum mal vorgestellt, hat sich seitdem fleißig weiterentwickelt.

    Wie gut sich das auf dem Fahrrad schlägt? Würde mich über den Austausch zu Befestigungsmöglichkeiten freuen ^^ Aber ist mit Straps als Hüfttasche definitiv denkbar – ein etwas breiterer oder gepolsterter Gurt wäre für lange Strecken womöglich komfortabler!

    Weiterer Game-Changer bei mir bei der Suche nach einem gut sitzenden Rucksack: die Rückenlänge gekonnt ignorieren und ein gutes Stück länger wählen als empfohlen, dann ist Schluss mit dem ständig hochrutschenden Hüftriemen, aber das wäre nochmals ein anderes Thema

    Zu dem Thema: Wär cool, wenn alle Hersteller klar beschreiben würden, wie sie die Rückenlänge in der Konstruktion ihres Rucksacks verstehen. Denn sobald man hier andere Vorstellungen oder Präferenzen hat, passt es einfach nicht mehr. In Zeiten (und der Nische), in der wir Rucksäcke hauptsächlich online kaufen, wäre das sehr hilfreiche Transparenz.

    Ich arbeite mit Leichtmut (meiner Ein-Personen-Manufaktur) auch an einem Rucksack, den ich ausschließlich individuell auf Rückenlänge und Hüftumfang angepasst fertigen möchte. Aber selbst das muss nicht immer treffsicher sein, wenn das Verständnis der Rückenlänge und der gewünschten Höhe, wo der Hüftgurt aufsitzt, auf beiden Seiten nicht gleich ist. Damit das funktioniert, muss die eigene Konstruktion klar beschrieben sein, um die Maße entsprechend anzupassen.

    Vermutlich reichen die beiden Maße allein auch gar nicht aus. Anderer Körperbau = anderer perfekt sitzender Rucksack in vielen Details. Das merke ich schon an einem ganz simplen Beispiel: Eine auf meinen eher schmalen Körperbau angepasste Konstruktion wird bei einem deutlich kräftigeren Körperbau schnell eng. Die "Tiefe" der Schulter (von hinten bis vorne) würde idealerweise die Länge der Schultergurte beeinflussen, damit z.B. Schultergurt-Taschen immer auf einer guten Höhe sitzen (eine "tiefere" Schulter benötigt längere Gurte als eine sehr schmale Schulter).

    Und vielleicht noch die Geschlechter-Frage dazu?

    100 %! Da habe ich auch noch viel zu lernen und zu berücksichtigen. Bisher teste ich meine Konstruktionen auch hauptsächlich an mir selbst, das hat eindeutig Grenzen.

    Die Theorie sagt: Es gibt kein "one size fits all" oder "one construction fits all". Dennoch bieten die meisten Manufakturen nur eine Konstruktion an, mit Abweichungen nur in Hüftumfang und Rückenlänge. Vermutlich sind die Rucksäcke damit für die große Masse gut genug, aber im Einzelnen doch nicht perfekt.

    Wenn man ins Detail geht, wird so ein Rucksack-Design überraschend schnell komplex. Man könnte auch sagen, die Korpus-Maße des Rucksacks (Höhe/Breite/Tiefe) sollten abhängig von der Rückenlänge gewählt werden. Ein kleiner Korpus bei langer Rückenlänge muss höher und dafür weniger tief gebaut werden, um ausreichend Höhe für die Rückenlänge und zusätzlich nach oben versetze Load-Lifter zu erreichen. Ein großer Korpus bei kurzer Rückenlänge sollte vielleicht eher kürzer und dafür breiter (und/oder tiefer) gebaut werden, damit die Last nicht über der Kopfhöhe wackelt, sondern nahe am Rücken konzentriert bleibt.

    (Ich hab wohl viele Gedanken zum Thema Rucksack-Konstruktion). ^^

    Hm, würde es nicht reichen einfach den Schultergurt etwas lockerer zu machen und das Teil würde sich "um die Schulter schmiegen"?

    Der Rucksack hat ja einen Hüftgurt und der Abstand zwischen Hüftgurt und Schultergurt ist fix. Machst du die Schultergurte lockerer, kippt der Rucksack einfach nach hinten. Du könntest maximal einen für eine kleinere Rückenlänge kaufen. Bleibt aber das Problem, dass auch dann der obere Teil des Rucksacks eher nach hinten kippt und du ohne Load-Lifter nicht korrigieren kannst.

    Ich verstehe, was du meinst. Das Beispiel aus deinem Bild finde ich auch blöd. Besser wäre, wenn der Schultergurt sich auch hinten noch nach unten um die Schulter schmiegt, um die Last besser zu verteilen.

    Ich sehe gerade: Dein Bild stammt vom Wapta 30. Ja, find ich auch doof. Der hat aber auch keine Load-Lifter. Ist das der Ursprung des Problems? Ich kann mir vorstellen, dass wenn der Schultergurt-Ansatz tiefer säße, der Rucksack sich weiter nach hinten lehnen würde. Als Kompromiss scheint daher der Schultergurt-Ansatz nach oben versetzt.

    Wenn ich mir hingegen z.B. den Durston Kakwa 55 mit Load-Liftern anschaue, schmiegt sich der Schultergurt durchaus um die Schultern. So sind nach meiner Beobachtung viele (oder nur einige?) andere Rucksäcke gebaut, wie zum Beispiel von AtomPacks.

    Aus meiner Beobachtung hilft für einen Rucksack, der wie beschrieben anliegen soll, dass er ein Tragegestell mit Hüftgurt, Frame und Load-Liftern hat. Die gemessene Rückenlänge muss im Abstand zwischen Hüftgurt und Schultergurten/Load-Liftern so berücksichtigt sein, dass das obere Ende der Rückenlänge (also die Schulter) über dem Ansatz der Schultergurte und unter den Ansatz der Load-Lifter sitzt.

    Dabei müssen sich Rucksack und Person einig darüber sein, wie genau die Rückenlänge zu verstehen ist und wie sie im Rucksack berücksichtigt ist. Das ist nicht bei allen Rucksäcken gleich. Etwa: Beginnt die Rückenlänge am oberen Ende des Hüftgurts, sodass der Hüftgurt die Hüfte seitlich umschmiegt, oder beginnt sie in der Mitte, sodass die obere hälfte des Hüftgurtes eher auf der Hüfte aufliegt?

    Ebenfalls wichtig: Load-Lifter erst stramm ziehen, sobald Hüftgurt und Schultergurte gut sitzen. Zieht man zuerst die Load-Lifter stramm, kann es dazu führen, dass man sie zu stramm zieht. Das kann die Schultergurte effektiv verkürzen und ihren Ansatz höher versetzen, sodass die Schultergurte sich eben nicht mehr sauber um die Schulter schmiegen können. Zieht man sie zuletzt stramm, können sie das Rucksackgewicht näher an den Rücken bringen und den Tragekomfort verbessern.

    Beim oben verlinkten Ultrastoff ist zu beachten, dass es sehr vorteilhaft ist, wenn man eine Kevlarschere hat

    Auf jeden Fall Kevlarschere! Wer viele Projekte mit dem Stoff umsetzt: Der mikroverzahnte elektronische Cutter von ExTex funktioniert wirklich sehr gut. Ist leider sehr teuer. Hab meinen glücklicherweise über Kleinanzeigen erstanden.

    Und ich finde ihn für Flaschentaschen fast zu nachgiebig.

    Ich würde hier mittlerweile einen Kordelzug einbauen. Um den Stretch zu haben, falls nötig, aber ihn auch einzudämmen, selbst falls der Stoff irgendwann ausleiert.

    Eher Neues für Rucksäcke & Taschen / Rucksack-Material, oder?

    UX10 gibt es schon eine Weile. Ist das hier eine Art Re-Branding oder sind die beiden weiteren Varianten neu und zu dritt ist nun die Kategorie "Hyptertec" neu? ^^

    Ich mag UX10 sehr gern, sehe das persönlich aber eher für Accessoire-Taschen als für den Hauptrucksack. Haptisch sehr angenehm, optisch top, nur ist es wirklich sehr dünn. Aber die (neuen?) stärkeren Varianten finde ich spannend! Mal schauen, ob/wie mensch da irgendwann rankommt.

    Genau das wollte ich auch gerade verlinken. Ist für Seitentaschen sehr üblich bei den typischen UL-Rucksäcken. Dank UHMWPE-Fasern eben recht stabil. Für weniger exponierte Stellen, wo man weniger Schrammen erwartet (wie zum Beispiel eine Schultergurt-Tasche), tut es sicher auch etwas günstigeres/leichteres.

    Moin! Viel Erfolg und Spaß beim Projekt!

    Die Rückenlänge bestimmt die Positionen der Teile des Tragesystems, ist aber nicht einfach gleich die Länge der Rucksack-Rückseite. Wie genau sie die Positionen bestimmt, hängt von der Konstruktion ab.

    Ich denke unterer Ansatz der Rückenlänge bei ⅓-½ von der Oberkante des Hüftgurtes ergibt Sinn; würde ich aber, falls vorhanden, mit einem gut sitzenden Rucksack vorher überprüfen.

    Ansatz der Schultergurte ist variabler: Wenn sie direkt auf Höhe der Schulter aus dem Rucksack kommen sollen, hast du hier den oberen Punkt der Rückenlänge. Ich lasse die Schultergurte noch um meine Schulter kurven; ich setzte dafür den oberen Punkt auf die Hälfte der Distanz zwischen Schultergurten und Loadliftern.

    Loadlifter: Ich kenne und baue das im 45°-Winkel. Der Rucksack sinkt unter Last ja eh immer etwas ab und der Winkel verringert sich.

    Als jemand der viel Ultra näht und taped: einen Rucksack komplett zuverlässig wasserdicht zu tapen ist kaum hinzukriegen. Ich würde dem nie vollkommen vertrauen. Die meisten (wenn nicht alle) sagen deshalb ja auch nicht, der Rucksack sei wasserdicht – sondern nur, dass sie wasserdichte Materialien verwenden und die Nähte tapen. Und das ist halt immer noch was anderes als ein Packraft-Stoff, wo man nicht näht, sondern das Material miteinander verschmilzt. Für Regen reicht das bestimmt trotzdem aus, aber eine unglückliche Flussüberquerung ist was anderes.

    Das Tape funktioniert am besten wenn alles total glatt ist. Paar Beispiele, wenn das nicht so ist:

    • Ist ein Knick im Stoff, ist es schon schwer, mit dem Tape perfekt in diesen Knick reinzukommen. Denn das ist nicht immer nur ein Knick, sondern häufig mehrere mini-Knicke in der Folie des Laminats — und man wird nicht an jedes Tal dieser Knicke zuverlässig rankommen.
    • Mehrere Nähte nebeneinander, vielleicht sogar ein Bartack? Da hält das Tape auch nicht wie auf der Folie.
    • Gurtband in die Naht eingenäht und schaut innen heraus? Überhaupt dicke Schichten in der Naht? An den Kanten der Stoffe in der Nahtzugabe und den anderen Materialien darin hält das Tape ebenfalls nicht perfekt.
    • Ecken des Rucksacks, wo mehrere Seiten zusammenkommen? Auch sehr schwer zu tapen.

    Das Tapen erfordert Aufmerksamkeit und Zeit. Was hilft, ist eine breitere Bahn Tape, damit es ausreichend Platz neben der Naht hat.

    Und selbst wenn es perfekt ist – wenn man harte Gegenstände ohne Liner in den Rucksack stopft (zum Beispiel einen Kochtopf), können die auch mal einen tieferen Kratzer in der Folie des Laminats hinterlassen. Und schon ist die Wasserdichtigkeit an dieser Stelle dahin.

    Was nicht heißen soll, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Man bekommt so einen Rucksack schon "sehr wasserdicht". Und eine kleine Schwachstelle wird nicht direkt den Schlafsack durchnässen. Aber bei einer Flussüberquerung kann es natürlich schon kritisch werden. Dann ist ein Pack Liner doch eine gute Idee. Oder zumindest der extra verpackte Daunenschlafsack.