Beiträge von Oska

    ich danke euch für die vielen Infos. Habe mir mal die Seiten vom Eskapist angeschaut, da sind auch viele hilfreiche Infos zum Trail.


    schrenz

    Zu 7.: Du kannst dich auch an den Begründer der NATTs wenden, Andrees ist Belgier, der in Deutschland lebt und mega hilfsbereit: http://www.nepal-dia.de/Diavortrag_Nep…_de_ruiter.html

    Habe mir das eBook von dem gekauft, ist aber viel Text und wenig Bilder. :)


    whr

    Bhutan ist teuer und auch stark reguliert.

    Was meinst Du mit stark reguliert?


    - Da es ja anscheinend doch recht schattig werden kann, wie ist das dann nachts bei den Lodges mit Bettzeug/Decken? Mein Quilt geht bis -6, aber der war in Island schon nachts an der Grenze. Und wenn es dann noch kälter wird weiß ich noch nicht so ganz was ich da noch mitnehmen sollte.

    - Sofern nur der AC, Zelt ist also nicht notwendig? Würde mit Thermarest dann ja ca. 1 kg sparen, was dann wahrscheinlich mit Klamotten wegen der Kälte eh wieder dazukommt, aber dann halt nicht doppelt. :)

    Hi,

    ich überlege dieses Jahr in Nepal zu wandern. Unter Anderem den Annapurna Circuit NATT. Da ich das frühe Zeitfenster verpasst habe, wird es wohl so Oktober werden, das scheint dann die andere Reisezeit zu sein. Ich habe da ein paar Fragen:

    1. Wie ist die Versorgung der Verpflegung auf dem Trail? Ich habe gelesen, dass es eine Art Teehäuser gibt und man da wahrscheinlich hauptsächlich frisch zubereitetes Essen bekommt? Bekommt man auch Nahrung für unterwegs die nicht frisch ist, bzw. mit welcher Regelmäßigkeit kann man das Essen wieder auffüllen?

    2. Wie sind die Erfahrungen mit Trinkwsser? Kann man das gefiltert aus den jeweiligen Wasserressourcen nehmen? Ich frage wegen Düngung, das war ein Teilen von Neuseeland ein Problem.

    3. Da ich im besten Szenario 3 Monate Zeit habe, was lohnt sich da noch in der Ecke anzuschauen? Nach Bhutan würde ich auch gerne noch rüber um mir das glücklichste Land der Erde und deren Bewohner anzuschauen.

    4. Gibt es jüngste Erfahrungen zu dem Thema Guidepflicht? Eigentlich soll man ja einen haben, aber da ich wie immer solo unterwegs sein werde passt das für mich nicht.

    5. Wenn ich das richtig gelesen habe scheint Oktober Monsumzeit zu sein. Mit welchen Temperaturen kann man so in den Höhen rechnen?

    6. Ist wildcamping möglich und erlaubt?

    7. Irgendwas wichtiges vergessen?


    Danke euch

    Grüße

    Oska

    ich war letztes Jahr in Island und habe mir dafür extra das Durston X Mid 2 Pro in Dyneema gekauft. Was das Material angeht, hätte das Zpacks wahrscheinlich auch keine Probleme gemacht, das hatte ich damals extra in der dickeren Version gekauft (aber eher weil das Material etwas blickdichter ist), aber es hat weniger Abspannpunkte als das X Mid, glaube 6 vs 12 und die 12 habe ich beim X Mid auch häufiger genutzt. Dazu ist die Außenhaut beim X Mid tiefer am Boden als beim ZPacks.

    Für Island brauchst Du auf jeden Fall ein Zelt, was im Wind stehen kann. Ich habe Videos von Zelten gesehen, die mir entgegengekommene Hiker gezeigt haben, bei denen die Zelte wegen dem Wind kollabiert sind. Zusammen mit der Tatsache, dass die Temperaturen dort auch im Sommer um den Gefrierpunkt sein können, plus Regen und Wind, musst Du da etwas haben was dann auch funktioniert und Dir wirklich Schutz bieten kann. Zu den anderen Zelten kann ich nichts sagen, aber ein Hilleberg, auch wenn sehr viel schwerer ist ein Traum von mir und sollte eigentlich auch für solche Gebiete taugen. Wobei ich nicht weiß, wie das mit dem Material aussieht, da die leichteren Hilleberg Zelte wahrscheinlich bezüglich des Stoffs nicht so stabil sind wie deren schwerere Modelle, ist aber nur eine Vermutung von mir.

    Den Kungsleden habe ich wieder mit dem Zpacks gemacht und war da im großen und ganzen auch zufrieden mit. Eine Nacht hatte ich eine Stellfläche mit sandigem Boden und da ist mir der Eckhering nachts rausgegangen, hatte nachts geregnet, war so um die 8 Grad rum und morgens hatte ich ne Pfütze im Zelt und meine Wanderhose war klitschnass. Das Problem hätte ich aber umgehen können, wenn ich konsequent (wie in Island) auf alle Heringe einen Stein drauf gelegt hätte.

    Zum X Mid noch, es ist ein sehr geräumiges Zelt, ok ich hatte auch die 2 Personen Version dabei, aber die seitlichen Apsiden sind glaube ich von den Maßen identisch und ich habe dort sogar mal im Zelt dann in der Apside einen Tee gekocht (im Zpacks nie, ist mir auch zu unsicher dort weil weniger Platz) , weil mir arschkalt war, meine Klamotten feucht vom Schwitzen, starker Wind war und es um den Gefrierpunkt war und ich wieder warm werden musste. Man kann die Apsiden mit einem Reißverschluss zu ziehen was super ist, ich glaube bis zu 12 Abspannpunkte, aber eine Sache hat mich gestört. Das Material war dünner als das vom Zpacks, kann also auch daran gelegen haben, aber ich hatte manchmal die Befürchtung, dass das Zelt undicht ist, was in so einer Umgebung natürlich kritisch sein kann, da ich gefühlt Wassersprenkel ins Gesicht bekommen habe und beim seitlichen schwarzen Moskitonetz es teilweise so aussah, als ob da Wassertropfen runtergelaufen sind. Ich vermute aber, dass statt undicht, der Grund war, dass die Kondensation an der Innenseite mit den ständig vibrierenden Bewegungen durch den Wind gegen die Außenwand, diese kondensierten Miniwassertropfen dann nach innen gesprenkelt sind.

    Island würde ich nicht mit dem Zpacks machen, da mir dort zu wenig Abspannpunkte wären.

    Ich bin lange mit der Sony RX100 unterwegs gewesen und bezüglich Kompaktheit ist Sie schon sehr gut. Mich hat aber die ausklappbare Augenlinse gestört und die damit verbundene Zwangsnutzung des Displays zur Motivüberprüfung. Da bei meiner, Mark III glaube ich, die Auflösung des Displays nichts so gut war, war natürlich die Vorschau limitiert, was man dann manchmal erst später am Monitor erkannt hat.

    Für Neuseeland habe ich mir dann eine Fuji XE-4 gekauft, eigentlich wollte ich zuerst die kompakte Fuji-X-100 V glaube ich kaufen, aber die war nirgends zu bekommen. Der Vorteil für mich bei der XE-4 war, dass ich dort Wechselobjektive dran machen kann, also etwas flexibler bin. An und für sich, ist die XE-4 eine schöne kompakte Kamera, aber für Outdoor, also längere Wanderungen mit potentiell Regen ungeeignet. Ich konnte Sie in Neuseeland relativ schnell nicht mehr nutzen, bzw. habe darauf verzichtet, weil Wasserdampf im Augensucher und dem elektronischen Display waren. Das ist irgendwann wieder raus getrocknet, ich hatte Sie zu einer Kontaktadresse geschickt in Neuseeland die ich kannte, dort war Sie dann in einer trockenen Umgebung, aber zum Wandern war Sie dann nicht mehr da.

    Dann gab es ein Upgrade, die Fuji-XT5, auch eine Kamera mit Wechselobjektiv, mit der ich prinzipiell zufrieden war, Sie ist natürlich nicht so kompakt wie eine Sony RX 100 oder Fuji XE-4, aber für mich noch relativ leicht (je nachdem mit welchem Objektiv, mein Standard ist momentan das Fujinon F4 - 16-80mm, welches für mich ein guter Kompromiss aus Gewicht und verschiedener Brennweite mit nur einem Objektiv auf Reisen ist. Gewicht mit einem Akku, 512GB SD Karte, Objektivdeckel, Sonnenschutz und Peak Design Handschlaufe ca. 1085gr. Dazu kommt dann noch der Peak Design Rucksackclip, damit die Kamera immer griffbereit ist wenn ich unterwegs bin.

    Etwas desillusioniert war ich allerdings, was das Thema wetterbeständigkeit angeht. Ich bin davon ausgegangen, dass ich mich bei Regen nicht darum kümmern muss die Kamera großartig zu schützen. In Schweden dieses Jahr habe ich dann aber die Erfahrung gemacht, dass irgendwann Wasserdampt im Augensucher war und ich morgens so ein klackerndes Geräusch gehört habe und die Kamera an war und sich nicht mehr ausschalten ließ. Akku rausgenommen und gewartet, wieder rein gemacht, irgendwann war es dann wieder weg. Ich hatte die Kamera bei Calumet gekauft und bin dann dahin, hab denen das erzählt, die haben das dann zur Werkstatt geschickt und nichts dran gemacht und meinten nur, wetterbeständig wäre nicht wasserfest und dass Korrosion normal sei. Die Kamera geht nach wie vor, der Wasserdampf ist auch wieder raus. Ich hatte mir so einen Strumpf von Peak Design gekauft, der ein ähnliches wasserabweisendes Material wie Taucheranzüge hat, der ist an dem Kameraclip befestigt und den werde ich dann zukünftig schneller nutzen wenn es regnet.

    Da ich selbst meine Bilder gerne am PC nachbearbeite und durch die 40MP auch zum croppen dann noch Reserven habe, ist die Cam momentan optimal für mich, aber wenn ich mir so die alten Bilder von Schottland oder der Alpenüberquerung anschaue, die ich mit der Sony RX 100 gemacht habe, am Ende ist es nur ein Tool, was nicht automatisch bessere Bilder macht. Physikalisch hast Du natürlich mit richtigen Objektiven prinzipiell eine bessere Bildqualität, aber das schöne Motiv musst Du da auch weiterhin selbst finden und knipsen. :)

    ihr machts mir nicht einfach. ^^ Aber danke fürs Feedback, motiviert natürlich, habe sogar wohlweislich jeden Tag abends ne Sprachnotiz in Schweden gemacht. Mal schauen ob ich die Muße finde das aufzuarbeiten.


    RaulDuke, ok ich werde für Dich ne neue Vertonung mit Schnaufen und Wandergeräuschen machen. :D Die Videos haben ja die Geräusche aufgenommen, muss mal schauen wie man die mit der Musik dann unterlegen kann, wäre dann ne Mischung aus beiden Welten.

    so, nachdem ich nun seit dem Black Friday die kommerzielle Version von Davinci Resolve habe, kann ich nun auch den DJI Codec voll nutzen und die Videos auch verarbeiten. Wie ihr schon sicher mitbekommen habt, sind Bilder, vielleicht jetzt auch Videos (sind ja im Grunde auch Bilder) eher mein Ding als das Laber Rhabarber, daher habe ich den Blog meiner Reise nicht mehr fertig gestellt. Aber Bilder sagen ja bekanntlich mehr als 1000 Worte. Vielleicht gefallen euch ja die Impressionen und es wekcht das Interesse mal selbst den Kungsleden zu wandern. :)

    Hier also der Link für das Video für die komplette Tour von Hemavan nach Abisko, kein Gequatsche, nur Bilder und Musik. :)

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    Ich habe 2018 auf Arte eine Doku über den Appalachian Trail gesehen. Ich war vorher nie wandern, kannte nur die Pilgerwege in Europa, die mich aber nie gereizt haben. Als ich die Doku gesehen habe wusste ich sofort, dass will/muss ich machen. Angezogen hat mich die Natur, die Weite, das Solo unterwegs und auf sich gestellt und zum Teil abseits von der Zivilisation zu sein, archaisch betrachtet wieder zum Jäger und Sammler zu werden, wobei es hier nur um das Fortkommen geht was jahrhundertelang unsere tägliche Beschäftigung war (heute natürlich viel bequemer mit SOS Backup und so weiter), weg von den überbordenen Anforderungen unser Zivilsation, ein simples Leben für eine begrenzte Zeit, ein Stück weit auch so etwas wie Gehmeditation, im Einklang sein mit was auch immer und frei zu sein, atmen zu können, keine sinnlosen ToDos, einfach nur Schlafen, Essen/Trinken, weitergehen, Natur beobachten, sich selbst beobachten und wenn man das Glück hat Anderen zu begegnen mit denen ein wirklicher Austausch stattfindet, Tiefe.

    Ich habe mich dann ein wenig beschäftigt mit dem Thema weitwandern und da kam dann heraus dass es noch den PCT gibt, der immer noch auf meiner Liste ist, mal schauen. Da reizt mich gerade der Nordteil, aber wenn ich ihn gehen sollte, dann komplett, denn so etwas zu machen, so lange Zeit zu Fuß, da passiert etwas mit Einem, etwas was ich in meinem Arbeitsalltag bisher nie erlebt habe, ich würde sagen Sinn und einfach Sein zu können ohne etwas Sein zu müssen.
    Und in Europa sind Trails in dieser Länge und Lage/Beschaffenheit entweder nicht vorhanden oder die Infrastruktur bedeutet eine Menge Planung/Organistaion auf dem Trail dann was nicht meins ist. Ich habe auf dem Kungsleden Leute getroffen die im Sarek wandern wollten, das ist wohl die neue Tendenz in Schweden, weg von den Touritrails und teilweise für 2 Wochen Essen dabei hatten, das hatte ich in Neuseeland auf der Südinsel auch mal, aber auf Dauer brauche ich das nicht und mich reizen Wanderungen über Monate, wo das dann teilweise am Stück schwierig wird.

    Mit der mittlerweilen doch etwas vorhandenen Erfahrung, haben sich für mich ein paar Dinge heraus kristallisiert, ich mag andere Hiker partiell gerne um mich herum haben, allerdings in homöpathischen Dosen wenns geht und Zugriff auf Resupply Optionen hin und wieder ist auch eine feine Sache. :) Das war auf dem Kungsleden von Kvikkjokk aus Richtung Abisko schon spürbar zuviel für mich mit den Menschen und dann ab dem Kebeknaise war dann Hikerautobahn. Ja ich weiß, ich war auch einer von denen. :D Aber das sind halt auch Erfahrungen die man so macht, jeder Trail hat seine eigene Magie und jeder ist mit seinen Bedürfnissen und Wünschen auch unterschiedlich.

    ich stimme Dir da zu WonderBär. Ich frage mich ja schon manchmal was die bekannten US YT Hiker am Ende mit dem ganzen Equipment zusätzlich mit sich rumschleppen. Am Ende des Tages ist es halt aber auch "hike your own hike". Wem es Spass macht auf jedes Gramm zu schauen, ist doch ok.

    Ich habe für mich einen Kompromiss gefunden. Ich versuche bei den meisten Teilen schon das leichtere Equipment zu nehmen ohne jetzt auf Dinge zu verzichten die für mich wichtig sind/sein können. In der Regel benutzte ich das meiste Zeug, entweder für mich oder falls es jemand Anderes braucht.

    Aber da ich selbst ne Menge Elektronik dabei habe, und ein Handy ersetzt für mich keine Kamera mit Objektiv, nehme ich das halt in den Kauf (und wenn ich Wilbo zitieren darf, der ja auch :) ). Ich habe gestern mal spaßeshalber Sachen gewogen die ich auf dem Kungsleden dabei hatte und die überflüssig waren. 1 Buch, ja ich war vorher motiviert das zu lesen, ich hoffe jetzt habe ich begriffen, dass das beim Wandern bei mir mit dem Lesen nichts wird ;-), dann insgesamt jeweils 3 Akkus für die Kamera und die Action Cam plus Ladeschale. 2 Akkus je Gerät hätten vollkommen ausgereicht, eigentlich einer, aber als Backup, wenn was kaputt geht sind es dann halt zukünftig jeweils 2 Akkus.

    Das waren dann in Summe 433gr zuviel die ich unnötigerweise rumgeschleppt habe. Bei der Action Cam muss sich noch zeigen ob das meins ist, wenn nicht, kann ich das Gewicht plus Akkus auch sparen. Da ich keine Smartwatch habe und auch nicht anschaffen will, da ich davon ausgehe, dass das Teil ständig geladen werden muss und ich auf dem Kungsleden jetzt entschieden habe meine Touren nicht mehr (mit dem Handy) zu tracken, spart das auch ne Menge Energie auf dem Handy. Externes Garmin GPS SOS Gerät als Backup, allerdings das Große und Schwere, ist für mich indiskutabel.
    Das Handy ist primäres Gerät zur Navigation, das Garmin ist dann ausgeschaltet, und da hält der Akku ewig. Der Sweetspot für mich sind all around 14-15kg, je nach Essen/Trinken und unnützen Büchern ist es dann auch manchmal mehr geworden.

    Tag 3 – Viterskalet Wildzelten – Syterskalet

    Wieder früh raus, denke gegen 6 gestartet, wollte der erwarteten Tageshitze entgehen. Landschaftlich ist das eine sehr schöne Ecke, keine Bäume, freie Sicht. Rechts und links Berge und im Tal geht man längs Richtung Syterskalet. Wobei das nicht ganz stimmt, da es nach ca. 5km dann nach links geht. Am Horizont konnte ich zuerst eine Struktur erkennen, die mein Ziel 1 für den Tag war, da wollte ich dann Pause machen. Auf dem Weg dorthin sah ich links einen jungen Mann zelten, der außen vor dem Zelt saß und auf einmal mit seiner Hand irgendwohin auf meiner rechten Seite hinwies. Als ich mich dann umdrehte sah ich einen einsamen Elch dort langlaufen, das war meine erste Begegnung dort. Da ich davon ausgegangen bin, dass das keine Seltenheit in Schweden ist, bin ich einfach stehen geblieben und habe nur geschaut und kein Photo gemacht.

    Nach kurzer Zeit bin ich dann weiter gegangen. Als ich bei der Struktur angekommen bin, stellte sich heraus, dass es sich um eine Notfallhütte samt externem Plumpsklo handelte. Diese war ca. in der Mitte der beiden Hütten, also 6km von denen entfernt. Ich fand das am Anfang etwas seltsam, da mir 6km nicht so lang vorgekommen sind, aber nach einem Gespräch mit einem Hüttenwart sagte man mir, dass das Wetter hier schnell umschlagen und daher auch gefährlich werden kann. Nach meiner Pause bin ich dann weiter und habe, nein, eigentlich hat Mattesch mich gesehen, mich kurz mit ihm unterhalten. Er war wildzelten, das Zelt war ca. 5m links vom Weg entfernt und ich habe ihn überhaupt nicht bemerkt. Er meinte, dass er zu viel Essen dabeihätte, also das Gepäck zu schwer sei. Er war gerade dabei eine Vitamin C Tablette in sein Wasser zu geben, ich war kurz neidisch, da ich auch Bock auf etwas Kühles mit Geschmack hatte. Normalerweise schmeckt mir, gerade kühles gefiltertes Wasser nach einer Zeit lang beim Wandern ausgesprochen gut und brauche dann eigentlich auch nichts anderes. Außer meine Belohnung mit Zucker dann am Ende des Tages.

    Egal, ich bin dann kurze Zeit später weiter gegangen und hatte mir als Tagesziel Syterskalet vorgenommen. Auch wenn es wieder mal ein kurzer Tag werden sollte, ich war körperlich noch nicht drin, es eindeutig viel zu warm, ich hatte genug Urlaub für den Trip im Gepäck, insgesamt 5 Wochen, also wozu rushen?
    Um auf das Areal mit der Hütte zu kommen musste man eine Hängebrücke überqueren, davor war ein etwas breiterer Fluss mit stark fließender Strömung, hieß also, kühles Nass, was erstmal eine schöne Vorstellung war. Nach dem obligatorischen Gang zum Hüttenwirt und der Frage nach Getränken musste ich dann feststellen, dass nur jede 2. Hütte Essen und Trinken zum Verkauf anbieten, also keine Getränke. Was relativ schnell aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass hier sehr, sehr sehr viele von diesen Bruums rumflogen. Und diese Viecher sind echt die Pest. Das sind Riesenteile, die, wenn Sie eine Stelle auf Dir finden, reinbeißen, was weh tut und anschließend auch blutet. Ich erwähnte die steile Lernkurve. Ich fand beim Wandern bei diesen Viechern heraus, wenn ich mit meinen Trekkingstöckern vorne und hinter Sie jeweils nach oben und unten kreuze, diese anscheinend davon beeindruckt sind und irgendwann von einem ablassen. Allerdings war das bei der Anzahl von Insekten dann teilweise doch nur bedingt wirksam. Ich habe dann den Hüttenwirt gefragt ob ich hier in der Nähe auch für lau wildzelten kann, und ohne, dass ich es wirklich erwartet hätte, war das möglich in ca. 50m Entfernung in einem Bereich wo kleine Birkenbäume standen. Ich konnte dort auch schon Menschen sehen, die dort zelten, das war natürlich wunderbar. Bäume=Schatten=angenehmer im Zelt mitten am Tag.

    Denn das war Plan A, Zelt schnell aufstellen, rein und mich vor den Insekten schützen und vor der direkten Sonneneinstrahlung schützen. Auf dem Weg zu meinem potentiellen Zeltplatz habe ich noch ein Pärchen getroffen, die gerade ihre Rucksäcke wieder gepackt hatten und dort vorher zelten waren. Ich weiß nicht mehr genau warum, aber ich habe die beiden gefragt, wohin Sie noch weiterwollten und war etwas erstaunt als der Mann dann sagte, dass Sie mit dem Hubschrauber rausfliegen. OK, dachte ich mir, da muss wohl Kohle vorhanden sein, da meines Wissens Hubschrauberflüge nicht ganz günstig sind und habe kurz überlegt ob das wohl irgendwelche Celebrities sein könnten. Aber da ich auf dem Gebiet eh absolut unwissend bin, bin ich dann einfach weiter gegangen. Nachdem ich dann mein Zelt erfolgreich zwischen kleineren Bäumen aufgestellt hatte und davon ausgegangen bin, dass zwischen den Bäumen tagsüber immer etwas Schatten dabei sein müsste wollte ich mir noch etwas Ambrosia gönnen, also ca. 800ml English Breakfast Tea mit Milchpulver und ner Menge Zucker. Ich war durstig. Das Wasser zu kochen ging auch irgendwie, obwohl bei jeder an derselben Stelle verbleibenden Tätigkeit immer eine Horde nervender Bruums und Mücken ankamen. Die Mücken konnte ich mit der Myggsalbe in Schach halten, die Riesenviecher aber nicht.

    Nachdem dann der Tee im Titantopf fertig war und eh abkühlen musste bin ich dann zum Fluss. Denn der Hüttenwirt hatte davon geschwärmt, dass es dort eine Art natürlichen Pool gibt, der ca. 1m tief ist und das Wasser dort ruhig und ideal zum Baden wäre. Auf dem Weg dahin habe ich dann auch gesehen, dass er den gerade selbst in Anspruch genommen hat. Nachdem er dann fertig war, habe ich mich bis auf den Schlüpper ausgezogen, meine Sandalen an und bin auch reingegangen. Es war kühl, eigentlich herrlich kühl, aber für komplett rein, wars mir dann doch zu kühl. Einer meiner liebsten Buddys, des Waschlappen mitgenommen und damit Oberkörper und Kopf mit Wasser benetzt und dabei immer wieder aufgepasst, dass die Pferdefliegen auf Steroiden mich nicht erwischen. Nachdem ich dann den Kosten-Nutzen-Faktor abgewogen habe zwischen Kühlung und gebissen werden, habe ich mich dann wieder in Richtung meines Zeltes aufgemacht, den Topf mit Tee außen an das Moskitonetz gestellt um später von Innen drauf zugreifen zu können und dann schnell rein mit möglichst wenig ungebeten Gästen von außen. Das hat im Großen und Ganzen auch ganz gut geklappt. Was ich schon häufiger bemerkt habe ist, dass Viecher die einen eigentlich stechen oder beißen wollen im Zelt, zu mindestens in einem so hellen mit DCF-Haut, häufig an die Innenseite fliegen in Richtung Helligkeit und einen dann zufriedenlassen. Nicht das ich mich deswegen beschweren wollte, aber so ganz verstanden habe ich das Verhalten nicht, denn es war tagsüber und draußen ja eigentlich genauso, wahrscheinlich sogar etwas heller.

    Wieder alles bis auf die Unterbuxxe ausgezogen, die Apsiden seitlich waren hochgekrempelt, ich hatte mir etwas Luftzug davon versprochen und dann mit dem Rücken auf die Thermarest drauf. Es war warm und mein Rücken nach einiger Zeit klitschnass, Luftzug war eher marginal vorhanden. Aber, Viecher draußen. Ich werde hier mal ein Video hochladen was ich von Innen aufgenommen habe um zu zeigen wie diese Viecher aussehen. Was ich mich an der Stelle gefragt habe ist, ob die, weil diese Hitze in dem Bereich von Schweden eher ungewöhnlich ist, einfach absolut überdrehen. Denn wenn die niemanden zum Beißen haben, wo bekamen die ihre Energie her, ständig in vollem Karacho durch die Gegend zu fliegen, und das über einen wirklich langen Zeitraum. OK, es könnte sein, dass ich da einem Irrtum aufliege und nicht dasselbe Vieh zurückkommt, sondern wie im Staffellauf die sich mit ihren Kumpels oder Kumpelinen abwechseln, who knows? Nun lag ich also im Zelt, zwar geschützt von den Attacken, aber mir dämmerte langsam, dass ich das nicht die ganze Zeit durchziehen kann, denn ich war durstig und hätte zum Fluss gemusst um Wasser für meinen Cnocbeutel zum Filtern zu bekommen. Diese Tatsache arbeitete eine zeit lang in meinem Hirn und irgendwann war ich dann soweit um es einfach in den Angriff zu nehmen und dann bin ich wieder raus in Richtung des Flusses.

    Und siehe da, ganz in der Nähe sah ich Mattesch, der auch gerade Wasser gefiltert hat. Ich zu ihm hin und gefragt ob er eventuell etwas von seinen Vitamin C Tabletten abgeben würde und dankenswerterweise hat er mir 5 gegeben. Das war dann meine Feuertaufe, wo ich den Cnocbeutel mit ca. 1.5 l Wasser aus dem Fluss vollgemacht habe, eine Tablette rein, kurz gewartet und dann das köstlich kühle Nass mit Zitronenaroma in mich einverleibt habe. Beim Filtern war am Anfang noch das Problem, dass mein Sawyer, vermutlich wegen Kontakt zu unter 0 Grad sehr lange gebraucht hat das Wasser zu filtern und dann das Wasser halt nicht mehr so herrlich kühl war. Und ich wollte kühles Wasser. Nachdem ich mich bei Mattesch bedankt und ihm alles Gute für seine Wanderung gewünscht hatte, er wollte noch weiter den Tag, bin ich dann zurück ins Zelt und hatte nun zu mindestens für eine zeit lang etwas zu trinken. Ich beobachtete meinen Magen, wegen dem ungefilterten Wasser und hatte am Anfang den Eindruck, dass sich da etwas bemerkbar machen würde, aber es lag wohl nur am zu schnell kalten Wasser trinken.

    Nach einigem Dösem kam mir ein Gespräch von den vorherigen Zeltern hier auf dem Platz wieder ins Gedächtnis, dass es weiter in die entgegengesetzte Richtung der Hütte, ca. 10-20m von meinem Standort entfernt einen Bereich gab, der noch etwas höher und exponierter war und damit mit Wind versehen. Wind bedeutet in der Regel weniger Viecher und natürlich auch mehr Abkühlung. Warum auch immer, es gab gefühlt Zeitfenster, da waren die Viecher vor meinem Zelt weniger. Ob Sie eingesehen haben, dass Sie gegen mein Moskitonetz nichts ausrichten können und ich damit unerreichbar, keine Ahnung, aber ich nutzte so einen Augenblick um mich aus dem Zelt zu schleichen und mich in Richtung dieses sagenumworbenen Platzes zu machen der Kühlung und weniger Viecher versprach. Als ich dann dort ankam konnte ich erstmal Beides bestätigen, wobei hier angemerkt sei, dass die Viecher anscheinend Späher unterwegs haben, die dich dann trotzdem aufspüren und ihren Kumpels Bescheid sagen, damit die auch einen Happen von Dir bekommen. Übrigens am Rande, was ich mich bei diesen ganzen Moskitos gefragt habe bezüglich der Evolution, ich hatte ja am Anfang noch im Hüftbereich noch Wohlstandspolster, ich war nach Neuseeland natürlich nicht mehr so aktiv. Es wäre doch ein Win Win für Beide, wenn die Mücken statt Blut einfach an das Fettpolster rangehen würde. Ich meine Energietechnisch kann es doch nichts Besseres geben. Aber gut, ist halt nicht so, muss man das also durch körperliche Ertüchtigungen regeln.
    Kurzerhand dann umgezogen von meinem Birkenplätzchen in das offene und ungeschützte Areal. Nachdem dann mein Cnocbeutel leer war, wieder Wasser geholt, aber diesmal gefiltert in die Wasserflaschen, den Tee noch getrunken und dann irgendwann ab in die Heia Popeia.

    Video hochladen geht anscheinend nicht, daher nur Bilder.

    Tag 1 – Stockholm - Hemavan

    Vorab: Wenn ihr nicht vorhabt komplett die ganze Zeit wild zu zelten, kauft euch den 1 Jahres STF-Membership. Ich hab’s viel zu spät gemacht, erst in Saltoluokta. Die Mitgliedschaft hat dieses Jahr 375 Kronen gekostet, ca. 35 Euro, aber wenn Du zum Beispiel bei schlechtem Wetter die Einrichtungen der Hütten benutzen möchtest (kein Gasverbrauch, geschützt, teilweise Trockenraum und Saunanutzung), dann zahlst Du als STF Mitglied für das Aufstellen des Zeltes statt 300 Kronen nur noch 200 Kronen.


    Als ich im Flughafen von Stockholm ankomme muss ich erstmal die 400 gr. Dose Milchpulver in einen Ziplockbeutel umfüllen. Ja, es gab nur 400 gr. als Minimum. Aber bei gefühlten zusätzlichen 500gr. Würfelzucker und ner Menge English Breakfast Teebeuteln macht das dann auch fast keinen Unterschied mehr.
    Beim umpacken fällt mir in dem Bereich ein großer Löke auf, der auch einen Rucksack dabeihat, da es hier nur der Bereich war wo es nach Hemavan ging war klar, dass es ein anderer Hiker sein muss. Kurz mit ihm ins Gespräch gekommen, es stellte sich heraus, dass es ein Schwede war, der auch in die Richtung wollte wie ich. Schön dachte ich, bin ich zu mindestens nicht der einzige NOBO. Enthusiastisch wie ich war sagte ich ihm noch, dass ich nach Ankunft um ca. 16.00 noch wandern wollte, ca. 12 km.
    Das Flugzeug kam pünktlich und wir mussten vor Hemavan noch einen Zwischenstopp in Lycksele machen und kamen dann auch um 16.00 in Hemavan an. Kleiner Flughafen, man geht dann zu Fuß durch ein Gebäude und wartet davor auf dem Parkplatz, dass das Gepäck dann rausgefahren wird und man sein eigenes dann einsammeln kann. Dort habe ich dann noch 2 andere Hiker getroffen, Hans oder auch Hasse genannt und Schwede und Mattesch aus Polen. Hasse wollte nur nach Amarnäs und Mattesch hatte wohl nur 2 Wochen und hatte daher vor, jeden Tag 30km zu wandern.
    Vielleicht war ich etwas naiv oder verwöhnt von anderen Wanderungen, dachte ich doch tatsächlich, dass hier Schilder wären, wo es zur STF Fjällstation geht, oder woher ich mein Gas herbekomme. Aber man kann ja auch einfach mit Menschen reden. Gesagt, getan, ca. 500-750m vom Flughafen gab es dann eine Tankstelle, die aber in 30 Minuten dicht macht, also dort hingestratzt, nach Gas zum Kochen gefragt, was zur allgemeinen Erheiterung des Verkäufers und der umstehenden Personen geführt hat. Und noch ein Feuerzeug gekauft. Gegenüber der Tankstelle gab es noch einen Supermarkt, also dorthin, 2 andere etwas abgerockte Hiker getroffen, die ihre Tour von Abisko aus gerade beendet hatten und an der Steckdose außen am Pfosten fürs Unterdach in ca. 3m Höhe ihre elektrischen Geräte wieder aufgeladen haben und auf ihren Bus gewartet hatten. Kurz miteinander geschnackt, dann in den Supermarkt und erstmal reichlich kalte, zuckerinfusionierte Getränke gekauft, sprich Cola und eine Packung Pringles Sour Cream fürs Frühstück. Achja, ich vergas vielleicht einen nicht ganz unwichtigen Aspekt zu erwähnen, es war ausgesprochen warm in Schweden und ganz ungewöhnlich gerade im Nordteil von Schweden. Für mich, viel zu warm zum Wandern. Da es in Deutschland vorher eine längere Regenperiode gab, bin ich also von kühlerem Wetter zur wärmeren gewechselt. Ich weiß nicht wie spät es mittlerweile war, irgendwas zwischen 17.00 und 18.00 und mir wurde klar, dass das mit dem heute noch Wandern nichts mehr bei mir wird. Wenn ich wirklich früh aufstehe (automatisch), gehe ich teilweise schon um 18.00 ins Zelt, höre noch Hörbuch und penne dann irgendwann. Also Plan B, die STF Hütte finden, war am Ende nicht besonders schwer, die ist direkt am Weg zum Start/Ende des Kungsleden. Dann zur Rezeption, eine Nacht für ein Zelt gebucht, bin da nochmal duschen gegangen, versucht strategisch einen günstigen Schattenplatz zu finden, was nur bedingt geglückt ist, Sonnenuntergang, bzw. tiefer stehende Sonne irgendwas um 23.00 und Aufgang dann wieder 3.00 noch was. Egal, rein ins Zelt, versucht zu schlafen.


    Tag 2 – Hemavan – Viterskalet Wildzelten

    Ich bin dann wie immer recht früh wach, ca. 5.00, hab Sachen gepackt, meine zweite Cola getrunken, Wasserflaschen gefüllt, an der analogen Waage außen meinen Rucksack gewogen, ca. 16kg, ich weiß, gibt Schnappatmung bei manchen und bin dann langsam los. Geht zum Start etwas bergauf, aber slow and steady erstmal losgelegt, mich gleich kurz verlaufen, aber den Irrtum schnell bemerkt und dann den richtigen Einstieg/Start gefunden. Da ich wegen vorheriger Faulheit noch nicht fit und es viel zu warm war, wurde es ein recht kurzer Tag. Ich bin in Viterskalet bei der Hütte angekommen, habe gefragt ob Sie Getränke verkaufen, was glücklicherweise der Fall war, in der Regel ist es dann immer Bier und Cola, gefragt ob diese auch gekühlt seien, was bejaht wurde und mir ein inneres Lächeln auf meine Lippen zauberte, um dann festzustellen, dass gekühlt nicht unbedingt Kühlschrank meint, sondern auch ein Eimer mit Wasser aus dem Fluss, wo dann die Dosen drin stimmen. Aber mir war das wumpe, die Cola war auf jeden Fall kühler als außen und daher wunderbar. Dann nachgefragt ob ich hier in der Umgebung zelten dürfe ohne was zu bezahlen, was verneint wurde, weil man die Zeltplätze in der Nähe für die vorhalten wollte die dann auch die Einrichtungen nutzen und dafür zahlen, dann mitgeteilt, dass ich drüber nachdenke was ich mache und weiter Pause gemacht bis dahin. Der Tag war noch recht jung, bin ja um 6.00 ca. los, waren erst 11km und ich habe mich dann entschieden noch ein Stück weiter zu gehen, als Dankeschön für mich habe ich dann noch eine dritte Cola getrunken, sind 330ml Dosen die jeweils 40 Kronen kosten, also irgendwas um 3,80€ schätze ich pro Dose. Günstig war es nicht. 😊
    Die Hüttenwirtin hat mir nach meiner Entscheidung mitgeteilt, dass es ca. 1 km weiter schöne Wildzeltplätze in der Nähe einer Hängebrücke geben würde, das war ganz nach meinem Sinne, ich also los zu diesem Ort für meine nächste Übernachtung. Irgendwann dann auch den Platz gefunden, schon einige Zelte dort gesehen in einem Bereich von ca. 750 m verteilt. Ich habe dann erfahren, dass viele auf den dort naheliegenden Berg Storfjället wollen und am Fuße des Berges übernachten um dann früh morgens dort hochzugehen. Übrigens, gehört hat man ja schon davon, ich war etwas naiv, aber zum falschen Zeitpunkt sind die Mücken und Brooms oder Bruums eine äußerst nervige Angelegenheit, und ja, der Zeitpunkt war definitiv falsch. Mücken kennt man, aber die Brooms sind Pferdefliegen auf Steroiden und beißen, auch durch Stoff. Das war eine weitere Erkenntnis, am besten nichts eng Anliegendes anhaben, was natürlich mit meinem Longsleeve Hoodie der Fall war. Unten rum hatte ich nur eine kurze Hose, dementsprechend sahen meine Beine am Abend auch aus wie ein Streuselkuchen. Aber auch da war ich selbst schuld, hatte mir in Stockholm noch eine Antimückensalbe gekauft, aber nicht drauf gemacht. Ich muss aber rückblickend sagen, dass die Lernkurve steil war und ich mein Verhalten in unterschiedlichster Weise später angepasst habe.
    Achja, bevor ich es vergesse, die Markierungen. Anfangs war ich etwas verwundert und dachte das wäre vielleicht eine schwedische Besonderheit. Häufig stecken 2-3m hohe Holzpfosten in der Erde die am oberen Ende dann häufig ein rotes X, ebenfalls aus Holz haben. Nach meiner Sozialisierung heißt das eigentlich, Stop, hier nicht lang, aber da es keine Alternativen gab, bin ich einfach hinterhergelaufen, habe allerdings anfangs noch aufs Handy geschaut um zu überprüfen ob ich richtig bin. Im Laufe meiner Wanderung hat sich dann das Rätsel gelöst. Es gibt 2 Kungsledenwege, einmal für den Sommer und einmal für den Winter. Manchmal können die auch überlappend sein, wieder was gelernt.
    Da es warm war, kein Schatten vorhanden, bin ich dann runter zum Fluß um meine Füße einfach bis zu den Knien in das kühle köstliche Nass zu tauchen, mich auf den Rücken zu legen und einfach für kurze Zeit die Erfrischung zu genießen und die Körpertemperatur dadurch abzusenken. Irgendwann dann wieder hoch, ab ins Zelt und ne Runde poofen.

    tbc...

    welche Frage ich mir bei KuFa stelle ist, wenn der Schlafsack/Quilt nass ist, welche Dämmwerte hat er dann noch und wie ist das mit dem Komfort dann? Ich habe gerade den Kungsleden hinter mir mit mindestens ner Woche bescheidenem Wetter, manchmal im Fußboxbereich außen etwas feucht geworden wegen Innendachberührung, morgens eingepackt, abends Zelt aufgebaut reingeschmissen und wenn ich rein wollte war es wieder trocken. Ich hab den EE Quilt jetzt ca. 3500km benutzt und gerade in Schweden wo es teilweise schon recht ungemütlich war, fand ich den sehr gemütlich. Waschen ist sicher schwieriger, hab ich bisher nicht gemacht, könnte er sicher mal vertragen, aber so wie man es ja auch mit der Unterwäsche beim Wandern macht, einfach mal paar Stunden an die frische Luft hängen, dann passt das schon wieder. Solo musst Du ja es nur selbst ertragen. ^^

    Ich klinke mich mal in den Faden hier mit ein, dann brauche ich keinen Neuen aufmachen. Hoffe das ist ok für Dich Kubi.

    Wegen Kungslenden, ist das nicht häufig exponiert und kann dann auch windig sein? Ich hadere noch zwischen Duplex und XMid. Was Windstabilität angeht ist das XMid super, aber ich bin nicht so ganz mit dem subjektiven Empfinden des gefühlten inneren Regens wegen der Kondensation die einem innen bei starkem Wind bei dem XMid entgegen kommt, zufrieden. Das Duplex hat bei mir eine dickere Materialstärke und vibriert daher denke ich mal weniger, hatte dort jedenfalls noch nicht so krasse Erlebnisse wie in Island mit dem XMid.

    Wie sind da die Erfahrungen bezüglich Wind beim Kungsleden bei euch?

    Also Materialversagen bzw. Verzicht auf Dinge die mir für mein Wohlbefinden/Sicherheit wichtig sind verzichte ich nicht wegen der SOS Möglichkeit. Denn jeder der sich halbwegs mit der Materie beschäftigt weiß, dass zwischen Notruf absetzen und Hilfe dann vor Ort je nach Rahmenbedingungen auch ne Menge Zeit vergehen kann, die man auch überbrücken können muss. Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass andere Wanderer ohne SOS sich nicht so mit ihrem Equipment auseinandergesetzt haben.

    Beim Laugavegur Trail habe ich drei Jungs getroffen, die einen Tag vor mir gestartet und die mir am nächsten Tag wieder entegegen gekommen sind um ihre gerade begonnene Tour abzubrechen, da ihre Sachen im Rucksack wegen fehlendem Inlay/Schutz nass geworden sind. Ich war froh, dass die so weise waren diese Entscheidung zu treffen, 700m vor dem Zeltplatz war ein Gedenkstein von einem jungen Israeli der 2004 in einem Blizzard dort ums Leben gekommen ist. Ich denke wer ein SOS dabei hat, ist sich eher der Tatsache bewusst, dass etwas schief gehen kann und hat diese Möglichkeit als Plan B im Hinterkopf um eine Möglichkeit zu haben im Notfall wieder rauszukommen, aber verzichtet deswegen nicht bewusst auf Dinge die für Sie/ihn relevant sind.

    Hi Christian,

    bin gestern bei YT über dein Reisevideo gestolpert und nun finde ich Dich hier. Wie klein die Welt ist. :) Bei mir geht es in 8 Wochen los. Du schreibst Ja, dass Du auf das Solarpanel verzichten hättest können. Wie hast Du das dann mit dem Wiederaufladen deiner Geräte gemacht? Du hast ja viel gefilmt mit Handy/Action Cam? Das braucht ja dann doch auch etwas Strom. Gibt es da unterwegs verlässliche Möglichkeiten sein Equipment wieder aufzuladen?

    Grüße

    Oska

    Nachdem mich gerade wieder das Fernweh packt, habe ich mal meine Aufnahmen durchstöbert und ein Musikvideo von dem Trip gemacht (Part I nur North Island). Vielleicht ist ja Inspiration für den/die Eine oder Andere(n) dabei. Viel Spaß.


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