luftmatte als "bodenabstandshalter" für eva-matte im winter?

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  • zunächst: das soll keine diskussion pro oder contra luftmatte oder evazotematte werden. die hauptisolation ist und bleibt für mich die klassische evazote weil unkaputtbar.

    situation: ich habe für mich die erfahrung gemacht das ich mit einer 2cm eva bei z.b. -10° bequem warm schlafe, solange kein schnee und vor allem kein eis drunter ist. klar, die physik sagt das die wärme im wasser viel besser überzragen wird als über die luft. lege ich nur die trekkinghose und ne jacke zwischen die eva und den boden, luftschicht, isses schon viel wärmer. die klamotten hab ich aber dann eher lieber im schlafsack an

    also: müsste doch eine einfache (robuste !!) luftmatte, braucht keinen hohen r-wert, als abstandshalter das problem leicht lösen bei der "winterexpedition". die luft in der matte hat mehr oder weniger die temperatur der umgebung, leitet die wärme aber eben schlecht an den schnee/eis am boden weiter?

    welche matte: eine der einfachen, "günstigen" exped matten mit 75d gewebe schwebt mir vor. jaja, gewicht, das lassen wir hinter der fragestellung jetzt mal außen vor!

    oder: jemand ne viel einfachere idee was als abstandshalter dienlich wäre? etwas das nicht gleich kaputt geht wie z.b. luftpolsterfolie?

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • oder: jemand ne viel einfachere idee was als abstandshalter dienlich wäre? etwas das nicht gleich kaputt geht wie z.b. luftpolsterfolie?

    Was hältst Du davon, die 2‑cm-Eva-Matte in zwei Hartschaum-Einheiten aufzuteilen?
    Die untere wäre eine breitere Eierkarton-Matte und oben drauf dann eine 1,6 cm Evazote. Das sollte mehr Abstand zum Boden und bessere Isolationswerte ergeben.
    Gäbe es auch in Überbreite: https://de.aliexpress.com/item/1005012840705891.html?

  • die luft in der matte hat mehr oder weniger die temperatur der umgebung

    eher rgendwas zwischen "(Temperatur unter eva - Bodentemperatur) / 2".

    Wenn du eine LuMa mit kleinem R darunter legst, sollten sich die Rs nach Lehrmeinung einfach aufaddieren. Meine S2S Ultralight hätte angeblich 1,1R, wenn deine Eva grob 2,irgendwas R hat ist das immerhin ~50% mehr, sollte spürbar sein.

    Allerdings, wenn Du eh ne Matte kaufen willst und LuMa ok wäre, kauf doch gleich ne Wintermatte.

    Die Bushcrafter/Survival Lösung wäre Zweige unterlegen, am besten Nadelholz was nicht pickst, oder?

    kennt wer noch "Let's Fetz" von Rüdiger Nehberg? Der eigentliche Beginn meiner Outdoorkariere. Der war damals schon so leicht unterwegs, da könnte man sich heute noch zwei Scheiben abschneiden. Gott hab ihn selig.

    (wobei die Knarre und das Machetenartige wohl wieder einiges raus reisst - sh Titelbild Buch :D8o )

    2 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (24. Oktober 2026 um 16:18)

  • Wenn Du mit günstiger Matte eine mit ausschließlich Luftisolation meinst, hast Du zwar mehr Abstand und dadurch ein kleineres Zelt, aber kaum Wärmeisolation. Die Luft zirkuliert in den Kammern und transportiert die Kälte dadurch sehr effektiv vom Untergrund hoch. Um die Zirkulation zu unterbinden, füllt man die Matten ja mit Schaum, Daune oder Mikrofasern.

    Außerdem bildet sich durch Ausfrieren von Aufblas-Luftfeuchtigkeit in der Matte Eis , was ebenfalls die Kälte gut leitet und das Gewebe beansprucht.

  • Laß Dir von einem Physiker sagen, daß es egal ist, welches Modell ich wähle.

    ok, sag ich meinem Freund (Physiker) das nächste Mal, wenn ich damit wieder verbessert werde... :evil::D;)

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Was hältst Du davon, die 2‑cm-Eva-Matte in zwei Hartschaum-Einheiten aufzuteilen?

    Die Idee gefällt mir gut. Könnte mir vorstellen dass das einiges bringt. Zumal es die UL Kriterien Flexibilität und Multiuse deutlich erleichtert.

    Daher von mir noch der Klassiker als Vorschlag, eine Autoscheibenmatte drunter legen. Je nach Modell ist da auch etwas Luft eingeschlossen. Hatte das in Norwegen unter einer Uberlite + evazote und war überrascht, wie viel das bringt.

    Und eben Multiuse. Manche Exemplare sind weich und biegsam, daher auch als Umhang oder Burrito unter der Jacke abends oder um die Beine gewickelt nutzbar. Oder mittags zum drauf legen. Oder gegen Regen. Oder gegen Sonne/Hitze. Und so weiter, einfach sehr viele Anwendungsfälle. Packmaß auch gut und flexibel. Hatte Glück mit meinem Exemplar, ich glaube ~70g.

  • Die Idee gefällt mir gut. Könnte mir vorstellen dass das einiges bringt.

    Vor vielen Jahren habe ich bei uns im Kühlhaus eine Testreihe mit Feststoff-Matte gemacht: Test von Feststoffmatten

    Dabei kam die Erkenntnis, dass Doppel- und Dreifach-Lagen eine verblüffende Effektivitätssteigerung der Isolation ergaben.
    Ich denke, das wäre eine valide Info für Old School


    Hier der Auszug von 2020:

    Ich habe gestern noch einmal einige Sandwich-Matten im Kühlhaus gemessen.
    Die Ergebnisse sind so erstaunlich, dass ich vermutlich hier an die Grenze des für mich Darstellbaren gekommen bin.

    • 2 x 0,5er Ripozon Matte plus 0,9 cm NoName Eva  ____- 3,4 Grad
    • 2 x 0,8er Kanchen Junga, plus , 1 cm Z-Lite ___________- 5,9 Grad
    • 2 x 0,5er Ripozon plus 1,1 cm Karrimor Z-mat__________- 6,4  Grad

    Zum Vergleich die 19 mm Eva Wintermatte:

    • Globi Eva Matte, 50 kg/m³, 19 mm:  _____________________ -2,2 Grad

    Trotzdem finde ich die Erkenntnis, mit drei einfachen Schaummatten im Prinzip zu allen Jahreszeiten unterwegs sein zu können, sehr interessant! Besonders vor dem Hintergrund, dass es ja nicht zwingend so teure Matten, wie im Versuchsaufbau sein müssen.

    Eine Z-lite zwischen zwei Kanchen Junga gelegt, ergibt nicht nur eine hervorragende Isolation, sondern auch einen erstaunlichen Liegekomfort, den ich von Feststoff-Matten so bisher nicht gewohnt war.
    Das Ganze ist dabei nicht mal sonderlich schwer. Die beiden Kanchen Junga’s wiegen zusammen 280 g und eine auf 10 Segmente gekürzte Z-lite nur noch 270 g.

    Eine 2,6 cm dicke Feststoff-Wintermatte, die 550 g wiegt, kenne ich sonst nicht.

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    (Hier ist die Z-lite noch ungekürzt)

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    Der Nachteil dieses Systems ist eindeutig das Packvolumen. Aber das Problem habe ich ja bei allen Feststoff-Wintermatten auch. Immerhin kann man die Matten, als zwei separate Elemente packen...

    Wem im Winter die Breite von gut 50 cm zu knapp ist, kann stattdessen eine NoName Z-Mat mit 60 cm Breite nehmen und sie mit zwei (halben) 0,5er Ripozon-Matten kombinieren. https://www.amazon.de/Wechsel-Tents-Isomatte-Ripozon-LT/dp/B07NDG7NPC/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&dchild=1&keywords=wechsel%2Bmatte&qid=1581055914&s=sports&sr=1-3&th=1
    Das ergibt eine Stärke von gut 2 cm mit einer vernünftigen Isolation.

    Die zwei 0,5er Ripozon Matten wiegen zusammen 360 g und die, auf 120 cm gekürzte Karrimor Z-Mat kommt mit 220 g hinzu. Das Gesamtgewicht von 580 g ist für den Isolations- und Komfortwert immer noch recht akzeptabel.

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    Nachtrag:
    Die 0,5er Ripozon-Matten von Wechsel haben sich als zu empfindlich herausgestellt. Stattdessen würde ich mir heute eher eine oder zwei X-Mat´s zuschneiden und diese mit einer breiten Eierkarton-Matte kombinieren.

  • Laß Dir von einem Physiker sagen, daß es egal ist, welches Modell ich wähle.

    Das fängt schon damit an, dass Eis sicher ein guter Kältegefühlgeber, aber eher kein guter Wärmeleiter ist

    Mal die Fakten. Wikipedia ist ja immer erreichbar.

    Wärmeleitfähigkeiten in der Natur (in W/(m·K)): 
    Eis (−10 °C): 2,33        
    Granit: 2,8
    Holz senkrecht zur Faser 0,09…0,19
    Stroh 0,042…0,072
    Schnee (0,25 g/cm³) 0,16

    dazu noch die Wärmeleitfähigkei des Luma-Gewebes:
    Polyamide (Nylon, Perlon) 0,25…0,35

    Es bleibt also eine dumme Idee, seine Matte auf Eis aufzuschlagen. Schnee ist dagegen sehr gut.

  • WonderBär "eher rgendwas zwischen "(Temperatur unter eva - Bodentemperatur) / 2"" ... prima, dann ist es sehr wahrscheinlich das der schnee unter der eva nicht schmilzt und darum gehts ja. die wärmeleitfähigkeit des wassers im gegensatz zu luft (diese beiden hat tsaufreisen in seiner tabelle vergessen, nur um diese geht es) ist nun mal viel höher und die wärmeabgabe aus der eva nach unten ist viel schneller/größer wenn sie auf einen wasserfilm, geschmolzener schnee, liegt als wenn es ein luftpolster ist, eben die luma.

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • oder: jemand ne viel einfachere idee was als abstandshalter dienlich wäre? etwas das nicht gleich kaputt geht wie z.b. luftpolsterfolie?

    Was hältst Du davon, die 2‑cm-Eva-Matte in zwei Hartschaum-Einheiten aufzuteilen?
    Die untere wäre eine breitere Eierkarton-Matte und oben drauf dann eine 1,6 cm Evazote. Das sollte mehr Abstand zum Boden und bessere Isolationswerte ergeben.
    Gäbe es auch in Überbreite: https://de.aliexpress.com/item/1005012840705891.html?

    grundsätzlich sicher keine schlechte idee, nur, mehrere matten addieren sich ja in den r-werten, warum sollte die aufteilung in zwei matten die zusammen 2cm dick sind besser isolieren als eine 2cm dicke matte?

    wären dann die luftpolster in der eierkartonmatte ... da habe ich die erfahrung gemacht das sich diese durchs körpergewicht bis zur nichtexistenz zusammenpressen und dadurch die isolation deutlich schlechter ist als eine gleich dicke "massive" eva.

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • wilbo "Eine Z-lite zwischen zwei Kanchen Junga gelegt, ergibt nicht nur eine hervorragende Isolation, sondern auch einen erstaunlichen Liegekomfort" ... das mit der zlite zwischen zwei evas ist ne gute idee. da die obere eva das körpergewicht verteilt und so die "luftlöcher" der zlite nicht so stark zusammengepresst werden, ergibt das sicher eine gute steigerung der gesamtisolation, evtl. größer als die addition der r-werte? hm, kann man mit der physik doch diskutieren? 8o

    wenn da nicht das packpaß wäre ... irgendwas ist halt immer :/

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • ... ergibt das sicher eine gute steigerung der gesamtisolation, evtl. größer als die addition der r-werte? hm, kann man mit der physik doch diskutieren?

    Ich würde den kurzen Weg über die Praxis nehmen.
    Fühl Dich herzlich in unser Kühlhaus eingeladen. 8)

    aaah, hätt ich das gewusst, bin ab morgen auf der rückfahrt nach 4 wochen schweden nach hause, da fahr ich doch an hamburg vorbei. ansonsten leider verdammt weit weg, sonst hättste mir schon mal nen schlüssel machen lassen können :)

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Mal die Fakten. Wikipedia ist ja immer erreichbar.

    Wärmeleitfähigkeiten in der Natur (in W/(m·K)): 
    Eis (−10 °C): 2,33        
    Granit: 2,8
    Holz senkrecht zur Faser 0,09…0,19
    Stroh 0,042…0,072
    Schnee (0,25 g/cm³) 0,16

    Beim Schnee kommt es sicherlich drauf an, wie stark er komprimiert ist. Wenn ich drauf liege, ordentlich.

    Aber vor allem hat Dein gedankliches Modell einen Grundfehler: Du nimmst an, dass die Wärme nur per Leitfähigkeit in die Umgebung abtransportiert wird. Bei Granit, Holz und Stroh passt das; aber nicht bei Eis und Schnee. Wenn die Temperatur an der Unterseite der Matte 0° C erreicht, schmilzt das Zeug, und der Phasenübergang verbraucht so viel Wärme, wie er kriegen kann. Dann spielt nur noch die Isolation der Matte eine Rolle.

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