Beiträge von whr

    Auch gibt es wie bei Iridium tieffliegende (LEO) Satelliten, und die Abdeckung sollte bei den PLBs auch ganz gut sein (https://de.wikipedia.org/wiki/COSPAS-SARSAT).

    Ich hatte es glaube ich schon mal im anderen Thread geschrieben: die meisten zu Gunsten von PLBs angeführten Argumente treffen nicht zu. LEOSAR hat ganz wenige Satelliten (max. 6, vs. ca. 80 bei Iridium und derzeit 650 bei Starlink direct2cell). Wenn Du Dich auf dem offenen Meer befindest, ohne jedes Hindernis, kann es bis zu 4 h dauern, bis der Notruf per LEOSAR detektiert wird. In einem tiefen Tal deutlich länger. GEOSAR wird in höheren Breiten schon durch einen mäßig steilen Hang auf der Äquatorseite, in NZ also einen Nordhang, komplett blockiert. Bleibt MEOSAR; die Empfänger sind auf GNSS-Satelliten installiert, 20x so weit entfernt wie LEOs (Sendeleistung!); wenn das geht, hast Du auch Satellitennavigation.

    Und ergänzend: in NZ ist auch Starlink direct2cell freigeschaltet. Kannst Du via NZ One oder Spark buchen (Details weiss ich nicht; es mag administrative Hindernisse geben, in USA war es mir als Ausländer in diesem Sommer nicht möglich).

    Das geht einfach mit Deinem Smartphone, so wie terrestrisch. Niedrig fliegende Basisstation.

    Checken würde ich, ob die Sattelliten des Inreach den Süden von NZ sicher abdecken, da kenne ich mich einfach nicht aus.

    Iridium (der inReach-Carrier) deckt auch die Arktis und Antarktis ab.

    Grundregel ist, dass die Abdeckung eines Satellitennetzwerks nach Süden und nach Norden gleich weit reicht. Stewart Island reicht bis 47°17'. Das ist so weit südlich wie die Schweiz nördlich...

    Was hattet ihr für Erfahrungen bei der Einreise mit mitgebrachten Lebensmitteln? Besser komplett Nix mitbringen aus Deutschland? Ich dachte mir das ich vielleicht alles bis zum ersten Resupply vielleicht schon mal in Deutschland vorbereite. Aber nicht das bei der Einreise Probleme bekomme.

    Du solltest Dich halt an die Zollvorschriften halten (z. B. keine Fleisch- und Wurstwaren) und nur originalverpackte Lebensmittel mitnehmen.

    Ich hatte schon dabei:

    • Hydration Tabs (>100)
    • Protein Riegel (waren noch übrig wegen ausgefallener Projekte 2020/21)
    • Caotina
    • Nestle Milchpulver (das geht durch, weil keine Frischmilch)
    • 50 Snickers (gab es dieses Jahr im Juni hier im Sonderangebot, 1/3 des Preises USA)
    • Schokolade (2 kg)
    • Trockenfrüchte

    Es gab nur einmal überhaupt eine Art Kontrolle, aber völlig problemlos; da war ich ziemlich auffällig mit einer Art Paket in den Abmessungen, die gerade noch unter den Vordersitz passen, unterwegs gewesen. Wegen Wertgrenzen hat nie jemand gefragt.

    Ob es sinnvoll ist, muss jeder an Hand seiner Ra(h)menbedingungen selbst entscheiden.

    Freeze-dried produce: amazon liefert fast alles. Kannst Du hier checken, indem Du eine US-Adresse als (Standard-)Lieferadresse einstellst und auf amazon.com suchst. Kannst Du ggf. auch unterwegs liefern lassen. Ich hatte US Prime deswegen (nicht identisch mit dem deutschen). - Was ich empfehlen kann: dehydrated refried beans (kennt man hier nicht so, da mexikanische Küche). - Billig ist das aber alles nicht.

    Wie war’s beim Flughafen bzw. bei der Einreise? Jemals gehört das es Probleme gab? Wenn ja warum?

    Warum, wird Dir von der immigration nie gesagt. Ich habe 2024 "Tux" aus DE getroffen, der berichtet hat, dass er sowohl dort als auch beim AT ein oder wenige Jahre vorher jeweils in die secondary inspection rausgezogen wurde. Geschätzt Ende 20, hatte seinen IT-Job gekündigt, um den Trail laufen zu können.

    Ich selbst war in den letzten 7 Jahren fünfmal im Westen zum Wandern, zweimal mit ESTA und dreimal mit B-2.

    2019 LAX sehr freundlich, sobald ich Hiking erwähnt hatte
    2022 SFO ebenfalls freundlich
    2024 PDX ganz problemlos
    2025 SFO der officer wusste nicht, was der PCT ist, und es kam ihm komisch vor, dass ich ohne Hotelreservierungen oder Mietwagen/RV unterwegs sein wollte. Er wollte dann einen Reiseplan sehen. Ich habe ihm meinen Resupply-Plan (Excel) gezeigt, das war das Einzige, was ich hatte; das hat ihn offenbar sehr beeindruckt. Alles gut.
    2026 YVR (ja, dort kann man immigration machen) extrem lockeres Gespräch; da überhaupt nichts los war und mein Anschlußflug zwei Stunden später ging, haben wir bestimmt eine Viertelstunde über das Leben auf den PCT geplauscht.

    Wie aus der Liste ersichtlich ist, habe ich aber schon drauf geachtet, die immigration in einem der PCT-Staaten oder eben Kanada zu machen. (Hinweis: immigration geschieht am ersten Airport in den USA; wenn Du 1-stop fliegst, also u. U irgendwo anders).

    Es gibt in DE drei US-Botschaften, und geschätzt ca. 300 PCT-Hiker aus DE jährlich, also 100 pro Botschaft jedes Jahr. Da weiss der Mitarbeiter, was der PCT ist.

    Bei meinem Termin Anfang 2024 in Frankfurt wollte der Interviewer keinerlei Unterlagen sehen. Das Gespräch dauerte 2 Minuten. Die einzige Rückfrage bezog sich auf die verfügbare Zeit für den Trail. Nun bin ich als Ruheständler in dieser Hinsicht ein unproblematischer Kandidat und eher unverdächtig, in USA illegal arbeiten zu wollen. Ein freundlicher Start ("good morning, Sir") schadet sicherlich nicht.

    Gefühlt war ich zu diesem Termin der Einzige mit deutschem Pass. Die typische Klientel sind in Deutschland lebende Ausländer aus Nicht-ESTA-Staaten.

    Was die Sierra angeht, ist das eine Frage Deiner Route. In den letzten Jahren gab es zeitweise Trailsperrungen, und Tuolumne Meadows war 24/25 außer Betrieb; derzeit könnte das allenfalls noch die Straße zwischen Red's Meadow und Mammoth Lakes betreffen. "Standard" für schnellere Hiker wäre somit von Kearsarge Pass bis Mammoth Lakes, 129 Trail- + 11 Bonusmeilen über 7 Pässe. Mit einem Abstecher nach VVR kannst Du um gute 25 Meilen verkürzen zu Lasten von Bonusmeilen, ev. statt dessen der Fähre nehmen (2026 außer Betrieb, und bei wenig Schnee = Niedrigwasser Lake Edison auch nicht).

    Ich schick Dir mal via direkt eine Kopie dessen, was ich Christian geschrieben hatte, als er - allerdings mit der Intention möglichst kurzer Abschnitte - die Sierra planen wollte.

    Das mit dem Schnee ist ja so eine Lotterie für sich. So richtig sagen kann man es erst im April?... aber bis dahin habe ich eh schon alles gebucht (Starttag + Flug). Macht ihr hier wirklich noch kurzfristige Änderungen oder nehmen wie es kommt?

    Nein, so kurzfristig nicht mehr. Ich wollte 2024 einen Starttermin Anfang April, hab den an beiden Permit Days nicht bekommen, und mir dann mit viel Geduld im Laufe des Februar per Cancellation erarbeitet. Und hatte Glück, das Startdatum 6. 4. hat für mich perfekt gepasst. Der PCTA permit ist ohnehin 3 Wochen vor dem Startdatum nicht mehr veränderlich. Den Flug musst Du nicht unbedingt Monate im voraus buchen. Was Dein persönliches Zeitbudget angeht, musst Du Dich natürlich oft sehr frühzeitig entscheiden.

    Insofern versuchen, an den Permit Days einen Wohlfühltermin zu bekommen; und wenn dann der Winter ganz extrem wird und die persönliche Situation es erlaubt, kann man ja ev. im Februar oder gar März noch umplanen. Es gibt auch nicht einfach "viel Schnee" oder "wenig Schnee", sondern das kann regional unterschiedlich sein. 2024 und 2025 hatten durchschnittlich Schnee in der High Sierra, aber in San Jacinto war 2024 viel und 2025 wenig, in Nordkalifornien und Oregon war 2025 viel.

    Bin mal gespannt wie teuer der PCT wird... habe aber ein wirklich komfortables polster aufgebaut. Es ist ja alles sehr individuell... aber wieviel plant ihr so ein ohne Flug und Ausrüstung? Um auf Nummer sicher zu gehen, denke ich werden mir 2,5K pro Monat schon ausreichen? Also ca. 10K auf 4 Monate? (Verischerungen, USMobil, Unterkünfte, Essen im Restaurant, Resupply, Uber usw.)

    KV (ich nehme an, "84" hat eine Bedeutung bezüglich Alter) und Telefon kosten sehr wenig. Ein Paar Schuhe pro Monat ist da schon mehr. Unterkunft, Restaurant, Resupply ist das, was die Kosten dominiert, und kann je nach Situation und Verhalten sehr unterschiedlich ausfallen. 1k pro Monat geht mit entsprechenden Einschränkungen, 1,5-2k ist komfortabel.

    Der beste Starttermin ist halt Schnee- und Individuenabhängig. Als Langsamläufer wäre mir Ende April zu spät. Bei einer durchschnittlichen Schneemenge kann man Anfang Juni gut in die High Sierra aufbrechen. Je früher, desto besser, wegen der Waldbrände in Nordkalifornien und Oregon, die mit der Gewittersaison starten. Für San Jacinto bei normalem bis leicht erhöhtem Schnee nicht vor Anfang April.

    Tendenziell (und stark vereinfacht):

    Geplante Dauer ThruhikeStarttermin
    3 MonateAnfang Mai
    4 MonateEnde April
    5 MonateMitte April
    6 MonateAnfang April

    jeweils mit durchschnittlichem Schnee und kontinuierlichem nobo hike.

    Bin das nur ich oder deckt sich das mit dem Tenor dieses Fadens? Die Jungen rufen Hilfe und die alten beißen halt lieber ins Gras :/

    Sind die diese "Alpinunfälle" wirklich nur Unfälle? (externe Einwirkung) - oder sind da auch Herzinfarkte u. ä. dabei? - Rein statistisch ist mein Risiko, bei einem PCT-Thruhike umzukommen (ohne Berücksichtigung des Lebensalters etwa 1:2000), etwa gleich hoch wie das, unter Berücksichtigung meines Lebensalters das nächste Jahr nicht zu überleben, auch wenn ich das Haus nicht verlasse.

    Ich denke nicht, dass die Risikobereitschaft mit dem Alter zunimmt. Aber abnehmende Fähigkeiten (Sehvermögen, Gleichgewicht, Kreislauf/Hitzeerschöpfung) können schon beteiligt sein.

    Ganz anderer Bereich: Wie sieht das jetzt eigentlich mit den Essenscontainern aus?

    (...)

    Zitat PCTA:

    Zitat

    Food storage canisters are required in parts of Sequoia and Kings Canyon National Parks, Inyo, Sierra and Humboldt-Toiyabe National Forests, and in all of Yosemite, Lake Tahoe Basin, Desolation Wilderness, Lassen Volcanic National Parks and are necessary in Mt. Baker-Snoqualmie and Okanogan-Wenatchee National Forests. We also strongly recommend carrying a canister for your entire trip. ALL of your food and scented items must be in the canister once you make camp. We encourage you to carry them in places that they’re not required.

    Mein Ansatz lässt sich nicht unbedingt übertragen, da aus dem thruhike ein LASH geworden ist und ich außerdem lokal Unterstützung hatte.

    Die BV500 habe ich getragen von KMS bis Norden Lake Tahoe. In der High Sierra, weil vorgeschrieben; um Lake Tahoe, weil ich dort die höchste Notwendigkeit sehe. Tatsächlich habe ich sie erst in Sierra City weggeschickt, weil ich nicht nach Truckee rein bin. Mit einem 70-l-Pack immer alles drinnen.

    Im Lassen Volcanic NP brauchst Du eigentlich nichts; wenn Du die 22 Meilen nicht am Stück laufen willst, gibt es nahe der Drakesbad Guest Ranch den Warner Valley Campground mit Bear Boxes.

    In WA ist ein bear hang zulässig. Ich hatte die IGBC-zertifizierte Adotec bear bag als Alibi dabei; die wiegt ca. 200 g, ist damit eine relativ schwere Foodbag, aber kein Vergleich mit einem hard-sided container. Ich habe dort in diesem Sommer nur wenige Hiker mit bear can gesehen.

    Und Null Bären auf 2575 Meilen.

    Meine Proteinquellen:

    • dehydrated refried beans (geht nur mit Paketen)
    • jerky (das von TJ, via Paket)
    • summer sausage (nicht im kleinen General Store)
    • Babybel (viel Verpackungsgewicht, auch nicht überall)
    • und natürlich die town days

    Es gibt mehrere Szenarien mit Security beim Layover:

    • Gepäck wird nicht durchgecheckt
    • großer Flughafen mit mehreren Terminals ohne Querverbindung
    • Anschlußflug mit speziellen Sicherheitsanforderungen (zusätzliche Security)

    Gardermoen hat m. W. nur einen gemeinsamen Sicherheitsbereich, insofern hängt es an der Frage, ob das Gepäck durchgecheckt wird (und ob ihr überhaupt Aufgabegepäck mitnehmt).