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  • https://www.cnn.com/travel/gen-z-mountain-rescue-intl-spc?cid=android_app

    " Generation SOS".

    Die Frage, warum werden die von Bergwachten Geretteten immer jünger, kommt mir etwas seltsam vor. Wäre nicht eher zu fragen: warum tauchen in Rettungsberichten immer häufiger Online Maps und Social Media auf und was fehlt dort?

    Skills, Experience, Klimawandel - fehlen under the influence. Manchmal auch der Empfang und das sos-device ist: available und leichter als eine Papierkarte, in die man sich jahrelang reinlesen kann.

  • Wie ist denn die Altersverteilung bei Wandererinnen und Wanderern? In welchen Settings: Hochgebirge, Infrastrukturferne? Abgrenzung zu Risikoaktivitäten ala alpinem Klettern, Skiwandern etc. und Nutzung von SOS Devices.

    Ich hätte da zunächst Interesse an Daten.

    Ich möchte nämlich nicht instinktiv in "früher war alles besser" einstimmen. Wir waren komplett ahnungslos was Bergrisiken angeht und sind querfeldein durch die Pyrenäen. Und ich finde es super, wenn sich junge Leute nach wie vor mit einer Prise Leichtsinn ausgestattet in die Natur aufmachen.

    Bildungsangebote sind cool. Und wenn das nichts nützt, sind es meist Kosten ;)

  • in dem bericht sind etliche fälle angegeben in denen stark hydrierte oder gestürzte personen um rettung gerufen haben, also in deren situation wohl berechtigt.

    in anderen berichten habe ich jedoch auch schon gelesen das in allen altersgruppen die anzahl der rettungsrufe auch deswegen steigt weil die rettung eher wegen lapalien gerufen wird, also nicht wirklich eine rettungssituation vorliegt. überspitzt gesagt "die frisur sitzt nicht mehr".

    deswegen wäre eine aufschlüsselung der rufgründe für alle altersgruppen wichtig um zu wissen welche situationen als lebensbedrohlich in verschiedenen generationen emofunden werden und ob das unterschiedlich empfunden wird in bei babyboomern bis genz?

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • outdoorrama Ja, selbstverständlich.

    Habe gerade mal die KI von gugl gefragt: plane mir für Anfang Oktober eine viertägige Trekkingtour ab Ort XY mit den schönsten Aussichtsgipfeln - und bekomme die Tour-Beschreibung in ein paar Sekunden komplett geliefert (wow! das erste Mal, dass ich die KI sowas frage). Einschliesslich eines hohen 3000ers. Wenn (auf die idee muss man erstmal kommen) man im nächsten Schritt eingibt, man habe wenig Erfahrung, kommen nur abstrakte Tips. Die wesentlichen Hinweise, dass es in tief eingeschnittenen Tälern morgens damn kalt ist und ab Nachmittag wieder und auf den Kämmen heftiger Windchill herrscht und zudem "Nebbio" dazukommt, erhalte ich erst, nachdem ich für die konkrete Gegend und konkrete Zeit nach Sonnenaufgang/Azimut frage (also eine absolute Nerd-Frage frage). Und trotz der abstrakten Hinweise für Anfänger bleibt es bei der Empfehlung des hohen 3000ers - erst wenn man den konkret gugelt, erhält man Berichte (wenn man denn hikr anklickt und liest), dass das ein sehr anspruchsvolles T5 ist und bröckelig, schon seit Langem absolute Helmempfehlung.

    Als ich das erste Mal alleine los bin, hatte ich keine Isomatte, kein Zelt, kein Regenzeug, einen Ausriss aus dem Autoatlas meines Vaters als Orientierung dabei - und wanderte vom Allgäu (Familienurlaub) zu unbekannten Verwandten in die Schweiz (Saas Grund). Vorstellung: mit dem SchlaSa in der Scheune oder sonst irgendwo. Tatsächlich kam ich wohlbehalten an und habe ein paar Mal auf Almen übernachtet:-). Aber selbstverständlich zB keinen hohen Berg bestiegen und unterwegs schnell realistische Vorstellungen entwickelt, weil ich keinem "Plan" nachgelaufen bin. (Die Vorstellung: in der Scheune übernachten kam von: Familienurlaub aufm Bauernhof; das Ziel in der Schweiz kam von: die unbekannten Verwandten hatten sich nach Jahrzehnten kurz vorm Urlaub das erste Mal wieder bei Verwandten gemeldet. Ich war gerade 18, vom Allgäu aus die Schweiz nah und die Sommerferien noch lang. Ich war schon mal nach Amsterdam ausgebüxt, also Problembär mit Selbsterfahrung und meine Eltern hatten keine wesentliche "Bergerfahrung", also "durfte" ich los).

    zB Skye Trail (Zusatz: overtourism! = wesentlich gestiegene Zahlen von Wanderern insgesamt): https://www.facebook.com/skyemountainre…JeV56Lw9vgYJncl

    So die Richtung, comment dort:

    "I believe what is happening now is that AI tools are making it trivial to deal with the planning & logistics of long walks that used to filter people out. A few clicks and AI gives you step by step instructions to do something that requires a healthy amount of mental toughness usually gained from years of experience on smaller walks. And then people call for rescue at the slightest mishap when “self rescue” would normally be practiced.

    We are increasingly called by people who are not injured and just having a tough go. We are always happy to help but in the long term, I’m saddened by the deterioration of typical concepts around self sufficiency and resilience in the backcountry."

    Selbstverständlich alles eher Fragen als Antworten. Dass mit der gestiegenen Zahl von Wanderern die Zahl der objektiv ungerechtfertigten Notrufe steigt und die Bergrettungen überfordert, glaube ich schon. Auch dass sie disproportional steigt, weil ja notwendigerweise auch relativ mehr "Anfänger" als "früher" unterwegs sind.

  • Der gesamte Beitrag der britischen Bergrettung ist sehr vorsichtig und klug. Danke! Hatte nur von den Sky Trail Einsätzen gehört. Der ist tatsächlich auch wettermäßig in der Planung durch die Trotternish Ridge und schmale Pfade im Süden anspruchsvoller als vieles andere in Schottland.

    Allen, die sich fragen, wie man die Basisregeln (z.B. einfache Risikomatrix mit Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß) in die richtigen Kanäle bekommt, ohne zu moralisieren, sind zu unterstützen.

    Gerade die Bergwacht ist da häufig sehr pragmatisch, weil sie wissen, was sie zum Teil für einen riskanten Unfug als Sport im Hochgebirge treiben.

    Hatte nicht Becks irgendwann irgendwo eine schöne Übersicht über die T-Skala gegeben? Vielleicht wäre ein Sicherheitsthread mit den Basics ganz gut (ähem - sollten wir den nicht ohnehin schon haben - ich erinnere mich nur an Wintertouren).

  • Du wie im Profilfoto mit Sonnenschirm und Regenrock bei kleinem Niesel am "bad step".:saint: Da würde der Bürgermeister von Chamonix gleich wieder Verbot (für Turnschuhe) und Führerschein (für Stiefel) fordern. Problem Problem.

  • Der Schuh ist selten das eigentliche Problem, eher der Inhalt.

    Spaß beiseite...

    Es sind anteilsmäßig vermutlich nicht mehr unerfahrene in den Bergen, aber generell viel mehr Leute. Also steigt auch das Potenzial für Unfug.

    Durch die fast totale netzabdeckung und die Tatsache dass jeder ein Handy hat ist so ein Notruf schnell erledigt. Und die Hemmschwelle scheint niedrig zu sein. Dabei ist wahrscheinlich auch die ungewohnte psychische Belastung ein Faktor. Die haben meiner Erfahrung nach einfach Angst weil sie solche Situationen nicht kennen oder am Berg feststellen das Schwerkraft doch eine Sau ist und keiner ein Geländer gebaut hat.

    Das trifft wahrscheinlich eher auf junge zu wenn sie gerade erst anfangen raus zu gehen.

    Und auf TicToc sieht alles so einfach aus.

  • bin diese Woche im Allgäu u.a. ein kleines Stück Heilbronner Höhenweg gelaufen. Zwischen Socktalscharte und Hohem Licht kamen mir innerhalb von knapp 90min rd. 80-100 Leute entgegen. Denke mal 1/3 hätte sich eher nicht auf dem Grat rumtreiben sollen… lustigerweise auch der Trupp Gebirgsjäger, die waren nicht besonders trittfest. Vermutlich grade mit der Grundauabildumg angefangen, bzw. hoffentlich :D

    edit: Altermässig eher gehobene Klasse, insgesamt. Die jungen Leute unter 30 waren eher die sehr Fitten und Erfahrenen von vor Ort, die dann auch die schwierigeren Touren gemacht haben.

    outdoorrama der Thread von Becks war noch im blauen Forum.

  • jein. Ist die Etappe Rappenseehütte zur Kemptnerhütte, also an sich gute Infrastruktur. Zur Rapenseehütte kommt man aber nur zu Fuß, min 1000hm Aufstieg, das dürfte eigentlich schonmal viele aussortieren. Es war unter der Woche und außerhalb der Schulferien. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich davor nur 2 Leute gesehen hab und nachdem der Ansturm rum war, auch wieder nur.ne Handvoll Leute, außer dann später direkt an der Hütte. Das waren halt die, die in der Rappenseehütte übernachtet haben und dann ca. gleichzeitig los sind. Wiederum andererseits war ja insgesamt in der Gegend noch mehr los, weil manche, die dort übernachtet haben, auch auf andere Berge hoch sind.

    T4+ dürfte hinkommen. Es ist von Bokkarscharte bis zum Hohen Licht bzw. alternativ direkt zur Rappenseehütte runter praktisch komplett Kraxelei, teils ausgesetzt, aber ohne Schwierigkeit und gut versichert.

    Positiv zu sehen: viele Helmträger. Und zwar sowohl bei den Erfahrenen als auch den Unerfahrenen.

  • Aus Alpinunfälle in Österreich 2024

    Zitat

    „Während wir bei den Verletzten weiterhin zwei Altersspitzen bei den jungen und weniger erfahrenen ‚Wilden‘ und den älteren Erfahrenen sehen, sticht bei den Toten die Altersklasse von 50 bis 80 heraus“

    Bin das nur ich oder deckt sich das mit dem Tenor dieses Fadens? Die Jungen rufen Hilfe und die alten beißen halt lieber ins Gras :/

  • Wäre auf der Liste meiner bevorzugten Todesarten im Alter eh recht weit vorne....

    Das sagt sich leicht, wenn man noch nie mit einem gebrochenem Bein alleine in Bergen lag.
    Bei mir wurde jedenfalls der Kinderglauben an den "Lieben Gott" überraschend flott aufgefrischt.

    btw. Damals war ich jung & knackig und es gab noch kein Instagram.
    Es war schlicht ein blöder Steinschlag.

  • Bin das nur ich oder deckt sich das mit dem Tenor dieses Fadens? Die Jungen rufen Hilfe und die alten beißen halt lieber ins Gras :/

    Sind die diese "Alpinunfälle" wirklich nur Unfälle? (externe Einwirkung) - oder sind da auch Herzinfarkte u. ä. dabei? - Rein statistisch ist mein Risiko, bei einem PCT-Thruhike umzukommen (ohne Berücksichtigung des Lebensalters etwa 1:2000), etwa gleich hoch wie das, unter Berücksichtigung meines Lebensalters das nächste Jahr nicht zu überleben, auch wenn ich das Haus nicht verlasse.

    Ich denke nicht, dass die Risikobereitschaft mit dem Alter zunimmt. Aber abnehmende Fähigkeiten (Sehvermögen, Gleichgewicht, Kreislauf/Hitzeerschöpfung) können schon beteiligt sein.

  • Aus: Alpinunfälle in Österreich 2024

    Zitat

    Bei den Alpintoten ist wie bereits in den vergangenen Jahren die Herz-Kreislauf-Störung (27 Prozent) die meistgenannte Unfall- bzw. Notfallursache (10-Jahre-Mittel: 24 Prozent). Der Großteil (72 Prozent) der Opfer durch Herz-Kreislauf-Versagen ist dabei der Altersgruppe von 51 bis 80 Jahren zuzurechnen.

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