Beiträge von lampenschirm

    Lake City.

    4 Tage, 160km

    Heute nur ein kurzer Beitrag. Die letzten vier Tage waren tatsächlich etwas entspannter, etwas weniger Höhenmeter, nicht ganz so hoch, teilweise sogar unter 3000m, und einfacheres Gelände. Sogar das Wetter hat mitgespielt und war bis auf ein paar kleine kurze Regenschauer meist sehr angenehm. Manchmal sogar ein bisschen zu warm – über irgendwas muss sich der Schwabe ja beschweren. Erst gestern gings wieder etwas höher hinaus, ein kleiner Vorgeschmack auf das kommende.
    Ich bin nun in Lake City angekommen, von hier geht es nun ins San Juan Gebirge, das letzte große Hindernis vor New Mexico. Es sind noch etwas über 300 Kilometer, komplett über 3000m, fast alles sogar über 3.500. Noch sieht die Wettervorhersage gut aus, hoffen wir, dass das so bleibt.


    Es kommt auch wieder mehr Text. Ich war in Lake City - wie oft in Städten - nur sehr kurz, mittags rein, nachmittags raus. Wie schon angesprochen war ich etwas im Stress, da es schon die letzte Oktoberwoche war und die San Juans noch bevorstanden. Bzw. genau gesagt gehören die letzten Bilder schon zu den San Juans. Was ich toll fand: Mal wieder eins der nirgendwo erwähnten Mini-Highlights, die so ein bisschen gegen die großen untergehen, nämlich der Anstieg durchs Tal des Cochetopa Creek hoch zum ersten Pass der San Juans. Die Espen dort waren die schönsten des ganzen Trails. Insgesamt war der Abschnitt nicht spektakulär, aber irgendwie auf eine unaufgeregte Art einfach wunderschön.


    Nur mal so ein kurzer Zwischenruf aus dem Hintergrund der Moderation:

    Bitte macht euch bei euren Beiträgen bewusst, dass hier seit heute morgen alle 6 Moderatoren sich ernsthafte Gedanken machen, wie dieser Thread wieder freundlich werden kann - so dass sich niemand auf den Fuß getreten fühlt. Das ist wirklich "fun No. 2". Das bedeutet "nicht mehr lustig".

    Wir haben unsere Nutzungsbedingungen mit den "no politics" und dem Verbot der persönlichen Angriffe, weil unser Focus hier auf anderem liegt, und nur deswegen schaffen wir es, dass hier doch recht unterschiedliche Menschen miteinander umgehen können.

    Über das Alter, in dem wir Grenzen - von Regeln und von anderen Menschen - bis ins letzte ausreizen müssen, sind wir eigentlich alle hinaus, oder? Und wem das Bedürfnis dazu noch immer nicht vergangen ist, der sublimiere dies doch mit dem Unterschreiten von Baseweight-Grenzen, dem Ausweiten der Kilometerhöchstleistungen, dem Kauf des nächsten Zeltes.


    so. Über Pfingsten war auch das Modteam - zumindest in Teilen - draußen, daher hat es leider recht lange gedauert, bis wir die Vorkomnisse hier im Thread aufgearbeitet haben. Wir haben nun alles, was vom Thema abweicht, deaktiviert. Wie in den Nutzungsbedingungen festgehalten, soll hier nicht über Politik diskutiert werden, solange es nicht auch einen konkreten Bezug zum Forenthema gibt. Für alles andere gibt es genug geeignete und ungeeignete Ecken im Internet.

    Dieser Beitrag bezieht sich auch die Bilder vom letzten, also alles was zu Gray's Peak und der Argentine Spine gehört, ist oben zu sehen. Die Bilder unten sind von Breckenridge bis Salida. Durch Twin Lakes bin ich zwar durchgelaufen, aber ohne Resupply, nur ne kurze Pause mit Burrito und Cola:love: Das Chaos erklärt sich dadurch, dass ich in dieser Zeit etwas gestresst war und nicht bei jedem Stopp einen Blogbeitrag verfasst habe, aber trotzdem einen neuen Bilderordner angelegt habe, enlang derer ich das hier wiederum verfasse.


    Herbst.

    6,5 Tage, 240km


    Colorado ist und bleibt eine Herausforderung. Die letzten beiden Wochen waren geprägt von ständigen Planwechseln, Alternativrouten, langsamen Vorankommen, bedingt v.a. durch Wetter, aber auch andere Faktoren wie schwieriges Gelände, die Höhe oder auch Mäuse, die mein Essen angefressen haben.
    Nach den Trail Days ging es hoch zum höchsten Berg auf dem Trail, Gray’s Peak mit 4350 Metern. Wir hatten einen sonnigen Tag erwischt, sodass wir weiter über den Grat laufen konnten, insgesamt über 20km immer oben, mit traumhaften Ausblicken auf allen Seiten. Erst am nächsten Mittag erwischte uns ein Gewitter und wir schafften es gerade noch unter die Baumgrenze. Danach verlief der Weg recht abwechslungsreich mal durch Wälder, mal oben, damit war zumindest der Umgang mit dem Wetter etwas einfacher.
    Inzwischen ist es sehr eindeutig Herbst geworden, die Temperaturen sind einstellig, nachts gibt es oft Frost, aber vor allem sind die Wälder nun in leuchtenden Herbstfarben. Grade die Espen, die hier allgegenwärtig sind, tauchen die Wälder in leuchtendes Gelb, und gelegentlich auch rot. Übrigens faszinierende Bäume: Das sind keine einzelnen Bäume, sondern unterirdisch durch Wurzelwerk verbundene Baumkolonien, mit teils vielen dutzend Stämmen. Das hat auch zur Folge, dass eine Baumkolonie ihre Farbe immer gleichzeitig wechselt, und nicht jeder Baum einzeln.
    Herbst bedeutet auch, dass es bald Winter wird, und mein Rennen gegen den Winter geht nun in die letzte Phase. Erste Schneestürme gab es schon, oben in den Bergen sieht man immer wieder kleine Schneereste, aber zum Glück sind wir noch etwas vom richtigen Wintereinbruch entfernt. Es sind noch knapp 500km bis New Mexico, nun bleibt nur noch zu hoffen, dass der Winter nicht zu früh kommt, und so schnell zu wandern wie es eben möglich ist.

    zur Packliste:

    Quilt: Daune statt Synthetik. Mit z.B. einem Cumulus Quilt 150 könntest du 60g sparen, hättest etwas mehr Temperaturreserve, und das dürfte v.a. auch einige Liter sparen.

    Isomatte: Evtl. die EVA weglassen und abends halt genauer den Boden absuchen. Bin ja großer Fan von EVAs und benutze keine Luftmatte, aber wenns ums Packmaß geht, haben letztere halt einen großen Vorteil.

    Ob Topf weglassen was bringt, weiß ich nicht so genau, die Frage stell ich mir schon länger. Einerseits hast du halt einen starren Gegenstand weniger, was das packen erleichtern könnte, andererseits kann man da ja auch was reintun, und ich hab die Vermutung, dass das Essen ohne Kocher etwas mehr Volumen braucht.

    Wie lange bist du denn normalerweise am Stück unterwegs, dass du Powerbank und Ladegerät brauchst? Ggf. eins rausschmeißen, zumindest bei kürzeren Touren

    Pumpe ggf. überdenken

    Bei den Klamotten ist mir nicht klar, was du anhast und was verstaut ist? Jedenfalls hast du ein T-Shirt und einen Sunhoody, evtl. kann eins davon weg.

    Du hast ein Taschentuch und einen kleines Handtuch

    das wird sicher keine alleinige Lösung, aber bestimmt kann man deinem Setup noch was optimieren? Du kannst ja mal eine Packliste raushauen. Fände ich auch unabhängig davon interessant, die ist ja wahrscheinlich stark auf Volumen getrimmt?

    Breckenridge.

    3,5 Tage, 70km

    Kein originaler Blogbeitrag: Ab hier war ein komischer Abschnitt, weil ich konstant umplanen musste bzw. wollte. Mehrmals haben Mäuse mein Essen angeknabbert, wodurch ich z.B. ungeplant nach Breckenrigde musste (was gar nicht schlecht war: Man kommt an einer Straße direkt an der Bushaltestelle raus, wo alle 30min ein Bus in 10min nach Breckenridge fährt), dadurch dachte ich, dass ich dann Leadville auslassen kann, das ging dann aber auch nicht, weil da schon wieder die nächste Maus kam... immerhin hab ich beides als kurzen Stopp ohne Übernachtung geschafft. Dafür hab ich dann in Twin Lakes nix gekauft, auch wenn ich durchgelaufen. Und so weiter. War alles etwas konfus und hat leider mehr Zeit gekostet, als ich dachte. Dann war noch das Wetter so eine Sache, immer wieder Gewitter, ein ziemlicher Sturm, den ich umgehen konnte, indem ich Collegiate East statt West gelaufen bin, was sehr schade war, weil ich mich darauf eigentlich sehr gefreut hatte. Aber nachdem ich gehört hatte, wie es denen erging, die West gelaufen sind, war ich doch zufrieden mit meiner Entscheidung... Aber landschaftlich ists da schon toll. Wir hatten auch echt Glück mit dem Wetter, für die Gray's Peak und Argentine Spine hatten wir genau den Tag erwischt, an dem den ganzen Tag Kaiserwetter war :)

    Colorado. Nun richtig.

    4 Tage, 130km

    „Colorado is kicking my ass“. Wohl keinen anderen Satz habe ich in den letzten knapp zwei Wochen öfters gehört. Alle uns Wanderer hat dieser Staat in den letzten Tagen vor große Herausforderungen gestellt. An die Höhe habe ich mich inzwischen weitgehend gewöhnt, das war in den ersten Tagen aber gar nicht so einfach, gerade bei den langen Aufstiegen bin ich doch schwer ins Atmen gekommen. Die eigentlich große Herausforderung gerade in den letzten Tagen war aber vor allem das Wetter kombiniert mit dem Terrain. Der Weg läuft hier viel oben auf Graten oder Bergrücken, oft über lange Strecken von 10 km oder mehr, ohne Abstieg unter die Baumgrenze. Dazu hatten wir vor allem in den letzten Tagen oft schlechtes Wetter mit viel Regen, vor allem auch Hagel, und vielen Gewittern. Gewitter sind hier um diese Jahreszeit nicht unüblich, allerdings kommen sie normalerweise erst nachmittags und dauern nur kurz. Das war letzte Woche nicht der Fall, es war völlig unberechenbar, was die ganze Strecke manchmal zu einem großen Glücksspiel gemacht hat. Einmal bin ich auch 3 km und 500 Höhenmeter einfach wieder zurück abgestiegen, um nicht oben dem Gewitter ausgesetzt zu sein. Wie ich inzwischen gelernt hatte, ist es nämlich sehr unangenehm, in offenem Gelände mitten im Gewitter zu sitzen. Auch jetzt mache ich gerade einen zusätzlichen Tag Pause, um Stürme abzuwarten. Wenn dann aber mal die Sonne scheint, oder es zumindest soweit aufklart, dass man Ausblick hat, dann ist die Gegend hier wirklich beeindruckend. Oft sieht man dann Dutzende Kilometer über die Bergwelt der Colorado Rockies (siehe Fotogallerie).
    Da ich durch meinen Pausentag etwas Zeit habe, wollte ich, auch aus anderem Anlass, etwas über die sogenannte Trail Culture schreiben. Wie ich ja schon hier und dort erwähnt habe, treffe ich immer wieder andere Wanderer. Es dürfte eine niedrige dreistellige Zahl vom Wanderern sein, die mehr oder weniger gemeinsam Richtung Mexiko läuft. Es ist tatsächlich sehr faszinierend zu sehen, wen man wo trifft. Manche Wanderer sehe ich über Wochen sehr regelmäßig, manchmal passiert es auch, dass ich jemanden treffe, den ich schon seit wortwörtlich Monaten nicht mehr gesehen habe, wieder andere habe ich erst in der letzten Woche kennengelernt. Nichtsdestotrotz kennt man sich sozusagen, oft hat man auch schon zumindest mal die Namen gehört, es ist durchaus so, dass es hier eine Art Gemeinschafts- oder Gruppengefühl gibt zwischen den Wanderern. Das passiert natürlich jedes Jahr, und hat dazu geführt, dass es auf diesen großen Wanderwegen hier in den USA wie eine Art Subkultur gibt. Beispielsweise ist es hier üblich, sich nicht mit den eigentlichen Namen, sondern mit sogenannten trail-namen an zu reden, die man von anderen Wanderern bekommt. Die meisten basieren auf irgendeiner Episode oder Geschichte oder ähnliches, die auf dem Trail passiert sind, wobei der Großteil aller Wanderer ja schon mal einen ähnlich langen Weg gelaufen ist, und dadurch schon einen Trailnamen hat. Mein eigener trailname ist Yukon, wer mag möge „Cornelius Yukon“ googeln. Ein anderer Teil der Trail culture ist sogenannte Trail magic. Meist bedeutet das in etwa, dass irgendwelche wildfremden Leute irgendetwas für uns Wanderer machen, teilweise geplant, manchmal auch völlig zufällig. Beispielsweise gibt es manchmal an Stellen, wo es wenig Wasser gibt, Leute aus umliegenden Dörfern, die einfach eine Kühltasche mit Wasser an den Weg stellen, manchmal sogar noch mit Keksen, Süßigkeiten oder ähnlichem. Was ich auch schon erlebt habe, als ich mit einer anderen Wandererin an einer Straße entlang gelaufen bin, hat jemand angehalten, und uns gefragt ob wir etwas von McDonald’s wollen. Er ist dann tatsächlich 20 km in die nächste Stadt zurückgefahren und hat uns etwas von McDonald’s gebracht. Solche Sachen passieren immer wieder, die Leute gerade in den ländlichen Gegenden hier sind wirklich hilfsbereit und freundlich.
    Gestern war ich in Leadville in Colorado, wo die CDT Coalition, das ist die Organisation, die diesen Weg hier organisiert und betreut, die sogenannten Traildays veranstaltet hat. Das ist ein eintägiges Event für alle sogenannten „Sobos“, so werden die Wanderer bezeichnet, die southbound, also südwärts, laufen, es gab Vorträge, Stände von Ausrüstungsherstellern, und diverse andere Workshops und ähnliches, vor allem aber war es eine Möglichkeit, für alle Wanderer, sich mal an einem Ort ohne Wamderstress zu treffen. Das war wirklich schön, auch wieder Leute zu sehen, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, aber auch viele neue Leute kennenzulernen, die ich noch nicht getroffen hatte.
    Die Wanderer hier auf dem Trail sind äußerst unterschiedlich, es ist wirklich faszinierend, wen man hier alles so trifft. Den Großteil der Wanderers sind natürlich US-Amerikaner, die zweitgrößte Gruppe machen wir Deutschen aus, aber ich habe schon Wanderer aus Tschechien, Frankreich, Dänemark, Brasilien, Japan, China, Kanada, Österreich, und der Schweiz getroffen. Ebenso divers ist es beruflich, es gibt Ingenieure, Lehrer, ITler, ich habe einen freiberuflichen Musikproduzenten getroffen, eine Kunstprofessorin, Krankenpfleger, Biologen, Entwicklungshelfer, Beamte, und eine große Gruppe sind auch Saisonarbeiter, die im Winter einige Monate arbeiten, beispielsweise in der Gastro, und dann im Sommer 6 bis 8 Monate wandern gehen. Auch altersmäßig ist hier alles vertreten, der Großteil ist zwischen Anfang 20 und Ende 30, aber ich treffe auch nicht wenige Wanderer jenseits der 50 oder 60. Der überwiegende Teil der der Wanderer ist grundsätzlich allein unterwegs, einige wenige Paare laufen den Weg zusammen aber es ist nicht unüblich, dass sich Wanderer in kleineren, manchmal auch etwas größeren, Gruppen zusammenschließen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass man den ganzen Tag zusammen läuft, sondern eher, dass man gemeinsam Pausen macht, gemeinsam zeltet, und gemeinsam Zeit in den Städten verbringt. Ich bin nach wie vor alleine unterwegs, laufe immer wieder mit anderen, beispielsweise bin ich kurz vor Wyoming vielleicht eine Woche lang mit einem Brasilianer zusammen unterwegs gewesen, in den letzten Tagen war ich oft mit einem Amerikaner zusammen, und diese Abwechslung gefällt mir eigentlich gut. Es ist sehr angenehm und oft auch hilfreich, nicht alleine unterwegs zu sein, trotzdem gefällt es mir auch immer wieder gut, eine Weile alleine zu sein, und eine grundsätzliche Unabhängigkeit zu haben. Auf jeden Fall ist das soziale Element ein wichtiger Teil dieses Wegs und macht das Ganze durchaus noch einmal interessanter.
    Nun werde ich mich gleich auf den Weg machen, als nächstes steht der sozusagen Höhepunkt des Weges an, Gray’s Peak mit 4350m.


    Mr.Tidy ja, das klingt vernünftig :)

    GirlOnTrail ne, den Hut hab ich schon seit Jahren. Mein Forenname stammt allerdings noch von sehr viel früher aus Zockerzeiten... hat mit Wandern nix zu tun :)

    Die Wegfindung war alles in allem sehr unkompliziert: Einfach FarOut hinterherlaufen. Klar, manchmal verpasst man ne Abzweigung oder so, aber echtes Navigieren war selten nötig. Markierungen waren mal besser, mal schlechter, aber alles in allem war das kein nennenswertes Problem. Interessant fand ich - und diese Vermutung hatte ich schon im Vorfeld gehabt - dass sich (fast) nur Leute, die vorher PCT und/oder AT gelaufen sind, beschwert haben. Ich kenne beide Wege selbst nicht, aber es fiel mir schon bei der Recherche auf, dass es fast immer z.B. hieß "im Vergleich zum PCT ist es kälter und regnet viel". Das mag stimmen, aber das heißt ja nicht, dass es absolut betrachtet viel regent und kalt ist. Ich hatte an 46 von 141 Tagen Regen, aber geschätzte 80% dieser Tage hats halt mal ne Stunde geregnet oder immer mal wieder etwas genieselt. Insgesamt sind auch die Rockies eine sehr trockene Gegend. Und klar, Colorado war kalt, aber ich hatte im Schwarzwald schon genauso kalte Nächte... also so richtig krass fand ichs nicht. Auch über den Abstand zwischen Resupplies und die Größe der Dörfer wurde sich beschwert, fand ich aber alles nicht so wild. Meistens 4-5 Tage, zweimal 8 Tage, selten mal 6, dafür v.a. in Colorado schon wieder so viele Möglichkeiten, dass man gut welche weglassen kann. Es gibt überhaupt nur einen Punkt, wo man zwingend ein Packet hinschicken muss (Pie Town), ansonsten ist gelegentlich mal die die Auswahl nicht so groß, aber man findet immer genug. Also ich find, da wird viel übertrieben. Technischer Anspruch ist exakt null, ich hab ein einziges Mal meine Hand an den Fels gelegt, und ob das wirklich nötig war... ich dachte immer wieder, so wie die über manche Sachen reden, muss man die Amis einmal ne Woche in die Alpen schicken, dann sind die traumatisiert, was da als normaler Wanderweg gilt :D Und zur Länge: lustigerweise bin ich weniger km gelaufen, als der PCT hat, die 5000km vom CDT existieren nämlich praktisch nur in der Theorie.

    Das soll nicht heißen, dass das ein einfacher Spaziergang ist, ich hab schon auch geflucht und geschimpft. Aber ich finde, die Messlatte ist da oft ein bisschen komisch bei vielen Wanderern.

    Dune hat für mich alles gut funktioniert. Das Problem waren eher die Mini Groundhogs, die in dem oft vorhandenen weichen Waldboden oft recht locker saßen. Da ist mir das Tarp einmal zusammengekracht, wobei das ne fiese Mischung aus Schnee, der auf dem nicht allzu steilen Tarp nicht runtergerutscht ist, starkem Wind und weichem Waldboden war. War aber auch schnell wieder aufgerichtet. Ansonsten hatte ich keine Probleme. Generell findet man praktisch überall recht gut geschützte Zeltplätze, einzig in den San Juans war das schwierig.

    Mücken waren nachts meist kein Thema, nur abends, aber auch nur Abschnittsweise. Ich hab, falls es mal warm war nachts und gleichzeitig Mücken gab (kein häufiger Fall…) den Schlafsack oben aufgemacht und den Oberkörper gelüftet. Das StS Bugnet ist ja deutlich mehr als ein Headnet, ich war zwarnimmer zu faul, aber im Prinzip kann man fast den gesamten Innenraum des Tarps drunterkriegen. Ich habs meist so etwa von Kopf bis Hüfte abgespannt (liegend). Und ein weiterer Vorteil: ein paar mal hab ichs in Pausen über mich drübergeworfen, da war so manch anderer neidisch… Ende Juli hatte es mal ein paar kalte Nächte, ab da waren die Mücken eh weg.

    Kondens war oft Thema, auch auf dem Schlsfsack, aber da sehe ich nicht, wo ein Zelt besser gewesen wäre… hab den dann halt vormittags oft in die Sonne gelegt und ab und zu mal in einen Trockner geschmissen, wenn ich eh Klamotten gewaschen hab.

    Klingt aber alles schlimmer, als es war :D würde das Setup auf jeden Fall nochmal genauso mitnehmen. Vllt. sogar ein etwas kleineres Tarp.

    zwei Tipps für diese Gegend, direkt bei Grand Lake: wenn du die RMNP Loop machst, ist wohl fast alles burn zone und nicht so toll. Insgesamt ist der Park wohl super, aber halt nicnt dort, wo der CDT durchläuft. Aber: Ganz oben an der Loop gibt es einen Abstecher zu Flattop Mountain und die Möglichkeit eines kurzen Ridgewalks mit Sicht auf die andere Seite der Divide. Ist laut eines Sobos, der dort wohnt, eine der besten Aussichten des ganzen Parks.

    Und: Sobo vom Bowen Pass gibts eine Möglichkeit für einen Ridgewalk, der richtig genial aussieht. Habe wegen Wetter drauf verzichtet. Ist aif den Ley Maps zu sehen. Es ist die Ridge im 3. Foto von unten, die man entlang laufen kann, man kommt dann am Bowen Pass, von wo ich fotografiert habe, wieder raus.

    Grand Lake.

    5 Tage, 130km.

    Hier habe ich keinen Blogeintrag gemacht, da eigentlich nicht viel neues passiert ist, es war ja auch eine kurze Etappe. Ich bin immer mehr in die Berge gekommen, hatte den - auch im Nachhinein - anstrengendsten Anstieg des ganzen Trails zum Parkview Mountain. Dieser hat leider auch verhindert, dass ich die Runde im Rocky Mountain National Park laufen konnte, das ist logistisch leider etwas doof, da man dort zum Übernachten eine Bärentonne brauch. Es sind aber nur so ca. 40km im Park, daher pennen die meisten kurz vor der NP Grenze und laufen dann an einem Tag direkt nach Grand Lake rein. Alternativ kann man das auch abkürzen und spart sich dann so knapp 30km. Da ich wegen des Anstiegs nicht mehr nah genug an die Grenze gekommen bin, hab ich diese Abkürzung genommen. Dafür hatte ich mal einen recht entspannten Tag und konnte morgens den Hagel aussitzen und erst um 10 Uhr loslaufen, als das Wetter wieder gut war :) Das letzte Foto ist übrigens der Colorado River.

    Colorado!

    6,5 Tage, 240km (Resupply zwischendurch in Grand Encampment nach 3 Tagen, 100km).

    Ich habe Colorado erreicht! Seit drei Tagen bin ich nun im vorletzten Bundesstaat meiner Wanderung und habe nun Steamboat Springs erreicht. Das Rennen gegen den Wintereinbruch geht in den Endspurt, wobei Spurt hier wohl relativ zu betrachten ist.
    Colorado ist der höchstgelegene Bundesstaat der USA und man merkt das auch schon zumindest ein bisschen in den ersten Tagen. Vom Great Basin in Wyoming ging es erst ordentlich hoch. Gestern Abend habe ich auf etwa 2.800 Meter geschlafen, was für hiesige Verhältnisse tatsächlich eher niedrig ist. Trotzdem befinde ich mich eher noch am Anfang der Colorado Rockies und man merkt, dass es erst in den nächsten Tagen so richtig in die Berge gehen wird. Nach dem Wüstenabschnitt am Ende von Wyoming gefällt es mir gut, wieder in den Bergen zu sein. Due Berge hier sind deutlich weniger scharf als zum Beispiel in den Alpen, alles ist etwas runder und weiter, der Weg führt oft über sehr breite Bergrücken mit alpinen Wiesen.
    Man merkt so langsam auch, dass es Herbst wird, die Nächte werden spürbar kälter und morgens aus dem Schlafsack zu kriechen erfordert immer mehr Überwindung. Auch die Tage werden kürzer, dadurch wird es immer schwieriger, die notwendigen Kilometer zu erreichen, insbesondere, da nun ja auch sowohl die recht große Höhe als auch viele zu überwindende Höhenmeter dazu kommen. Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr auf Colorado und bin gespannt, was die Bergwelt hier noch zu bieten hat..

    RaulDuke dann sollte dir diese Etappe gefallen :D

    The Basin

    4 Tage, 190km

    Tja. Erstens kommt immer alles anders und zweitens als man denkt. Für das Great Divide Basin hatte ich Temperaturen bis fast 40 Grad, Sonne pur, und wenig Wasser erwartet. Ich hatte jedoch jeden Tag Regen, gestern sogar praktisch den ganzen Tag, auch ein paar Gewitter, was bei dem Gelände – siehe auch Fotos – nicht vergnügungssteuerpflichtig ist, und dadurch sowohl am Boden als auch von oben deutlich mehr Wasser als erhofft.
    Nichtsdestotrotz fand ich das eine höchst faszinierende Gegend. Gleich am Anfang kam ich durch ein kleines Geisterdorf, dass heute ein Freilichtmuseum ist, South Pass City. Entstanden im 19. Jahrhundert im Zuge des Goldrauschs, wurde das Dorf im 20 Jahrhundert irgendwann aufgegeben, heute betreibt ein Verein dort eben ein Freilichtmuseum. Sie haben die Gebäude originalgetreu nachgebaut und man kann auch reinsehen und teilweise auch reingehen, am spannendsten fand ich das Gebäude, in dem Fotos von den 1870ern bis ins frühe 20. Jahrhundert ausgestellt waren.
    Das Great Divide Basin ist sehr interessantes Gebiet. War ich bisher immer entlang der Wasserscheide unterwegs, was ja auch heißt, dass das Wasser links von mir in den Atlantik und rechts in den Pazifik fließt, ist es hier im Basin so, dass die Wasserscheide außenrum geht, das heißt, jegliches Wasser das hier reinkommt, bleibt auch hier, es fließt nirgendwohin ab. Nun ist es so, dass, offensichtliche außer in den letzten Tagen, normalerweise hier extrem wenig Wasser ist, es gibt kaum Regen, und auch sehr wenig natürliche Wasserquellen. Die Gegend mit eintönig zu beschreiben wäre eine massive Untertreibung, nichtsdestotrotz fand ich es höchst faszinierend hier durchzulaufen. Es ging ein bisschen mehr hoch und runter als ich das erwartet hatte, aber die Höhenmeter hielten sich doch sehr in Grenzen, Hügel waren eigentlich die einzige Form der Gelände Variierung, die es gab. In den letzten ca anderthalb Tagen bin ich rund 70km einfach nur geradeaus gelaufen, mit minimalen Richtungsveränderungen von höchstens wenigen Grad. Nun bin ich im Rawlins angekommen, ein bisschen wird es noch so weitergehen, bevor es dann hoch Richtung Colorado geht.


    The Winds

    8 Tage, 270km

    So, nach acht Tagen bin ich gestern endlich in Lander, Wyoming, angekommen. Das war durchaus ein hartes Stück Arbeit. Nichtsdestotrotz habe ich diese Tage insgesamt sehr genossen, landschaftlich war das bisher eines der Highlights überhaupt. Die Wind River Range ist benannt nach dem gleichnamigen Fluss und dem Indianerstamm, der hier in der Nähe auch ein Reservat hat.
    Zum ersten Mal war ich auch regelmäßig über 3000m, nachdem ich die letzten Wochen meistens zwischen 2500m und 3000m gelaufen bin, ging es dieses Mal bis auf 3700m hoch. Man sieht es meinen Fotos, auch denen der letzten Wochen, nicht immer unbedingt an, in welcher Höhe ich mich bewege, aber tatsächlich ist die Baumgrenze hier auf etwa 3200 m.
    Jedenfalls war das ein Abschnitt, der geprägt war von hohen Bergen und vor allem sehr vielen wunderschönen Bergseen. Ich hatte zumindest ab dem dritten Tag auch echt Glück mit dem Wetter, sodass ich mehrere Nächte ohne Tarp schlafen konnte und und dank Neumond auch immer wieder ganz tolle Sternenhimmel sehen konnte.
    Vielleicht ist hier eine gute Gelegenheit, ein paar Worte über Waldbrände zu verlieren. Bisher hatte ich nämlich großes Glück, ich musste keinem einzigen Waldbrand ausweichen, das einzige mal, dass es knapp war, wurde der Wanderweg eine Woche bevor ich durchgelaufen bin wieder eröffnet, und auch diese Woche hatte ich wieder Glück: vergangenen Sonntag bin ich noch am Green River entlang gelaufen, seit Donnerstag gibt es dort einen Waldbrand. Für viele Wanderer, die ein paar Tage hinter mir sind, ist das nun ein echtes Problem.
    Aber auch wenn ich kann bisher keine Waldbrände direkt auf der Strecke hatte, bin ich inzwischen zusammengerechnet mehrere hundert Kilometer durch Gebiete gelaufen, die in den letzten zwei bis 15 Jahren abgebrannt sind. Diese Gebiete sind oft sehr anstrengend zu durchqueren, da die Wege, je nachdem wie lange der Waldbrand her ist, nicht immer in einem guten Zustand sind, immer wieder Baumstämme über dem Weg liegen, es oft wenig Wasser gibt, und man nur schwer einen Zeltplatz findet, da die ganzen toten Bäume, die noch stehen, jederzeit umfallen können, vor allem wenn es windet. Tatsächlich habe ich genau das auch schon beobachten können.
    Fand ich es am Anfang noch interessant, solche Gebiete durch zu durchqueren, ist es inzwischen meistens eher lästig, zumal es nicht selten vorkommt, dass man mehrere Stunden durch entsprechende Abschnitte läuft. Nichtsdestotrotz ist aber immer wieder spannend, wie sich der Wald auch selbst erneuert, und wie der aktuelle Stand dessen ist, je nachdem wie lange der Waldbrand her ist.
    Der nächste Abschnitt ist wahrscheinlich in jeglicher Hinsicht das krasse Gegenteil vom vorhergegangenen: das Great Divide Basin, ein wüsten- oder steppenartiger abschnitt, deutlich tiefer wieder, teils sogar unter 2000m, sehr flach, es gibt sehr wenig Wasser dort, und wahrscheinlich wird es recht heiß. Außerdem bin ich jetzt endlich aus dem Grizzly Gebiet raus und habe heute mein Bärenspray abgegeben.


    RaulDuke tatsächlich war da Yellowstone eine interessante Erfahrung in dieser Hinsicht: dort habe ich nämlich viele Nobos getroffen, die gerade erst seit rund 2 Wochen oder so in Grizzly Gebiet waren. Viele von denen haben gefragt, wie das Wandern mti Grizzlies sei, und da ist mir erst so richtig aufgefallen, wie sehr man sich dran gewöhnt hat, bzw. genauer gesagt, wie wenig das nach kurzer Zeit eine Rolle gespielt hat. Abgesehen davon, dass man halt sein Essen irgendwo hinhängen musste, hat da nach 2 oder 3 Wochen kaum noch jemand drüber nachgedacht, das Thema ist völlig aus Gesprächen verschwunden, wenn nicht grade mal zufällig einer gesichtet wurde. Aus meiner Sicht - und diese hatte ich schon vor dem Loslaufen - wird das Thema viel zu hoch gehängt. Klar sollte man sich etwas einlesen und die üblichen Regeln beachten, aber letztlich sind die üblichen Gefahren - Gewitter, Absturz etc. - wesentlich gefährlicher. Zumal du mit "einfrieren" gar nicht so viel falsch machst:P

    Yellowstone. Geysire. Und Grizzlies!


    7 Tage, 220km

    So, ich bin nun tatsächlich in Wyoming und habe Dubois erreicht. Damit habe ich auch die 1500 km geknackt.
    Vier Tage war ich diese Woche in Yellowstone, und war ziemlich begeistert. Yellowstone ist völlig anders als alles, was ich bisher gesehen habe. Der Weg verlief sehr eben, was eine angenehme Abwechslung war, aber vor allem waren die ganzen Geysire und heißen Quellen echt spektakulär. Auch abgesehen davon hat mir der Park sehr gefallen, es ging auch viel wieder wie ganz am Anfang der Wanderung durch Flusstäler, die aber meist deutlich weiter waren und ein ziemlich cooles Wildwestfeeling hatten.
    Und ich habe zum ersten mal Grizzlys gesehen! Zuerst eine Mutter mit zwei kleinen, die leider nur ca. 10 bis 15 m von mir weg waren. Glücklicherweise wollten sie ebenso wenig mit mir zu tun haben wie ich mit ihnen und haben sich weg von mir über den Fluss verkrümelt. Ich habe eine Weile Pause gemacht, damit sie sich entfernen können, aber kaum war ich losgelaufen, habe ich die drei mit noch einem erwachsenen Bär auf der anderen Flussseite gesehen. Das war immerhin eine angenehme Entfernung, sie konnten mich zwar riechen, aber nicht richtig sehen und haben sich dann aber auch wieder in den Wald verzogen. Dabei habe ich immerhin ein paar Fotos machen können.
    Als nächstes geht es in die Wind River Range, dort werde ich ca. 8 Tage unterwegs sein, das heißt, ich muss wieder einen Haufen Essen in den Rucksack packen.

    tillkm hatte die aufm CDT dabei. Nach so drei Monaten wars am Rücken und unter den Schultergurten durch Abrieb nicht mehr dicht. War aufm Trail nichtmal so schlimm, weil da ist ja der Rucksack, nur in der Stadt wars manchmal nervig. Hab sie dann nicht mehr mit zurückgenommen.

    Aber abgesehen von der Haltbarkeit eine gute Jacke, bzw. Hoody. Der Schnitt ist etwas komisch, extrem weit, obwohl ich schon eine Größe kleiner genommen hab, aber dadurch, und mit den extrem langen Pitzips, funktioniert die Lüftung ziemlich gut, sodass man nicht (allzu sehr) schwitzt. Die Kaputze hat für mich auch gut funktioniert.

    Good-bye Montana

    3,5 Tage, 115km

    Ein kurzer Abschnitt diesmal, nur etwas über 100 km seit Lima. Am Samstagabend haben die Leute vom Motel in Lima drei andere WandererInnen und mich zurück zum Weg gefahren. Eigentlich wollten wir einfach gemütlich noch drei oder vier Kilometer laufen, und dann unsere Zelte aufschlagen. Kaum waren wir allerdings losgelaufen, ging es los: Regen, Gewitter, Hagel, starker Wind. An der ersten halbwegs geschützten Stelle haben wir unsere Zelte aufgeschlagen, klatschnass. Immerhin war mein Schlafsack trocken geblieben. Aber die nächsten Tage war das Wetter weitgehend gut, sodass wir alles wieder trocken bekommen haben.
    Die Strecke bis hierher war recht angenehm, nicht so viele Höhenmeter, man kam schnell vorwärts. Nun sitze ich in einem Hotel, wo ich auf mein neues Paar Schuhe warte, das hoffentlich morgen ankommt. Immerhin meine erste Nacht in einem Bett seit über drei Wochen!
    Gestern habe ich nun endgültig Montana verlassen. Die letzten paar 100 km bin ich ja immer entlang der Grenze zwischen Montana und Idaho gelaufen, nun laufe ich noch ein kleines Stück schräg durch Idaho. Tatsächlich sind es nur noch etwa 40 km, bis ich im Yellowstone Nationalpark die Grenze zu Wyoming überschreite. Von Wyoming habe ich ja schon öfters gesprochen, daran merkt ihr vielleicht auch, wie sehr nicht nur ich, sondern fast alle Wanderer, die ich nur hier so treffe, die Grenze herbeisehnen. Der erste große Abschnitt ist damit abgeschlossen. Zum Einen gibt mir das das Gefühl, nun doch endlich schon einiges geschafft zu haben und gut vorwärts zu kommen, zum anderen motiviert es auch aufs Neue, insbesondere weil Wyoming viele Highlights bietet. Zu Beginn natürlich der Yellowstone Nationalpark, direkt anschließend die Wind River Range, die vielen Wanderern als eines der, wenn nicht das Highlight des ganzen Weges gilt. Und zu guter letzt noch das Great Basin, ein geologisch sehr spannendes Gebiet, weil die Wasserscheide nicht durch, sondern um dieses Becken herumführt. Auch landschaftlich freue ich mich sehr darauf, es ist eine wüsten- oder steppenartige Gegend, sehr flach, praktisch keine Vegetation, ganz anders als alles, was ich bisher so gesehen habe. Leider ist es dort vor allem im August sehr heiß, und es gibt sehr wenig Wasser. Aber bis dahin ist es ja noch eine Weile.

    Lima

    4 Tage, 130km

    Nein, ich habe mich nicht verlaufen. Wie wahrscheinlich bekannt, waren sie in den USA nicht immer so kreativ, wenn es um die Stadtnamen ging. Und so bin ich jetzt in Lima, meinem letzten Stopp in Montana. Der Name kommt wohl von der Bohne, und wird daher nicht wie die Hauptsadt von Peru gesprochen.
    Die letzten Tage waren recht interessant, weil sich die Vegetation stark verändert hat. War es bisher meistens bewaldet, laufe ich nun durch steppenartige Gebiete, in denen vor allem Wüstensalbei wächst.
    Ansonsten muss ich ehrlich sagen, ist in den letzten vier Tagen nicht viel Neues passiert, weiterhin gibt es fast jeden Tag gegen Nachmittag ein Gewitter, manchmal hat man Glück und es ist so weit weg, dass man es nur aus der Ferne sieht, manchmal hat man nicht so viel Glück. Dafür geht es ganz gut vorwärts, schon in wenigen Tagen werde ich Yellowstone erreichen, wo ich die Grenze nach Wyoming überquere.