Beiträge von nach 3 tagen wieder da

    Gewitter sind Ende September zumindest seltener denke ich, im Rahmen einer Kaltfront dann vielleicht heftig. Starkregenereignisse hatten wir die letzten 3 Jahre in unserem Zeitfenster nicht (es gab sie dort, wo wir waren, aber heftigst unmittelbar nach unserer Rückreise dh ab Ende 2. Oktoberwoche wieder, sowieso die klassische Niederschlagszeit in den italienischen Alpen, aber halt stärker). In unserem Zeitfenster Ende September bis 2. Oktoberwoche schien "(relativ) viel Regen" jeweils eher im flacheren, hügeligeren Norditalien zu bleiben, also näher am Meer. Davor das Jahr war einmal Starkregen in den karnischen Alpen. Die Winterfronten (mit "2 Tagen Wintereinbruch", danach wieder etwas wärmer und trockener) waren, glaube ich, eher grosse Fronten, die von Westen/Nordwesten bis ins Piemont und die östlichen Dolomiten angewirbelt kamen. Wäre wohl eine Idee, worauf man mal genauer achten könnte beim Wetterkarte gucken (wo/wann kommt Starkregen her und bis wohin; wann/woher kommt Wintereinbruch. Da die Metereologen immer nach Wettermustern gucken, findet sich das vielleicht auch schon irgendwo. Mittelmeer ist ja schon seit Jahren zu stark aufgeheizt, dieses Jahr wohl wieder neuer Rekord. Erstes Stichwort wohl: Vb -Tief 2024 (bisheriges Rekordtemp-Jahr Mittelmeer). Dieses Jahr auch wieder exakt 09./10. September, mit zum Teil 250 mm in ein paar Stunden. Links für ITA.

    Ja, Hund, hatte ich nicht auf dem Schirm. Für Winterräume, Biwaks und unbewirtschaftete Hütten dürfte ein Hundeverbot ja erst recht gelten.

    In Navarsete (Breheimen) hätte es einen eigenen Hundenächtigungsplatz im Werkstattzimmer gegeben - da wo sich die Nerze eingerichtet hatten.

    Als vermutlich grundsätzlich gut wandertaugliche Zeiten für die italienischen Alpen schreib ich mal auf: Mitte September bis 2. Oktoberwoche und Ende November bis Frühwinter.

    Ende September los statt Ende August hat sich bei uns schon seit einigen Jahren so ergeben, allerdings auch wegen Schulferienorientierung der Kolleginnen.

    Sehe, was Du mit "Hochgebirge" meinst, aber steile felsige Abschnitte gibts ja auch weit unterhalb und auch ohne die Verstärkung durchs Auftauen des Permafrosts gibts ja Steinschlag infolge von Wasser im Fels und täglichen Temp-Unterschieden. Und Erdrutsche und Muren wegen Starkniederschlagsereignissen dürften weiter unterhalb häufiger sein.

    Wir hören also hin und achten vermehrt auf die Geologie und das Gelände - unterwegs. Aber wo lang und welchen Weg gucken wir eh erst unterwegs, vorher nur grob für die Gegend: welche Hütten haben Winterräume oder sind auf und haben Wasser, welche Biwakschachteln gibts in der Gegend. Ausserdem versuchen wir rauszufinden, was so die schönsten einfach zu erreichenden Aussichtskuppen sind und ob es Kämme gibt, die man vermutlich einfach lang kann.

    Was deutlich mehr geworden ist: Wetter und Berg-Meldungen aus der Region verfolgen wir so ab Mitte August oder länger. Beim aktuellen Wetter gucken wir grössere Kartenausschnitte (ganz Europa, Druckverlauf).

    Wenn die Wettervorhersage 50mm Niederschlag für den nächsten Tag ansagt oder eine hereinziehende Front ist für den nächsten Tag klar: Dorf/Bushaltestelle oder Hütte als Ziel.

    Wintereinbruch für 2 Tage hatten wir zu der Zeit ein paar Mal und ein paar Mal keinen Wintereinbruch. Bei reinwehender Kaltfront ist man halt möglichst dorf- oder hüttennah, der Rest lässt sich händeln, entweder mit Spikes (ggf und Pickel) oder indem man tiefer geht. Helme hatten wir i-wann die letzten Jahre mal angeschafft, weil für viele Wege in einer Gegend überall Helmempfehlung war. Dann aber beim Packen entschieden: leichter und weniger klobig ist schöner, wir passen die Tour an. Helm damit raus. Pickel nehmen wir auch seit Jahren nicht mehr mit. Ich denke, so "altersmilde" geht das ziemlichst überall in den Alpen ohne dass "Wintereinbruch" ein ernstes Risiko ist, solange man sich nicht auf einen mehrtägigen Aufstieg ohne Abstiegsmöglichkeiten völlig festgelegt hat. Klamotten müssen halt ein etwas grösseres Temp-Spektrum abdecken als Ende August, aber das ändert am Gepäck für "Hochgebirge" ja wenig.

    Edit, was sich auch geändert hat: wir bleiben anfangs nicht nur 1 Nacht im Dorf, sondern 2. Um bei einer Tagestour einen "Blick ins Gelände" zu werfen. Aber auch das ist nicht unbedingt wegen Klima so, sondern mindestens auch, weil uns Dorf mehr interessiert als früher. Zweites Mal in der Bar kriegt man dann vielleicht auch schon was erzählt von Locals.

    Haupt-Vorteil im Vergleich zu Ende August: kaum andere Touris und es brennt nicht mehr. Allerdings auch die Bürgersteige/Infrastruktur hochgeklappt, weil viele nach der Saison erstmal verreisen.

    Aber: das Interesse am X2 (das ich nicht aufgebaut kriege :/, siehe anderswo) ist natürlich von der Vorstellung getragen (gewesen), bei 2 tägigem Wintereinbruch iwo auf dem felsigen Gipfel eines hohen 3000ers auf bessere Sicht zu warten :saint:.

    Muss mich hier noch als Team Inner aus dcf bzw. Zeltboden aus dcf melden. Dcf als Inner/Zeltboden ist bei mir länger frisch geblieben als das Outer aus dcf, keine Zug drauf und erheblich weniger Sonnenbelastung. Stachelgräser sollten halt umgebogen werden und paar Steinchen beiseite geräumt werden. Passiert dann doch nie so vollständig aber trotzdem ist erst einmal ein Stück Tape notwendig gewesen. Da hatte ich versehentlich mitm Messer in den Boden geschnitten. Und die Stachelgräser richten sich auch morgens nachm Abbau dann direkt wieder auf.

    ok, "Ecktaschen". Auf was für Ideen man halt beim Wäscheaufhängen so kommt.

    Edit: Mittagspause im Park, Versuche mit umgekrempelten Ecktaschen: leider das gleiche Gewürge wie zuvor. Oder ich zu doof. Ich gehe mal davon aus, dass ich ein Vor-Serienexemplar habe, das schlicht zu kurz ist. Oder die Stangen sind zu lang. Deshalb OT. Muss man mal auf Review aus UK warten, wo das X2 ja schon einige Zeit im regulären Verkauf ist. Bei den Vertragshändlern in D ist es ja noch nicht aufgetaucht offensichtlich.

    Wenn das Gestänge gekürzt werden würde, nimmt das wahrscheinlich die Spannung aus dem Fly?

    Hm, bei einem Zentimeter? Man kanns mit Stangen drin dann immer noch bißchen in die Breite und die Länge ziehen. Hab ich noch nie gemacht (Stange kürzen), werde es ggf. iwann ausprobieren, Plane bleibt ja frisch.

    Balu Zoll plus Versanddienstleister = ca. 35 %. Und der Yen stand früher mal besser.

    wilbo nee, habe ich nicht. Weiss ja nicht mal, ob ich ein zum Verkauf freigegebenes Exemplar erworben habe :)

    Und hoffe, dass jmd anders mich hier widerlegt oder die Liteways sich hier melden. Weil schön isses ja schon, sonst hätten wirs nicht so oft versucht.

    Das hat Zeit, bis ich mal in meiner Gestängesammlung nach in Summe vielleicht 1 cm kürzeren Stangen schaue. Habe jetzt gut 1 Jahr nach Feststellung, dass das dcf vom einen Mid sich an besonders belasteten Punkten auflöst, mal nachgeklebt...

    Das X2 ist doch Käse, da es, wenn man bei Regen rein und raus will, ins innere regnet!

    Naja, konstruktionsbedingt normal für die Art von Zelten, SchlaSa halt was nach hinten schieben, wie bei Mids, deren Innenfläche man voll nutzt (also ein 2er zu zweit). Ggf. halt noch 140 gr Tarp drüberspannen. Morgens innen bißchen Kondens abwischen und gut ist.

    Vorteile: minimalste Stellfläche und es passen tatsächlich 2 Leute gut rein und ich als Langer ü 190 passe gut rein, auch zu zweit, mit Schuhen und Rucksack im Zelt (zu zweit eng, ja, aber geht). Wirkt ausgesprochen stabil (in richtig Wetter noch nicht gehabt, da könnte es nachts bißchen Sprays von der Seite geben, das gehört dazu).

    Mein K.O.-Punkt: ich kriege die Stangen nicht ohne grössten Kraftaufwand und mehrere Versuche in die Füßchen. Meine Freundin überhaupt nicht. Die andere Stangen-Seite fixieren und biegen hilft nur bedingt. Erst links dann rechts (Anleitung von Liteway) macht auch keinen grossen Unterschied. Heisst also: wenn ich oder wir iwo ziemlich erledigt ankomme/n, gibts Schwierigkeiten, das Zelt aufzubauen. Dreimal auf harmlosen Kurztouren dabei gehabt und anschliessend im Garten weiter probiert. Leider ein No-Go für Touren, bei denen absehbar ist, dass wir zum Aufbauen mehr oder weniger erledigt sein könnten. Edit: vermutlich Vor-Serienexemplar...

    Ästhetisch ist das X2 sehr gelungen, Raumgefühl super, Länge und Höhe super und es schläft sich super drin. Seit Jahren das erste Bergzelt für Lange. Ausser dem sehr teuren Djedi aus dem falschen Material. Ich habe ein "Gebrauchtes" aus Frankreich, d.h. ich kann nicht ausschliessen, dass es ein Vor-Serienexemplar mit Vor-Serien-Fehler ist. In einem vergleichbaren Zelt von Crux (kürzer... und aus Membranmaterial) hatte ich schon alleine klaustrophobische Anwandlungen. Und, als ich es Jahre später verkaufen wollte, brach beim Vorführ-Aufbau die dritte, innere Stange.

    Alle anderen in der Liste sind zu kurz oder nicht vergleichbar. Fürs Fumon wird fürs 1+ 1278 Gr angegeben - Unterschied 100cm breit innen statt 75 cm. die 25 cm können den Gewichtsunterschied zum 1 nicht erklären - ?

    BigSky: ich habe noch ein über 10 Jahre altes Revolution 2 (mit 2 Stangen, die dritte konnte man weglassen). Optimale Konstruktion, optimal leichter und deshalb schneller Aufbau auch wenns windet, halt 1300 Gr. und ob es wirklich Wetter kann, haben wir nie ausprobieren wollen. Längere und breitere Laschen für die Abspannschnüre würde ich mir wünschen (so dass man die Laschen um die Stange schlägt, nicht die Abspannschnur, die man deshalb etwas dicker u weicher nehmen sollte) und weniger fluffigen Boden. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, letzten Endes kam es nie mit in die Berge weil 300 Gr bzw. 600 Gr schwerer als die verschiedenen 2er Mids (mit IZ).

    Das mit der gegenwärtigen Kuppelmode neu auf den boomenden Markt gekommene Crosspeak tät mich interessieren, wenns nicht aus dcf wäre und für 2 und nur maximal halb so teuer. Dann würde ich glatt auch mal 223 IZ-Länge ausprobieren. Wäre halt vorne und hinten kein Platz mehr für Zeug.

    Und noch 1 Edit: Hubba Hubba stand mal bei nem Sommergewitter mit viel Wind neben unserem Mid. Das Hubba windete so bedenklich, dass die Bewohnerin in die Hütte wechselte. Das voll abgespannte Mid/SilNyl stand deutlich besser. Und Vorurteile gegen Gelenke hätte ich auch. Da könnte man wenn schon denn schon gleich das leichtere Copper Spur nehmen.

    Jo :)

    Meine KI empfiehlt diverses und Klick ergibt, dass manches Nonsense ist und Ospreys Eja pro 55 erstens gute Schulterträger zu haben scheint ("S") und zweitens den Hüftgurt "anatomisch" ansetzt. 870 Gr. Auf den würde ich mich erstmal konzentrieren und meine anderen Tips übern Haufen werfen (ausser den abstrakten). Die Werbung fürs Netz am Rücken wäre mir egal, reibt sich auf die Dauer ab (nach Jahren), würde ich meinen, aber der Rucki wird dann immer noch funktionieren (so wie beim alten Osprey meiner Freundin). 18 Kg behauptet Osprey. Aber damit würde ich beim ersten Sonnenschein sofort schlapp machen.

    edith: 36 cm breit steht da:huh: - ?? Also nur für Schildkröten city touring?

    Millet?

    Wollte ich gerade zu KS ergänzen:-)

    Aber das reale Komfortgewicht dürfte bei allen UL-Rucksäcken auch mit Gestell eher bei 12 Kg als bei 15 Kg liegen, HMG scheint mir am ehesten für real mehr gelobt zu werden. Aber da würde ich eher gucken, das alles andere halt so leicht wie möglich ist und aussortieren. Auf 15 Kg zu kommen bedeutet auf UL "nur", dass man halt sehr viel Essen und Wasser für längere autarke Touren dabei hat (oder 3 kg Foto/Elektronik oder Gummiboot o.ä.).

    Als wir noch so schwer waren, war meine Freundin mit Lowe und Osprey unterwegs, danach mit Millet (also Standardrucksäcke wie die Partnerin von Gernstl ), KS und rahmenlos erst sehr leicht (um die 8 Kg brutto zu Anfang von kurzen Touren nachm Einkaufen und mit vollem Wasser).

    Und: erst alles andere zusammenstellen, dann den Rucksack. Wäre vorbildlich, aber ich muss zugeben, dass ich stattdessen eine Rucksacksammlung habe.

    "steht in den Bewertungen dass er sich nur schlecht für kleine Personen einstellen lässt." Kann gut sein. Mein Vorläufermodell mit den eben gemessenen 42 cm von/bis trägt sich für mich super (und meine eigentliche Rucksack-Rückenlänge ist um die 53 cm).

    Hm, mit kurzer Rückenlänge würde für mich wohl auch heissen, prioritär nach viel Tiefe zu gucken.

    Ich werfe mal Blue Ice Stache 60 in den Thread (32 breit 32 tief laut HP) und in der ganzen Höhe (83) braucht man ihn ja nicht nutzen. Rückenlänge des Vorläufermodells ist 42 cm von Naht Tragegurt oben bis untere Kante Hüftgurt. Anatomie für Frauen: k.A..

    Ausserdem würde ich immer mal bei Fram Equipment gucken. Relativ leicht und es gibt Frauen-Modelle. Grundsätzlicher Schnitt scheint mir aber sehr in die Höhe zu tendieren (alpiner Schnitt und sehr in die Höhe, kann das für Lukla sagen, der tempo sieht etwas anders aus).

    Ggf auch KS ultralight custom? Da gibts einen längeren Thread von Mia im Zelt meine ich.

    Allerdings hat der Stache keinen "anatomischen Hüftgurt", finde ich sehr nachteilig:

    (mein "Vorläufermodell", mit "anatomisch" also: schmal angesetzt). KS macht den "anatomic belt" leider auch nicht mehr. Aber Fram hat ihn. Ob fest genäht oder locker finde ich relativ egal.

    Tja, später Juni sollten eigentlich alle Wege aktuell markiert und Gefahrenstellen gekennzeichnet oder gesperrt sein...

    Die Sektionen des CAI begucken sich wie andere Alpenvereine die Wege sobald es nach dem Winter geht und der Geländezustand stabil ist, d.h. April bis Juni. Zusätzlich gibts ca. Ende Mai den --> Giornata Nazionale dei Sentieri. Alles der Einsatz vieler 1000er Freiwilliger und Ehrenamtler. Auch die Wegewarte sind Ehrenamtler. --> Ausführlicher Artikel.

    Die erwähnte Beschilderungs- bzw. Markierungsdichte von alle paar hundert Meter nicht zu erreichen finde ich grundsätzlich schon ganz ok.^^

    Interessant am Artikel auch der Link auf die vom CAI benutzte --> Software zur Gehzeitberechnung. Nicht ganz einfach zu benutzen, Lizenz kostet für CAI-Mitglieder wohl 50.-- Euro im Jahr und auf der dort verlinkten Shopseite des CAI finde ich den Download-Link nicht mehr. Die aktuelle rifugi e bivacchi-Karte übrigens hier.

    Estella2024 Wann warst Du denn da?

    Wir waren letztes Jahr in der Gegend Varallo - Biella - Aosta unterwegs und hatten keine Probleme mit weggespülten Wegen. Das Gelände (auch) dort dürfte teils sehr dazu neigen. Dieses Jahr war bis Mitte August der Grossbrand am Monte Barone, der offenbar zu Varallo gehört d.h. zur Provinz Vercelli, während über Biella (Provinz Biella) wochenlang während der Hitzewelle eine Rauchwolke des Brandes gehangen haben soll, die man wohl auch riechen konnte. Danach waren Starkregenereignisse... Weggespülte Wege müssen halt auch erstmal gemeldet werden...

    Keine Ahnung was wie warum. Vielleicht auch, weil die politischen Ebenen stark gespalten sind (Vercelli Mitte-Rechts mit Präsident der Fratelli; Provinz Biella Mitte Links mit Bürgermeister in Biella von den Fratelli, davor Lega - und in den biellesischen Bergen jedes Dorf anders, mehrheitlich Bürgerliste oder Mitte Links; südlich schliessen sich einige der verbliebenen Hochburgen von Mitte-Links an: Provinzen Turin und Cuneo).

    In den letzten Jahren waren wir ziemlich regelmässig in den norditalienischen Alpen und haben uns an online verzeichnete Wegesperrungen gehalten und uns dann aber auf "offenen", regelmässig ziemlich zugewachsenen und wenig markierten Wegen ziemlich verhauen oder uns "eigenverantwortlich" nicht daran gehalten, weil wir die erkennbare Problemstelle für überschaubar und uns machbar hielten und erst nach längerem Weg plötzlich vor einer Sperrung standen (Absperrband und handgeschriebenes Schild). Die Verhauer finde ich nicht weiter schlimm, weil wir eh kaum Interesse an einem bestimmten Trail haben, sondern eher von der Landschaft geleitet rumlaufen. Zu einer Sperrung weiss ich jetzt, dass sie auch rechtlich was bedeutet, hoffentlich überflüssiges Wissen. Und mir ist jetzt erst eingefallen, dass ich, wenn ich plötzlich vor Absperrband und handgeschriebenem Schild einer CAI-Sektion stehe, auch bedenken könnte, dass dort ein eher frisches Ereignis zu einer Sperrung geführt haben könnte. Ob ich mir vor Ort dann das Gelände noch genauer angucke und eine andere eigenverantwortliche Entscheidung treffe - keine Ahnung. Ich denke, dass wir schon lange sehr viel genauer die Landschaft achten als früher.

    "Entscheidend ist, warum die Rettungsaktion überhaupt notwendig wurde. Laut der offiziellen Verordnung können Kosten verlangt werden, wenn ein Einsatz auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen ist."

    "Seit Anfang August ist nun auch ein konkreter Kostentarif für Einsätze der Guardia di Finanza in Kraft."


    Nebenher: in Italien gilt seit einem Jahr ein neues Haftungsrecht in den Bergen.

    " Wenn der Unfall auf ein Fehlverhalten des Wanderers zurückzuführen ist – etwa die Wahl einer zu schwierigen Route, ungeeignetes Schuhwerk oder das Ignorieren einer schlechten Wettervorhersage –, stellt das Gesetz nun klar: Die [den Weg betreuende] zuständige Behörde haftet nicht."

    La nuova legge sulla Montagna: la responsabilità sui sentieri
    Come cambia la responsabilità sui sentieri con la nuova legge della Montagna? Scopri come cambia il ruolo della segnaletica
    www.dolomeet.com

    Das Gesetz 131/2025 regelt überwiegend die Förderung von Berggemeinden und Fördermittel, die Personen erhalten, die dort hinziehen und/oder bauen/sanieren. Art. 22 dieses Gesetzes entlastet die Wegebetreiber von zu weitgehenden Verkehrssicherungspflichten. Ob Verkehrssicherungspflichten in Italien tatsächlich bisher immer so zu Lasten der Gemeinden verstanden wurden - keine Ahnung. Soweit Artikel 22 auf Artikel 1227 des Bürgerlichen Gesetzbuches Italiens (von 1942, Kaiser von Äthiopien und König von Albanien) verweist, ist dort eine Entschädigung bei Fahrlässigkeit nach dem Gesetzeswortlaut ja schon ziemlich lange ausgeschlossen (Absatz 2: "Für Schäden, die der Gläubiger durch Anwendung der üblichen Sorgfalt hätte vermeiden können, besteht kein Anspruch auf Entschädigung.). Zur üblichen Sorgfalt gehöre nun, so das Schaubild im Artikel von dolomeet, das ursprünglich vom CAI FGV kommt, dass man sich nicht überfordert, nicht ungeeignetes Schuhwerk trägt und sich um die Wettervorhersage gekümmert hat. Erinnert im ersten Moment etwas an den Bürgermeister von Chamonix, der "asiatischen Turnschuhträgern" vor ein paar Jahren das Rumlaufen am Montblanc verbieten wollte.

    Wenn die Gemeinde nicht haftet, wer dann? Bzw.: wer zahlt?

    Grundsätzlich ist das Prinzip der Eigenverantwortung beim Wandern richtig. Da Trekking boomt (die Outdoorindustrie freut sich über absolute numbers) und auch in Italien boomt und zugleich die Berge klimakatastrophenbedingt den Bach runtergehen, besteht mehr Regelungsbedarf und Mindeststandards werden festgeschrieben. Da in Italien imho fast alle Wandernden in "Turnschuhen" (vulgo: Trailrunners, leichte Zustiegsschuhe) rumlaufen, wird der Verweis auf ungeeignetes Schuhwerk in der Folge möglicherweise erstmal tatsächlich nur Turnschuhe (ohne Anführungszeichen) tragende Zufalls-Bergtouristen treffen, wenn Bergrettungen und Versicherungen das Argument nutzen.

    Was übrigens auch bei Versicherungen schon der Fall ist, und nur hierauf will ich mit dem Beitrag mal kurz hinweisen: bei "grober Fahrlässigkeit" nämlich ist eine Versicherung gern raus: "Typische Beispiele sind das bewusste Ignorieren von akuten Unwetterwarnungen, die Begehung gesperrter Routen oder eine völlig unzureichende Ausrüstung (z. B. mit Halbschuhen oder Kinderwagen im hochalpinen, weglosen Gelände." Man lese also das Kleingedruckte, auch wenn es mal "aktualisiert" wird.

    Die Wegebetreiber (CAI, Gemeinden) haben nach dem Gesetz 131/2025 die Pflichten:

    - die Wege instandzuhalten

    - zu beschildern, ggf. zu sperren

    - die Beschilderung aktuell zu halten, auch digital.

    Am Letzteren scheint es stark zu hapern. Nicht mal der SAC scheint das übersichtlich mit einer zentralen Page zu schaffen, so viel bröckelt es (Säntis ist drin, Oeschinensee kommt als Suchwort eine Meldung von April und eine aus 11/2024 - alles unter Beobachtung; 08.08.26: 3000 Tonnen;

    (Monviso 01.09.25: mehrere tausend Tonnen; Blatten 05/2025: 9 Mio Tonnen Masse, Nepal 26.08.26: 2,2 Mio Tonnen Masse; Ahrtal 2021: mehrere hunderttausend Tonnen Masse sowie 85 Mio m³ Wasser)

    . Für Italien muss man es sich mühsam zusammensuchen bei den Sektionen, nur für den SI gibts auf einer zentralen Seite Warnungen, die aber alle von 2025 zu sein scheinen. Einige Outdoor-Apps pflegen Warnungen oder Sperrungen in ihre Karten ein. Wobei anlässlich des gegenwärtigen Bröckelns und Schmelzens gerne darauf hingewiesen wird, dass zusätzlich eine Papierkarte dabeizuhaben und damit umgehen zu können, zur üblichen Sorgfalt gehöre, weil nicht überall Empfang ist.

    Nun ja. Wollte es mal aufgeschrieben haben.

    und noch mehr nebenbei: Nepal ist mit 0,01 % der Emissionen in den letzten 250 Jahren womöglich für weniger Emissionen verantwortlich als die Anreisen von Wandertouristen hier und da. LNT. Hermann Buhl mit dem Fahrrad...

    ja klar, der Gletscher hat ja auch paar Jahrzehnte gebraucht zum Sterben und das Abbruch-Drama des Bergs zieht sich... Nach dem sehr heissen Sommer mit gut drei Grad drüber jetzt mal grösser, lauter, schneller. Der äussere "normale" Weg scheint ja zu noch reichen, Zelt lieber Stück weiter weg. Wie lange ist "noch" und wie traurig.

    Mal mehr in die Nähe: seit wann geht der alte Normalweg auf die Weisskugel nicht mehr für Normalos? Seit wann war der Weg am Martellkamm jahrelang gesperrt wegen Bergsturzgefahr und wann hats gerumpelt? Alles so gut 25 Jahre im allgemeinen Bewusstsein. Seit wann gibts "als Antwort auf den "Klimawandel" die --> Klimarahmenkonvention? 1992 :) Jetzt wurde gerade angepasst auf das Ziel "overshoot", plus 2° ... Club of Rome ... 1972 ... und ja, auch ich gehe trotzdem gerne weiterhin in die Berge und geniesse das sehr. Bin mittlerweile auch schon alt, weshalb es mir zunehmend egaler sein kann. Aber so wollte ich nie gerechnet haben.

    Foto von der Wildspitze gesehen diesen Sommer (die letzten paar Sommer)? Der Gipfel nur Schutt, nix Weisses zu sehen. Sry for Rant.

    Edith 05.09.26: Turin 17 Uhr 36°C, auf 1000 m Höhe 30°C (ja, Anfang September sind noch mal paar warme Tage - aber nicht so).


    Der Bergsturz passierte an dem Tag, an dem Stunden vorher die Gletscher-Karawane von Legambiente, CIPRI und anderen zu den Monviso-Aussichten wanderte.

    Das Video zum 2026er-Besuch der Karawane hat die Bilder alle noch so wunderschön touristisch bunt, der Gletscher schon weg, Erklärgrafik zur Instabilität bei 1:25 bis 1:27. Leider Facebook:

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    Statt eines Sammelthreads über (klimakatastrophen-) "Ereignisse an Trails" besser konkret (habe die Überschrift deshalb geändert).

    GTA, SI und Tour Monviso (TMv alle Varianten, lokal: "V13"):

    beeindruckendes Bergsturzereignis am 01.09.2026, ca. 20 Uhr, riesige längliche Wolke in der ganzen Länge einer riesigen Rinne an der NO-Seite des Monviso, von 3.7 bis runter auf 2.5 . Laut Bericht von Wanderern auch vom Pian del Re sichtbar und hörbar. Hörbar viele Stunden, auch schon Nachmittags viel Steinschlag hörbar. Der lokale Weg V13 (CN AV 13) wurde daraufhin zwischen Lago Chiaretto und Colle del Viso für einen Tag gesperrt und inspiziert. Keine grösseren Brocken auf dem Weg, aber dieser fein silbrig eingestaubt und im Staub nicht mehr sichtbar. Der Weg wurde wieder hergestellt und am 02.09. abends wieder freigegeben. Keine Wanderer betroffen. Wenn, wäre Rückzug statt weitergehen die Empfehlung gewesen.

    Nach App ist der gesperrt gewesene Teil 2,7 km Luftlinie lang. M.E. die leichtere, nicht-alpine GTA/SI-Hauptroute und Teil aller Monviso-Runden. Die hochalpine Route geht westlich am Monviso vorbei (durch den Tunnel bzw. Frankreich).

    Edith: 03.09. abends eine Steinschlagwarnung für die Ostseite des Monviso:

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    Einordnender Artikel 03.09.2026, sehr lesenwert:

    ""...warum Bergsturz/grösserer Steinschlag so häufig ist am Monviso"

    "Ggf muss man den Zugang zur Quintino Sella Hütte anders legen."

    Frana sul Monviso, il cambiamento climatico tra le cause: il ghiaccio si scioglie e penetra nelle fratture della roccia
    La Carovana dei Ghiacciai era sul Re di Roccia poco prima del crollo, a monitorare la salute del ghiacciaio Coolidge, sempre più piccolo
    www.targatocn.it

    (leider muss man je nach Browsereinstellungen mittendrin durch Werbung durch plus 1x ignore drücken)