Beiträge von nach 3 tagen wieder da

    Zum OT, nämlich den Escartons aber noch eine aktuelle Lesart (von mehreren; Link wegen der frühen Charta der Freiheitsrechte, der sehr frühen allgemeinen Alphabetisierung und der Gleichberechtigung von Frauen). Auch eine literarische Bearbeitung im Verlag des CAI gibts zu lesen.

    Edit, da der Link zur ausführlichen Rezension ("Lesart") (bei mir) nur auf erstes Anklicken funzte und dann nicht mehr, noch ein Link aufs auch neu erschienene alpingeschichtliche Sachbuch dazu. Ältere (eins auf französisch und eins auf italienisch kenn ich) scheints nur noch antiquarisch zu geben).

    auf dem Museum außen sind sie aber drauf

    Nicht oder nicht mehr. Aber innen. Wir hatten, wieder einmal, eine sehr private sehr ausführliche Führung. Ich pack mal paar Karten OT hier rein. Wir klappern die Täler ja auch schon seit einigen Jahren ab. Jetzt wollten wir den Monviso mal von Nahem sehen und ggf. Chambeyron anschliessen.

    Sorry für unscharf und nur vorderer Talteil. Sieht so aus, als ob es sie auch gedruckt gegeben habe. Aber die Zahl der SdR wächst ja weiter.

    Den bzw. die Waldenserwege gibts demgegenüber ja reichlich auf Papier, zumindest vor Ort.

    Ich habe bei der Gelegenheit festgestellt, dass ich in den 1980ern in Hessen mal in der Nachbarschaft einer Waldenser-Gemeinde wohnte. Über die Republik der Escartons war ich das erste Mal 2013 gestolpert.

    Und um noch was nicht-OT beizutragen:

    Es gibt eine neue Papierkarte fürs Valmalenco: SeteMap03, Valmalenco da Sondrio al Bernina scala 1:25.000, wasserfestes leichtes Papier, Kartierungsstand Mai 2026. Von mir für gut und leicht genug befunden und in meine Sammlung aufgenommen. Der Buchhändler im auf Wanderkarten, Trekking und Alpinismus spezialisierten Buchladen in Sondrio erzählte uns, sie sei erst im August in den Laden gekommen. Während Feltrinelli sie bewirbt mit: "Seit Mai im Handel". Ist das kleingedruckte Datum auf den Karten nun das Veröffentlichungsdatum oder Stand der Kartierung? Oder wird das unterschiedlich gehandhabt?

    Val Pellice - ist dafür bekannt im Neben/Regen zu liegen, während es aussenrum bissl besser ist

    die Grosswetterlage laut Wetterbericht liess uns das ziemlich gleich für Ligurien bis Aosta und Tessin vermuten, die Sonnenzeichen zwischendurch waren so etwa ab Val Masino östlich ...

    Ja,

    "ÜN PÖ DE TÜTT"

    ist ganz gut verstehbar, erinnerte mich an K-ö-lsch :) (gerade die ö und ü aus 1794 ff)

    u.a.- Waldenser -

    zum 6. Mal editiert. Kein Vertipper, ich zu doof / zu schnell für die Sorgfalt, die selbst ein kurzer Bericht braucht :)

    sind sehr stolz auf ihre Geschichte - wurden ja auch lange genug verfolgt!

    Ja. Kein Lob der Gegenreformation. Das Resistenza-Museum in Torre Pellice kann ich sehr empfehlen. In den Räumlichkeiten des Museums, die damals in einer Kaserne (der Faschisten) lagen, wurde tagsüber für einen Alpin-Verlag gedruckt, nachts die Resistenza-Zeitung hergestellt. Willy Jervis wird dort als zentrale Persönlichkeit der Resistenza ausführlich gewürdigt, die im Val Pellice von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen trotz unterschiedlicher Konzepte gemeinsam und einheitlich getragen wurde. Im Val Pellice erscheinen mir sehr einflussreich die Resilienz der Waldenser und der (im besten antifaschistischen Sinn) sozial-liberalen Partito d'Azione. Im Waldenser-Museum waren wir auch (kurz). Die meisten (oft englischsprachigen) Besucher kommen deswegen bzw. wegen der grossen kirchlichen Einrichtungen drumrum, auch aktuell weiterhin ein Zentrum der Waldenser (und Methodisten; seit 1979).

    Ein auch gegenwärtig wahrnehmbarer atmosphärischer Unterschied und eine zu würdigende Besonderheit, die meines Erachtens unter anderem darin besteht, dass migrantisch gelesene Personen sichtbar Teil des Ortsleben sind und ihnen nicht die Position von "Desintegrierten" zugeschrieben ist.

    Streetwalks...

    Der Sentiero Rusca führt, einer alten Handelsstrasse folgend, von Sondrio nach Chiesa in Valmalenco und weiter nach Chiareggio bis zum Passo del Muretto in die Schweiz, ca. 2100 Hm auf ca. 32 km. Man kann ihn wohl auch graveln, vor der Passhöhe Muretto auf italienischer Seite ist allerdings ein kleines Stück Weg und hinter der Passhöhe im Abstieg ein grösseres Stück Weg weggebrochen (Stand: Oktober 2026). Wir landeten da als Fussgänger mit ÖPNV völlig ungeplant wegen des besseren Wetters, nachdem es uns im Val Pellice (und laut Wetterbericht in den gesamten piemontesischen Alpen) zu andauernd nebelig und sichtlos war.

    Sondrio (6,5 h ÖPNV ab Torre Pellice) eher keine tolle Stadt und mit genau einer Strasse, die wir interessant und durch die Via Pelosi fanden.

    Ansonsten Supermarkt am Bahnhof, auf der Busbahnhofseite. Im Sommer, bis Mitte September, fährt der Bus bis Chiareggio, danach nur noch bis Chiesa.

    Die Brücke für schwindelfreie Fussgänger nur ausm Bus angeguckt.

    Chiesa eine nette Bergstadt, an deren Ende der Sentiero Rusca weiter geht.

    Mit einer komischen Beschilderung, die offenkundig vor Tretminen warnt.

    Es folgt ein Stück Strasse ...

    ... am Betriebsgelände der Firma Serpetino lang.

    Mit ziemlich viel LKW-Verkehr und mehrere Autofahrer halten hier und fragen uns, ob sie uns mitnehmen können. Wir wollen aber camminare, woraufhin der letzte sich an die Stirn tippt.

    Der Sentiero Rusca geht dann aber sehr schnell als Museumsweg weiter.

    Chiuso?

    Ooops, chiuso seit 2024. Wegen Instabilität des Berges, also doch die Strasse. Nicht weils untersagt ist, sondern weil wir schnell nach Chiareggio oder ein Stück weiter wollen und nicht noch iwo hin und ggf. zurück.

    Die Strasse scheint nicht ganz so optimal zum Laufen, das Schild mit der Mine ist auch schon wieder komisch.

    Hier wird tatsächlich neben der Strasse gesprengt. Schlechte Karten für Fussgänger, wird man sich wohl die Ohren zuhalten müssen wenns trötet.

    Dann die Serpentinen, weitere Steinbrüche, LKWs..

    Ende der Knallzone, aber noch weitere Serpetinen. Ganz schön beeindruckend.

    Der Sentiero Rusca geht am ersten Ort am Fluss weiter, wir gucken aber lieber mal, ob der Ort eine Bar hat. Hat er nicht, nur ein barähnliches Agritourismo, aber zu. Der Ort liegt ein paar Meter oberhalb vom Abzweig, also bleiben wir auf der Strasse, die erstmal nach Schatten und Wald aussieht.

    San Guiseppe, Kirche, Bar (zu), Alimentari (auf).

    Die nächsten Steinarbeiten, rechts am Bildrand noch ein Steinbruch. Später die Tage, als eins von vier Knien schon lädiert war, haben wir geschnallt, dass Serpentino nicht der Firmennamen ist und nur vielleicht wegen der Serpentinen, sondern der Name vom Gestein. Dachabdeckungen, Ofenverkleidungen, witterungsbeständig, frostbeständig. Hauptabbaugebiet: hier.

    Der Weiler Carotte.

    Und Chiareggio. Kirche, Bars (alle zu), Alimentari (auf; gegenüber dem Laden mit der Beschriftung auf ?Kölsch?:saint:).

    Mit dem Sentiero Rusca sind wir aus dem Waldenser-Tal der reformierten Resistenza (Willy Jervis) in einer Tradition der Gegenreformation gelandet, der es ähnlich wie den Waldensern um soziale Gerechtigkeit ging.

    Am Pian del Lupo der Sentiero Rusca als Forstweg.

    Zeltverbot in der ganzen Gegend, Biwakieren geduldet sofern "objektiv notwendig zur Wiederherstellung der Physis". 2 Ausstellungskästen-Unterstände, der zweite mit Wasser, ca. 1,5 km hinter Pian del Lupo.

    Alternativ steigt man ab Chiesa westlich auf, AV Valmalenco (und ein Stück SI).

    Hätten

    wir nicht aus unhinterfragter Gewohnheit erstmal eine Tagestour gemacht zum Gelände angucken ...

    wären wir hier nicht umgekehrt...

    wären wir nicht noch zur zweiten Alm gelaufen

    hätte meine Freundin nicht unerklärlich neben den Weg getreten, sich's Knie verdreht, kreidebleich plötzlich und Ohrensausen, zum Glück das Knie nur dick und kaum Schmerz

    wären wir nicht wieder abgestiegen

    hätte ich nicht nächsten Morgen, 04.10., solo den letzten schönen Sommertag zum Disgrazia-Gucken erwischt,

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    sondern wir wären auf dem AV gestern, 06.10., im Winterraum vom Rif. Marinelli eingeschneit.

    😇

    Das Wasser in der Fließrinne vor der Hütte ... schien mir aus nem Schlauch zu kommen, dem ich nachging, weil ich möglichst lange da oben bleiben wollte.

    Wasn das für ne Box? Schlauch rein, Schlauch raus, weiter oben die nächste Box.

    Schlauch bis zum Restgletscher...

    Oben wie unten sehr schön,

    face to Nordface sehr grafisch.

    Und echte Bäche.

    WonderBär : ungefähr diese Runde:

    Monte Disgrazia: Rifugio Grande Camerini - LeMontagne.net
    Trekking in Valmalenco al Rifugio del Grande con vista spettacolare sulla parete nord del Monte Disgrazia e del suo ghiacciaio.
    lemontagne.net

     Das Rifugio schon zu, aber mit fließend Wasser vor der Hütte. Der Berg viel weniger weiss als auf den verlinkten Fotos. Und der Monviso dann am gleichen Tag komplett zu sehen (Insta). Wie das Matterhorn dieses Jahr zum ersten Mal ganz ohne weiss. Die Fähnchen zwischen den Zacken im Vordergrund (Link), aber dort (Link) verdeckt.

    outdoorrama Ja, selbstverständlich.

    Habe gerade mal die KI von gugl gefragt: plane mir für Anfang Oktober eine viertägige Trekkingtour ab Ort XY mit den schönsten Aussichtsgipfeln - und bekomme die Tour-Beschreibung in ein paar Sekunden komplett geliefert (wow! das erste Mal, dass ich die KI sowas frage). Einschliesslich eines hohen 3000ers. Wenn (auf die idee muss man erstmal kommen) man im nächsten Schritt eingibt, man habe wenig Erfahrung, kommen nur abstrakte Tips. Die wesentlichen Hinweise, dass es in tief eingeschnittenen Tälern morgens damn kalt ist und ab Nachmittag wieder und auf den Kämmen heftiger Windchill herrscht und zudem "Nebbio" dazukommt, erhalte ich erst, nachdem ich für die konkrete Gegend und konkrete Zeit nach Sonnenaufgang/Azimut frage (also eine absolute Nerd-Frage frage). Und trotz der abstrakten Hinweise für Anfänger bleibt es bei der Empfehlung des hohen 3000ers - erst wenn man den konkret gugelt, erhält man Berichte (wenn man denn hikr anklickt und liest), dass das ein sehr anspruchsvolles T5 ist und bröckelig, schon seit Langem absolute Helmempfehlung.

    Als ich das erste Mal alleine los bin, hatte ich keine Isomatte, kein Zelt, kein Regenzeug, einen Ausriss aus dem Autoatlas meines Vaters als Orientierung dabei - und wanderte vom Allgäu (Familienurlaub) zu unbekannten Verwandten in die Schweiz (Saas Grund). Vorstellung: mit dem SchlaSa in der Scheune oder sonst irgendwo. Tatsächlich kam ich wohlbehalten an und habe ein paar Mal auf Almen übernachtet:-). Aber selbstverständlich zB keinen hohen Berg bestiegen und unterwegs schnell realistische Vorstellungen entwickelt, weil ich keinem "Plan" nachgelaufen bin. (Die Vorstellung: in der Scheune übernachten kam von: Familienurlaub aufm Bauernhof; das Ziel in der Schweiz kam von: die unbekannten Verwandten hatten sich nach Jahrzehnten kurz vorm Urlaub das erste Mal wieder bei Verwandten gemeldet. Ich war gerade 18, vom Allgäu aus die Schweiz nah und die Sommerferien noch lang. Ich war schon mal nach Amsterdam ausgebüxt, also Problembär mit Selbsterfahrung und meine Eltern hatten keine wesentliche "Bergerfahrung", also "durfte" ich los).

    zB Skye Trail (Zusatz: overtourism! = wesentlich gestiegene Zahlen von Wanderern insgesamt): https://www.facebook.com/skyemountainre…JeV56Lw9vgYJncl

    So die Richtung, comment dort:

    "I believe what is happening now is that AI tools are making it trivial to deal with the planning & logistics of long walks that used to filter people out. A few clicks and AI gives you step by step instructions to do something that requires a healthy amount of mental toughness usually gained from years of experience on smaller walks. And then people call for rescue at the slightest mishap when “self rescue” would normally be practiced.

    We are increasingly called by people who are not injured and just having a tough go. We are always happy to help but in the long term, I’m saddened by the deterioration of typical concepts around self sufficiency and resilience in the backcountry."

    Selbstverständlich alles eher Fragen als Antworten. Dass mit der gestiegenen Zahl von Wanderern die Zahl der objektiv ungerechtfertigten Notrufe steigt und die Bergrettungen überfordert, glaube ich schon. Auch dass sie disproportional steigt, weil ja notwendigerweise auch relativ mehr "Anfänger" als "früher" unterwegs sind.

    https://www.cnn.com/travel/gen-z-mountain-rescue-intl-spc?cid=android_app

    " Generation SOS".

    Die Frage, warum werden die von Bergwachten Geretteten immer jünger, kommt mir etwas seltsam vor. Wäre nicht eher zu fragen: warum tauchen in Rettungsberichten immer häufiger Online Maps und Social Media auf und was fehlt dort?

    Skills, Experience, Klimawandel - fehlen under the influence. Manchmal auch der Empfang und das sos-device ist: available und leichter als eine Papierkarte, in die man sich jahrelang reinlesen kann.

    Gewitter sind Ende September zumindest seltener denke ich, im Rahmen einer Kaltfront dann vielleicht heftig. Starkregenereignisse hatten wir die letzten 3 Jahre in unserem Zeitfenster nicht (es gab sie dort, wo wir waren, aber heftigst unmittelbar nach unserer Rückreise dh ab Ende 2. Oktoberwoche wieder, sowieso die klassische Niederschlagszeit in den italienischen Alpen, aber halt stärker). In unserem Zeitfenster Ende September bis 2. Oktoberwoche schien "(relativ) viel Regen" jeweils eher im flacheren, hügeligeren Norditalien zu bleiben, also näher am Meer. Davor das Jahr war einmal Starkregen in den karnischen Alpen. Die Winterfronten (mit "2 Tagen Wintereinbruch", danach wieder etwas wärmer und trockener) waren, glaube ich, eher grosse Fronten, die von Westen/Nordwesten bis ins Piemont und die östlichen Dolomiten angewirbelt kamen. Wäre wohl eine Idee, worauf man mal genauer achten könnte beim Wetterkarte gucken (wo/wann kommt Starkregen her und bis wohin; wann/woher kommt Wintereinbruch. Da die Metereologen immer nach Wettermustern gucken, findet sich das vielleicht auch schon irgendwo. Mittelmeer ist ja schon seit Jahren zu stark aufgeheizt, dieses Jahr wohl wieder neuer Rekord. Erstes Stichwort wohl: Vb -Tief 2024 (bisheriges Rekordtemp-Jahr Mittelmeer). Dieses Jahr auch wieder exakt 09./10. September, mit zum Teil 250 mm in ein paar Stunden. Links für ITA.

    Ja, Hund, hatte ich nicht auf dem Schirm. Für Winterräume, Biwaks und unbewirtschaftete Hütten dürfte ein Hundeverbot ja erst recht gelten.

    In Navarsete (Breheimen) hätte es einen eigenen Hundenächtigungsplatz im Werkstattzimmer gegeben - da wo sich die Nerze eingerichtet hatten.

    Als vermutlich grundsätzlich gut wandertaugliche Zeiten für die italienischen Alpen schreib ich mal auf: Mitte September bis 2. Oktoberwoche und Ende November bis Frühwinter.