Woher kommt die 5 Kilo - Regel beim Ultraleicht-Trecking?

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  • Also die "5 Kilo"-Regel kommt aus dem alten Forum, wo sie angefochten wurde, aber nicht verteidigt werden sollte nach meinem Eindruck, weshalb viele dann hier landeten :)

    Und die kanadische MEC (sowas wie Globetrotter früher aber iwie als Cooperative und besser) betreibt neuerdings eine ernsthaftes UL-Marketing mit einen "Sub 2 Kilo"-Maßstab. Es gibt einen netten Insta-Account dazu (während Hans Wolfsfell einen Thruhiker-Influencer angeheuert hat für den einen und nach meinem Eindruck eine KI für einen anderen Insta Account, der auf most favorite menschenfreundliche Philosophie spezialiert ist). Ich denke, sub-2 ist als zusätzliches Paradigma im Kommen und einfach erreichbar: https://www.reddit.com/r/Ultralight/c…_project/?tl=de

    Schaffe ich schon lange (diese sub 2) aber die 5 bleiben aus verschiedenen Gründen bei mir kritisch.

  • Ich hab mir heute einen 900g Schlafsack bei Cumulus bestellt. Aber nach vielen E-Mails ist der Paynam mit 22cm extra Weite der leichteste, wo mein Hinterteil sicher reingeht. :saint:

    Aber ich hab vor, meine "big 4" auf unter 4kg zu bringen. Ich bin aber froh, dass sich Leute so fest mit unter 5kg kommen beschäftigen, dass da für mich jede Menge gute Anregungen ergeben. Meine erste "Gear List" war ohne Wasser und Essen auf weit über 10kg, jetzt bin ich schon unter 8kg und da geht noch Einiges.

  • Ich finde die 5kg als Anhaltswert klasse.
    Selber werde ich sie nicht erreichen und mich eher im 6-8kg Bereich aufhalten. Aber es macht Spaß, zu minimieren.
    Aktuell scheitert es an der Bequemlichkeit. Vernünftiges Schlafsetup mit vernünftigen Kissen, sowie doppelwandiges Zelt, haben einfach etwas Gewicht. Aber mir ist es das wert. In meinem Alter will ich nicht frieren und vernünftig schlafen. Ich versuche aber trotzdem immer wieder, hier und da, etwas zu optimieren.

    Es ist Teil des/meines Hobbys.

  • [...] Und die kanadische MEC (sowas wie Globetrotter früher aber iwie als Cooperative und besser) betreibt neuerdings eine ernsthaftes UL-Marketing mit einen "Sub 2 Kilo"-Maßstab. [...]

    Ich denke, sub-2 ist als zusätzliches Paradigma im Kommen und einfach erreichbar: https://www.reddit.com/r/Ultralight/c…_project/?tl=de

    Schaffe ich schon lange (diese sub 2) aber die 5 bleiben aus verschiedenen Gründen bei mir kritisch.

    Naja, diese max. 2 kg Werbegeschichte hat nur den kleinen Haken, dass lediglich die "großen 4" betrachtet werden. Da fehlen halt noch ein paar der übliche Dinge die man so mitschleppt. Insoweit stellt es nur ca. 40 % der Ausgangsfrage dar. ;)

  • I've always used 4.6 as the 'standard'?

    Not sure what the issue is given all sorts of weight categories exist in different activities.

    I think it can feel 'exclusive' but I don't think it need be?

    Does 5 kgs now mean I can take more beer and a drop of vodka?

    2 Mal editiert, zuletzt von Walkin' (21. April 2026 um 05:29)

  • Wer hat diese 5 Kilo (oder 10 lbs = 4,6 Kilo in Nordamerika) festgelegt und vor allem WARUM?

    Ich habe Rays Buch gerade nicht zur Hand, aber hat der nicht mit viel Aufwand damals sein baseweight auf 8 (und ein Paar zerquetschte) Pfund gedrückt? Die 10 Pfund kommen also nicht von Ray, sondern woanders her. Woher, keine Ahnung?

    Ich fand das damals aber,(Mitte der Nullerjahre, eine Offenbarung. Da hatte jemand ein wirklich minimalistisches Ausrüstungskonzept außerhalb des Survivalkontexts entwickelt. Das war Mega. Das war wohlgemerkt zu Zeiten als ein normales Zweipersonenzelt typischerweise gut 3 kg wog. Das niedrige Baseweight war damals mit ordentlichen Kompromissen erkauft. Tarp statt Zelt, Zweipersonenquilt statt einzelner Schlafsäcke, Kochfeuer statt Kocher, Stealth camping und Cooking statt bear canister, Torsomatte statt sebstaufblasender Matratze etc. Mit heutigen Technologien und Materialien ist man da ganz easy im SUL Bereich. Man merkt IMHO auch dass das die meisten so nicht mehr mitgehen. So gut wie jeder hier ist ja deutlich weniger Minimalistisch unterwegs (Stichwort luxury items). Ob es den krassen Minimalismus von damals noch braucht? - keine Ahnung (da müsste man Mal Leute fragen die tatsächlich länger wandern gehen. ;-)). Jedenfalls bekommt man heutzutage vollwertige Zelte mit Boden und Moskitoschutz die weniger wiegen als ein Tarp von damals, Luftmatratzen die nur wenig mehr wiegen als die 1 cm Schaumstoffmatten. Wann ist der Rucksack leicht genug? Ich habe das Gefühl ich bei 4-5 kg baseweight die Grenze gezogen habe und dann, sollten ich drunter kommen, gerne noch etwas draufpacke (Extraproviant, luxury items etc.).

    Wenn man aber von 10- 15 kg Gepäcksgewicht kommt, dann ist die 5 kg Richtschnur doch ein gutes Ziel auf das man hinarbeiten kann. Ob man die "magische" Grenze erreicht, ist letztlich egal. Hauptsache man hat Spaß draußen.

  • Als jemand, der mit seinem Körpergewicht eher im UH-Bereich rangiert und etwas über Durchschnitt lang ist, fände ich eine prozentuale Grenze sinnvoller. Aber ich habe mit der 10-lbs-Definition auch kein Problem; mir genügt es halt, wenn mein Basisgewicht "lightweight" (<20 lbs) ist. (Er hat Jehova gesagt!) - Auch hier ist der Weg (zu weniger) das Ziel.

    Zur Frage der zusätzlichen Pfunde durch Nahrung und Wasser: Teil der UL-Idee ist es ja, durch weniger Rucksackgewicht schneller und länger am Tag unterwegs sein zu können, so dass eine Mehrtagestour weniger Nahrung und die Strecke zwischen zwei Wasserquellen weniger Wasser benötigt, so dass auch dieser Gewichtsanteil schrumpft.

  • Entscheidend bleibt doch, dass die Base am Ende dem Anlass angemessen ist. Für einen Weekender im Sommer komme ich vermutlich auf unter 1,5kg komplett mit Zelt und allem drum und dran, das hilft mir allerding so gar nicht, wenn es an eine Wintertour geht. Mit dem Kontext z.B. einer PCT Durchwanderung mag es schon sinnvoller sein, aber auch da kommt es im Zweifel auf den Einzelfall an. Außerdem müsste man auch ständig Anpassungen vornehmen, wenn sich das Material weiterentwickelt und Dinge zunehmend leichter werden.

    UL ist für mich eher auf der einen Seite, dass ich mit möglichst wenig loslaufen kann, also mein Gear auf das für mich und den jeweiligen Anlass Essentielle abspecke, und andererseits bei dem, was ich unbedingt brauche den Faktor Gewicht sinnvol einzubeziehen, ohne diesen zum Selbstzweck werden zu lassen.

  • Natürlich ist so eine Zahl etwas willkürlich Gesetztes.

    Und etwas, was ich annehmen kann - oder es bleiben lassen kann.

    Es ist sogar mir überlassen, ob ich diese Zahl nun als eine Asymptote sehe, oder als einen Zwischenschritt, oder erst die 5kg, dann die 4,6kg. Oder als ein Mittel zum Zweck, etwas ganz anderes mitschleppen zu können, was ich sonst zuhause lassen müsste: Kind, Fotoausrüstung, lecker Essen statt Tütenfraß, you name it.

    Wenn es hier eine Zahl als Zielmarke gibt, ist das doch wie ganz oft: Ich trete gegen mich selber - für mich selber an.
    Nicht gegen andere - jedenfalls nach meiner Auffassung. Was die eine oder andere Challange ja nicht ausschließt.

    Und ist es nicht schön, wenn es nicht (wie im Faust zwo, bzw. Mahler Achte) die Engel sind, sondern ich - wir - selber, vielleicht mit Hilfe dieses Forums:
    "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen" (hier: von zuviel Gewicht auf'm Buckel;))

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Ich habe über das Thema mal nochmal nachgedacht —- ich glaube im Kern geht es bei UL eigentlich vor allem um Routine und die damit verbundenen Konsequenzen.

    Wenn ihr mich fragt, ist alles, was man so in einen Rucksack als Baseweight packt, immer das, was man versucht, zwischen sich und die Natur zu bekommen. (Das ist auch gut und richtig so. Man hat halt einfach kaum Fell)

    Im Kern aus zwei Motivationen:

    • einer funktionellen: man sieht die Situation xyz auf sich zukommen und möchte eine Lösung haben, und
    • einer psychologischen: besonders als "Anfänger" hat man vor allem Respekt, wenn nicht gar Angst vor der Natur und braucht einen mentalen Puffer. So was wie die Glasscheibe im Gorillahaus im Zoo. Was zum beruhigen.

    Mit Routine (in einer Region zu einer bestimmten Jahreszeit), wird einem klar wie wahrscheinlich Problem xyz auftreten wird, wie problematisch das wirklich wird, und was man ggf dabei tun kann. Und man verliert seine Angst. Und gewinnt Vertrauen. Und beides gestattet einem zunehmend, Sachen zwischen sich und der Natur weg zu lassen. Die Barriere wörtlich ab zu bauen.

    Ich bin davon überzeugt, UL ist vor allem ein mentaler Prozess, gegossen aus zunehmender Routine, und nicht eine Shopping Liste fremder Menschen. Es ist der Wille zum loslassen. Und hat viel mit Vertrauen zu sich und seiner Umwelt zu tun. Vielleicht auch mit Glauben — “the trail WILL provide it”. Ich halte es für falsch Newbies in das 5kg Korsett zu treiben, auch wenn es sicher, wie zB von RaulDukedargestellt, ein gutes Ziel darstellt. Man muss sich die Zeit nehmen, sich an die Gegebenheiten ran zu tasten, seine Ängste zu verlieren, Fertigkeiten aufzubauen, Vertrauen zu gewinnen und kann damit seine wörtlich: "so schwer wiegenden Barrieren" zwischen sich und der Natur abbauen.

    Und ja, ich bin davon überzeugt, dass ein 3 Season Setup um die 5kg nicht ohne kaufen, kaufen, kaufen funktioniert. Sorry.

    2 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (24. April 2026 um 23:46)

  • Gegenargument: Die Leute die für jeden Wandertag zwei Paar Socken, zwei Wechselshirts und einen extra Schlafanzug einpacken. Dazu drei Messer und sieben Arten ein Feuer zu entfachen - einfach weil ihnen das so richtig vorkommt, oder sie es so in der Werbung gesehen haben.....

    Das muss nix mit Funktion oder Angst zu tun haben - das ist einfach unreflektiertes Verhalten.

    Der einfachste Schritt zu UL ist Sachen weglassen - kostet auch gar nix.

  • Gegenargument: Die Leute die für jeden Wandertag zwei Paar Socken, zwei Wechselshirts und einen extra Schlafanzug einpacken. Dazu drei Messer und sieben Arten ein Feuer zu entfachen - einfach weil ihnen das so richtig vorkommt, oder sie es so in der Werbung gesehen haben.....

    Das muss nix mit Funktion oder Angst zu tun haben - das ist einfach unreflektiertes Verhalten.

    Der einfachste Schritt zu UL ist Sachen weglassen - kostet auch gar nix.

    naja, diesem so stereotypen Personenkreis scheint es wohl ziemlich an Routine zu fehlen? Oder ist das die Beschreibung des klassischen 3 Monats Throughikers? Irgendwann sieht man halt ein, dass es den Wald nicht juckt wie man stinkt, und dass ein Feuerzeug ausreicht zum Feuer machen. Die Reflektion kommt vor allem halt mit der Erfahrung - und vor allem mit der Zeit. (ich beneide zugegeben die Glücklichen denen selbige wohl durchs pure lesen widerfährt). Und was wenn nicht Angst treibt jemanden dazu so viele Klamotten mit zu nehmen? Die Angst nicht adäquat gekleidet zu sein. Die Angst seine Mitmenschen durch Gerüche zu belästigen.

    3 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (24. April 2026 um 23:25)

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