Der Quilt vs Schlafsack Anfänger Faden

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  • Mein letztes großes Schwergewicht in meinem Päck ist der Deuter Exosphere 0°C Synthetik Schlafsack (5°C-0°C von 2020) mit grob etwas über 1kg und soll jetzt endlich gegen was leichtes ausgetauscht werden.

    Ich habe also diesen Winter angefangen mich in die Thematik zunehmend einzulesen. An sich war es bisher nie Nennesswert kälter als 4°C bei mir im Zelt. Mit grob 5°C-0°C sollte ich also hinkommen denke ich. Und hab Angefangen Produkte in Listen zu tippen und auch mal hier abgelegt. Und so tauchen da jetzt Fragen auf – und hätte die Hoffnung auf eure Unterstützung.

    Zum einen zum Gewichtsvorteil von Quilts

    wenn ich jetzt zB mal die beiden Produkte vergleiche:

    ProduktGewichtFillTemp Rating
    Schlafsack: Cumulus X-LITE 300465g300gComf: 2°C - Limit -4°C
    Quilt: Western Mountaineering "AstraLite Top Quilt"454g298g-3°C

    stellen sich bei mir folgende Fragen:

    • muss ich beim Quilt jetzt noch extra Klamotten dazu packen die ich beim Schlafsack nicht brauche dass ich überhaupt auf das Rating komme? (Mütze, lange U-Hose, Liner, Daunenjacke??)
    • habe mal gelesen dass man bei Quilt Ratings am besten 10°C aufschlägt um auf ein Comfort rating zu kommen - echt jetzt?
    • angeblich gibt es beim Quilt noch andere Funktionale Vorteile wie "mehr Bewegungsfreiheit", "bessere Drehbarkeit", aber rein vom Gewicht macht es bei den beiden jetzt keinen Sinn auf einen Quilt umzusteigen, oder? 

    habe bei den beiden irgendwie das schräge Gefühl dass ich mit dem Schlafsack leichter wegkomme.

  • Die zweite Frage wäre der Effizienzvorteil einzelner Produkte

    Von irgendeinem Gewicht sollte die Isolation ja her kommen. Während der Liteway Sleeper Quilt 280g Daune braucht um auf -2°C zu kommen, hat der Cumulus neo Quilt 450g verbaut. Ich möchte halt ungern das Produkt von dem kaufen, der mich wieder mal am meisten verarscht. Ich habe mir jetzt auch mal das Verhältnis zwischen Gesamtgewicht und Daunengewicht angesehen. Glaubt ihr das ist Aussagefähig? Woran erkenne ich dass die Angaben zuverlässing sind?

    Gleiches auch beim:

    das sind doch an sich völlig identische Tüten, oder?

  • Bist du eher Kalt- oder Warmschläfer? Das wäre die erste Frage ... mir als Frau hat der Cumulus 250-Quilt mit 250g Füllung bis ca. 10° Komfort (Zelt) gereicht, meine Daunentüte (Nordisk Passion 3) mit 300g geht bis 8° in der Hängematte. Meines Wissens sind die Quilt-Angaben Herstellerschätzungen, nicht genormt und man geht von kräftig Unterbau in Form von Schlafklamotten aus. Ich würde den Angaben also durchaus mit einer gesunden Skepsis gegenüber stehen.

  • Sind denn auch die Größen identisch?

    Zur WM-Daune kann ich nichts beitragen, ich habe aber immer den Eindruck, die ist ein bisschen besser, weil sie von glücklichen Gänsen stammt :D

    Ins Sachen Gewicht sehe ich keinen wirklichen Vorteil zwischen einem Quilt und einem Schlafsack. Der X-lite ist aber "unten" mit 42 cm schon ziemlich eng. Ein knapper Quilt wird aber auch nicht mehr Komfort bieten.

    Wenn es allerdings zu warm wäre, hätte der X-lite den Nachteil des kurzen RV. Einen langen, um ihn wie eine Decke zu nutzen, kann man "Konfigurieren".

  • Bin seit mind. 15 Jahren überzeugter Quilt-Nutzer bzw viel häufiger Doppel-Quilt zu zweit (da lohnt es sich richtig einen Quilt zu verwenden). Muß man aber mögen, ist nicht für jeden was und insbesondere beim Einer-Quilt ohne Befestigungssystem brauchte es bei mir Eingewöhnung. Hab auch das Gefühl, dass die Wichtigkeit der Matte bei Quilt-Nutzung steigt (mir wird es zBim Einer-Quilt auf der Z-lite schneller kalt als im Schlafsack) - es ist also ein Gesamtsystem das für den Nutzer passen muss.

    Für die Isolationsfähigkeit ist der Loft entscheidend. Und bei der Bauschfähigkeit (in Cuin angegeben) gibt es Unterschiede in der Daunenqualität. Dazu kommen unterschiedliche Rating-Systeme für die Cuin Angabe in EU und US - vielleicht kommen dadurch unterschiedliche Füllgewichte zustande? Zumindest die Cumulus-Schlafsäcke waren früher relativ schmal geschnitten, auch das könnte einen Gewichts/Füllunterschied erklären. Beim Quilt ist eine ausreichende Breite entscheidend, damit es nicht sofort reinzieht (unbedingt nicht zu schmal geschnitten nehmen! Lohnt die paar g Gewichtsersparnis vielleicht nicht)

    Ich schlafe fast immer in langer Unterwäsche auch aus hygienischen Gründen, damit der Daunenkram möglichst nicht zu oft gewaschen werden muss. Eine Mütze oder Buff habe ich immer dabei, egal ob Schlafack oder Quilt. Wenn man den Quilt um den Hals gut zumachen kann, hat mir die Kapuze des Schlafsacks in den von dir genannten Temp-Bereichen nie gefehlt.

    Ich habe bisher bei meinen Schlafsystemen immer etwas Reserve bei der Füllmenge, das ist meistens in der Summe leichter als zusätzliche Klamotten. Wenn das ganze zu knapp kalkuliert ist und die Daune mal nach ein paar Tagen Nebelwetter feucht ist wird es sonst unnötig kühl...

    Allein durch den Umstieg auf Daune sparst du schon Gewicht, egal ob Quilt oder Schlafsack, im Gegensatz zu deiner Kufa-Tüte (bei gleicher Iso)

    Sorry, wenn das zu allgemein ist - ich habe alle meine Quilts selbst gemacht und kenne daher die genannten Produkte nicht. Als Richtwert: uns als zwei eher Verfrorene hält ein Quilt mit Kammerhöhe von 7 cm mit guter Matte drunter zuverlässig warm bis etwa -5 bis -7°C. In langer Unterwäsche mit Mütze. Füllmenge ca. 750g 700er Daune bei 190 oben/160 unten x 220 Länge (also sehr luxuriös), Gewicht ca 1,1 kg (Maße und Gewichte vom Einer weiß ich nicht mehr)

  • muss ich beim Quilt jetzt noch extra Klamotten dazu packen die ich beim Schlafsack nicht brauche dass ich überhaupt auf das Rating komme? (Mütze, lange U-Hose, Liner, Daunenjacke??)

    Die Norm Angaben beim Schlafsack sind auch mit langer Unterwäsche ermittelt.

    angeblich gibt es beim Quilt noch andere Funktionale Vorteile wie "mehr Bewegungsfreiheit", "bessere Drehbarkeit", aber rein vom Gewicht macht es bei den beiden jetzt keinen Sinn auf einen Quilt umzusteigen, oder

    Ein ausreichend großer Schlafsack bot mir bisher immer genügend Bewegungsfreiheit und Drehbarkeit. Ein Sack für kaltes Wetter bis Null Grad ,mit über 2m Innenlänge, wiegt auch nur bis 800g und ich muss mir keine Sorgen um etwas machen. Kann ich als Decke , im wärmeren, nutzen und noch was warmes zu an ziehen, um tiefere Temperaturen zu erreichen. Und erreiche damit immer noch die UL Gewichtsgrenzen mit hervorragenden Packmass.

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Bist du eher Kalt- oder Warmschläfer? Das wäre die erste Frage

    Ich dachte ja immer dass mir beim schlafen wohl eher kalt ist, der Deuter war ab 8°C nicht mehr wirklich T-Shirt tauglich - bis ich raus fand dass die Luma nur 1,1R hatte (S2S ultralight) . Ich gehe grad nicht davon aus das ich schnell friere - will aber dennoch die Komfort Temp anpeilen zwecks Puffer

    Bin jetzt auf die XLite umgestiegen, da merkt man schon deutlich wie da die Wärme "von unten hoch steigt"

    Sind denn auch die Größen identisch?

    Du meinst die beiden Quilts? WM spricht von "Innenumfang"(172, 96) und Cumulus von Breite (85, 52) - beide sind grob 180 - ungefähr ja, ja.

    Für die Isolationsfähigkeit ist der Loft entscheidend.

    Ja, wäre mir an sich klar. Wird leider nicht konsequent angegeben, zumindest bei Cumulus find ich nix, WM Astralite spricht von 11cm, das ist dann aber schon doppelt? Also 5,5cm einfach

    Ein Sack für kaltes Wetter bis Null Grad ,mit über 2m Innenlänge, wiegt auch nur bis 800g

    darf ich fragen welchen Du hast und wie der spezifiziert wurde?


    An sich versuche ich ein Gefühl zu bekommen wie viel Daune ich grob bei 0-5 für Schlafsack oder Quilt brauche - und ob ein Quilt versteckte Gewichtskosten hat, weil man mehr als ne Mütze (und ja, lange Unterwäsche, also mehr als in nem Schlafsack) bei den temps braucht um gut zu schlafen

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (3. Februar 2026 um 20:06)

  • Ich denke, das musst Du selbst rausfinden. Ich weiß nur wieviel Daune ich brauche um bei 0°C nicht zu frieren. Ich bin eine verfrorene Frau (beim Schlafen). Was manche hier schreiben - da wäre ich längst erfroren oder würde nie wieder freiwillg draußen schlafen!

    Quilt zum Beispiel geht für mich nur im Sommer. Im Winter viel zu zugig. Da will ich einen geschlossenen Schlafsack, mich stört es nicht, daß ich da so eingesperrt bin. Ich habe mal den Cumulus Quilt 450 probiert - viel zu kalt bei 0°C ... jeder hat ein anderes Temperaturempfinden.

  • An sich versuche ich ein Gefühl zu bekommen wie viel Daune ich grob bei 0-5 für Schlafsack oder Quilt brauche - und ob ein Quilt versteckte Gewichtskosten hat, weil man mehr als ne Mütze (und ja, lange Unterwäsche, also mehr als in nem Schlafsack) bei den temps braucht um gut zu schlafen

    Beim Hersteller nach dem Loft fragen und rechnen. ;)

    Schlafsäcke: Komfort- und Limit-Temperatur - Ultraleicht-Trekking Forum
    Komfort-Temperatur = 23,5 Grad - (3,5 x cm Loft : 2) = ... Grad Celsius <br /> Limit-Temperatur = 17,5 Grad - (3,5 x cm Loft : 2) = ... Grad Celsius
    ultraleicht-trekking.de

    Ich habe bei den meisten Quilts und Schlafsäcken den Eindruck, dass die Kammern für die Daunenmenge immer etwas zu groß dimensioniert sind. Im Umkehrschluss also eigentlich mehr Daune in die Kammern sollte, um eine angemessene Füllung zu erreichen.
    Möchte man bei der gering bemessenen Daunenmenge bleiben, müsste man die Daune in mehrere kleine Kammern füllen damit sie sich nicht verschiebt. Dies ist in der Produktion natürlich zeit- und damit kostenintensiver. Wird also immer seltener gemacht um konkurrenzfähig zu bleiben.

  • Möchte man bei der gering bemessenen Daunenmenge bleiben, müsste man die Daune in mehrere kleine Kammern füllen damit sie sich nicht verschiebt.

    Damit hat man auch mehr Gewicht für die Kammern selber, was den Schlafsack insgesamt schwerer macht. Was mich wieder auf meine obige Frage bringt in wie weit das Verhältnis zwischen Gesamtgewicht zu Daunengewicht eine Aussage hat. Wenn das Kammergewicht höher ist (und somit das Verhältnis kleiner) könnte es eine bessere Isolationsleistung geben und weniger Daune notwendig sein. Allerdings glaube ichvdass dann das Gesamtgewicht wieder größer ist

  • Quilt zum Beispiel geht für mich nur im Sommer. Im Winter viel zu zugig. Da will ich einen geschlossenen Schlafsack, mich stört es nicht, daß ich da so eingesperrt bin. Ich habe mal den Cumulus Quilt 450 probiert - viel zu kalt bei 0°C ... jeder hat ein anderes Temperaturempfinden.

    Genau deshalb kombiniere ich gern in der kühleren Jahreszeit - innen (Daunen)schlafsack, außen Kufa-Quilt. Hilft gleichzeitig beim Feuchtigkeitsmanagement.

  • Gleiches auch beim:

    Western Mountaneering "AstraLite Top Quilt" - 454g - Fill 298g - Temp Rating -3°C vs
    Cumulus "neo Qulit 300" - 455g - Fill 300g - Temp Rating +3°C

    Habe nochmal recherchiert, von wegen Loft

    • Cumulus meinte per mail "The loft in top part of the Quilt [Anm: 300] and neo Quilt [Anm: 300] is nearly the same, it is approximately: 8,5cm"
    • Auf der WM Seite wird von 11cm gesprochen, kann das wer bestätigen?

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