Ein kleiner Weckruf

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  • In Peru wurde ein 29-jähriger Deutscher tot aufgefunden. Man geht davon aus, dass er in seinem Zelt Zuflucht vor einem Gewitter gesucht hat und vom Blitz getroffen wurde.

    Florian war seit 2024 auf Weltreise mit seinem Fahrrad, um auf die Folgen der Klimakrise aufmerksam zu machen. Er hat seine Reise auf seinem Blog und Instagram dokumentiert.

    Wenn sein Tod uns eine Sache lehren sollte, dann dass wir uns immer wieder der reellen Gefahren des Draußenseins bewusst werden. Ein Gewitter in den Bergen gehört definitv dazu. Ich denke es ist keine schlechte Idee, sich ab und zu die richtigen Verhaltensweisen für Gefahrensituationen wie diese nachzuschlagen (habe zufälligerweise mir vor kurzem nochmal die Gewittervideos von Sacki angeschaut, da mein YT-Algo das so wollte).

    Ich muss zugeben, dass ich das typische Sommergewitter hierzulande bisher eher auf die leichte Schulter genommen habe. Ich bin meistens unterhalb der Baumgrenze unterwegs und immer nur wenige Meter von einem geeigneten (Not-)Shelter entfernt (und wenns nur eine geeignete Baumgruppe ist in der ich mich verkauer; die typische Wanderschutzhütte ist aber meine bevorzugte Lösung wenn eine in der Nähe ist).

    Seiner Familie und Freunden mein aufrichtiges Beileid🥀

    Einmal editiert, zuletzt von zergcheese (10. Februar 2026 um 17:38)

  • In der Folge 308 Backpacker Radio Podcast vom 2.Juni 25 ging es u.a. um Lightning safety. (es geht wie immer auch um einiges anderes, also sinnvoll, sich die Zeitstempel von Zacks und Chaunces Fragen anzugucken, wenn man das Gequatsche drumherum nicht so mag)

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Da es ja hier inhaltlich darum geht: Was macht Ihr denn dann? Was sind Eure Strategien? Macht Ihr wirklich was, oder führt die theoretischen Tipps spazieren?

    Ich versuche, mittels Wetter-Apps wenn irgend möglich zu vermeiden, bei Gewitter unterwegs zu sein (funktioniert eben weitestgehend für Tages- oder Wochenendtouren, bei längerem Trekking naturgemäß schwierig). War auch einmal wegen einer ungeplanten Verzögerung (Seilbahn fuhr schon nicht mehr bergab) im dicken Berggewitter am nackten Hang und habe mir geschworen - nie wieder!… Das Risiko ist real und nicht wegzudiskutieren. Wer sehr häufig draußen unterwegs ist, strapaziert das Statistik-Bingo à la „trifft mich schon nicht“.

    (Richtigen Blitzeinschlag in der Nähe habe ich auch schon 2x miterlebt, darunter 1x im metallenen Tomatenhaus in meinem Schrebergarten stehend (hätte auch schief gehen können) - diese unfassbare Energie lehrt einen Demut!…)

    Im Zelt fand ich‘s eigentlich immer recht gemütlich, aber das „shelter-Gefühl“ ist natürlich die reine Illusion. Ich las auch unlängst nochmal, dass reelle Gefahr von Blitzschlag viel eher besteht, als man nach „Sekundenregel“ so gelernt hat - sinngemäß „If you see lightning and hear thunder, you might get struck“.

    Macht Ihr wirklich was, hockt Ihr Euch hin? Irgendwie sind diese metallenen Trekkingstöcke mir auch nicht gerade wohl…

  • Schau dass du runter kommst vom Berg.

    Ansonsten, wer Angst hat vom Blitz getroffen zu werden sollte sich wirklich vom Straßenverkehr fern halten. Es ist sicher eine Scheißidee mit Regenschirm auf dem Gipfel zu stehen, aber es gibt so viele Todesarten denen wir täglich deartig gelassen gegenüber stehen (Lungenkarzinom, Fettleibigkeit, Straßenverkehr) das mir die Blitzdiskussion echt esoterisch anmutet

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (10. Februar 2026 um 19:53)

  • Ansonsten, wer Angst hat vom Blitz getroffen zu werden sollte sich wirklich von Straßenverkehr fern halten.

    Nur weil man ein Risiko in Kauf nimmt, muss man ja das andere nicht ignorieren.

    Klar sterben generell viel mehr Leute im Straßenverkehr als durch Blitzeinschlag, aber so eine Statistik vergleicht Äpfel mit Birnen. Die meisten Leute sind die allermeiste Zeit an sicheren Orten, wenn ein Gewitter aufzieht (im Auto oder in Gebäuden).

    Die Wahrscheinlichkeit, getroffen zu werden, steigt halt doch deutlich, wenn man draußen ist, gegenüber der Grundwahrscheinlichkeit (wenn man ein paar Annahmen darüber trifft, wie viel Zeit prozentual Leute drinnen verbringen, kann man das sicher ausrechnen).

    Und das interessiert uns doch: Wie wahrscheinlich ist es, erwischt zu werden, wenn man draußen ist und wenn ein Gewitter aufzieht. Ich vermute: alles andere als vernachlässigbar.

  • Ansonsten, wer Angst hat vom Blitz getroffen zu werden sollte sich wirklich von Straßenverkehr fern halten.

    Nur weil man ein Risiko in Kauf nimmt, muss man ja das andere nicht ignorieren.

    Klar sterben generell viel mehr Leute im Straßenverkehr als durch Blitzeinschlag, aber so eine Statistik vergleicht Äpfel mit Birnen. Die meisten Leute sind die allermeiste Zeit an sicheren Orten, wenn ein Gewitter aufzieht (im Auto oder in Gebäuden).

    Die Wahrscheinlichkeit, getroffen zu werden, steigt halt doch deutlich, wenn man draußen ist, gegenüber der Grundwahrscheinlichkeit (wenn man ein paar Annahmen darüber trifft, wie viel Zeit prozentual Leute drinnen verbringen, kann man das sicher ausrechnen).

    Und das interessiert uns doch: Wie wahrscheinlich ist es, erwischt zu werden, wenn man draußen ist und wenn ein Gewitter auszieht. Ich vermute: alles andere als vernachlässigbar.

    Okay, was machst du dann? Bei Starkregen in einer Kuhle mit Beinen zusammen in einer Hocke verharren? So für 2-3 Stunden? Sicher is sicher? Und was heisst "steigt deutlich "? Von 1:1mio auf 2:1mio?

    Auf mich wirkt das halt so wie der Hinweis in Anbetracht eines Tsunami sich auf den Boden zu legen und froschartige Bewegungen zu machen. Das ist sicher nicht falsch. Geht sicher in die richtige Richtung . Good Luck!! Aber vielleicht nimmst du auch einfach die Beine in die Hand....

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (10. Februar 2026 um 20:37)

  • Okay, was machst du dann? Bei Starkregen in einer Kuhle mit Beinen zusammen in einer Hocke verharren? So für 2-3 Stunden? Sicher is sicher? Und was heisst "steigt deutlich "? Von 1:1mio auf 0,5:1mio?

    Wahrscheinlich stimmst du zu, dass "vermeide es ungeschützt draußen zu sein" die beste Strategie zur Risikominimierung in Bezug auf Gewitter ist. Also heißt das Wetterbericht kennen und Anzeichen für Gewitter erkennen können. Hast du ja selbst geschrieben "runter vom Berg". Was mache ich, wenn ich keinen Berg finde, von dem ich runter gehen kann? ;)

    Wenn man unglücklicherweise bei einem aufziehenden Gewitter draußen ist und keinen geschützten Ort mehr erreicht, dann dienen alle weiteren Maßnahmen der Schadensminimierung, falls in deiner Nähe der Blitz einschlägt. Wenn du dich mit geschlossenen Beinen klein machst überlebst du einen Einschlag in der Nähe eher. Ist Lehrmeinung, ich weiß nicht ob praxiserprobt, find ich aber egal. Ebenfalls Lehrmeinung: Abstand zu anderen Menschen. Warum? Damit jemand unverletzt bleibt, um lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten und den Notruf wählen zu können. Das sind alles Chancen, mehr nicht.

    Ich habe noch keine 2-3 Stunden Dauergewitter an einem Ort erlebt, aber sollte ich unglücklicherweise jemals in einer solchen Situation landen und konnte mich nicht vorher in Sicherheit bringen, dann nehme ich eben 2-3 Stunden eine Schutzhaltung ein. Nach Verfügbarkeit nicht in einer Senke in der sich das Wasser sammelt.

    Ein direkter Treffer ist "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" tödlich,

    (habe mal von einem Menschen gelesen, der das mehrfach nachgewiesen überlebt haben {ich würde trotzdem nicht von Glück sprechen})

    unabhängig von der Körperhaltung. Die Schutzhaltung hält aber auch nicht "esoterisch" Blitze fern, sondern soll deine Überlebenschancen bei einem Einschlag in der Nähe verbessern.

    Einmal editiert, zuletzt von Ruskaman (11. Februar 2026 um 17:01) aus folgendem Grund: "überlebt man nicht" habe ich umgewandelt in "ist tödlich" - menschliche Gehirne sind schlecht in Verneinungen einer Aussage

  • Wenn du dich mit geschlossenen Beinen klein machst überlebst du einen Einschlag in der Nähe eher.

    Ich hab großen Respekt vor Gewittern und hab daher schon extra eine Burgruine gescoutet in der sich ein Zelt aufbauen lässt. Auch wegen herabfallender Äste/ umstürzender Bäume. Dort im Zelt liegend hab ich dann aber aus Bequemlichkeit darauf vertraut, dass auf der evazote + Luftmatte liegend auch ausreichend Schutz bei nahem Einschlag besteht... Weiß da jemand was dazu?

    Edit: liegen auf der Isomatte ist wohl Mist.

    Zitat

    Isomatten bieten keinen Schutz vor Blitzschlag! Keinesfalls liegen!

    Hab's nachgelesen, die Spannung überspringt die paar Zentimeter Isolation am Rand locker, daher nicht ausreichend.

    2 Mal editiert, zuletzt von Grmbl (10. Februar 2026 um 21:43)

  • Grmbl Ein Jurist hat mal gesagt: Kommt drauf an.

    Wenn ein Blitz einschlägt, also Strom fließt, beeinflusst das die Umgebung, wo auch noch Spannung anliegen wird. Je weiter ich von der Einschlagstelle weg bin, um so mehr schwächt sich die Spannung ab. Jetzt stehe ich mit beiden Beinen auf dem Boden und meine Beine sind unterschiedlich weit von der Einschlagstelle weg. Strom fließt von hohem zu geringem Potential. Jetzt habe ich also eine Potentialdifferenz zwischen meinen Beinen (oder im Liegen zwischen Kopf und Füßen). Das führt dazu das Strom durch mich fließt. Je weiter der Abstand zwischen meinen Füßen, desto größer der Potentialunterschied, desto größer der Strom.

    Deswegen: Füße dicht zusammen, nicht liegen. + Jede Isolation zwischen Dir und der Spannungsquelle, also dem Boden hilft.

    Disclaimer: Das gesagte bezieht sich ausschließlich auf den Fall eines nahen Blitzeinschlags und die Ströme die durch den Boden gehen. Effekte wie Induktion oder dass man auch direkt erwischt werden kann, sind NICHT berücksichtigt.

    UL wobei das L auch für Luxus stehen kann 😅

  • Mein Problem mit dem "Hinhocken, Füße zusammen" ist: Ich kann das nicht lange durchhalten. Nach wenigen Minuten ist bei mir Feierabend. Bin ich da die Einzige? Und die meine zweite Frage: Gibt es eine logische "Plan B"-Position für Dauerhockunbegabte wie mich?

  • WeitWanderWade : "Kauern". Man dürfe auch auf den Rucksack sitzen:

    Unwetter im Gebirge: Das musst du wissen
    Gewitter können während einer Bergtour sehr gefährlich werden. Das musst du wissen und diese Regeln solltest du befolgen.
    www.alpenverein.de

    "Kommt es ganz dicke und das Gewitter ist förmlich über einem im Freien, empfiehlt es sich, eine Schutzposition einzunehmen: Dazu kauerst du dich mit geschlossenen und angezogenen Beinen am besten auf eine isolierende Unterlage (wie einen trockenen Rucksack oder ein Kletterseil). Je weniger Kontaktfläche zum Boden besteht, desto geringer ist die Gefahr von sogenannten Kriechströmen."

    Auch OEAV zeichnet auf-dem-Rucksack-Sitzende in seinen Gewitter-Hinweisen (allerdings vor einer Felswand - die sei eher blitzsicher, aber man möge auf Bröckel achten und "etwas" Abstand halten).

  • Ich habe noch keine 2-3 Stunden Dauergewitter an einem Ort erlebt,

    Ich schon, passiert gerne in Tälern wo die Berge drumherum liegen (und das Gewitter nicht raus kann) aber:

    ist ein "Dorf" - wir waren dann nach einer Weile drinnen ;-), die Feuerwehr hat in dem "Dorf" regelmäßig viel zu tun, und einmal kamen sie von Ihren Einsätzen zurück und das Feuerwehrhaus war abgebrannt :(

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