Sind Wandervereine noch zeitgemäß?

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  • Hi zusammen,

    ich bin seit ein paar Jahren nun schon Mitglied im Harzklub, genauer in einem Ortsverein. Der Harzklub ist Teil des DWV (Deutscher Wanderverein). Zugegeben: Ich entrichte jährlich meinen ziemlich geringen Obolus von 20,- € und habe aber nie wirklich an irgendwelchen Aktivitäten des Vereins teilgenommen. Das liegt, aus meiner Sicht, zum einen an dem Angebot, welches sich eher für den typischen Wanderer eignet (10km + Einkehr), als auch an dem relativ hohen Altersschnitt innerhalb des Vereins.

    Nun wurde vor ein paar Jahren ein neuer Vorsitzender gewählt, der derzeit versucht frischen Wind in die Strukturen zu bringen. Aufgrund meiner Umtriebigkeit im Harz hat er mich bereits vor einiger Zeit gefragt, ob ich nicht Lust habe auf eine Wanderführer-Ausbildung. Dies hatte ich bereits in einem anderen Thread hier kurz erwähnt. Außerdem bin ich gestern zum ersten Mal wirklich Teil des Vereinslebens geworden und habe an einer Tagung des DWV in Kassel teilgenommen (leider angeschlagen).

    Dabei wurden mir zwei Dinge bewusst:

    1. Der Harzklub ist nicht der einzige Verein, der mit diesen strukturellen Problemen zu kämpfen hat.

    2. Die Vereine, die ihr Angebot um Weitwanderungen erweitert haben (Speyer z.B.), trotzdem dem Trend und gewinnen Mitglieder hinzu.

    Nun würde mich einmal eure Meinung - liebe Vereinslose - interessieren. Was, glaubt ihr, müssten die Vereine machen, damit IHR darüber nachdenken würdet, einem beizutreten? Was schreckt euch ab? Was würde euch motivieren?

    Natürlich richtet sich diese offene Diskussion auch an alle, die bereits Teil des DAV oder DWV sind. Was ist eure Meinung dazu?

    Ich würde es spannend finden, wenn hier jeder offen mal seine Meinung teilt. Und ich würde alle anderen bitte, diese möglichst mal nicht zu kritisieren. Seht es als eine Art Brainstorming. Sowohl Fakten, als auch Gefühle sind willkommen.

    "Glaube nicht alles, was im Internet steht" - Heidi Klum, 28, Nobelpreisträgerin für Physik

  • Hier in der Schweiz gibt es den SAC. Einer der grössten, wenn nicht der grösste Verein in der ganzen Schweiz.

    Wanderleiter:innen Ausbildung gibts hier auch, die wird aber von seriösen Fachhoch-Schulen angeboten und inkludiert sogar Fachwissen in den Bereichen Verletztenstabilisierung (geht viel weiter als die Nothelfer-Ausbildung die zum Beispiel im Bereich Autoführerschein notwendig ist), Natur (sogar Ornithologie) und natürlich Dinge wie Wetter etc. Die Wanderleiter Ausbildung sollte nicht mit der für Bergführer:innen verwechselt werden, da diese einem befähigt auch eher durchschnittlich Trainierte auf einen hohen Berg zu bugsieren.

    Der SAC besitzt via seinen Sektionen auch die berühmt/berüchtigten Berghütten. Diese wurden teilweise vor langer Zeit gebaut und dienten ursprünglich als Wetterschutz für Berggänger, die sich mit ihren Nagelschuhen, 3 kg Bergpickel und Holzskier durch den Tiefschnee gewühlt haben. Heute gibt es Dinge wie Trailrunning, rauf und runter innert wenigen Stunden. Die Berghütten sind für nicht SAC-Mitglieder zu Konditionen zugänglich, die selbst Gutverdienende Schweizer:innen nicht mehr als geringe Gebühr bezeichnen würden. Trotzdem kann man die "Hüttenromantik" lieben oder hassen. Menschen die sich längere Wanderungen gewohnt sind, mögen sie oftmals nicht so sehr.

    Mittlerweile lassen auch "normale" Wandernde ihre Lederstiefel zu Hause, aber leichtere Schuhe alleine sind noch keine Garantie für verantwortungsvolles Wandern. Am tollsten sind natürlich die Hütten, die quasi mit dem Auto zugänglich sind. Dort trifft mensch andere Menschen, die gescheiter zu Hause saufen würden.

    Ich bin einmal an einem regnerischen Tag in die Blüemlisalp Hütte einkehren gegangen. Alle dachten, sie seien die grösseren Helden als der alte Messner (mindestens) und wer nicht gefühlt dreimal in der Woche auf dem Mont Blanc und der Zugspitze zugegen ist, hatte dort nicht viel verloren. Als ich sagte woher ich komme, sagten mir alle dies sei eine lange Wanderung, nun hätte ich mir ein Bier verdient, wo es denn morgen hingehe - um 15:00 Uhr. Ich ass ein Stück Kuchen und verabschiedete mich höflich. Natürlich unter grossem Protest, der Weg hinunter sei bei Näse sehr gefährlich etc. Nun ja, diese Art von Paternalismus kann mir gestohlen bleiben, besonders jetzt, wo ich mir doch gröbere Wanderungen zutraue. Der Weg hinunter nach Andermat war eher eine Touristenautobahn als ein Wanderweg.

    Ich habe mir schon überlegt, eine Ausbildung zwecks gescheitem Einsatz von Schneepickeln zu absolvieren. Nur: Falls man als UL-Wanderer seinen Schneepickel benötigt, ist man schon in Regionen unterwegs, die der SAC als lebensmüde bezeichnen würde.

    Was mich aber am SAC am meisten stört: Um möglichst viele Menschen anzusprechen, verstehen sie sich als "Bergsportverein" und nicht als Umweltschutzorganisation. Die lieben Amerikaner sind mit ihrem Leave No Trace Jahrzehnte weiter.

  • Wäre nicht die erste Frage ob ich als Konsument eintrete weil es mir Vorteile bringt oder habe ich Interesse mitzuwirken?

    Um Konsumenten zu gewinnen wären wohl Marktstudien interessant und die Frage ob der Verein dies umsetzen kann und will. Mitwirken heißt bürgerschaftliches Engagement und ist m. E. ein völlig anderes Thema.

  • Die "Urlaubsvereine" können sich vor Mitgliedern nicht retten. Die Sektion Berlin des DAV hat ... 28.000 Mitglieder, zur Mitgliederversammlung kommen ... keine 100 (war letzten Mittwoch auch nicht da). Man kommt in die Hütten (war seit deutlich über 10 Jahren in keiner bewirtschafteten Hütte mehr). Mein letzter Ausbildungskurs war Anfang der 2000er, meine letzte Ausbildungstour 2008. Das Vereinsheftchen wird mal nebenher auf dem Klo schnell durchgeblättert und dort auch von Nicht-Mitgliedern gelesen. Bleibt die Versicherung, die ich in jahrzehntelanger Mitgliedschaft noch nie in Anspruch nehmen musste. Theoretisch und wahrscheinlich auch praktisch kann man in diesem Verein seinen Interessen nachgehen. Wenn man konkrete Interessen hat. Versuch scheiterte daran, dass das Vorstandsmitglied, dem ich als Ideenbeauftragter meines entsprechenden Antrags auf einer Mitgliederversammlung zugeordnet war, genauso wenig Zeit hatte wie ich. Wenn Zeit war, war Urlaubsabwesenheit (bei uns beiden). Es kam also nie zu einem Treffen, um zu besprechen, was wer wie wann. Ich wäre bereit gewesen, da Zeit und Urlaubszeit reinzustecken. Passiert - nicht weiter schlimm. Die Idee lebt weiter, eine andere, noch grössere Sektion arbeitet jetzt daran. Keine Ahnung, wie sehr. Um zum üblichen "Vereinsleben" beitragen zu können, steck ich nicht intensiv genug drin "in den Materien". Weil meine Zeiteinteilung anders geprägt ist. Wenn ich jeden Tag Wandern gehe und da Leute vom Verein treffe, kann ich auch noch was für den Verein machen. Wenn. Ansonsten: die Sektion tut was für die Inklusion von Menschen mit Behinderung. Es gibt mehrere Gruppen. Da habe ich mehrmals Leute hinempfohlen, die beruflich bei mir auftauchten und neu hier waren.

    Wofür der Verein gut ist: man könnte eine Gruppe gründen. Eine Weitwandergruppe zum Beispiel. Oder eine Biwakiergruppe. Also sich austauschen und organisieren (soweit also das, was hier passiert) und mit Briefkopf des Vereins versuchen, hier und da Zugänge zu organisieren. Jemand könnte eine Ausbildung als Wanderführer machen und hätte eine Wanderführerhaftpflichtversicherung vom Verein optimalerweise. Da steht dann leider schnell das Problem von mars_hikes im Weg: "Weitwanderer" machen ja mehr als nur Wandern. Jedenfalls vermutlich mehr Sachen, als ein ausgebildeter Nur-Wanderführer verantworten dürfte. Braucht man also eine Weitwanderausbilder-Ausbildung dafür, mindestens so ein bisschen ins Alpine rein vermutlich. Dafür kann man sich einsetzen. Zum Beispiel.

    Ich bin dann noch seit Ewigkeiten Mitglied in einem kleinen Wander- und Hüttenverein, der in den 2000ern eine kleine, traditionsreiche Wanderhütte für kleines Geld erworben hatte. Die wird seitdem Stück für Stück saniert, man bekam Anerkennung dadurch, dass Denkmalschutz gewährt wurde und macht Veranstaltungen zum Tag des Offenen Denkmals. Nur Übernachten geht weiterhin nicht und auch Zelten an der Hütte geht nicht ausser ca. einmal im Jahr zur besonderen Gelegenheit. Behördengestrüpp und rechtliches Gestrüpp. Der Verein wird getragen von den Leuten, die in der Nähe wohnen und da quasi täglich bzw. ziemlich jedes Wochenende vorbeikommen. Ich bin auf der Mailingliste und auch hier ein völlig passives, mit Sympathie beobachtendes Mitglied.

    Dann ist da noch ein Verein, der einen Jazzclub betreibt. Seit den 90ern. Ursprünglich war das kein Jazzclub, hätte aber trotzdem gut in die Helge-Schneider-Filme gepasst. Der Verein wird getragen von den wenigen, alle einige Jahre neuen sehr engagierten Leuten, die (ehrenamtlich) das Programm machen. Zur Mitgliederversammlung werden immer noch die Gründungsmitglieder mobilisiert, damit Beschlussfähigkeit erreicht wird. Da bin dann sogar ich wichtig. Was objektiv wichtig ist: ein offener Raum, Offenheit für neue Leute, die da was machen wollen. Und alle paar Jahre bin ich mal zu einem musikalischen oder Vortrags-Event im Club anwesend. Viel teure Technik aus Lottomitteln, grundsätzlich interessante Veranstaltungen und man kann den Raum auch für eigene oder private Veranstaltungen haben.

    Will sagen: wenn das Dein Ding ist, mach. Jedenfalls ist Ausprobieren besser als Nicht-Ausprobieren.

  • Ich war beim DAV hauptsächlich wegen der Mountainbike Gruppe und der Versicherung. Ich fände es cool wenn es eine Sektion "Weitwandern" oder "Wandern mit Zelt" gäbe. Weniger um gemeinsame organisierte Touren zu machen, sondern Menschen zum persönlichen Austausch zu finden.

  • Was mich aber am SAC am meisten stört: Um möglichst viele Menschen anzusprechen, verstehen sie sich als "Bergsportverein" und nicht als Umweltschutzorganisation. Die lieben Amerikaner sind mit ihrem Leave No Trace Jahrzehnte weiter.

    Interessant! Da sind die deutschen Wandervereine ebenfalls weiter. Sowohl der DWV als auch der DAV verstehen sich nicht nur als Wandervereine, sondern auch als Umweltschutzvereine. Nur so am Rande.

    "Glaube nicht alles, was im Internet steht" - Heidi Klum, 28, Nobelpreisträgerin für Physik

  • Wäre nicht die erste Frage ob ich als Konsument eintrete weil es mir Vorteile bringt oder habe ich Interesse mitzuwirken?

    Ich denke diese beiden Aussagen sollten nicht mit einem oder verknüpft werden , sondern mit einem und .

    Das ist zumindest mein Problem mit vielen Vereinen. Ich hörte schon zu oft so etwas wie: ich zahle Beitrag, da möchte ich auch unterhalten werden. So funktioniert aber kein Verein nachhaltig.

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Einem Verein trete ich bei, weil ich dessen Ziele und Aktionen unterstützen will und/oder weil ich an dessen Aktionen teilhaben möchte. Was eine sehr aktive Teilhabe sein kann, aber auch ein einfaches "Kunde sein" umfassen kann.

    Vereine - als nicht kommerzielle Anbieter - sehe ich daher sehr positiv. Das Forum hier wird ja auch über einen Verein betrieben wenn ich es richtig verstehe.

    Natürlich hat man auch immer bei sowas das Problem dass etablierte und alte Strukturen sehr verstaubt daherkommen können. Viele Vereine haben Nachwuchssorgen. Aber es steht ja jeden frei entweder einen eigenen Verein zu gründen, oder so gut es geht bestehende Dinge zu ändern.

    Wenn ich bei Google "Weitwandern" und "E.V." eingebe dann finden sich gleich ein paar Treffer.

  • Ich hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt dem regionalen Wanderverein beizutreten. Hauptsächlich, um etwas zurückzugeben: Die Beschilderung der hiesigen Wanderwege ist gut, aber immer wieder gibt es Lücken im Netz und als Wanderin ich muss raten, wo es lang geht, oder mein Handy zücken. Als Wegwartin könnte ich das ändern, um Wegwartin zu werden müsste ich Vereinsmitglied sein.

    Was mich jedoch davon abgehalten hat, war der Blick auf die Homepage. Weder Altersstruktur noch Vereinsausflüge passen zu mir. Generell bin ich gar nicht auf Gesellschaft beim Wandern aus. Mit einer Gruppe in angepasster Geschwindigkeit losziehen und nach 7 km feuchtfröhlich einkehren gruselt mich eher. (Vielleicht Vorurteile, aber die Fotos...). Ich bin so gern allein unterwegs. Ein Verein passt nicht zu diesem Bedürfnis, egal wie er aufgestellt ist. Das muss ich mir aber immer in Erinnerung rufen, wenn ich an der nächsten schlecht beschilderten Kreuzung stehe...

  • Ich hatte beuflich mit dem Harzclub zu tun und kann die strukturellen Defizite nur bestätigen.

    Der Vorsitzende war immerhin > 90 Jahre alt und seine Copiloten waren nicht viel jünger.

    Beschilderung und Bänke sind in der heutigen Zeit nicht m. E. mehr zeitgemäß und mit Sicherheit auch kein Umweltschutz Merkmal.

    Die Wege hier sind übrigens häufig komplett zugewachsen und nicht mehr nutzbar.

    Das ist hier vermutlich eine aussterbende Sektion.

    Nichts, wo ich mich engagieren oder Verantwortung übernehmen wollte.

    Grüße Azes

  • Vor ein paar Jahren war ich mal unterwegs und traf ein Ehepaar, was irgendeine Beschilderung durchgeführt hat. Ich war auf dem Rheinsteig und die haben etwas vom Taunus-Lahnhöhenweg markiert - glaub ich zumindest. Irgendwo bei Lahnstein. Jedenfalls fragten sie wie viele Distanz ich mache und als ich sowas von 25km antwortete da waren sie ganz beeindruckt, wie weit ich gehe. Und ich hatte da noch tief gestapelt, es wurden auch eher 30. Und das waren jetzt schon Leute, die eine Weitwanderung mit betreuen. Kam mir damals komisch vor.

  • Wäre nicht die erste Frage ob ich als Konsument eintrete weil es mir Vorteile bringt oder habe ich Interesse mitzuwirken?

    Ich denke diese beiden Aussagen sollten nicht mit einem oder verknüpft werden , sondern mit einem und .

    Das ist zumindest mein Problem mit vielen Vereinen. Ich hörte schon zu oft so etwas wie: ich zahle Beitrag, da möchte ich auch unterhalten werden. So funktioniert aber kein Verein nachhaltig.

    Du hast recht, aber mit dieser Einstellung sind wir eher wohl die Ausnahme.

  • Vielleicht kommt es auch auf die Definition dessen an, was eigentlich ein Verein ist? Ich bin hier in Stockholm Mitglied einer Gruppe, die sich lose über eine Internet-Platform organisiert. Wir haben ca 10.000 Mitglieder auf dem „Papier“ aber vermutlich so um die 100-200 Aktive. Jeder, der will, kann Events organisieren, alles ist kostenlos und unverbindlich. Aber so gibt es halt einen festen Kern von Leuten, die sich mehr oder weniger zufällig mehrmals im Jahr treffen. Veranstaltungen gibt es aber praktisch - je nach Jahreszeit - jedes Wochenende.

  • Der Vorsitzende war immerhin > 90 Jahre alt und seine Copiloten waren nicht viel jünger.

    Das liegt aber häufig daran, dass den Job sonst keiner machen will, und nicht dass der an seinem Sessel "klebt". Der Job verlangt viel Zeit und wenn du Pech hast, bekommst du zum Dank nur Leute die es besser machen würden (aber nicht tun).

    Beschilderung und Bänke sind in der heutigen Zeit nicht m. E. mehr zeitgemäß und mit Sicherheit auch kein Umweltschutz Merkmal.

    Würde ich widersprechen. Ich bin SEHR dankbar über gut ausgeschilderte & gepflegte Wege. Und das einzige was ich in der Einsamkeit gelegentlich vermisse, ist ein "Bankerl". Das mag aber sicher altersbedingt sein 😉

    Als Wegwartin könnte ich das ändern

    Ich stelle mir das auch cool vor mal einen Weg über eine Zeit zu "pflegen". Aber ich glaube das sollte man mit einer Motorsäge umgehen können, oder?

    Ich fände es cool wenn es eine Sektion "Weitwandern" oder "Wandern mit Zelt" gäbe.

    Gibt es btw zumindest beim ÖAV

    ÖAV-Sektion Weitwanderer Alpenverein

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (29. September 2025 um 07:31)

  • Für mich ist es eine Mischung beim DAV: Versicherung, Kletteranlagennutzung, Panoramamagazin und der Versuch des DAV sich als gemäßigte Umweltschutzorganisation mit Breitenwirkung zu positionieren und inhaltliche Vielfalt innerhalb der Institution auszuhalten. Das ist für mich typisch Verein.

    PS weil ganz aktuell und horizonterweiternd - zur solidarischen Praxis.

  • Ich stelle mir das auch cool vor mal einen Weg über eine Zeit zu "pflegen".

    Ich auch. Wenn ich in den Bergen lebte, wäre ich da mit dabei. Auch Hütte aufräumen, Winterraum herrichten und solche Sachen, schleppen, hilfsarbeiten, umsichtig rumlaufen, Gedenkorte pflegen, Müll mitnehmen, Steine richten, Naturschutzschildchen hinstellen.

    Aber ich glaube das sollte man mit einer Motorsäge umgehen können, oder?

    Naja, das machen halt die Leute, die damit umgehen können. Eher die Waldarbeiter. Grundsätzlich reicht mit Farb-Eimerchen und Pinsel rumlaufen zu können, auch wenn schon etwas mehr ist. War ich mal 2 Tage mit dabei, mit Spitzhacke und Schaufel (als ein Freund in die Pyrenäen gezogen war, erst Tischler, dann Waldarbeiter, und immer am Wandern). Ansonsten hin und wieder mal so Gruppen von Freiwilligen gesehen.

  • Interessantes Thema,

    ich bin nur im DAV, zugegebenermaßen hauptsächlich wegen der Versicherung und es spart den ein oder anderen Euro in der Kletterhalle. Die Sektion des DAV ist bei uns wirklich gut aufgestellt, große Kletterhalle, sehr aktive Jugendarbeit und auch ein gutes Tourenangebot, ich nehme mir immer mal vor mich da blicken zu lassen, was eher an persönlichem Zeitmangel und einem gewissen Vereinsburnout scheitert.

    Der kleine Wanderverein in meinem Wohnort ist, wie oben schon mehrfach geschrieben, hoffnungslos überaltert, die wenigen die was machen sind auch schon im Rentenalter und sagen selbst, dass viele Mitglieder einfach körperlich nichts mehr machen können. Eine Konzentration auf einige wenige überregionale Vereine wie oben der DAV oder die Naturfreunde ist da quasi unvermeidlich.

  • DAV, zugegebenermaßen hauptsächlich wegen der Versicherung

    ja ich auch - wegen der Versicherung - die "Vereinsstruktur" vom DAV hat mich immer abgeschreckt (in meiner Jugend+später auch...), das "Umweltsiegel" des DAV halte ich für "greenwashing" bzw. viele "Lippenbekenntnisse" wenig wirkliche Aktivitäten (von den "Baumpflanzaktionen" mal abgesehen). Momentan versuchen sie etwas ÖPNV ... mit den Bergbussen, aber die Zeiten (und Abfahrtsorte) sind für Wanderer nicht wirklich brauchbar - und die Aktion "DAV mit der Bahn in die Berge" - ist ja nett aber versucht haben sie es eher wenig (ich sprech da aus Erfahrung, ich habe kein Auto bin auf die Öffis also angewiesen).
    Naturfreunde sind vllt. eine Alternative - nennen sich wenigstens zu Recht "Touristenverein"
    Der einzig andere Verein bei dem ich "passiv" dabei bin ist der Isartalverein - wg. dem Schutz der Isar - aber auch hier generell:
    Die Vereinsstruktur der "älteren Herren" mit Beamtenmodus... spricht mich jetzt nicht wirklich an (bitte alle älteren Herren und Beamte hier nicht Übel nehmen, ich will nur beschreiben was mich da stört).
    Die anderen "Vereine" sind meist "Extremsportbegeisterte"... (das will ich garnicht - mag die Landschaft/Foto etc. genießen) - und ja bin auch lieber allein unterwegs .. (sieht man mehr ;-), was nicht heißt dass man sich gerne mal austauschen kann...)

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