Barfuß quer durch Deutschland ohne Geld

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  • Blog 2 – DIE VORBEREITUNGEN -
    WAS NEHME ICH MIT Was nimmst du mit, fragte ich mich bereits seit Tagen. 20 kg Rucksack, Ersatzschuhe? Nein - Minimalismus sollte es sein. Also komplett
    barfuss-durch-deutschland.de


    Wir würden das als stupid light betiteln.

    Ich hab zwar auch schon Fastpacking , samt Übernachtung, nur mit Bauchtasche betrieben. Andere machen Overnighter mit "Jute Beutel" ....

    Schlafen also nur mit Kreditkarte , würde es kälter kauft man sich die nötige Kleidung, ohne Regenschutz ist aber mmn unangemessen.

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Ich glaube eher das ist eine religiös motivierte "the trail will provide it" Geschichte.... Deutschland ist so dicht besidelt, da findet sich immer wer, der dir unter die Arme greift. Happy Trails! 8)

  • Das machen ja einige in letzter Zeit. Sehe öfter mal was auf Youtube in der Richtung.

    Die Leute gehen mit Ausrüstung, aber mit der Regel kein Geld. Da kommen ganz nette Begegnungen zustande, keine Frage.

    Das man als Arzt aber auf die Idee kommt das es eine gute Idee ist die Regensachen wegzuoptimieren, das erschließt sich mir nicht so ganz. :/

    Die konditionierten Füße sind schon mal super, das steigert die Erfolgschancen ungemein. Ich bin selber Jahre fast nur barfuß gelaufen und stimme ihm zu, das es Monate dauert, bis du echt alles ohne Probleme machen kannst und die Leute blöd gucken und sich fragen, Alter, wie macht er das barfuß?:)

    Mal schauen wie er sich schlägt.


    LG

  • Ich glaube eher das ist eine religiös motivierte "the trail will provide it" Geschichte....

    Dazu fällt mir "Peace Pilgrim" ein: https://de.wikipedia.org/wiki/Peace_Pilgrim

    Hier ein Auszug aus einem Buch über Peace Pilgrim (Auszeichnungen fett, unterstrichen von mir):

    Zitat

    Eines Morgens, als ich in einem Weizenfeld bei Kansas schlief, wurde ich durch ein sehr lautes Geräusch geweckt. Ich hob den Kopf und sah, wie eine riesige Mäh­maschine auf mich zufuhr. Blitzschnell rollte ich mich zur Seite, um den rotie­renden Messern zu entkommen.  

    Ich fühle mich auf meiner Pilgerreise vollkommen behütet. Gott ist mein Schutz. Weder gibt es Unglücksfälle auf der göttlichen Ebene noch lässt Gott uns unbeachtet. Niemand geht so sicher, wie der, der bescheiden und arglos geht, mit viel Liebe und großem Vertrauen. 

    Ich erinnere mich an eine Zeit im Jahr, in der es nachts sehr kalt wurde. Die Temperatur sank unter den Gefrierpunkt, aber am Tag wurde es wieder etwas wärmer, sodass es tagsüber recht angenehm war. Das war im Herbst und der Boden war mit trockenen Blättern bedeckt. Ich befand mich inmitten eines Wal­des und es gab kilometerweit keine Stadt. Die Sonne ging gerade unter. Es war Sonntag. Irgendjemand hatte eine dicke Sonntagszeitung gelesen und sie an den Straßenrand geworfen – so wie man es nicht machen sollte; aber die Leute tun es immer wieder. Ich hob sie auf, ging von der Straße ab und fand einen großen immergrünen Baum. Darunter war eine kleine Senke, in der sich einige Blätter angesammelt hatten. Ich schob noch mehr Blätter in diese Senke. Dann legte ich ein paar Zeitungsblätter darauf und deckte mich mit dem Rest der Zeitungsblätter zu. Als ich am Morgen erwachte, war alles mit dickem weißen Reif bedeckt, aber der immergrüne Baum hatte ihn von mir abgehalten und ich war geborgen und warm in meinem Nest aus Laub und Papier. Das ist nur ein Tipp, falls du einmal draußen von der Nacht überrascht wirst.

    Die meisten Menschen, die sich nach Urlaub sehnen, sind Menschen, die etwas tun, wozu sie nicht berufen sind und wovon sie eine Weile ausspannen wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, ein Bedürfnis nach Urlaub von meiner Pilgerreise zu verspüren. Wie gut ist es doch, im Herbst in den Süden zu wandern und die stille Schönheit der Erntezeit zu erfahren, aber den Frost zu meiden; die leuch­tende Pracht der Herbstblätter zu erleben, aber weiterzuwandern, bevor die Bäume kahlgefegt sind. Wie gut ist es, mit dem Frühling nach Norden zu ziehen, und die Frühlingsblumen einige Monate statt einige Wochen zu genießen. 

    Ich fand das Buch sehr inspirierend.

  • Denke mal am Ende hat er garantiert alle Podogelosen in seinen Füßen weg massiert 8o

    Für ordentlichen Social Media Rummel muss man halt was machen was nur ganz wenige können. Meinen Respekt für das Training um so souverän barfuß zu laufen!

    Mir kribbelts schon wenn ich barfuß vom Bett aufs Klo gehe ... ich muss heftige Podogelosen in den Füßen haben :D

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Es gibt für derart Wanderschaften , siehe Walz, Jahrhunderte an Erfahrung.

    Mit den Mönchen, und minimaler Ausrüstung, gibt es weltweit Jahrtausende an Erfahrung.

    JuS und Hirten haben noch längere Erfahrungen .


    Mal schauen ob der Geselle das mit weniger hin bekommt. Ich bin gespannt.

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  • Es gibt für derart Wanderschaften , siehe Walz, Jahrhunderte an Erfahrung.

    Mit den Mönchen, und minimaler Ausrüstung, gibt es weltweit Jahrtausende an Erfahrung.

    Für die Wandergesellen gibt es Infrastruktur in Form von Handwerksbetrieben. Bezahlen tun die quasi mit ihrer Arbeitskraft. Bei Mönchen gibt‘s Infrastruktur in Form von Klöstern und Kirchen bzw. Tempeln. Da sehe ich schon grundlegende Unterschiede zum o.g. Barfußwanderer.

  • Für die Wandergesellen gibt es Infrastruktur in Form von Handwerksbetrieben. Bezahlen tun die quasi mit ihrer Arbeitskraft. Bei Mönchen gibt‘s Infrastruktur in Form von Klöstern und Kirchen bzw. Tempeln. Da sehe ich schon grundlegende Unterschiede zum o.g. Barfußwanderer.

    Nun, der Barfusswanderer kann sicher ebenfalls auf jede Menge Infrastruktur zurück greifen, denn er hat das geschickt eingefädelt. Dadurch das er online immer seine aktuelle Position öffentlich macht, wird sich so mancher drum reißen für seinen eigenen Instagramexhibitionismus (danke für den schönen Begriff schrenz ) ein paar Fotos zu ergattern, vielleicht auch als Werbung für eine Pension oder Hotel. Da fällt dann ne kostenlose Übernachtung, Mittagessen, Dusche ab oder Wetterschutz bei einem Trailangel. Kann mir vorstellen das er bzgl. jeglicher (un)eigennützigen Hilfe aus dem Vollen schöpfen kann ... auch irgendein "Morgenmagazin" wird bestimmt drüber berichten und ihn mal begleiten um Sehnsüchte der Zuschauer zu befriedigen :saint:

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  • Ich bin zwar nicht barfuß und ohne Geld unterwegs, aber als Individualreisender erlebst du es doch immer wieder:

    Da sind Menschen, die dir freundlich begegnen, dir helfen, dich im Garten oder in der Ferienwohnung übernachten lassen, usw. Ich würde es nicht zum Prinzip erheben, aber dort, wo ich auf die Hilfte anderer angewiesen bin, habe ich sie häufiger erlebt als wenn ich autark unterwegs bin. Und selbst dann habe ich immer wieder Menschen getroffen, die mir Tipps gegeben haben, mich zum Essen eingeladen oder mir ein Bier spendiert haben.

    Ich habe es nur einmal erlebt, dass ich in Schweden an einem Bauernhof gefragt habe, ob man uns die Wasserflasche von meiner Frau und mir auffüllen könne und man mir erklärt hat: Das geht nicht. Das Wasser sei knapp und man brauche es für die Pferde. Das waren aber auch zwei Damen, die gerade auf Liegestühlen in der Sonne lagen. Zwei Häuser weiter war das dann kein Problem und wir haben noch einen Kaffee dazu bekommen.

  • Ich tue mich schwer mit diesem Konzept. Jemand, der sich problemlos Unterkunft, Kleidung und Essen leisten kann, macht sich selbst auf die Großzügigkeit anderer angewiesen. Der Punkt ist, dass Großzügigkeit möglich erzwungen wird. Denn niemand möchte jemanden hungrig, frierend und obdachlos seinem Schicksal überlassen. Selbst wenn ihm nicht danach ist.

    Vor ein paar Jahren traf ich in einer Schutzhütte in den Pyrenäen einen Mann, der „dem System“ entflohen war. Er wollte nicht arbeiten, lebte vom Dumster Diving und den Gaben von anderer Menschen. Er sah unterernährt aus, seine Hände zitterten. Ich fühlte mich gezwungen, mein Essen zu teilen, obwohl ich für die nächsten vier Tage sowieso schon knapp Essen dabei hatte. Das hinterließ einen üblen Nachgeschmack.

    Ich helfe gern Leuten die Hilfe brauchen, merke aber, dass ich Schwierigkeiten mit jemandem habe, der sich bewusst dafür entscheidet sich allen möglichen Risiken aussetzen , weil „the trail provides“.

  • Is ja eh frech, oder? Da arbeitet man über Jahre um sein Baseweight auf unter 5 kg zu schummeln (ich trag mein Handy auch in der Hosentasche), und da kommt dann einer, der einfach so ohne ALLES laufen will!? Und nimmt auch noch nen Kamm mit. Nix DCF singlwall! Nen Kamm!!

    😁😉😇🤣🤣🤣ROFL

    2 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (28. Juli 2025 um 14:44)

  • Ich tue mich schwer mit diesem Konzept. Jemand, der sich problemlos Unterkunft, Kleidung und Essen leisten kann, macht sich selbst auf die Großzügigkeit anderer angewiesen. Der Punkt ist, dass Großzügigkeit möglich erzwungen wird. Denn niemand möchte jemanden hungrig, frierend und obdachlos seinem Schicksal überlassen. Selbst wenn ihm nicht danach ist.

    Ich habe des Öfteren den subjektiven Eindruck gewonnen, dass man durch [ich nenne es in diesem Kontext mal] "Bedürftigkeit" anderen ermöglicht, großzügig zu sein. (Mutmaßlich) viele Menschen helfen gerne und bieten gerne Hilfe an, im persönlichen Umgang miteinander -- zumal, wenn sie sich die Großzügigkeit "leisten" können ["Du brauchst einen Platz zum Schlafen? Ich habe einen Platz frei.", "Du hast Durst? Ich habe ein warmes/kühles Getränk für dich übrig.", "Du musst von A nach B? Ich fahre in dieselbe Richtung, ich nehme dich gerne mit."].

    Wenn Menschen am Ende nicht das Gefühl haben, ein "Opfer" gebracht haben zu müssen, sondern Hilfe angeboten zu haben, weil sie gebraucht und angenommen (!) wurde, hinterlässt das bei vielen einen bleibenden, positiven Eindruck; auch für den eigenen wahrgenommenen Selbstwert.

    Hilfe geben und Hilfe empfangen resultiert bestenfalls in einer Win-Win-Erfahrung. In einer stark individualistisch, selbstbestimmten Zeit/Gesellschaft kann es für einige eine lebensverändernde, bereichernde Erfahrung sein, am eigenen Leib zu erfahren, was es bedeutet, wenn„the trail provides“.

    Dieser Prozess kann auch Teil eines Learnings sein, bei dem es darum geht, seine eigene Hilfsbereitschaft zu entwickeln, indem man erfährt, was es bedeutet, wenn einem selbst geholfen wird.

    Früher habe ich häufiger gehört "Die Italiener (Ungarn, Spanier, Serben, etc. etc.) sind so gastfreundlich und hilfsbereit ..." und passende Urlaubs-Anekdoten dazu. Im eigenen Alltag ist das meiste eben save, gut im Voraus geplant, klar geregelt. Ich weiß, dass ich morgens ins Auto X oder in Bus Y steige, und wann ich wie von A nach B komme. Da muss ich i.d.R. keinen um Hilfe fragen. "Unterwegs" zu sein bedeutet auch, sich vertrauensvoll für das Unbekannte zu öffnen, und bereit für "Segen" (in welcher Form auch immer) zu sein. Besonders durch das Wandern in Deutschland habe ich erfahren, dass auch "die Deutschen" sehr freundlich, aufgeschlossen und hilfreich sind und gerne helfen -- ebenso, wie es mir über Landsleute anderer Nationen berichtet wurde.

    Wir sind eine [Menschen]Familie; das lernt man unterwegs -- wenn man es nicht bereits vorher wusste.

    Nach einem Trip vor gut 12 Jahren, bei dem ich mich von Freunden "irgendwo" in Italien mit Rucksack und Zelt habe aussetzen lassen, und dann drei Monate lang "gepilgert" bin, hat sich in den allermeisten Fällen das geflügelte Wort bestätigt:

    A stranger is a friend you haven't met yet.

    Das war die Erfahrung, die ich mir damals wohl (unbewusst) gewünscht hatte, und ich habe sie sozusagen durch Vertrauen auf Gutes in/im Unbekannten "kreirt".

    Just my 2 cents.


  • Ich tue mich schwer mit diesem Konzept. Jemand, der sich problemlos Unterkunft, Kleidung und Essen leisten kann, macht sich selbst auf die Großzügigkeit anderer angewiesen. Der Punkt ist, dass Großzügigkeit möglich erzwungen wird. Denn niemand möchte jemanden hungrig, frierend und obdachlos seinem Schicksal überlassen. Selbst wenn ihm nicht danach ist.

    Vor ein paar Jahren traf ich in einer Schutzhütte in den Pyrenäen einen Mann, der „dem System“ entflohen war. Er wollte nicht arbeiten, lebte vom Dumster Diving und den Gaben von anderer Menschen. Er sah unterernährt aus, seine Hände zitterten. Ich fühlte mich gezwungen, mein Essen zu teilen, obwohl ich für die nächsten vier Tage sowieso schon knapp Essen dabei hatte. Das hinterließ einen üblen Nachgeschmack.

    Ich helfe gern Leuten die Hilfe brauchen, merke aber, dass ich Schwierigkeiten mit jemandem habe, der sich bewusst dafür entscheidet sich allen möglichen Risiken aussetzen , weil „the trail provides“.

    Vor allem tu ich mich immer wieder schwer damit für begrenzte Zeit solch eine "Lebenserfahrung" verkaufen zu wollen, hier, ich hab nix, helft mir, wir schaffen das zusammen, ähm, wir? Das ganze auf Instagramm zu vermarkten und auf der Webseite zu betteln "wenn mir 3000 Leute 10€ schenken, dann kann ich mir meine neue Praxis leisten, das sollten wir doch auch gemeinsam schaffen ... häääh, gehts noch? Der Typ ist doch Arzt, der kriegt ganz sicher nen Kredit über popelige 30T€. Oder verdient er mit seiner Podologie nix? Aber er tut das ja nur um möglichst vielen mit diesen fantastischen Möglichkeiten helfen zu können ^^

    Mannnn, bin ich ein böses Ar.....ch 8o

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Das ganze auf Instagramm zu vermarkten und auf der Webseite zu betteln "wenn mir 3000 Leute 10€ schenken, dann kann ich mir meine neue Praxis leisten, das sollten wir doch auch gemeinsam schaffen ... häääh, gehts noch?

    Also bislang sehe ich da nix auf Insta. Und mit den paar Followern wird das ne extra herausfordernde Challenge.

  • Bei Frost ohne Schlafsetup draußen übernachten ... wüsste da andere Worte als "inspirierend" für. Gleiches gilt übrigens auch für den ersten Satz des Zitats.

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