Die Wärmflasche …

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  • Mit zunehmenden Alter geht der Metabolismus in den Keller. Wärmere Kleidungsschichten und dickere Schlafsysteme sind die Folge.
    In den kälteren Jahreszeiten ist zum ab-dämpfen des negativen Temperaturverlaufs die Wärmflasche eins meiner liebsten Ausrüstungsgegenstände geworden. Mit den Jahren habe ich keine Lust mehr zur Hundewache aufzustehen, nur weil ich nicht mehr warm werde.

    Inzwischen ist es schon die zweite Titanbuddel die brav ihren Dienst als Wärmflasche verrichtet. Das Set besteht zudem aus einem Überzieher aus 5 mm dicken Wollfilz. Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass diese Filzschicht so wichtig sein wird.

    Da ich besonders im Winter mit der Wärmflasche über die Nacht kommen möchte, fülle ich immer kochendes Wasser ein. Daher war der Überzieher zuerst nur als Schutz vor den hohen Temperaturen der Metalloberfläche gedacht. Mit Zeit stelle sich heraus, dass die Stärke der Wollschicht zufällig genau richtig war, um eine konstante Temperatur von ca. 40 Grad über die Nacht abzugeben.
    Kommt es im Winter gegen 4:00 zum Temperatur-drop, hat die Flasche inzwischen soviel Wärme abgegeben, dass ich für die Restnacht den Filz abziehen kann. Das funktioniert inzwischen wie im Halbschlaf und gibt nochmal einen kuscheligen Temperaturschub bis zum Morgen.

    Morgens ist das Wasser nur noch lauwarm, aber genau richtig um einen flotten Tee zuzubereiten.

    Titan-Flasche 150 g, (Eine Edelstahl-Flasche wiegt fast das gleiche)
    Woll-Filzüberzug 70 g

    Klar ist das vom Gewicht her, eher Bushcraft- als ultraleicht Ausrüstung. Aber das System funktioniert so sicher und zuverlässig, so dass ich bis jetzt nichts besseres / leichteres für meinen speziellen Anwendungsbereich gefunden habe.

  • Mich schreckt immer die Vorstellung ab, es könnte sich Wasser in meinen Schlafsack ergießen und mich auch noch halb verbrühen.

    Gleichzeitig bin ich neidisch :)

    So bleibt es im Hinterkopf als Notkonzept, sollte ich mich grob mit den Nachttemperaturen verschätzt haben ...

  • Ich verwende eine 500ml Nalgene Flasche (86g) und einen abgeschnittenen Sealskin-Socken (39g).

    Wenn ich abends fast kochendes Wasser einfülle und einen Ingwer-Teebeutel dazugebe, habe ich morgens lauwarmen Ingwertee zu trinken. Ich mache mir zwar Gedanken, welche Stoffe das heißes Wasser aus der Plastikflasche lösen mag, aber dann rede ich mir das wieder schön, weil es sind doch nur ein paar Tage pro Jahr.

    Mein aktuelles "Problem" ist, dass ich bei Temperaturen unter Null gerne eine zweite Flasche auf Schritthöhe verwende, aber tagsüber keinen Bedarf für eine zweite Nalgeneflasche habe. In der ersten Nalgene mische ich mir einen Elektrolytmix an, den ich über den Tag trinke. Meine Wasserversorgung untertags besteht aus einer Faltflasche mit aufgeschraubten Filter. Für die zweite Nalgeneflasche fällt mir nichts ein, mit dem ich sinnvoll das Volumen füllen kann. Ich hatte schon einmal eine 2l Evernew-Faltflasche (Double use: Erhöhung der Wasserkapazität) als Wärmflasche dabei (mit einem Buff als Hülle), aber da konnte ich nicht entspannt schlafen. Hatte Bedenken, dass ich die zum platzen bringe. Außerdem war mir die Faltflasche am Anfang zu heiß, dann zu schnell zu kalt und ich musste regelmässig den Buff justieren, das war mir zu frickelig; auch zum einfüllen von heißen Wasser. Aktuell überlege ich, ob eine kleine Platypus-Faltflasche und eine passend genähte Hülle aus dickeren Fleece (oder seit Wilbos Post: Wollfilz) eine platzsparender Kompromiss wären.

    Wollfilz würde doch auch eventuell austretendes Wasser aufsaugen oder? Das wegen verwende ich gerne die alten Sealskinz, die haben testweise auch erst einmal aufgesaugt, anstatt alles zu überschwemmen.

  • Tolles Projekt was bei mir als Ü50 sofort bling machte. Ich benutze eine BW Alu Trinkflasche 1L die packe ich in meine über Tag getragenen Socken so das die am Morgen wieder (hoffentlich trocken wenn nass) oder auf jeden Fall warme Socken zum Aufstehen und immer noch warmes Wasser für Kaffee/Tee habe. Da ich im Winter bestimmt nicht UL bin wiege ich nur noch ab Frühling bzw bis Ende Herbst

    Einmal editiert, zuletzt von jetstream73 (31. Mai 2026 um 16:33)

  • Danke fürs Vorstellen, wilbo . Die Hüllenidee werde ich mir klauen! Ich habe meine Titanbuddel bisher ohne Hülle verwendet, aber dann wird sie zu schnell kalt.

    Bei mir ist eine Evernew oder MSR im Einsatz, die sind absolut dicht - beide haben feine Gewindeschraub-Deckel, ähnlich wie Sigg. Früher mit Nalgene oder Platypus hatte ich mehr Bedenken, dass sie im Schlafsack kaputt gehen könnte.

  • Von mir noch zwei weitere Vorschläge:

    • Mini Wärmflasche von DM (0.5l - 0.6l) wiegt 207g, dazugehörige Hülle wiegt 28g. Verwende ich als Reisewärmflasche.
    • Handwärmer von thermopad gibt Wärme für 12 h ab. Ich finde, sogar etwas länger. 1 Paar (2 Stück) wiegt 60g. Nehme das im Winter ganz gerne auf Tour mit.
  • Ich verwende eine Sigg als Wärmflasche, bisher aber auch ohne Überzieher, dass werde ich auf jede Fall ausprobieren.

    Da wäre ich aber vorsichtig - die sind mit Kunststoff ausgekleidet und laut Hersteller nur bis 70°C geeignet

    Du hast recht, ich musste jetzt noch mal nachschauen, meine "Wärmflasche" ist die Nalgene. Die Sigg ist gar nicht mehr bei mir.Ich hatte die Flaschen und Hersteller in meinem Kopf vertauscht. :)

  • wilbo Welche Titanflasche nutzt du (Marke und Volumen)?

    Meine alte Buddel war von Tiartisan und von der Fertigungsart gezogen. Im Gegensatz zum gepressten Boden war diese weniger standsicher und in den Radien entsprechend dünn gearbeitet.
    Das Teil ist mir 2-3 Mal runtergefallen, was einmal zu viel war. Den Rest der Tour habe ich die Flasche dann nur noch umgedreht transportiert. :)

    Aktuell habe ich eine von Boundless Voyage die sich, neben dem Boden, auch in den Windungen des Deckels unterscheidet. Diese ist relativ schnell zu öffnen, was ich anfangs recht skeptisch gesehen hatte. Meine Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Abdichtung haben sich jedoch nicht bestätigt.


    Neben der Funktion als Wärmflasche ist diese Kombi, meine „immer dabei Flasche“ geworden und deckt den größten Teil meines Bedarfs, von kaltem Wasser bis zum heißen Tee ab.

    Hier mit (sea-to-summit) Becher der schmatzend passt.

  • wilbo Welche Titanflasche nutzt du (Marke und Volumen)?

    Aktuell habe ich eine von Boundless Voyage die sich, neben dem Boden, auch in den Windungen des Deckels unterscheidet. Diese ist relativ schnell zu öffnen, was ich anfangs recht skeptisch gesehen hatte. Meine Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Abdichtung haben sich jedoch nicht bestätigt.

    wilbo Danke! Interessant, du hast ja dann die gleiche Flasche wie ich, nur halt in 750ml. Die 550ml Version war wie gesagt bei mir nicht komplett dicht, aber vielleicht hatte ich auch nur Pech. Werde es nochmals probieren…

  • Ich habe das Problem, dass die boundless voyage Flasche (750ml) bei Hitze nicht dicht ist auch. Scheint ein generelles Problem von der Klebung des Deckels zu sein. Habe aber auch noch nicht gesucht, ob man Alternativdeckel findet.

  • Ich denke man hat generell das Problem, dass sich bei heißem Wasser in der Flasche halt ein Druck aufbaut, was bei Schräglage dazu führt, dass durch die Gummiabdichtung Wasser gedrückt wird.

    Die Frage ist

    1. ob man das Ding noch fester zudrehen könnte, und ob
    2. die paar Tropfen tatsächlich ein Problem sind
  • Das kommt wirklich auf das Gewinde und die Dichtung an. Meine Edelstahl-Flasche von Ecotanka (mit Reduzierterverschluss haelt ebenfalls absolut dicht. Aber bei das Aufdrehen am nächsten Morgen wird durchaus schwieriger. Da sind die Lochverschlüsse der beiden Titanflaschen praktischer zwecks Hebelwirkung.

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