Schlafsack Kocher (aka "Kochkiste") - Rezepte & Erfahrungen

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  • Ich würde gerne diesen Thread eröffnen um zum Thema Kochkiste Erfahrungen und Rezepte sammeln, da ich überzeugt bin, dass dieses Konzept in der UL Küche bisher (subjektiv) zu wenig Beachtung fand

    Hintergrund

    Hauptsächlich aus Gewichtsgründen will ich ja schon ewig von den Trekkingfood Packungen weg kommen. Und wenn man am ADW endlich mal einen einen Minimarkt findet, wird man ggf nur bedingt Aufgusstaugliches finden. Und ich möchte mir an sich auch nicht irgendwelche exotischen gefriergetrockneten Zutaten im Internet bestellen müssen (die dann halb angepackt rumliegen bis ich sie wegschmeiße) sondern mein Zeug in normalen Super- oder Asiamärkten kaufen!

    Leider haben diese Sachen häufig längere Garzeiten (Reis z.B. sollte man doch überall bekommen - braucht aber halt 10min) aber ich will Sprit sparen.

    Eine Lösung wäre hier sicher die Kochkiste

    Funktion

    Man nimmt, zB 200ml Reis und gibt 400ml Wasser dazu, kocht das ganze kurz auf mit <20ml Spiritus, packt den Topf mitsamt heißen Inhalt in sein Merinoshirt (ich hatte einen Lappen am Topfboden) und wickelt beides gut in seinen Schlafsack/Quilt ein. Fertig ist die Kochkiste, genauer der Schlafsackkocher :love:. Nach ca der 3-fachen Garzeit (hier 30min) ist der Reis fertig

    Vorteil ist, dass man kaum Sprit braucht, dass man Essen quasi unbeaufsichtigt garen lassen kann, das nix anbrennen kann -- und -- der Schlafsack wird schön vorgewärmt!! :S

    Rezepte

    Die Idee wäre, dass man die Zutaten in den Topf schmeißt, kurz aufkocht und im Schlafsack/Quilt weiter garen lässt. Gewürze und Soßen könnte man leicht mit nehmen, Reis oder ähnliches überall kaufen. Man könnte das ganze auch mit Soaking kombinieren, zB bei Linsen, erst 1h einweichen lassen, aufkochen und 1h im Schlafsack lagern. Das Internet ist voller Rezepte hierfür, zB Milchreis - frisch aus dem Bett, allerdings sind nicht alle Zutaten immer UL tauglich

    Habt ihr Erfahrungen mit dem Thema im Kontext von Trekking? Wie macht ihr das?

    Anbei mein erster Versuch mit Reis:

    Mein 550er Toaks Topf, bis zur 200ml Marke (1h vorgequollenen) Reis + bis zur 300mlMarke Wasser drauf - mit deutlich unter 20ml Spiritus in der Küche zum kochen gebracht und für 30min im Schlafsack gepackt - ergab 2 Portionen - Topf war rand voll - Reis perfekt durch (Oryza Basmati) - etwas trocken, ich würde das nächste mal 400ml nehmen und mir das Soaken sparen

    10 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (2. März 2026 um 17:58)

  • Schnelle Idee: Unbedingt drauf achten, dass der Deckel so dampfdicht wie möglich abschließt. Sonst dampfgarst du deinen Quilt gleich à la vapeur ;)

    Edit: Meines Wissens ist es stark von der Reissorte abhängig, ob einmal aufkochen und dann abgedeckt ziehen lassen reicht, oder ob die Temperatur über längere Zeit gehalten werden sollte.

  • Einmal aufkochen und ziehen geht normalerweise wirklich nur bei Basmati. (Oder was vor behandeltes). Ich liebe ja Instant-Udon, die müssen nicht Mal garen und mit Schnellkoch-Polenta geht das sicher auch.

    Blöde Frage, sollt das nicht auch mit einer Rettungsdecke gehen?

  • Hauptsächlich aus Gewichtsgründen will ich ja schon ewig von den Trekkingfood Packungen weg kommen.

    Ich packe diese in Papiertüten um, das spart relativ schnell mehrere hundert Gramm bzw. ca. 15 gr pro Tüte. Bei kürzeren Touren habe ich einen der Aufgußbeutel dabei den ich mehrmals benutze. Die zehn Minuten bis zum essen steck ich diesen unter meine Jacke und wärme mich. Zum Garen von Reis nutze ich auch die Einwickelmethode, allerdings mit Jacke oder Pullover. Nur ist die Kaloriendichte dieser Trekkingnahrung doch z.T. deutlich höher als bei Reis allein bzw. mit Soße?

  • Nur ist die Kaloriendichte dieser Trekkingnahrung doch z.T. deutlich höher als bei Reis allein bzw. mit Soße?

    Nur im trockenen Zustand. Sobald man Wasser rein gibt, ist es ähnlich/gleich, meistens. Und nachdem man selbst kocht hat man die Menge Öl & Zucker die man hinzufügt ja im Griff

  • Das System Kochkiste ist im Prinzip klasse. Ich würde dafür aber NIE meinen Quilt nehmen - allein die Idee, ich würde das Töpfchen umwerfen!

    Bei Wurzener KuKo-Reis reicht es dagegen wirklich, kochendes Wasser draufzukippen und 10 Minuten zu warten. Pot-cozy oder Mütze reichen als Iso-Schicht aus. Damit kann man sich all die schönen Trekking-Menüs selber zubereiten. Ich meine, auf der Packung hätte auch gestanden, dass man ihn cold soaken kann - braucht dann aber wirklich seine Zeit.

    Ist ein altes Ost-Produkt, bis wohin es sich in Supermärkten verbreitet hat, weiß ich nicht - in Berlin gibt es das beim Rewe.
    Danke, astarte , für den Tipp!

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Blöde Frage, sollt das nicht auch mit einer Rettungsdecke gehen?

    Kurz gesagt nein, hier ist das recht ausführlich diskutiert worden....

    Einmal aufkochen und ziehen geht normalerweise wirklich nur bei Basmati.

    Schon mit Kochkiste probiert?

    Schnelle Idee: Unbedingt drauf achten, dass der Deckel so dampfdicht wie möglich abschließt. Sonst dampfgarst du deinen Quilt gleich à la vapeur ;)

    Dann steckst du deinen Topf vorher in einen einigermaßen wasserdichten Packsack... Der Einfachheit halber nehme ich aber Potcozy und Fleece für zusätzlich oben drüber. Bei Fleece juckt mich nicht ob der an einer Stelle etwas Dampf abbekommt.

    LG, Christian

  • Zuerst in einen MYOG Pot Cozy aus Isomatte packen (das hält auch in den Russ begrenzt) und dann abdecken mit was auch immer.

    Bulgur als Reisalternative. Quinoa ev. auch, aber das hab ich noch nicht probiert.
    Und die beste Alternative zu gekauftem Food ist immer noch selber dörren (oder gefriertrocknen :)) - da passt die Portionsgrösse dann.

  • Blöde Frage, sollt das nicht auch mit einer Rettungsdecke gehen?

    Kurz gesagt nein, hier ist das recht ausführlich diskutiert worden....

    Einmal aufkochen und ziehen geht normalerweise wirklich nur bei Basmati.

    Schon mit Kochkiste probiert?

    Danke! Der Link ist voll spannend!

    Sorry, das war schlampig formuliert. Ich meinte mit üblichen Kochmethode ohne Warmhalten. Da ist Basmati meines Wissens nach die einzige Sorte, mit der das geht.

  • Wir kochen Zuhause Reis nach dem Prinzip Kochliste (übrigens total simpel mit einem Karton und einer Bettdecke) und es hat sich mit verschiedenen Reissorten bewährt. Der Idee, das ganze auf Tour im Schlafsack nachzustellen steht ich aber auch skeptisch gegenüber, da hätte ich auch Bedenken, dass die Suppe im Schlafsack liegt, eventuell wäre ein Versuch mit einem Potcozy hilfreich, ggf. diesen noch etwas üppiger aus Neopren gestalten.

    Ich hab eigentlich nie Probleme Mahlzeiten zu finden, die sich mit wenig Brennstoff zubereiten lassen, 5-Minuten Terrinen oder Nudelfertigkran gibt's doch in jedem Tante Emma Laden.

  • Könnte eine Silikonabdeckung eine Lösung sein? Ich habe das mit heißem Inhalt noch nicht probiert, aber der mittlere Deckel von denen hier passt prima auf den Toaks 550 und ist dicht bei Cold Soaking.

    Hm, habe mir das auch schon überlegt. Da das noch dampft, wird es dir den Silikondeckel wahrscheinlich aufblähen. Ich habe mir auch überlegt einen Dichtring zwischen Deckel und Toaks zu basteln und mit einer Schnur o.ä den Deckel zu fixieren um das Konstrukt vielleicht sogar transportabel zu bekommen, aber es sollte weiterhin etwas Dampf raus drücken und ggf Feuchtigkeit mit raus sabbern. Nachdem ich bei den Touren zu teilen Tagelang durch Schlamm und/oder Staub unterwegs bin, schreckt mich ein Soßenrest am T-Shirt jetzt aber nicht wirklich.

    Ich habe das bisher im KuFa Schlafsack probiert. Ja, er fühlt sich warm feucht danach an, aber da KuFa würde ich mir keine Sorgen machen. Ich denke dass eine Fleece Jacke ggf ähnliche Dienste tut. Vielleicht tatsächlich das Konstrukt in eine Plastiktüte packen und dann erst ab in den SchlaSa.

    Ich bedanke mich auch an alle die dem Thema skeptisch gegenüber stehen und/oder auf Alternativen verweisen -- es geht mir HIER allerdings um das Thema Schlafsackkocher - und TATSÄCHLICHE Erfahrungen. Was ich bisher mit nehme ist dass die Methode am Trail wohl nur mit Reis verwendet wurde, komplette Gerichte wurden so wohl noch nicht gekocht

  • Was ich bisher mit nehme ist dass die Methode am Trail wohl nur mit Reis verwendet wurde, komplette Gerichte wurden so wohl noch nicht gekocht

    Jein, am Segelboot kochen wir regelmäßig so. Da haben wir allerdings Kunstfaserdecken. Das mit der Fleecejacke mache ich draußen allerdings auch öfters, z. B. auch um die 10 Minuten Kochzeit von normalen Nudeln zu umgehen.

  • Nach meiner Erfahrung braucht's dazu gar nix spezielles. Egal ob Vollkornspaghetti, Vollkornreis, Bulgur, Hirse, Rote Linsen, CousCous, Trockengemüse, als erstes Abends kommt alles für ne halbe Stunde zum Einweichen ins kalte Wasser während alles andere für die Nacht auf gebastelt wird. Das Eingeweichte dann aufkochen, im Fleecepullis ne halbe Stunde stehen lassen und alles ist weich mit direkt optimaler Esstemperatur, da muss ich fast nicht mehr pusten ...

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Das System Kochkiste ist im Prinzip klasse. Ich würde dafür aber NIE meinen Quilt nehmen - allein die Idee, ich würde das Töpfchen umwerfen!

    Bei Wurzener KuKo-Reis reicht es dagegen wirklich, kochendes Wasser draufzukippen und 10 Minuten zu warten. Pot-cozy oder Mütze reichen als Iso-Schicht aus. Damit kann man sich all die schönen Trekking-Menüs selber zubereiten. Ich meine, auf der Packung hätte auch gestanden, dass man ihn cold soaken kann - braucht dann aber wirklich seine Zeit.

    Ist ein altes Ost-Produkt, bis wohin es sich in Supermärkten verbreitet hat, weiß ich nicht - in Berlin gibt es das beim Rewe.
    Danke, astarte , für den Tipp!

    +1 für den wurzener reis, den dann noch mit tempo-linsen oder roten linsen ( beide arten müssen aber kurz aufgekocht werden und können dann im cosy ( das ist bei mir einfach eine alu-autofensterscheibenfolie 60*45cm , die unviversell einzusetzen ist, finde ich besser als einen festgeformten cosy) verschwinden

  • Mit vorgekochten und getrockneten Hülsenfrüchten müsste das auch funktionieren, zu weich können die ja eigentlich nicht werden. So könnte man auch gleich eine fertige Mischung zusammenstellen, etwa Reis mit Gemüse. Mit Hirse habe ich das zu Hause auch schon, im Kombination mit feingeschnittenem frischen Gemüse, gemacht - da allerdings nicht in der Kochkiste, sondern auf der ausgeschalteten klassischen Elektroherdplatte.

  • WonderBär Was heißt trocken, beim Einweichen (siehe oben) kommt alles mit rein, also die Grundzutat, z.B. die Nudeln, Trockengemüse, Schinken- oder Wurstschnipsel, bisschen Würze, ordentlich Knobi, reichlich Wasser ... nach dem Aufkochen wird es ja immer dicker/sämiger und falls am Ende doch zu viel Wasser drin war und es mir zu flüssig ist rühre ich etwas Kapü zum Binden ein, nochmal kurz warten ... Mampf.

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

    Einmal editiert, zuletzt von Old School (4. März 2026 um 19:40)

  • Da das noch dampft, wird es dir den Silikondeckel wahrscheinlich aufblähen.

    In dem Augenblick, wo du das von der Feuerstelle nimmst und ein klein wenig (ca. 1 min) wartest,

    Kannst du den Silikondeckel oben drauf machen und da bläht sich nix auf.

    Das einzige was passieren wird, wenn es erkaltet ist, das es den Silikondeckel nach innen zieht.


    Gruß Konrad

    Dauerdraußenschläfer

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