Weitwandern/Langzeitwandern und "klassischer" Alltag, Job, etc - wie macht ihr das?
Mir ist ein klarerer Titel nicht eingefallen.
Ich meine jedenfalls nicht diejenigen, die sich einmal im Leben den jahrelangen Traum eines PCT erfüllen, und dafür ein Sabbatical nehmen. Und ich meine nicht, wie man das kräftemäßig durchzieht oder einen konkreten Thruhike plant o.Ä.
Sondern vielmehr geht die Frage an diejenigen, die gefühlt ständig oder zumindest immer wieder über Wochen und Monate unterwegs sind, die einen Fernwanderweg nach dem anderen gehen, die mehr draußen leben, als im "normalen" Leben.
Wie schafft ihr das? Ich meine: Wie schafft ihr es, euer Leben so umzustellen, den Alltag und die Alltagsorga anzupassen, dass ihr über längere Zeiträume unterwegs sein könnt, wie kriegt ihr es finanziell hin, etc. Alltagsorga mit Jobs, Wohnsituation, Fixkosten, Post, persönlichen Sachen... Es gibt auch maßlos kleineren Alltagskram, der einem nur dann einfällt, wenn man den von unterwegs plötzlich nicht so einfach selbst regeln kann.
Ich kenne bisher (nur) grob den Weitwander-"Werdegang" von German Tourist, würde aber gern mehr kennen(lernen).
Konkretere Themen:
Finanzen: Habt ihr im Lotto gewonnen? Geerbt? Schon in (buchstäblich wohlverdienter) Rente? Bzw. woher habt ihr Geld für längeres Unterwegssein? Habt ihr einen Traumjob und -chef, bei denen es reicht, einmal im Jahr für ein paar Wochen/Monate dabei zu sein? Werdet ihr gesponsort? Habt ihr das Unterwegssein zu einem (profitablen) Job gemacht bzw. könnt das eine mit dem anderen kombinieren? (Da sich das typischere Ultraleicht-Trekking in der Wildnis nicht ganz mit dem Laptop-WLAN-Dasein eines digitalen Nomaden vereinen lässt, schließe ich das schon mal aus - oder zu Unrecht?).
Wohnen&Besitz: Habt ihr eine Wohnung (die ihr besitzt, für die ihr zahlt / die ihr dauerhaft untervermietet), seid ihr bloß bei Familie/Freunden angemeldet, habt ihr euren Kram in einem Lager / bei besagten Familie/Freunden untergestellt, seid ihr alles losgeworden, was man nur loswerden kann? Man kann aber in D eigentlich nicht alles loswerden, Stichpunkt Bürokratie.
Bürokratie: Post, Anmeldung ggf. ohne Wohnung, Pflichtkrankenversicherung in D auch wenn im Ausland, Aufbewahrungsfristen von bestimmten Unterlagen, Zugang zu Originalunterlagen von unterwegs (den Kram kann man eben zum einen nicht loswerden, zum anderen muss man evtl. etwas freischalten, klären, vorweisen, während man selber irgendwo im Nirgendwo steckt). Ohne Helfer stelle ich mir das eher nicht realistisch vor. Wiederum Freunde/Familie? Reichtumsverwalter? ![]()
Schreibt auch gerne, wenn ihr euch an der Grenze zum Weitwandernomaden fühlt oder diese Phase hinter euch habt oder andere vorzeigbaren Beispiele kennt.
Oder täuscht der Eindruck, und es gibt hier niemanden, der so lange/häufig unterwegs ist? (Und es sind bloß Gelegenheitstouren im Rahmen der klassischen 30 Urlaubstagen pro Jahr, die sich nur forumsbedingt gefühlt verdichten...)
Bin gespannt auf eure Rückmeldungen.