Kette Wachsen oder Ölen

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  • Ich nutze zur Kettenpflege 22

    1. Wachs (8) 36%
    2. Öl (12) 55%
    3. Pflege? (2) 9%

    Aus dem Beitrag von Eichkatz eine Frage

    Zitat

    Führe ich Gravel und wäre an stark an Wartungsfreiheit & Robustheit interessiert wäre meine Wahl Rohloff mit gewachster Kette. De facto bin ich allerdings mit MTB, Kettenschaltung und gewachster Kette unterwegs und völlig zufrieden.

    Im klassischen KISS Sinne wird bei mir weiter geölt. Kenne ich, kann ich, können auch alle Bike Shops, wenns mal nötig sein sollte. Aber alle sind ganz heiß aufs Wachs, vielleicht verpasse ich ja wirklich etwas

    Wachs scheint mir irgendwie komplizert. Man muss die Kette komplett entfetten. Dann den ganzen Antrieb entfetten. Dann die Kette im Kopftopf wachsen und trocken legen. Dann hält das Wachs nur für 250 Kilometer und du musst wieder von Vorne ran. Zwischendurch kann man mit den Wachs-Wasser-Emulsionen etwas nachhelfen, aber das hält wohl nicht dauerhaft. Und dann regnet es und auf der Tour geht das ganze Wachs raus. Dann machst du am besten direkt zwei Ketten und spielt Kettchen wechsel dich.

    Das ist so mein Gedankengang. Ist es gar nicht so? denke ich zu kompliziert und problem- statt Lösungsorientiert?

  • Kette 1x mit Reiniger durch ein Gerät a la Park Tool CM ziehen, danach Squirt Lube benutzen und fertig ist die Laube. Heißwachsen wäre mir zu aufwendig, hält aber wohl länger als Ausfahrt. Bevor ich gewachst habe, habe ich auch vor jeder Ausfahrt geölt, habe also genau gleich viel Aufwand, wie zuvor. Ich bin damit seit zigtausend Kilometern und ein paar Jahren sehr zufrieden. Der Antrieb hält länger als früher, und wenn mit ihm in Kontakt kommt, ist man halt nicht gleich schwarz.

    Lediglich beim Einsatz mit viel Nässe würde ich entweder ölen, oder heißwachsen. Bei Flüssigwachs muss man die Kette möglichst kurzfristig nachwachsen, sonst wird sie etwas bunt..

  • Hab mein Gravel letztes WE mit Squirt gewachst, davor mit Öl. Ich hab das nicht professionell gemacht und die Kette auch nur am Rad so gut möglich gereinigt. Also bestimmt Luft nach oben. Ich bin in der Materie auch noch nicht lange unterwegs, also viel Meinung und wenig Ahnung... Dazu kommt dass ich seitdem nur mal kurz zum Sport gefahren bin. Also noch keine krasse Langzeiterfahrung.

    Nach all den Disclaimern: Wow! Direkt einen Unterschied gemerkt. Fährt sich deutlich "weicher" als vorher. Hat mich ehrlich überrascht. Von daher bin ich gespannt was das bei der ersten längeren Ausfahrt bringen wird.

  • Wachs ist wie Tubeless: Ich wünschte, ich wäre früher darauf gekommen.


    Ich packe die neue Kette in ein Glas mit Bremsenreiniger und lasse sie über Nacht stehen. Heißwachs wäre mir viel zu aufwändig. Kettenblatt, Kassette & Schaltröllchen habe ich initial mit Spülbürste & Spülmittel gereinigt.

    Als Wachs nutze ich das relativ preiswerte Squirt nach Anleitung: Initial 2x, über Nacht trocknen lassen. Später periodisch erneuern.

    Ideal wäre es, nach jeder längeren Ausfahrt im Regen die Kette durch einen trockenen Lappen zu ziehen und eben neu zu wachsen & dann wieder länger trocknen lassen … dazu bin ich aber manchmal zu faul oder habe in dem Moment einfach keine Zeit. Es funktioniert trotzdem.

    Wachs auftragen geht deutlich schneller mit einem kleinen Gadget namens „Luberetta“.

    Ich fahre bei jedem Wetter & mit viel Matsch, teilweise auch über mehrere Tage mit Camping.
    So sieht mein Rad in Herbst/Winter nach meiner 1 1/2 h Hausrunde aus:

  • Ich nutze seit drei Jahren fast nur Heißwachs auf meinen beiden neueren Rädern (Harstail und gravel)

    Vorteile

    Ist viel weniger Sauerei und der Putzaufwand ist geringer

    (Gefühlt) Ketten halten länger

    Wachsintervall mit Heißwachs länger als mit Öl, ich würde auch sagen deutlich über 250 km

    Unterwegs kann man mit Flüssigwachs überbrücken (allerdings deutlich kürzere Intervalle als mit Öl )

    Ich bin schneller wenn ich mehrere Räder versorgen muss als mehrere richtig versaute/verölte Ketten zu reinigen. Einfach nach dem Radeln Ketten in den Topf, Rest sauber machen, Ketten raus und vor dem nächsten Radeln drauf fädeln

    Da ein Rad ziemlich neu ist und das andere gerade eine neue Kassette bekommen hat werde ich jetzt zwei Ketten im Wechsel verwenden, dann muss der Wachstopf wesentlich seltener Ran.

    Wichtig ist

    Antrieb muß komplett fettfrei sein! Sonst hält das Wachs nicht richtig (eine gebrauchte Kette kriegt man glaube ich niemals so sauber). Muß man aber nur einmal machen weil der Antrieb danach eigentlich immer mit Wasser abgespritzt ausreichend sauber ist.

    Kette nach Regen möglichst etwas abtrocknen

    Flüssigwachs nach dem Radeln auftragen und ausreichend trocknen lassen (auf Tour also abends dran denken..)


    Zuhause bleib ich glaube ich bei Heißwachs. Auf Tour habe ich bisher noch wenig Erfahrung mit langen Reisen. Bisher nur die GTMC und Alps divide mit Wachs bei überwiegend trockenen Verhältnissen. Das war auf jeden Fall gut aber eine abschließende Meinung habe ich mir noch nicht gebildet. Flüssigwachs muss halt so alle 150 km drauf - eigentlich auch kein Problem wenn man dafür so gut wie keine Kettenputzaktion mehr hat...

  • Ich habe (meistenteils für Gebrauchsfahrräder) immer geölt, teilweise mit Sprühfett für Motorräder, weil ich's da hatte).

    Gehört, aber in unserer Klimazone hier nie ausprobiert, habe ich, daß in trockenen, staubigen Gegenden Wachs besser ist, weil nicht so viel Staub und Sand dran hängenbleiben und kein Wasser auf der Straße ist, das das Wachs schnell wieder abwaschen würde.

    Wenn das stimmt, dann hierzulande Öl, und/oder Fett. Das macht auch ein besseres und dauerhafteres Tattoo auf der rechten Waden-Innenseite. 8)

    Der Dachs läßt schön grüßen, möchte aber auf keinen Fall gestört werden.

    (Kenneth Graham in "Der Wind in den Weiden")

    GNU Terry Pratchett

  • Okay, interessant das alles. Es klingt als würden die meisten großen Magazine und Channel einfach eine Kompliziertheit kommunzieren, die nicht nötig ist um Marken zu pushen.

    Ihr sagt: Kette in Bremsenreiniger, Nitroverdünnung, Acton einlegen und säubern und entfetten, restlichen Antrieb sauber und fettfrei, Flüssigwachs in zwei Lagen und danach wie mit Öl: Sauber machen, Flüssigwachs auftragen und reicht. Macht ihr das mit dem Wachs wie ich mit dem Öl - Flasche anhalten, Kurbel drehen und aufs beste hoffen und nicht jedes Kettenglied einzeln?

  • Wachs ist wie Tubeless: Ich wünschte, ich wäre früher darauf gekommen.

    Tubeless kommt mir auf jeden Fall nicht ins Haus. Ich habe so wenig Platten, ich fahr weiter Butyl. Aktuelles Rad ist fast zwei, bisher nicht einen Plattfuß - Kette ist aber fast durch

  • Letztes Jahr im Balkan war ich das erste Mal mit Wachs unterwegs. Hatte in 3 Wochen vielleicht 2-3 Regentage und hauptsächlich wenig Luftfeuchtigkeit dementsprechend hat das alles gut funktioniert. Zu Hause die Kette komplett gereinigt und frisches Heißwachs drauf. Für unterwegs ne Tube Flüssigwachs dabei. Einfach Abends mit dem Mikrofasertuch abputzen und auf jedes Kettenglied ein Tropfen.


    Diesen Sommer bei meiner Tour durch den "Ostblock" wieder gleiches Prinzip. In der ersten Woche in Tschechien und Polen war teilweise echt viel Sauwetter. Das Heißwachs war relativ schnell runtergewachsen. Nachwachsen über die Nacht hat auch eher semi funktioniert, da wegen der hohen Feuchtigkeit der Tau das Wachs nicht trocken lassen hat. Kette hat nach ein paar Tagen gut gerasselt :S

    Ab der Slowakei wurde das Wetter besser und die Kette wurde durch ständiges Nachwachsen wieder geschmeidig (bis zu einem bestimmten Punkt der zu sehr OT wäre ^^).


    Also wenn man viel Regen oder Morgentau erwartet besser aufpassen. Bei Auswahl des Camp Spots auf jeden Fall beachten! Wenn man auf einem Campingplatz ist gerne Mal nachfragen ob das Rad über Nacht in einem geschlossenen Raum stehen darf, dann trocknet das Wachs auf jeden Fall über die Nacht.

  • Ihr sagt: Kette in Bremsenreiniger, Nitroverdünnung, Acton einlegen und säubern und entfetten, restlichen Antrieb sauber und fettfrei, Flüssigwachs in zwei Lagen und danach wie mit Öl: Sauber machen, Flüssigwachs auftragen und reicht.

    Und selbst das habe ich mir teilweise schon gespart. Ich habe einfach ohne weitere Vorbereitung angefangen Wachs statt Öl zu nutzen, fertig. Ist auch nicht explodiert..


    Macht ihr das mit dem Wachs wie ich mit dem Öl - Flasche anhalten, Kurbel drehen und aufs beste hoffen und nicht jedes Kettenglied einzeln?

    Mehr oder weniger so. Die schon erwähnte Luberetta habe ich auch, nutze sie aber nur unterwegs. Hat halt den Vorteil, gleichzeitig auch ein kleiner Behälter zu sein.


    Tubeless kommt mir auf jeden Fall nicht ins Haus. Ich habe so wenig Platten, ich fahr weiter Butyl. Aktuelles Rad ist fast zwei, bisher nicht einen Plattfuß - Kette ist aber fast durch

    *hüstel* Rollwiderstand. Am MTB finde ich schlauchlos aber sowieso alternativlos. Mit Schlauch so zu fahren, dass der nicht kaputtgeht, macht doch keinen Spaß. DIe Gravelmühle habe ich erst nach 2,5 Jahren umgerüstet. Das war dumm. Der Unterschied ist deutlich spürbar.

  • Flüssigwachs in zwei Lagen und danach wie mit Öl: Sauber machen, Flüssigwachs auftragen und reicht. Macht ihr das mit dem Wachs wie ich mit dem Öl - Flasche anhalten, Kurbel drehen und aufs beste hoffen und nicht jedes Kettenglied einzeln

    Genau so mache ich das. Schon viele gehypte und günstige Produkte ausprobiert: die Unterschiede könnten auch der Einbildung entspringen

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Gerade wieder mal ein Bike von der Frau sauber gemacht - ich habe echt keine Bock mehr auf schwarze Pfoten und ne halbe Stunde lang Dreck aus der Kassette und den Schaltwerksrollen popeln - letzte Woche war mein Hardtail und mein gravel dran. Einfach einmal mit dem Gartenschlauch abspritzen und mit dem Lappen abwischen, Ketten in den Topf - fertig... Ich will vorerst kein Öl mehr an meinen Rädern soweit es Witterung/ Klima irgendwie zulassen..

  • Ich hab nicht genug Probleme mit Öl, als dass ich den Drang verspüre auf Wachs umzusteigen. Vor jeder (nennenswerten) Fahrt mal die Kette durch den Lappen ziehen und die Schaltröllchen nicht vergessen. Beim Öl auftragen nur innen an die Verbindungsstellen und dabei sparsam sein! Nach dem Ölen mit dem Lappen die Kette wieder weitestgehend trocken machen. Die Prozedur ist so schnell und einfach, dass es mich nicht stört.

  • Tubeless kommt mir auf jeden Fall nicht ins Haus. Ich habe so wenig Platten, ich fahr weiter Butyl. Aktuelles Rad ist fast zwei, bisher nicht einen Plattfuß - Kette ist aber fast durch

    *hüstel* Rollwiderstand. Am MTB finde ich schlauchlos aber sowieso alternativlos. Mit Schlauch so zu fahren, dass der nicht kaputtgeht, macht doch keinen Spaß. DIe Gravelmühle habe ich erst nach 2,5 Jahren umgerüstet. Das war dumm. Der Unterschied ist deutlich spürbar.

    Rollwiderstand? Ich habe eh Kondition statt Carbon, da hilft doch der Rollwiderstand für mehr Training! MTB fahr ich eh nicht. Reifen sind 55-622 bei etwa 2 bar druck. Da ich im Wald nicht baller sondern gleite *hüstel* passt das schon. Das meiste an Untergrund ist "befestigt". Den einzigen Snakebite entstand durch ein Auto, dass mir die Vorfahrt genommen hat, ich mit dem Vorderrad noch auf eine Verkehrsinsel gehüft bin, aber hinten voll gegen Bordstein.

    Wachs ist bestellt. Wir schauen mal.

    Ich habe echt keine Bock mehr auf schwarze Pfoten und ne halbe Stunde lang Dreck aus der Kassette und den Schaltwerksrollen popeln -

    Und noch mal 10 Minuten die Hände und Fingernägel schrubben.... Das ist ja meine Hauptmotivation! Stellt sich nur die Frage, wie ich zukünftig im Sommer an mein Kettentattoo komme.

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    Im Video wird empfohlen, auch bei Öl die Kette initial zu entfetten. Das hatte ich vorher noch nie gehört, klingt aber sinnvoll. Vor allem im Hinblick auf:

    Beim Öl auftragen nur innen an die Verbindungsstellen und dabei sparsam sein! Nach dem Ölen mit dem Lappen die Kette wieder weitestgehend trocken machen.

    Das ist wahrscheinlich die wichtigste Empfehlung für alle Ölnutzer, habe ich früher immer falsch gemacht. Luberetta könnte da auch helfen, weil damit die Öffnung mittig über der Kette fixiert wird. Und die kleine Größe erzieht zum sparsamen Umgang, geht jedenfalls mir beim Wachs so.

  • Luberetta könnte da auch helfen

    Schnickschnack. Fläschchen mit feiner Spitze zum Träufeln. Wer wirklich sparsam sein möchte, nehme einen Pinsel. Wäre mir aber schon wieder zu aufwändig, erst recht unterwegs. Knackpunkt ist, die Kette möglichst trocken zu halten. Öl braucht es eben nur innen an den Verbindungsgliedern. Man könnte die Kette auch ganz trocken fahren. Verschleißt halt dann etwas schneller, aber so viel schlimmer wäre das auch wieder nicht. Irgendwann ist die Kette eh durch wegen Längung durch Zug. Das kann die Schmierung auch nicht verhindern. Die Kette ist ein Verschleißteil.

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