Gaskartusche füllen und Eigenschaften von (iso)Butan und Propan

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  • Mit Gaskartuschen befüllen hat das zwar schon längst nicht mehr viel zu tun,
    :!:ha: jetzt doch: Titel geändert! jetzt passt es wieder!:)

    Ich versuche mal einiges aus den letzten Beiträgen mit meinen Kartuschen-Erfahrungen zusammenbringen:
    In Colorado z.B. war es morgens fast immer kurz über Null, und da ist es mir durchaus passiert, dass der Gasdruck trotz Qualitätsbrenner (Soto Windmaster) stark nachgelassen hatte, obwohl noch flüssiges Gas in der Kartusche war. Wenn ich die Kartusche geschüttelt und gewärmt hatte, gings. War das dann eher übriggebliebenes Isobutan in der Kartusche, und das Propan war schon überproportional verbraucht?

    Und, wenn das stimmen würde, wäre es dann eine gute Idee, man gewöhnte sich an, Kartuschen mit Gasgemisch immer vor Gebrauch einmal zu schütteln, um ggf. entmischtes Propan-Isobutan-Gemisch wieder zu mischen vor dem Verwenden, sodass bis zum Schluss noch genügend Propan für kühle Temperaturen im Gemisch bleibt?

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Naja es entmischt sich ja nicht nur das Propan verdampft schneller als das isobutan wenn kalt. Also bringt schütteln da nix.

    Schütteln hat eher den Effekt das man die Wärme von außen wieder besser verteilt

  • Rein pragmatisch nutze ich meistens:

    Billo-Butan zusammen mit einem Firemaple Brenner+Vorheizschlaufe.
    Wenn es kälter wird, kommt die Kartusche mit in den Schlafsack und verwende dann Flüssiggas.

    Im Winter habe ich eh einen Ofen oder ein Wärmefeuer am laufen und dann koche ich halt mit Holz. ¯\_(ツ)_/¯

    Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich auf einer Wintertour im Harz draußen saß und eine gefühlte Ewigkeit, meinem Gaskocher beim Schneeschmelzen zusah. Seit dem gebe ich auf den Brennwert einer "Wintergas-Mischung" nicht mehr soviel sondern verwende entweder Lötgas (erzeugt leider giftige Abgase) oder gleich Benzin mit einem entsprechenden Brenner.
    Aber viel lieber sitze ich gemütlich im Hottent am Feuer.

  • Wie viel and wann bringen die Vorheizschlaufen bei Euch denn wirklich.
    Ich habe u.a. fürs Auto und auf Kanutouren einen Optimus Vega Schlauchkocher.-
    Trotz Vorheizschlache finde ich nicht, dass der mit China-Butankartuschen bei 5-10 Grad besonders kräftig ist (im Vergleich zu PRopan/Butan-Gemisch am selben Kocher)

  • Diese dünnen Vorheiz-Röhrchen bringen nur bedingt viel. Ich kann bei einstelligen Temperaturen über Null noch gut damit kochen. Der Brenner pumpt halt aber das ist halt bei diesen Durchmessern so. Sobald die Kartusche zu kalt wird, rücke ich sie etwas näher zum Brenner hin und nutze die Abwärme, (mit Hirn). ;)
    Mit Propan (oder anderen Gasen) hat man sicher mehr Druck. Ich beschränke mich halt auf das, was vorhanden ist.

  • Ich glaube, mit den Vorheizschlaufen ist das Ding, dass es immer noch ein wenig Druck braucht, um das flüssige Gas von der Kartusche in die Schlaufe fliessen zu lassen. Auch drückt das verdampfende Gas, wenn es durch die Brennerdüse gepresst wird, wohl "rückwärts". Bei Benzinkochern hat man dafür normalerweise eine Pumpe.

    Bei n-Butan dürfte Schluss sein bei Null Grad, da das etwa dem Siedepunkt entspricht. Was helfen sollte, ist die Schwerkraft (also den Kanister möglichst hoch legen im Verhältnis zur Schlaufe). Und eben iso-Butan verwenden, da dieses deutlich unter Null siedet, so dass da auch unter Null noch ein Restdruck bleiben sollte. Und eben die Flasche wärmen. Da darf man durchaus etwas mutig sein, man merkt ja sofort, dass der Druck steigt (der Kocher "faucht" wieder, wie er soll). Ich habe da schon ein Teelicht unter den Kanister gestellt und dergleichen.

    Einmal editiert, zuletzt von ULgeher (10. Juni 2026 um 16:54)

  • Wie viel and wann bringen die Vorheizschlaufen bei Euch denn wirklich.
    Ich habe u.a. fürs Auto und auf Kanutouren einen Optimus Vega Schlauchkocher.-
    Trotz Vorheizschlache finde ich nicht, dass der mit China-Butankartuschen bei 5-10 Grad besonders kräftig ist (im Vergleich zu PRopan/Butan-Gemisch am selben Kocher)

    Kartusche umgedreht, mit dem Ventil nach unten? Sonst bringt die wirklich nichts.

  • Diese dünnen Vorheiz-Röhrchen bringen nur bedingt viel. Ich kann bei einstelligen Temperaturen über Null noch gut damit kochen. Der Brenner pumpt halt aber das ist halt bei diesen Durchmessern so. Sobald die Kartusche zu kalt wird, rücke ich sie etwas näher zum Brenner hin und nutze die Abwärme, (mit Hirn). ;)
    Mit Propan (oder anderen Gasen) hat man sicher mehr Druck. Ich beschränke mich halt auf das, was vorhanden ist.


    Meine Feststellung ist, er pumpt, weil dann zu viel Gas kommt. Mit umgdrehter Kartusche ist bei gleichen Bedingungen die Heizleistung ja deutlich höher. Dafür ist das kleine Rädchen am Brenner dran.

    Vorheizen, umdrehen und dann erstmal zurück auf "Halbe Kraft voraus".

    Reines Butan ist natürlich schon etwas schwieriger. Man kann die Kartusche aber auch mit warmem Wasser anwärmen oder oben auf den Topf legen, danke dem Schlauch. Oder eben die Strahlungswärme des Brenners nutzen.

  • Kartusche umgedreht, mit dem Ventil nach unten? Sonst bringt die wirklich nichts.

    Ja schon. das alles, oder halt Kartusche kopfüber aufgestellt, alles getestet. Am Anfang geht´s noch ein bischen, aber wenn die (nur?) noch halb voll ist, verliere ich trotz Vorheizschlaufe die Geduld.
    Hab jetzt einfach die hier bestellt https://www.amazon.de/dp/B0BTJ7TYCN?…asin_title&th=1 und fülle die um in kleinere Kartuschen. Die gehen gut egal ob Aufschraubkocher oder Vorheizschlaufe.
    Bin froh, dass mein Riesenkarten Butan, den ich auf Vorrat gekauft hatte, langsam leer ist.

  • Hab jetzt einfach die hier bestellt https://www.amazon.de/dp/B0BTJ7TYCN?…asin_title&th=1 und fülle die um in kleinere Kartuschen.

    Ist das jetzt Butan, oder iso-Butan? Oder ein Gemisch?

    Ich habe jetzt aus Interesse noch ein wenig rumgesucht, und es gibt da ein ziemliches Durcheinander, auch was die Beschriftung angeht. Offenbar gibt es Vorschriften, dass n-Butan und iso-Butan in der EU als "Butane" klassifiziert werden müssen. Auch schwankt die genaue Zusammensetzung je nach Anbieter.

    Optimus hat z.B. zwei Qualitäten. In der 4-Saison-Variante sind 70% Isobutan, 25% Propan, und 5% n-Butan drin:

    In der 3-Saison-Variante sind 50% n-Butan, 25% iso-Butan und 25% Propan drin:

    Und dann habe ich noch diese gefunden. Ich frage mich, ob das jetzt eine Beschriftungssache ist, oder ob da wirklich kein iso-Butan drin ist:

    Bei MSR ist die Mischung 20% Propan und 80% iso-Butan (also kein n-Butan):

    n-Butan ist halt billiger. In einer Kaltwettermischung sollte neben Propan aber vor allem Iso-Butan drin sein. Wenn da n-Butan drin ist, so wird die Mischung anfänglich gut brennen (wegen des Propans), und dann immer schlechter.

    Wird die Kartusche aber über Kopf verwendet, könnte das gehen, da dann das Propan den Druck erzeugt, um die flüssige Gasmischung rauszudrücken. Bei dieser Art Entnahme findet auch keine Entmischung statt, so dass das auf Dauer so funktionieren sollte.

  • Das Wintergas von Primus Propan/Isobutan hat bei -8° Im Standkocher

    schon die Grätsche gemacht, obwohl die im Outdoorladen von -25° gesprochen hat.

    Sie nach der Tour drauf angesprochen sagte dann, ja die Kartusche muss die ganze

    Nacht im Schlafsack bleiben. Kalte Füße gibts dann auch noch bis die durchgewärmt ist.


    Gruß Konrad

    Dauerdraußenschläfer

  • Hab jetzt einfach die hier bestellt https://www.amazon.de/dp/B0BTJ7TYCN?…asin_title&th=1 und fülle die um in kleinere Kartuschen.

    Ist das jetzt Butan, oder iso-Butan? Oder ein Gemisch?

    I

    Dass es einen Unterschied gibt zwischen N-Butan und ISobutan war mir nicht bewusst.
    Auf diesen Kartuschen steht nur Butan Propan Gemisch drauf.
    Es waren die billigsten Propan-Butan-Gemischkartuschen die ich recherchieren konnte.
    Wie ich gerade festgestellt habe, habe ich sie noch nicht getestet.
    Falls Interesse besteht, kann ich das machen (hab aber glaube ich gerade nur volle Kartuschen davon hier, und hab wenig Zeit zum Umfüllen, um ne leere KArtusche zu testen.
    Macht es zum testen überhaupt Sinn, eine volle Kartusche in Kühlschrank oder Eisschrank zu tun, oder würden sich die Unterschiede erst bei sehr leeren KArtuschen bemerkbar machen?

  • Wie geht ein sinnvoller Gaskartuschen-Test wirklich?
    Nach nochmaligem lesem des kompletten Threads habe ich den Eindruck, für einen praxisrelelvanten Kartuschentest reicht es nicht mal aus, aus einer großen Kartusche ein bischen was in einer kleine Kartusche zu füllen, um zu sehen, wie diese läuft, wenn sie fast leer ist.
    Denn es kommt oft beim Betrieb zu einer Entmischung (Das Propan wurde anteilig viel mehr verbrannt, als die Kartusche voller war), und das wird bei diesem Test ignoriert.
    Habe ich das so richtig zusammengefasst?

  • Ich zitiere mich selber: ;)

    Zitat

    Das mit dem Leerbrennen der Gaskartuschen im Winter ist so eine Sache ...
    So wie ich das verstehe, ist in einer aufrecht stehenden Winter-Kartusche oben das Propan, in der Mitte das Isobutan und unten das Butan.

    Drehe ich die Kartusche um, drückt der Propananteil in der Gasmischung, das Butan und Isobutan nacheinander in das erhitzte Vergaserrohr zur Verdampfung.
    Also sollte man für diese Aufgabe bis zum Schluss genügen Propan im Tank haben. Das heißt, im Umkehrschluss, ich muss beim Anwärmen des Vergaserrohrs, (mit aufrecht stehender Kartusche) so sparsam wie möglich sein und schnell in den Remote Modus übergehen.

    Sonst stehe ich am Ende mit einer Restmenge Butan/ Isobutan ohne ausreichen Druck da.

    Habe ich das so richtig zusammengefasst?

    Jupp!

    ... für einen praxisrelelvanten Kartuschentest reicht es nicht mal aus, aus einer großen Kartusche ein bischen was in einer kleine Kartusche zu füllen, um zu sehen, wie diese läuft, wenn sie fast leer ist.

    Ich nehme an, dass dies der Grund ist, warum Konradsky mit reinem Propan kocht.

  • Zitat

    So wie ich das verstehe, ist in einer aufrecht stehenden Winter-Kartusche oben das Propan, in der Mitte das Isobutan und unten das Butan.

    Nicht ganz richtig. Soweit ich das verstanden habe sollten In der flüssigen Phase die Stoffe schon durchmischt sein. Nur tritt Propan halt wegen des niedrigeren Siedepunkts und somit höherem Dampfdruckes schneller als Butan in die Gasform über und wird. Bei aufrecht stehender Kartusche wird dann eben Propan zuerst verbrannt. Drehst du die Kartusche um, so drückt die Gasphase die flüssige "Gas"- Mischung Richtung Brenner und dort kommen dann sowohl Propan als auch Butan im entsprechenden Verhältnis an.


  • Bei Aufschraubbrennern wird bei Kälte das Resultat mit sinkendem Füllstand leider immer bescheidener. Auch bei Wintergas. Z. B. erfordert Schneeschmelzen sehr viel Energie und somit Gas. Da wird die Kartusche sehr kalt durch die Verdunstung des Gases. Selbst eine 450 Gramm-Wintergas-Kartusche knickt da ziemich schnell ein. Das erfordert dann halt einfach eine andere Ausrüstung.

  • Bei aufrecht stehender Kartusche wird dann eben Propan zuerst verbrannt.

    Auch das ist nicht ganz richtig. Es wird anteilsmässig mehr Propan verbrannt als in der Flüssigkeit drin ist, da der Dampfdruck von Propan eben bei gleicher Menge im Gemisch höher ist als der von Butan. Damit nimmt die Menge an Propan schneller ab als die Menge an Butan, und der Propan-Anteil in der Flüssigkeit sinkt (und damit in der Folge auch der Dampfdruck des Propans im Gasraum). Das System läuft so langsam "davon" und wird immer weniger tieftemperaturtauglich.

    Was bei den Temperatureinschätzungen auch wichtig ist, ist dass sich der Inhalt der Kartusche durch die Verdunstung der Gase unter die Umgebungstemperatur abkühlt, wie du es auch schreibst. Gerade wenn sie Flasche fast leer ist, geht das schnell, da dann die im flüssigen Gas gespeicherte Wärme ("Wärmekapazität") nicht dagegen hält. Deshalb ist es wichtig, dass die Kartusche sich etwas erwärmen kann...

    Einmal editiert, zuletzt von ULgeher (12. Juni 2026 um 16:16)

  • Selbst eine 450 Gramm-Wintergas-Kartusche knickt da ziemich schnell ein. Das erfordert dann halt einfach eine andere Ausrüstung

    Man kann einen dünnen Streifen Kupferblech mittels großer Schlauchschelle an die Kartusche flanschen, so dass der obere Teil des Blchstreifens in die Flamme ragt. So wird die Kartusche beim Kochen erwärmt.

    Hat zugegeben ein bisschen was von "dem Teufel ein Angebot machen", funxt aber. Je Breite des Streifens ist es dann auch relativ egal, was für ein Gas da drin ist.

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