Rasieren? Nachhaltig?

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  • Hallo,

    die nachhaltigste Art sich zu rasieren ist natürlich gar nicht rasieren.

    Das ist allerdings für manche je nach Tour Länge keine Option, oder man hat das Bedürfnis am Ende der Tour die Haare loszuwerden.

    Wie dem auch sei: ich möchte niemanden zu etwas überreden oder jemanden verurteilen, weil er oder sie sich für eine Methode entschieden hat.

    Aber ein wenig können wir ja auch tun in Punkto Müll- und Plastikvermeidung. Das ist ja hier im Forum in letzter Zeit öfter Thema.

    Ich wünsche mir eine unverkrampfte freundliche Diskussion.

    Danke Azes


    Nachhaltigkeit hat im Bereich Rasur 2 unterschiedliche Bedeutungen.

    Einmal die nachhaltig gründliche Rasur, die es erlaubt, die Intervalle zwischen den Rasuren zu verlängern,

    und die nachhaltige Rasur in Bezug auf den Ressourcen Einsatz.

    Als Teaser füge ich mal ein Foto ein. Das zeigt 3 Rasierhobel. Ein "normaler" in der Mitte, rel. schwer, einen Leresche Reisehobel und einen Gillette TTO aus den 70er Jahren.

    Dieser war mit mir 9 Monate auf Reise und hat sich weltweit bewährt. Der Gillette und der Reisehobel wiegen je 40g ohne Umverpackung und Rasierklingen. Der ander ist schwerer.

  • Hier habe ich mal ein kleine Zusammenstellung gemacht, die die wichtigsten Eigenschaften der Rasursystem sehr subjektiv! zusammenfasst.

    * = auch ein Elektro Rasierer kann beißen, wenn z. B. die Scherfolie defekt ist (ist mir passiert)

    ** = das ist sehr stark abhängig von der Kombination von Klinge und Rasierer!

    *** = das gilt für +- Anfänger; für erfahrene Messeranwender sehe ich keine erhöhte Gefährdung, und die Rasur ist einfach.

  • Wie schon beim Vergleich Spiritus (schwerer Brennstoff, leichter Behälter) zu Gas (leichter Brennstoff, schwerer Behälter) sollte auch hier eine Betrachtung des Gesamtsystems vorgenommen werden.

    Bei welcher Variante schleppt man mehr mit? Gewicht des Rasierhobels /-messers, dafür kein Bart oder kein Rasier, dafür zieht der schwere Bart das Gesicht nach unten?

    Da Skills bekanntlich Gewicht einsparen, wäre ja auch das Mitführen einer halben Rasierklinge eine Option. Vom Abfackeln des Bartes am Lagerfeuer würde ich jedoch abraten. Das wäre dann stupid light.

    Zählt das Gewicht des Bartes eigentlich als worn weight?

    Im kalten Winter hätte der Bart aber Vorteile. So könnte man ein Stückchen aus dem Schal rausschneiden und somit Gewicht sparen.

    Sorry, falls ich zu sehr abschweife. :saint:

  • Mittagsfrost wäre ja auch das Mitführen einer halben Rasierklinge eine Option

    Genau, die wird einfach zwischen Daumen und Zeigefinger gespannt und weg sind die Stoppeln. Das ist eine professionelle, dynamisch-flexible, gründliche Rasur, die Waldfeen sind jetzt schon ganz wuschig =O

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Ein Freund hat als Hobby "Messerschleifen" und bekommt mit einem Lederriemen mit Schleifpaste mein Victorinox so scharf, dass man sich tatsächlich damit rasieren kann. Vielleicht fehlt euch eher die richtige UL Schleiftechnik? Messer habt ihr ja eh mit?

  • Man kann sich auch mit einem an der Bordsteinkante geschärften Beil rasieren.

    Ob das genau wie mit dem Victorinox angenehm ist, wage ich zu bezweifeln.

    Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen einem "rasiermesserscharf" geschärften Messer und einem

    normal geschärften Rasiermesser. Jene haben einfach noch nie ein wirklich scharfes Rasiermesser in der Hand gehabt.

    Normale Messer werden bis 1000 Grit geschärft, einige Nerds nehmen Steine mit 3000 Grit. Es soll auch schon mal jemand mit 6000 Grit probiert haben...

    Wir nehmen nach dem 6000er oder 8000er noch einen Finisher mit +- 12000 Grit meist ais Naturstein. Danach ledern. Erst dann ist ein Rasiermesser richtig scharf.

    Außerdem wird mit dem Rücken auf dem Stein geschärft. D. h. du hast immer den exakt gleichen Schleifwinkel. ein erheblicher Vorteil.

    Grüße Azes

  • Hier mal ein Beispiel für ein gut gehendes Rasiermesser:

    Böker "finest india steel" für den amerikanischen Markt gefertigt, wohl in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.

    Die Breite ist 5/8" und damit die Unterkante der Breite, mit der ich mich noch gut rasieren kann. Noch schmalere Klingen finde ich für mich gefährlich, weil sie schnell in der Hand kippeln und ich mich dann schneide. Breitere Messer 6/8tel bis 8/8tel rasieren sehr gut, sind aber schwerer.

    Diese Böker wiegt, typisch für 5/8tel Messer, 39 g. Davon habe ich mehrere und ein noch leichteres.

    Grüße Azes

  • Die Notwendigkeit betrifft mich als Frau ja eher am Rande (bis auf den Stoßseufzer einer Wanderkameradin auf dem PCT: "I wish I had shaved my legs!" beim Pflasterablösen.)
    Aber muss dabei nicht auch die Rasierseife mit einbezogen werden in die Kalkulation - und die will man ja nicht in der Nähe von Gewässern haben. Also nur bei townstops (einmal pro Woche) rasieren - und da ist dann (finde ich) die Plastikmenge von Einwegrasierern - gemessen an allem anderen - eher vernachlässigbar. Vor allem, wenn der Einmalrasierer für zweimal rasieren reicht. Macht auf einem thruhike höchstens 10 Rasierer - das kommt mir gemessen an der Zahl der täglich anfallenden kleinen Kaffee- und Electrolyte-Einmalverpackungen nicht so exorbitant viel vor...

    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • nun ja, die Reste von Speick-Seifenstücken lassen sich sammeln und wiegen nicht viel, Bruchteil eines Einweg-Rasierers (der es dutzende Male tut). Reinhauen tut der Rasierpinsel, den man auf einen "Knoten" reduzieren kann (kannte das Wort bis vor Kurzem nicht, hier gelernt). Zu LNT mögen die chemisch gebilderten Leute hier was sagen: Öle, Salz und Pottasche sind schon auch drin im "Pflanzenextrakt" (kann man nachlesen). Was das bedeutet, weiss ich nicht.

  • ...
    Aber muss dabei nicht auch die Rasierseife mit einbezogen werden in die Kalkulation - und die will man ja nicht in der Nähe von Gewässern haben.

    ...

    Rasierseife ist schon nice to have, aber es geht auch mit Rasieröl (mein Fläschchen wiegtb 7,7g).

    Zur Not reicht auch Wasser. Auf Tour würde ich aber einfach das Gesicht mit Wasser anfeuchten und etwas Speiseöl, das ich eh dabei habe, im Gesicht verteilen.

    Ich möchte noch auf zwei Nachteile und einen Vorteil bei der Messerrasur eingehen:

    Vorteil: dem Messer ist es egal, wie lang die Haare sind, die es schneidet.

    Nachteil: fast alle Messer sind aus nicht rostfreiem Stahl; ich habe nur ein Rostfreies, das wiegt aber etwas mehr.

    Nachteil: ich kann mich nur mit Spiegel rasieren. Bei Rasierhobeln geht das auch ohne.


    Vielleicht geht es mir auch nicht nur um Rasur auf dem PCT, sondern auch darum, eingefahrene Verhaltensweisen zu hinterfragen.

    In jedem Supermarkt in jeder Drogerie in D findet man die gleichen Wegwerf Mehrklingenrasierer, dazu dosenweise Schaum, der nicht zum Rasieren taugt. Ich habe auch noch eine Schublade voll mit Systemklingen, bei denen kein Griff dazu passt. Alles Müll, der im Hausmüll entsorgt wird.

    Schon bei einem Rasierhobel kann ich die verbrauchten Klingen sammeln und später als Metallschrott entsorgen. Was ich auch mache.

    Grüße Azes

  • Ich habe auch noch eine Schublade voll mit Systemklingen, bei denen kein Griff dazu passt.

    Hab jetzt ne ganze Weile überlegt was wohl eine Systemklingel ist und warum es schwer sein soll die irgendwie am Lenker festzumachen.

    Als Bartträger hatte ich wirklich keine Ahnung, dass Rasieren quasi auch als Hobby taugt, gefällt mir! Nur der Einsatz von DCF erscheint mir noch zu sparsam!

  • Ich kapier den Sinn des Threads einfach nicht - bis 12 Wochen ohne rasieren ist doch kein Problem.

    Ich habe schon so viel aus meinen Fehlern gelernt. Ich gedenke noch weitere zu machen.

  • In den crazy USA macht man(n) sich logischerweise einen Sport daraus, sich während einem Jahr beim UL Sport nicht zu rasieren. Manche kombinieren es mit nicht duschen. Je nach ästhetischem Empfinden ist dagegen nix einzuwenden und es ist jeder Person selber überlassen, welche Haare stehen gelassen werden und welche halt nicht (Menschen bezahlen möglicherweise einen Haufen Geld, um auf dem Kopf wieder Haare zu haben). Theoretisch können sich in einem sehr dichten Bart Zecken besser verbergen aber das können sie andernorts auch.

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