Welche Nähmaschine für völligen Anfänger? Aber Handwerklich begabt!

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Moin, durchs letzte Treffen in Lauenberg und der mir bekannten Problematik, das meine Statur nicht mit den gängigen Herstellergrößen einhergeht, möchte ich mir meine Kleidung selbst herstellen. Gibts eine relativ einfach gehaltene Nähmaschine für Anfänger, mit der die gängisten Nähte realisierbar sind? Oder ist das individuell?

    Mein Plan momentan ist es, mir günstig eine Nähmaschine hier in der Umgebung zu besorgen und einfach drauf los zu probieren. Und dann ist mein Plan, mir eine Alpha Direct Hoodie zu nähen. Allerdings bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich nicht viel zu hoch nach den Sternen greife, da ich mir bei dem Material vorstelle, das dies schwierig sein wird, es zu verarbeiten.

    Eure Meinung frei raus: zu ambitioniert?

    Schöne Grüße

  • JayJay 8. Oktober 2025 um 13:17

    Hat den Titel des Themas von „welche Nähmaschine für völligen Anfänger? Aber Handwerklich begabt!“ zu „Welche Nähmaschine für völligen Anfänger? Aber Handwerklich begabt!“ geändert.
  • Fleece sollte eigentlich mit jeder Maschine zu nähen sein. Eventuell haben ja Eltern oder Großeltern so etwas noch auf dem Dachboden stehen und können dir das Ausleihen. Schnickschnack braucht es erst einmal nicht, Geradstich und Zickzack reicht für den Anfang.

    Möchtest du irgendwann Mal Rucksäcke oder ähnliches nähen wo man durch mehrere Lagen Gurtband und stabilen Stoff muß, dann könnten billige Nähmaschinen überfordert sein, aber alte, kräftige, stabile Pfaffs gibt es gebraucht für kleines Geld.

  • Wenn es dir in erster Linie um Klamotten geht, würde ich mir an deiner Stelle eine Overlock-Maschine organisieren. Damit geht das Zusammennähen deutlich leichter und du sparst dir sehr viel Zeit. Mit einer normalen Nähmaschine bist du natürlich etwas vielseitiger aufgestellt, aber der Spaßfaktor ist bei Klamotten sehr viel niedriger :) Das finde ich gerade am Anfang wichtig, damit man dabei bleibt und Ergebnisse sieht.

  • Ich würde Dir auch eher eine Overlock empfehlen.
    Die Fadenführung kommt einem Anfänger zuerst unglaublich kompliziert vor. Muss aber nur einmal für die jeweiligen Fäden eingestellt werden und dann nur beim Fadenwechsel wieder angefasst werden.

    Meine wurde mir von der Schwiegermutter vererbt, aber in den Kleinanzeigen gibt es echte Schnapper.

    VG. -Wilbert-

  • Und wenn es keine Overlock werden soll und du dich irgendwann an die glitschigen Stoffe ranwagen willst, dann nimm eine mit IDT Fuß. Die gibt es auch von Pfaff aus den 80ern. Die sind aber "Bückware, wie mein Nähmaschinenmensch zu sagen pflegt.

  • Das Problem: Als Outdoor-Interessierte Person willst Du wahrscheinlich eben Outdoor relevante Stoffe verarbeiten. Das Problem an günstigen Nähmaschinen ist deren schwächelnder Motor. Willst Du eine anständige Maschine, um eben Fleece zu verarbeiten, kostet dich das neu tausende von Euronen. Es gibt wie immer sehr schöne Dinge, z.B. von Bernina.

    Je nach Budget möchtest Du aber wahrscheinlich die tausenden von Euronen verwandern und nicht in einer Nähmaschine anlegen. D.h. Du hast eigentlich keine andere Wahl als dir eine JUKI oder eine andere industrielle Maschine gebraucht zu schiessen. Natürlich empfiehlt es sich, zunächst ein altes Laken zu vernähen und den Schnitt zu testen, bevor Du dich an seltenes Polartec wagst.

  • Ich hab von Geldbörsen aus Einkaufstaschenstoff über Umhängetaschen aus gewachster Baumwolle, Ikea Hackpack bis zu einem Waxcotton-Rucksack alles mit der Aldi-Singer Nähmaschine genäht.

    Kleidung z. T. auch, aber nie von Grund auf, mehr so diverse Modifikationen.

    Allerdings bin ich evtl. in diesem Forum voller auf Ästhetik bedachter Schöngeister, die bei Myog-Sachen sowas wie "gerade Nähte" als unabdingbares Qualitätsmerkmal ansehen, nicht unbedingt der ideale Ratgeber; mein einziges Qualitätsmerkmal ist:" Hält!"

    Trotzdem behaupte ich unbeirrt, so eine Aldi Nähmaschine geht für sehr vieles, von Silnylon bis zu Leder auf gewachster Baumwolle. Ausprobiert, ehrlich.😉

  • Willst Du eine anständige Maschine, um eben Fleece zu verarbeiten, kostet dich das neu tausende von Euronen. Es gibt wie immer sehr schöne Dinge, z.B. von Bernina.

    Je nach Budget möchtest Du aber wahrscheinlich die tausenden von Euronen verwandern und nicht in einer Nähmaschine anlegen. D.h. Du hast eigentlich keine andere Wahl als dir eine JUKI oder eine andere industrielle Maschine gebraucht zu schiessen.

    Sorry, aber das ist faktisch alles falsch was du da schreibst. Normale Billo- Haushaltsmaschinen sind für Fleece völlig ausreichen. Selbst die billigste Singer für 90€ neu kann das. Obertransport usw. sind nice to haves, aber nicht zwingend erforderlich. Ich bleibe bei meinem Rat: Nägmaschine von Verwandten ausleihen oder billig gebraucht. Sollte man mal später gefallen am Hobby haben, dann meinetwegen aufrüsten. Ich hsbe such nach 20 Jahren MYOG immer noch keine Obertransportmaschine.

  • Sorry, aber das ist faktisch alles falsch was du da schreibst.

    Ich war auch verwirrt und hab das dann als Satire eingestuft ^^

    Ich stimme zu: Für dich vermutlich eine Overlock sinnvoll, und falls es mehr als Kleidung sein soll, lässt sich in der Familie oder Nachbarschaft sicherlich irgendwo im Keller oder Dachboden eine wunderbare Nähmaschine auftreiben, die völlig ausreicht. Bis zu meiner Selbstständigkeit habe ich von Alpha-Pulli bis Ultra-Rucksack auch alles mit meiner Tretgestell-Zündapp aus den '70ern genäht.

    Anekdote: Vor dem Kellerfund hab ich für meine allerersten ruppigen Projekte die eher neue Janome meiner Mutter verwendet. Als der Fachmann zur Reparatur drüberschauen musste, hat er entsetzt gefragt, was ich damit angestellt hätte, sowas hätte er ja noch nie gesehen. Die Zündapp hingegen hat mein ruppiger Umgang kein bisschen gejuckt. :D

  • Ich würde dem Anfänger wie immer Gebrauchtes empfehlen. Günstig und man weiß später, was man benötigt und wofür man wirklich Geld ausgeben will. Zumal das Alter für viele Nähmachinen sogar ein Pro-Argument ist (meist schwerere ausfallsichere und leichter reparierbare Technik ggü den neuesten Modellen mit Automatikprogrammen etc).

    Ich kann Kleinanzeigen und andere Gebrauchtmärkte empfehlen. Nähmaschinen sind schwer, nehmen im Vergleich viel Platz ein und können von Privat kaum versendet werden. Sie sind gebraucht gegen Entgelt somit schwer zu veräußern. Oft kommen sie gleichzeitig mit viel Zubehör.

    Meine No-Name-Nähmaschine habe ich für umsonst von Kleinanzeigen. Ein paar Sätze Nadeln, Spulen und Garn gab es dazu. Sie hat mir bisher Zelt-, Gurt-, Jeans- und Kleiderstoffe ohne Probleme bearbeitet. An Leder o.ä. habe ich mich bisher nicht rangetraut.

    Zumindest in Großstädten werden mindestens 1 bis 3 Maschinen pro Woche verschenkt. Auch Marken wie Pfaff, Singer, Veritas, Juki, ... .

    Man muss halt schnell sein.

    Wenn es eine Maschine mit Tisch sein kann/soll, dann erweitern sich die Möglichkeiten dramatisch, auch Industriemaschinen gäbe es dann mit Glück für lau oder sehr schmalem Taler.

    Edit: Rechtschreibung

    Einmal editiert, zuletzt von fettewalze (8. Oktober 2025 um 21:23)

  • Zur Overlock: Obacht, als alleinige Maschine kommt man mit der nicht weit. Einfache Sachen wie T-Shirts oder Schlupfhosen können komplett an der Overlock genäht werden, wenn man den Saum als Rollsaum näht. Aber sobald auch nur eine Naht abgesteppt werden soll, ist die Ovi am Ende, die kann halt nur an Kanten nähen. Möchte sie aber trotzdem nicht wissen - aber falls der Platz nur für eine Maschine reicht, dann eher eine normale Nähmaschine. Alpha ist nicht verkehrt als Einstieg, die Zotteln verzeihen viel.

  • I would avoid new Singer models however, old ones can be fabulous.

    Janome have always been under one ownership- and older 'Homemaker' ones if you see them, are superb.

  • Willst Du eine anständige Maschine, um eben Fleece zu verarbeiten, kostet dich das neu tausende von Euronen. Es gibt wie immer sehr schöne Dinge, z.B. von Bernina.

    Je nach Budget möchtest Du aber wahrscheinlich die tausenden von Euronen verwandern und nicht in einer Nähmaschine anlegen. D.h. Du hast eigentlich keine andere Wahl als dir eine JUKI oder eine andere industrielle Maschine gebraucht zu schiessen.

    Sorry, aber das ist faktisch alles falsch was du da schreibst.

    Also falls Ihr Zugriff auf günstige Maschinen habt, die sowas können, umso besser. Meine Off-Brand Bernina schafft das halt nicht. Die "echten" Berninas in meiner Familie können das hingegen schon. Deshalb entweder gebraucht, wieder mal im Lotto gewonnen (Bernina 990, nur für die Zierstickerei...) oder ernsthaft zur Schneiderei des Vertrauens, fallls man auch das Zeitbudget schonen muss.

  • mars_hikes ich möchte dir gerne widersprechen. Meine ersten Nähversuche habe ich mit der alten Pfaff 301 meiner Frau gemacht. Und die konnte vielleicht kein Leder, aber auf alle Fälle stärkeres Cordura und auch Jeans. Und mit etwas Geduld waren auch mehrere Lagen der dünneren Outdoorstoffe machbar. Ähnliche Erfahrungen habe ich mit einer Einstiegsmaschine (100,--) von Brother gemacht (die unserer Tochter).

    Mit diesen Maschinen kann man recht viel machen. Dass ich mir dann eine gebrauchte Pfaff 6122 gekauft hatte, lag daran, dass ich tatsächlich mehr "Wumms" haben wollte, um auch dünne HDPE Platten durchnähen zu können und ich diesen IDT Fuß haben wollte.

  • Also falls Ihr Zugriff auf günstige Maschinen habt, die sowas können, umso besser. Meine Off-Brand Bernina schafft das halt nicht.

    Was war den konkret das Problem? Vielleicht lag es ja gar nicht an der Maschine an sich und deine war defekt, verstellt o.Ä.

    Fleece ist eigentlich wirklich keine Herausforderung für eine Nähmaschine. Und gerade die ultraleichten Zeltstoffe übrigens auch nicht. Die sind nur für den Näher nervig ;(.

    Der schwache Motor von Einsteigermaschinen geht mir auch auf den Zeiger - weil sie langsam sind. Das ist aber gerade für Anfänger überhaupt kein Nachteil. Meist geht es am Anfang eh alles viel zu schnell und hat mit dem Sortieren der zwei Hände und der Stofflagen genug zu tun.

  • In meinen Augen ist alles gesagt und auch dem Quatsch ausreichend widersprochen worden. Ein Megauskenner und -Könner bin ich auch nicht, aber ich schreibe mal noch 2-3 Dinge aus meiner Erfahrung (ein paar Alpha-Oberteile, eine Windjacke, eine Rahmentasche und noch Kleinkram).
    1) Angefangen habe ich mit einer Singer HD 4423, das war im Grunde Quatsch. Die ist viel viel zu schnell, ich musste am Pedal an die Elektrik ran, um sie langsamer starten zu lassen (i bims beruflich Elektrokumpel). Leider fehlt der Maschine bei niedriger Geschwindigkeit Durchstichkraft. Gurtband langsam nähen nervt und erfordert den Griff zum Handrad. Die Geschwindigkeit braucht man ohnehin nicht, jedenfalls nicht als Anfänger. Wenn ich einen Tag lang eine Jacke nähe, dann läuft die Maschine vielleicht 20 Minuten. Als Anfänger spart man garantiert keine Zeit durch eine schnellere Maschine. Eher spart man Zeit, wenn die Maschine z.B. Features hat, wie das automatische Absenken des Fußes, wenn man losnäht. Ich weiß nicht, wie oft ich Knäuel produziert habe, weil der Fuß in der Luft hing...
    2) Ein Overlockmaschine kam bei mir nur weniger Wochen später ins Haus. Das ist für Klamotten einfach sehr sehr sinnvoll. Man kann natürlich mit ausschließlich einer Overlock Kleidung nähen, aber m.M.n. muss man dann schon ein bisschen gelernt haben, was man tut.
    3) Eine etwas teurere Computermaschine ist saukomfortabel. Mir hilft sie vor allem, Schusselfehler zu vermeiden. Ich komme nicht viel zum Nähen, daher fehlt mir die Routine. Die Maschine sorgt zu gewissen Teilen dafür, dass ich in gegebener Zeit trotzdem brauchbare Ergebnisse bekomme. Das ist aber weder ein Selbstläufer, noch notwendig. Mein "gute" Maschine habe ich erst gekauft, als ich ungefähr wusste, was ich haben will.
    4) Im Idealfall greift man irgendwo im Umfeld eine Gebrauchtmaschine ab, Dauerleihgabe, Kauf, wie auch immer. Ich denke es gibt sehr viele Maschinen, die keine 20 Stunden gelaufen sind. Nähen ist cool, aber wenn man einfach was kaufen kann*, muss man schon stark motiviert sein, das Hobby durchzuziehen. Ein mechanische Pfaff mit Obertransport ist natürlich schön. Die kosten allerdings vom Händler so viel, dass man auch durchaus was neues kaufen kann. Und gebraucht von privat kann alles schön sein, oder man bekommt eine Ruine. Ich vergleiche es gern mit Fahrrädern: Ich kann und würde ein Rad gebraucht kaufen, weil ich mich damit auskenne und weiß, was ich tue. Bei Nähmaschinen ist das genau nicht der Fall.


    *Körpersondermaße sind bei mir der Grund, den Spaß angefangen zu haben.

  • So, Stoff etc. ist bestellt und auf dem Wege. Zubehör zum nähen auch. Bei der Nähmaschine bin ich noch nicht ganz so weit. Beim Kleinanzeiger hat mich noch nichts so angesprochen, das ich sie abholen würde, um direkt funktionsmäßig direkt loslegen zu können. Aber das wird schon noch. Gibts Empfelungen, was an Zubehör unabdingbar wäre? Klammern zum fixieren von Stoffen, Schere, nen Stoffroller, Druckknöpfe und zugehörige Zange und Nähgarn habe ich.

  • Wenn Du Dein Maschinchen gefunden hast, schau nach einem günstigen Posten Unterfadenspulen. Davon kann man gar nicht genug haben!
    Von meinem Standardfaden habe ich immer einige fertig aufgespult in Bereitschaft. Mich nervt es beim Nähen, den Oberfaden aus- und wieder einzufädeln, nur um einen neuen Unterfaden aufzuspulen. Schnell mal wechseln ist besser.

    Ansonsten habe ich mir angewöhnt, auch von den nicht so oft gebrauchten Fäden immer einen aufgespulten Unterfaden bei der Spule zu lagern.
    Dann kann ich bei Bedarf sofort loslegen.

    VG. -wilbo-

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!