Sarek und Padjelanta 2025 - eine Geschichte davon, wie das Wetter im Norden die Tour bestimmen kann

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  • Bin daher auch am hadern, ob ich's noch mal hoch wage. Aber wenn die Sonne mal scheint, bist du glücklich.

    Danke für das Kompliment :).
    Ich bin da oben tatsächlich nahezu immer glücklich, es ist für mich die schönste Landschaft auf Erden. Ich weiß nicht, ob dass aus meinem Bericht so richtig gut rüberkam, aber der Hauptgrund für unseren Abbruch war nicht das Wetter per se, sondern 1) dass wir wegen des Wetters die ursprüngliche Route aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geschafft hätten, und 2) der eine Fluss auf der Ausstiegsroute nach Suorva wahrscheinlich nicht furtbar gewesen wäre (zu 2.: tatsächlich trafen wir in der Gisurisstugan auf einen Deutschen, der zur selben Seite wie unser Abbruch auf der anderen Seite exakt jenes Flusses stand und wegen des Wasserstandes umgekehrt ist, um stattdessen von Ritsem aus den Padjelantaleden zu laufen. Diesbezüglich hatte ich also den richtigen Riecher. Was mich eher noch ein paar Tage umgetrieben hat, war die Frage, ob wir die Hauptroute mit der angekündigten Wetterverbesserung doch hätten schaffen können. Wenn das aber nicht klappt, sitzt man irgendwo im Fjäll, während einem der Nachtzug wegfährt...)

  • Tag 7

    Am siebten Tag standen wir 7.30 auf und ließen uns viel Zeit. Bevor wir unseren Weg auf dem Nordkalottleden fortsetzten, schauten wir uns noch den etwa 1,5 km entfernten Wasserfall an. Auf dem Weg dorthin merkte ich, dass Knie und Achillessehne leider gar nicht gingen. Mühsam schleppte ich mich voran und wartete nur darauf, dass die Wirkung der Ibu, die ich seit Tag 5 zweimal täglich einwarf, einsetzte.



    der Wasserfall in der Nähe der Kutjaurestugan



    Blick vom Wasserfall in Richtung Sarek

    Zurück an der Hütte entschloss ich mich, den Stiefel am rechten Fuß auszuziehen und fortan den Watschuh meines Vaters zu tragen, einen Sneaker mit Mesh. Dies war absolut essentiell, da sich der Weg nach der Kutjaurestugan auf etwa 2-3 km einen Berg hinaufschlängelte, und die Achillessehne vor allem beim Bergauflaufen schmerzte. Der Sneaker saß jedoch deutlich lockerer an der Ferse und tat daher gut, auch wenn ich nun vermehrt darauf achten musste, wo ich hintrat. Nachdem wir am Vortag schon ein wenig Sonne abbekommen hatten, wurde es an diesem Tag nur noch besser. Zwar ging ein ziemlicher Wind, aber der Sonne-Wolken-Mix dieses Tages war bis dato das beste Wetter der Wanderung. Nach dem Aufstieg gelangten wir in ein schmales Hochtal, das uns bis zum Folgetag beherbergen sollte. Am Berg und nun auf dem Plateau zeigten sich schon einige Herbstfarben, wie ich entzückt feststellen konnte (tatsächlich war ich noch nie im Herbst in Lappland - ein Zustand, den ich hoffentlich in den nächsten Jahren ändern werde).




    An diesem Tag trafen wir vermehrt auf Herbstfarben



    Krähenbeeren schmecken zwar nicht besonders gut, aber wenn ich in der Pause neben Sträuchern saß, hab ich sie trotzdem ab und an gemampft



    Blick auf das Südufer des Gårssåjávrre

    In Anbetracht unserer geringen Reststrecke sahen wir uns schon frühzeitig nach geeigneten Zeltplätzen um, die jedoch rar gesät waren: Entlang des Gårssåjávrre war jeder ebene Fleck entweder nass oder windexponiert, weshalb wir bis zum gleichnamigen Wintershelter liefen, wo wir gegen 14.30 ankamen. Zu unserer Verwunderung war die Hütte trotz der frühen Tageszeit belegt, ein Mann saß im Eingang, seine Sachen weit verteilt. Zum Glück erspähte ich in der Nähe doch ein halbwegs windgeschütztes Fleckchen, weshalb wir problemlos unser Lager aufschlagen konnten.



    Der Gårssåjávrre-Shelter



    Unser Zeltplatz mit dem Allak im Hintergrund

    Tatsächlich schien der Mann ein ausgesprochener Spätaufsteher zu sein, denn er packte seine Sachen etwa eine Stunde später zusammen und lief weiter. Wir entschieden uns natürlich trotzdem, unser Lager beizubehalten und wollten die Hütte anderen Wanderern überlassen. Kurioserweise verschmähten jedoch alle acht Pärchen, die im Laufe des Tages noch an uns vorbeizogen den Shelter. Selbst zwei junge Typen, die sich gegen 20.00 sichtlich erschöpft vorbei schleppten, gingen nach kurzer Inspektion weiter. Da sich unser Nachmittag wegen unserer frühen Ankunft etwas zog, aßen wir bereits 17.00, bevor wir aus kargen Totholzresten ein Feuerchen machten. Das war ein heiteres Unterfangen, allerdings ohne viel Wärmeentwicklung oder Größe. Bei der Holzsuche traf ich direkt in der Nachbarschaft wieder auf eine kleine Huhn-Herde, was mein Herz mit blankem Terror füllte.
    Gegen 18.00 kam dann abermals die Sonne zum Vorschein und tauchte das Hochtal in ein goldenes Licht. Dies genossen wir noch bei einem kleinen Spaziergang, bevor wir gegen 20.00 in die Zelte gingen.



    Rette sich wer kann, Nachtmahre!



    Abendlicher Blick über den Gårssåjávrre nach Südwesten…



    ... und in Richtung Guossjájávrre nach Nordosten. Wie ihr erahnen könnt, war das Hochtal weder lang noch breit, wir waren hier etwa auf einem Drittel seiner Länge

  • Tag 8

    Wie ich befürchtet hatte, weckten mich die Hühner in der Nacht abermals auf. Dieses Mal jedoch, weil sie mehrmals aufgeregt und aus dem Nichts aufflogen. Vielleicht haben sich um unsere Zelte herum Jagdszenen abgespielt, aber wir hörten nichts, das auf Vielfraße oder die mindestens ebenso seltenen Polarfüchse hingedeutet hätte.


    Im Alltag findet man mich nur in schwarz, aber hier…^^

    Am achten Tag standen erneut nicht viele Kilometer auf dem Programm, am Ende waren es nur 9. Das war tatsächlich schade, denn an diesem Tag hatten wir traumhaftes Wetter, den ganzen Tag Sonne bei vielleicht 11°. Wir durchquerten also weiter das Hochtal, stets im Schneckentempo, da wir viel zu viel Zeit hatten. Mehrfach saßen wir lange herum und genossen die Sonne oder hielten an, um Beeren zu sammeln. Während mein Vater dabei weiterhin und ununterbrochen Blaubeeren in Hülle und Fülle aß, hatten es mir im Laufe der Wanderung Moltebeeren angetan. Von deren ungewöhnlichem Geschmack konnte ich schnell nicht genug bekommen, weshalb ich keine annähernd reife Beere ausließ (leider waren die meisten noch nicht so weit)...



    Blick in Laufrichtung auf den Guossjájávrre



    Auf dem Abschnitt des Nordkalottleden waren Maßnahmen zur Wegerneuerung in vollem Gange.



    Abstieg in Richtung Vaisaluokta

    Nachdem wir eine ganze Stunde Mittagspause gemacht hatten, begannen wir den Abstieg, wegen des stark schmerzenden Knies quälend langsam. Trotzdem erreichten wir gegen 14.00 eine Terrasse oberhalb von Vaisaluokta und beschlossen, dort zu bleiben. Zwar hatten wir ursprünglich in Erwägung gezogen, zum Ufer des Akkajaure hinabzusteigen, ich vermutete jedoch (zurecht, wie sich herausstellen sollte), dass dort Zeltplätze rar gesät sein würden. So saßen wir den dritten Nachmittag in Folge ab etwa 14.30 die Zeit ab, immerhin bei traumhaften Panoramen über den Akkajaure.



    Ansammlung von schwedischem Hartriegel als Farbtupfer unterhalb unserer Terrasse




    das Panorama über den Akkajaure



    unsere Zelte im Abendlicht


    Tag 9

    Der letzte Tag unserer Wanderung sollte uns etwa 7 km zur Bootsanlegestelle in Änonjálmme führen, wovon wir nach Ritsem übersetzen sollten, um am Folgetag abzureisen. Abermals offenbarte der morgendliche Blick aus dem Zelt perfektes Wetter. Der Abstieg nach Vaisaluokta im Sonnenschein war entsprechend schön.




    Vadders Blick am Morgen aus dem Zelt



    beim Abstieg nach Vaisaluokta

    Die kleine Siedlung der Sami, die wie ausgestorben war, ließen wir schnell hinter uns, und fanden uns im Nu auf einem sehr überwachsenen Pfad wieder. Wer meinen Bericht vom Padjelantaleden gelesen hat, wird sich vielleicht daran erinnern, dass ich diesem “Uferdschungel” nicht viel abgewinnen kann: die Hose war permanent nass, da wir uns den Weg durch hüfthohes Gesträuch bahnen mussten. Durch das Wetter fiel das aber Gott sei Dank kaum ins Gewicht, es war noch wärmer als am Vortag. Inmitten des feuchten Waldes trafen wir dann plötzlich auf drei Johannisbeerpflanzen, die wir dort so gar nicht erwartet hatten. Nachdem wir jeder eine Handvoll gefuttert hatten, liefen wir weiter und kamen zunehmend in etwas trockeneren Birkenwald.



    schon verrückt, dass diese Vegetation nördlich des Polarkreises anzutreffen ist



    Ein überraschender Snack



    Herrliche Badebucht, aber bei den Wassertemperaturen verzichteten wir



    Blick auf das Akkamassiv aus einem neuen Winkel

    Auch schalteten sich nun bisweilen Sümpfe ein, während der Wald zu Beginn des Abschnitts eher einem Regenwald geglichen hatte. Zur frühen Mittagszeit kamen wir dann in Änonjálmme an, wo wir 90 min auf die MS Storlule warteten, mit deren Überfahrt die Wanderung endete.



    Akkamassiv vom Wasser aus



    Vaisaluokta, dort kamen wir am Morgen runter


    Fazit

    Ganz leicht tu ich mich mit dem Fazit zugegebenermaßen nicht. Wir hatten zwar echt eine schöne Zeit, aber ich hatte mir natürlich ganz andere Anblicke und Aussichten ausgemalt. Und wenn man nach nur zwei vollen Tagen umdrehen muss, nachdem man ein halbes Jahr geplant hat, ist das schon bitter. Natürlich, gegen das Wetter und die damit einhergehende Verlangsamung kann man wenig machen. Und wir sind sicher nicht die ersten, die bei ihrer ersten Sarektour scheitern, aber man stellt sich schon die Frage, ob man es mit besseren Entscheidungen hätte verhindern können. So haben wir zumindest ne Menge für das nächste Mal gelernt, das, wie im Bericht erwähnt, kommen wird. Was das Wetter betrifft: Diese letzten drei Tage mit super Wetter sollen der Auftakt für eine gute Woche mit Topwetter in der Region gewesen sein. In der Folgewoche habe ich auf Instagram einige Beiträge gesehen, die meinten, niemals so gutes Wetter im Sarek gehabt zu haben... Naja, kannste nichts machen, wenn du eine Woche zu früh bist..:(
    Ich für meinen Teil muss mir abermals leider auch die Frage stellen, was mit meinem Körper möglich ist. Nachdem ich im Mai völlig ohne Schmerzen und bis zu 35 km/Tag die zweite Hälfte des Eifelsteigs gelaufen war, wähnte ich mich auf dem richtigen Weg. Aber offensichtlich ist die muskuläre Belastung beim Wandern in Deutschland eine ganz andere als weglos im Fjäll. Naja…während die Achillessehne jetzt vier Wochen später schon wieder fast bei 100 % ist, wird das Knie nur quälend langsam besser. Ich hoffe, das ist noch keine beginnende Arthrose, mit 28 wäre das richtig scheiße…
    Um das Fazit mit etwas Positivem zu beenden: Mein Vater hat das Fjäll ebenfalls lieben gelernt und ist Feuer und Flamme, zurückzukehren. Und letzten Endes hatten wir trotz der Planänderungen eine coole Zeit gemeinsam, in der ich mich auch echt gut erholt habe.

    Ich hoffe, euch nächstes Jahr wieder eine Geschichte aus dem Fjäll erzählen zu können, und, dass ihr Freude beim Lesen hattet :)

  • Kruzifix, den Geartalk vergessen:rolleyes:

    Ich hatte im Laufe des letzten Jahres eine Menge neuer Ausrüstung gekauft. Das meiste wurde schon erprobt, nur eben noch nicht in Lappland. Was das Neue betrifft, war ich zufrieden mit: ZPacks Arc Haul, XMid Pro1, Neve Gear Feathertail Quilt, Exped Schnozzl, die allseits beliebte Budget-Windjacke von Decathlon, Liod Brezza & Sukoi, Lixada Regenrock, Patagonia Terrebone, Montbell Plasma 1000 Puffy, Garmin inreach mini 2, Zeiss Monokular 5x10
    Falls jemand zu einem Stück ein paar Worte mehr hören möchte, sagt einfach Bescheid

    Unzufrieden war ich mit wenigen, aber teils wichtigen Sachen. Dass sich die Liner-Handschuhe von Decathlon schon am zweiten Tag in Wohlgefallen aufgelöst haben war zwar ärgerlich, aber keine Katastrophe, werde ich mir wohl was hochwertigeres suchen.
    Mit dem Fizan compact, den ich dabei hatte, kam ich leider nicht klar, so sehr ich mir gegenteiliges wünschen würde: Den hab ich teilweise aus motorischen Gründen nicht fest genug zugedreht bekommen, und es gab mehrere Tage, an denen nicht mal mein Vater ihn lockergedreht bekommen hat. Ich werde mir also den leichtesten Stock mit Hebelverschluss suchen müssen (wer ne Ahnung hat, gerne her damit^^)
    Das größte Problem waren aber die Schuhe, sowohl Watschuhe als auch Stiefel. Die Watsandalen (Xero Aqua Cloud) haben sich dadurch disqualifiziert, dass der eine in der ersten komplizierteren Furt flöten gegangen ist. Ich werde hier definitiv als schwerere Lösung irgendwelche Sneaker mit Mesh kaufen, die fest am Fuß sitzen. Und die ich auch dann nutzen kann, sollten meine Achillessehnen in Zukunft wieder streiken.
    Das größere der beiden Probleme sind aber die Stiefel. Ich brauche leider wegen eines sehr instabilen Sprunggelenks und grob unterschiedlicher Füße(u.a. 3 Größen Unterschied) Schuhe , die über die Knöchel reichen. Wie im Bericht dargelegt, haben meine neuen, extra fürs Fjäll angefertigten Stiefel komplett versagt. Ich hab schon mit meinem Schuster telefoniert, wir schauen uns das nochmal an. Aber seine handwerklichen Fähigkeiten haben im Vergleich zu industriellen Fertigungsprozessen, mit denen frei verkäufliche Schuhe gefertigt werden halt Grenzen. Insgeheim hoffe ich ja, Trailrunner-Verschnitte die über die Knöchel reichen tragen zu können, aber ich vermute, dass mir das nicht genügend Stabilität gibt. Was die Schuh-Frage betrifft, bin ich entsprechend momentan ein wenig ratlos.

  • Zur Archillessehnenproblematik…

    Ich habe seit über einem Jahr, auch Probleme damit.

    Ich klebe mittlerweile, bei Spatziergängen/Wanderungen von über 10Km, die Archillessehne mit Kinesiotape ab.

    Wenn ich mehrere Tage wandern gehe, hält das Tape locker für 3-4 Tage, dann fängt es an, sich zu lösen.

    Ich schneide mit vorher immer so viele Streifen ab, wie ich voraussichtlich brauche.

    Das korrekte Kleben, habe ich mir von einer Physiotherapeutin zeigen lassen. YT Tutorials sind zwar schön und gut, aber die 30€ für eine „Behandlung“ war es mir wert. Denn wenn man es falsch abklebt, bringt es bestenfalls nix, schlimmstenfalls wird es schlimmer.

    Ich für meinen Teil, würde übrigens, wenn ich am Anfang einer Wanderung, Knie- und Achillessehnenprobleme bekommen würde, allerdings die Tour abbrechen, denn wenn man diese Körperteile weiter belastet, obwohl sich da etwas anbahnt, könnte es auch schnell Chronisch werden..

  • Und wir sind sicher nicht die ersten, die bei ihrer ersten Sarektour scheitern, aber man stellt sich schon die Frage, ob man es mit besseren Entscheidungen hätte verhindern können.

    Ich glaube das mit dem "Scheitern" wird gerne überbewertet, ich sehe hier vor allem jemanden, der hierbei gewachsen ist.

    Nichtsdestotrotz, ich will da sicher kein Salz in die Wunde streuen, sorry up front, aber woran bist du jetzt eigentlich "gescheitert"? In dem Thread klingt das nach "das Wetter" oder "mein Körper". Ich lauf keine 35km am Tag. Soo schlimm scheint deine "versehrtheit" nich zu sein? (Sorry, mich hängst du ab, ja?) Und das Wetter ist das Wetter, gerade in Skandinavien.

    Meine Erfahrung in Skandinavien ist, bei sumpfigen Gebiet läuft man mit 1-2km/h durch die Gegend, sich immer einen gangbaren Pfad suchend. Selbiges bei Querfeldein, das kann noch langsamer sein. Dann schaft man auf 8h irgendwas um die 10-12km? Sportlich mal 16? (Habs noch nie ausprobiert, aber so stell ichs mir vor) Was hättest du denn geplant gehabt?

  • Erst mal danke für den Bereicht und die schönen Fotos!

    Ein paar Gedanken zum Furten (ihr habt eine tolle Tour gemacht und ich will hier nicht mit Besserwisserei daherkommen, aber vielleicht sind diese Gedanken ja trotzdem nützlich):

    Das größte Problem waren aber die Schuhe, sowohl Watschuhe als auch Stiefel. Die Watsandalen (Xero Aqua Cloud) haben sich dadurch disqualifiziert, dass der eine in der ersten komplizierteren Furt flöten gegangen ist.

    Furten ist immer eine kritische Angelegenheit. Ich persönlich würde nicht mit solchen Schuhen furten, und schon gar nicht barfuss, sondern in voller Montur (Hosen, ggf. sogar Longjohns darunter, und gut geschnürte Trailrunner mit Socken), und in Kauf nehmen, dabei nass zu werden. So kühlst du weniger aus, verlierst die Schuhe nicht, und die Motorik ist besser (wenn du unterkühlst und den Untergrund deshalb nicht mehr fühlst, ist das ja richtig gefährlich!).

    Danach kannst du, wenn es kalt ist, die Socken wechseln. Für solche Fälle habe ich dünne Merino-Linersocken und dünne Membransocken darüber (bei mit die Dexshell Bamboo, aber ich glaube, von Sealskinz gibt es unterdessen auch sehr dünne). So sollte die Achillessehne auch nicht stärker in Leidenschaft gezogen werden also mit normalen Socken. Die dicken Sealskinz habe ich mal ausprobiert, und damit komme ich kaum in meine Schuhe rein.

    Regenhose würde ich beim Furten vermeiden, da sie volllaufen könnte und dann gefährlich wäre. Auf jeden Fall hilft eine Regenhose nach dem Furten wieder warm zu werden.

  • WonderBär

    Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich dich missverstehe oder du mich😅

    Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch der obendrein sehr gern Dinge plant und die dann bestmöglich umsetzt. Dementsprechend sehe ich den Plan einer Wanderung als gescheitert an, wenn ich ihn nach 2 Tagen über den Haufen werfen muss. Die Gründe dafür sind, wie dargelegt, die unsichere Furtenlage und die Verlangsamung gewesen, die aus der Kombination Wetter + meine körperlichen Voraussetzungen resultiert.
    Das exkludiert ausdrücklich die Schmerzen, die ja erst später aufgetreten sind.
    Wie auch im Bericht angeschnitten kam auch das Learning an, dass 15 km/Tag nicht überall und unter allen Umständen möglich sind, das weiß ich für das nächste Mal.

    Und nun ein wenig off-topic: Ich bin relativ sicher, du hast das nicht so gemeint, aber ich finde den Satz " Soo schlimm scheint deine "versehrtheit" nich zu sein" echt daneben.
    Das mit der "Versehrtheit" ist bei mir eine mehrschichtige Sache. Muskuläre Leistung oder eben in Teilen auch Leistungsausfall sind ein Symptom meiner Beeinträchtigung, nicht die Ursache. Nun kann man Muskulatur natürlich auch versuchen aufzubauen, wofür ich sehr viel Zeit investiere. Wenn jetzt also in der Eifel, wo das Wandern technisch überhaupt nicht anspruchsvoll ist, an einigen Tagen (über 10-12h) 35km laufen konnte (was mich damals tatsächlich auch komplett überrascht hat), dann ist das nur ein Zeichen dafür, dass mein Training bestimmter Muskelgruppen wirkt.
    Wenn ich aber im Fjäll allgemein und insbesondere weglos mit ganz anderen Bewegungsmustern und Belastungen auf Sehnen, Gelenke, Muskeln, Knorpel usw. konfrontiert bin, ist mein Körper eben deutlich multidimensionaler ge- oder überfordert. Und ich weiß nicht, ob du den Versehrtenthread im Vorfeld nochmal überflogen hast, aber zu meiner Beeinträchtigung gehören eben auch Gleichgewichtsstörungen und eine Einschränkung der Feinmotorik. Was mich insbesondere in Blockfeldern und Furten stark beeinträchtigt.
    Dementsprechend sind Wanderungen in Deutschland und Lappland eben ein himmelweiter Unterschied und das Urteil "so schlimm kann deine Beeinträchtigung nicht sein" unangebracht (wobei ich solche Aussagen tbh generell nicht treffen würde, damit begibst du dich bei jedem Menschen mit jeglicher Beeinträchtigung auf dünnes Eis)

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