Einschätzung von Packliste für 1 Woche Hexatrek von Laussane aus über die nördlichen französischen Alpen Anfang September

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  • Hallo,

    wir (4 Menschen) planen vom 08.09 bis zum 13.09 (Abstieg) auf dem Hexatrek von Lausanne (Thonon-les-bais) bis nach hoffentlich "Refuge de Bostan" zu laufen, also Etappe 1 bis Etappe 6 von der Aufteilung hier: https://www.komoot.com/de-de/collection/1730773.

    Hier ist meine Packliste, mit reichlich warmer Kleidung da ich schon recht schnell anfange zu frieren und ich vom Wetter schon mit Regen und Temperaturen um die Null Grad rechne: https://lighterpack.com/r/4yvp27

    Was haltet ihr von der Packliste, habe ich irgendwas vergessen? Das ganze ist jetzt nicht meine erste Wanderung, aber das erste Mal in den Alpen mit Zelt, das ist vielleicht doch nochmal was anderes als letztes Jahr auf dem Laugevegur in Island oder dem Kungsleden in Schweden.
    Danke schonmal für eure alternativen Ideen oder Vorschläge!

  • Ich glaube es wird kühler als um den Gefrierpunkt.

    Ja das kann auch möglich sein, der Langzeitwetterbericht laut MeteoBlue für die über 2000er Berggipfel an denen wir vorbeikommen war bisher nicht kälter als 1°, also knapp drüber, aber das kann sich natürlich noch ändern. Falls es nachts zu kalt ist übernachten wir in den Hütten oder steigen halt doch eher ab oder so.

  • Ich glaube es wird kühler als um den Gefrierpunkt.

    Ja das kann auch möglich sein, der Langzeitwetterbericht laut MeteoBlue für die über 2000er Berggipfel an denen wir vorbeikommen war bisher nicht kälter als 1°, also knapp drüber, aber das kann sich natürlich noch ändern. Falls es nachts zu kalt ist übernachten wir in den Hütten oder steigen halt doch eher ab oder so.


    Ich habe möglichst oben an den Pässen übernachtet und da war es auch im Sommer unter5 Grad.

    Ich hatte den Valandre "Bloody Mary" als Schlafsack und mir war nicht zu warm.

    Vermutlich willst du deine Klamotten unter dem Quilt anziehen?

    Grundsätzlich ist der Hexatrek wohl als ziemlich fordernde europäische Alternative zum PCT gedacht. Er trifft sich aber immer wieder mit etwas leichteren Wegen, da kann man bei schlechterem Wetter Alternativen suchen, die aber auch nicht ohne sind.

  • Ich war jetzt in den französischen Alpen unterwegs. Es gab oberhalb von 2000 schon im August Nächte um die 0 Grad. Die Hütten (Refuges) auf meinem Weg (GR54) schließen alle Anfang, spätestens Mitte September. Ich schätze, dass die Hütten auf eurem Weg das auch tun. Da braucht man dann einen Schlüssel für die Winterräume, soweit ich das mitbekommen habe. Den kann man sich aber wohl an Tourist-Infos besorgen. Das würde ich auf jeden Fall vorher checken, wenn das der Plan ist, die Kälte zu umgehen. Ich würde Spikes mitnehmen und vermutlich auch einen Pickel, je nachdem wie hoch eure Pässe werden. Auf 3000 gab es im August Schnee. Zur Packliste: Die Windjacke würde ich weglassen, du hast eine Regenjacke.

  • Schöne schlanke Packliste!

    Kurz vorher sollte man das Wetter gut absehen können. Kaltfront im Anmarsch oder allgemein instabile Wetterlage: ich würde Spikes einpacken. Bei stabiler Hochdrucklage würde ich darauf verzichten und das "Risiko" auf mich nehmen ggf. absteigen und auf eine niedriger gelegene Route mit besseren Wegbedingungen zu wechseln. Daher noch der Tipp vorher dran denken offline Karten großräumig genug herunterzuladen.

    Mir wäre dein Schlafsetup zu kalt und zu riskant. Ich würde eine full size Xtherm und eine Halbkörper Evazote einpacken. 233er Apex wäre für mich vielleicht mit zwei Wärmflaschen und mit Puffy Pants machbar. Falls ihr in der Höhe übernachten wollt (und das ist doch der Charme solcher Routen) dann würde ich mit Temp unter Null rechnen plus Wind Chill plus sehr kalten Boden. Die Sonne kommt im September nicht mehr an alle geschützen Schlafplätze. Und an den weniger geschützten Plätzen ist es oft zugig und dann auch das Zelt ggf sehr laut. Warst du mit dem Plex auch in Island? So ein Zelt wäre für mich (sicherheitsorientierte Person) nicht meine erste Wahl im Herbst in den Alpen. Auch hier würde ich mich vielleicht an die Wettervorhersage kurz vorher orientieren. Die Evazote hilft dir eine Nacht mit ggf kaputter Matte zu überstehen, ist ein guter Temperatur Boost für die Xlite. Und du hast immer einen trockenen Platz zum hinsetzen untertags.

    Und noch eine Kleinigkeit: es ist kein Kabel bei der Elektronik aufgeführt?

    Mit etwas Wetter Glück wird das sicherlich eine super Herbstwanderung! Bin schon etwas neidisch. ^^

  • Ich habe gerade nochmal dein Essen angesehen. Ich finde 2400 kcal zu wenig für einen Tag in den Bergen mit ordentlich Höhenmeter und dann noch die Kälte. Ich würde mit min. 2600-2800 kcal rechnen. Ich komme mit einem Kalorien Defizit in den Bergen oder wenn es kalt ist nicht zurecht. Aber da ist natürlich jeder Jeck anders. Mir ist es wichtig ausreichend Essen dabei zu haben, da durch Mangel an Kohlenhydraten verursachte Müdigkeit, schlechtere neuromuskuläre Reaktion etc ein Sicherheitsrisiko darstellen. Szenario: Es ist kalt, man muss vom Berg runter. Dem Körper fehlen Kohlehydrate. Der Steig ist anspruchsvoll, verlangt saubere Tritte und meine Muskeln machen dicht oder meine Konzentration lässt nach? Nicht mein Wunsch Szenario. Oder man muss einen Tag schlechtes Wetter in einem Winterraum, Biwakhütte etc aussitzen. Eine extra Portion Essen oder eine Packung Fruchtleder sind für mich ein echter Moralbooster.

    Ich schau so genau hin, da ich für den Herbst 2026 eine im Umfang wahrscheinlich vergleichbare Tour im Piemont plane.

  • Vorweg: Ich war noch nie in den französischen Alpen, jedoch schon öfters im Herbst in den Ostalpen (DE, AT, IT) für mehrtägige Touren. Die Bedingungen schätze ich aber als grundsätzlich ähnlich ein. Sollte ich falsch liegen, darf man mich gerne korrigieren. :)

    Ich schließe mich Kay an und finde deine geplante Ration an Verpflegung mit 550g pro Tag zu gering. Mir würde das nicht reichen. Ich peile im Schnitt 700g für einen vollen Wandertag an, wenn ich nicht unterwegs einkehren kann oder so. Esse ich tagsüber zu wenig, werde ich unkonzentriert und bin nicht mehr so trittsicher. In alpinem Terrain möchte ich das vermeiden. Solltest du aber planen zwischendurch in Hütten etc. einzukehren, reicht die Menge vielleicht doch. Da jedoch der Hunger auf Tour unterschiedlich ist, kannst du auch überlegen, was du ansonsten auf längeren Touren ohne Nachkaufoption brauchst.

    Zum Schlafset-Up: Ich weiß nicht, welche Komforttemperatur dein Apex-Quilt hat - irgendwie habe ich noch nicht durchblickt welche Stärke an Apex mit welcher Menge an Daunenfüllung vergleichbar ist. Jedoch würde ich nachts von Temperaturen ausgehen, die auch mal leicht unter den Gefrierpunkt gehen können. An exponierten Stellen kann es dann im Zelt von ZPacks zugig werden. Im zugigen einwandigen Zelt brauche ich mehr Kleidung als im Double Wall mit Solid Inner.

    Als Puffy würde mir im September in den Alpen ein 67er Apex Hoodie nicht ausreichen. Ich finde meinen selbstgenähten mit 100er Apex schon nicht wirklich warm genug. Mir wird aber auch schnell kalt, wenn ich nicht in Bewegung bin. Die wasserdichten Socken würde ich weglassen. Solltest du die auch als Campschuhe nutzen wollen, würde ich von einer schnelleren Abnutzung und somit einer nachlassenden Wasserdichtigkeit ausgehen. Dafür wären mir die Socken zu teuer. Regenjacke + Regenhose + Regenschirm finde ich etwas viel. Den Schirm würde ich an deiner Stelle weglassen, sollte die Vorhersage nicht sehr viel Regen zeigen. Wozu brauchst du das Handtuch? Falls du zwischendurch in einer Hütte duschen möchtest, reicht auch ein halbes. Apropos Hütte: solltest du dort auch übernachten wollen, brauchst du einen Hüttenschlafsack.

  • Ein 230er Apex Quilt reicht garantiert für wenige Minusgrade… So -2 bis -3 Grad!

    Allerdings solltest du in betracht ziehen, das, wenn man total ausgepowerd ist, man schneller friert!

    Ich weiß ja nicht, ab du schnell frierst oder eher kälteunempfindlich bist.

  • Ein 230er Apex Quilt reicht garantiert für wenige Minusgrade… So -2 bis -3 Grad!

    Allerdings solltest du in betracht ziehen, das, wenn man total ausgepowerd ist, man schneller friert!

    Ich weiß ja nicht, ab du schnell frierst oder eher kälteunempfindlich bist.

    Also ich bin da echt skeptisch. Ich denke, mir wäre das zu kalt. Das Zelt ist ja auch ziemlich luftig.

    Ich hatte über 600 Gramm Daune im Sack und mir war nicht zu warm nachts oben.

    Valandre Bloody Mary - Down sleeping bag
    3 season sleeping bag, The GOLD AWARDED Bloody Mary sleeping bag, awarded by the EUROPEAN OUTDOOR INDUSTRY in 2009, offers a wide range of versatility. A…
    de.valandre.com
  • Da ihr zu 4 unterwegs seit hat evtl. der ein o. andere zu optimistisch eingepackt und es könnte im Fall getauscht werden worauf man sich halt nicht verlassen kann. Kältempfinden ist halt bei jedem anders und erst wenn man mal friert und nicht mehr warm wird, dann wird es sehr unangenehm. Selbst bei 0Grad und dann noch Wind Chill alles sehr ungünstig ist es schon lebensbedrohlich. Im Winter schleppt man halt immer viel mehr mit außer man hat die Highh End Ausrüstung. Da du schreibst du frierst schnell würde ich doch in allen Bereichen ein guten Puffer einbauen. Quilt oder Schlafsack wenn nichts anderes zur Verfügung steht halt mit Kleidung aufwerten doch die braucht auch Platz im Schlafsystem.

  • Da ihr zu 4 unterwegs seit hat evtl. der ein o. andere zu optimistisch eingepackt und es könnte im Fall getauscht werden worauf man sich halt nicht verlassen kann. Kältempfinden ist halt bei jedem anders und erst wenn man mal friert und nicht mehr warm wird, dann wird es sehr unangenehm. Selbst bei 0Grad und dann noch Wind Chill alles sehr ungünstig ist es schon lebensbedrohlich. Im Winter schleppt man halt immer viel mehr mit außer man hat die Highh End Ausrüstung. Da du schreibst du frierst schnell würde ich doch in allen Bereichen ein guten Puffer einbauen. Quilt oder Schlafsack wenn nichts anderes zur Verfügung steht halt mit Kleidung aufwerten doch die braucht auch Platz im Schlafsystem.

    Ich habe die eine Zeile mal gemopst....

    Climashield Apex g/m² (oz/yd²)CLO-WertKomfort °Ckalte Schläferwarme Schläfer
    Apex 233 g/m² (7 oz/yd²)CLO 5,63°C10°C–4°C
    Apex 200 g/m² (6 oz/yd²)CLO 4,86°C12°C0°C


    Die Bekleidung ins Schlafsystem mit einzubeziehen halte ich für fragwürdig. Die normale Oberbekleidung sollte meiner Meinung nach die Reserve sein, wenn es unerwartet noch kälter wird. Zudem könnte sie auch mal nass sein, weil man sie tagsüber anziehen musste. Eine reine "Camp- und Pausenjacke" würde ich dagegen bis zu einem gewissen Grad mit in die Schlafausrüstuing mit einrechnen. Der Hexatrek wählt ja gerne die exponiertere Route mit den extra Höhenmetern. Ich würde auch den Fokus auf warme und trockene Hände legen.

    Die letzten beiden Bilder zeigen das "Refuge de Bise". Beim letzten Bild blickt man quasi Richtung Genfer See. Ich glaube der Hexatrek führte sogar oben über die Grate.

    Einmal editiert, zuletzt von Carsten K. (31. August 2025 um 14:44)

  • Danke für die ganzen Tipps! Die Refuge de Bostan Froissard hat mir geantwortet - sie meinen wir benötigen für den Hexatrek in unserem Zeitraum keine Spikes oder spezielle Ausrüstung und so. Also nehme ich jetzt keine mit, und wenn es unerwartet doch schneit und zu gefährlich vom Wetter wird müssen wir halt absteigen oder woanders lang. Die ganzen Refugien unterwegs werden auf jeden Fall immer nach ihrer Einschätzung befragt.

    Und genau, im Schlafsack wird die lange Polartec Alpha Hose und die Puffy angezogen, damit hab ich schon erfolgerich bei -4° auf dem Balkon übernachtet und letztes Jahr auf Island bei orgendlich Wind um die Null Grad herum. Ebenso das Plex Solo, hat mich auch in Island warm und trocken gehalten (ohne Gehörschutz aber nicht auszuhalten), da sollte das in den Alpen auch funktionieren. Zur Not sind wir zu viert und es gibt genug Platz in anderen Zelten falls eines kaputt geht.

    Zum Thema Essen - wir kommen glaube ich in einem Dorf unterwegs vorbei und an mehreren Refugien, da dachte ich mir kaufe ich mir weitere Snacks dazu damit ich nicht verhungere. Aber unsere Wanderung ist ja auch nicht so lang, ein Kaloriendefizit ist da sowieso dabei, und für ein paar Tage komme ich damit gut klar.
    Was ich tatsächlich ganz vergessen hatte ist ein Hüttenschlafsack falls wir doch mal übernachten wollen - dann hab ich auch gleich noch eine weitere Schicht im Quilt mehr.

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