Ist Blitzschlaggefahr geringer in DCF Zelten?

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  • Im alten, blauen Forum gibt es einen Thread, über die Gefahr des Blitzschlags, bei Trekkingstöcken, die als Zeltstangen genutzt werden.

    Da es aber das alte Forum ist, wo 3000000 Millionen Newbies sind und viel weniger Experten, wie hier, hahahahaha, stelle ich die in mir aufkeimende Frage mal hier:

    Ist man, falls der Blitz einschlägt , zum einen direkt, zum anderen in unmittelbarer Nähe, in einem DCF Shelter besser geschützt, als in einem durch Nässe getränkten Nylon o.ä. Zelt oder gar draußen, in der Hocke in einer Kuhle mit geschlossenen Füßen?

    Immerhin ist man da ja in eine Hülle aus Plastikfolie gehüllt.

    Was ist eure Meinung, oder gar Wissen darüber?

  • Wer glaubt, dass Materialauswahl bei einem direkten Einschlag ins Zelt nennenswerten Einfluss hat, sollte ggf. zusätzlich ein paar Heilsteine oder Talismane dabei haben.


    Der wirksamste Schutz in einem solchen Szenario dürfte die Isolation zum Boden in Form einer Isomatte sein.


    Dazu bliebe zu hoffen, dass sich durch Dreck und Regen eine etwas leitfähige Schicht gebildet hat, so dass der Weg, für den der Strom die küzeste Zeit braucht, nicht durch einen selbst geht.


    Sinnvoller wäre es, sich das Blitzkugelverfahren zu erschließen, so dass man seinen Schutzort so auswählen kann, dass es nicht zum Einschlag in unmittelbarer Nähe kommt.

    UL wobei das L auch für Luxus stehen kann 😅

  • Moin RaulDuke!
    Das hat jetzt nicht direkt mit Deiner Frage zu tun ...

    Aus meiner alpinen Zeit weiß ich noch, dass es unser Bergführer in der Ausbildung gut zusammengefasst hat.

    Vor dem Gewitter: Runter vom Berg – so flott, wie man es gerade noch verantworten kann.
    „Lustigerweise“ hatten wir während unseres Gletscherkurses genau diese Situation. Ich habe Joachim nie wieder so konzentriert und schnell mit uns absteigen sehen.

    Das Problem am Berg ist, dass ein Blitzeinschlag weitreichende Kriechströme erzeugt.
    Ist man während des Gewitters noch unterwegs, entstehen die meisten Verletzungen nicht durch direkten Blitzschlag, sondern durch einen Sturz. Eine leichte Muskelkontraktion im falschen Moment kann fatal enden.

    Daher war die Ansage: Im Gewitter bleiben, wo man ist, bzw. sich einen geschützten Ort suchen.
    Also weg von Graten und anderen markanten Erhebungen – und eine Stelle finden, die möglichst wenig dem Regen ausgesetzt ist.
    Sich wind- und regensicher einzupacken, versteht sich von selbst. Zudem sollte man versuchen, irgendwie vom nassen Boden wegzukommen.

    Bei uns kam als unterste Schicht der nasse Rucksack, dann – hoffentlich im Seilsack transportiert – das trockene Seil, und darauf dann man selbst. Wer ein Stück trockene Evazote dabeihatte, nutzte dieses als oberste Schicht.

    Es geht also hauptsächlich darum, den Stromfluss zu minimieren.

    VG. -wilbo-

  • Das Thema ist durch Einzelschicksale emotional stark aufgeladen.
    (Einer meiner damaligen Mitstudenten hat sogar einen direkten Blitzschlag überlebt! Er hatte Glück und ein zufällig anwesender Arzt hat ihn wieder reanimiert)

    Also habe ich ChatGBT nach einer Wahrscheinlichkeits-Abschätzung gefragt.


    1. Basiswahrscheinlichkeit

    • Durchschnittliches Risiko in Deutschland, vom Blitz getroffen zu werden:
      1 zu 6.000.000 pro Jahr

    2. Campen: 6 Wochen (42 Tage) im Freien

    • 42 Tage = ca. 11,5 % des Jahres
    • Aber: Nicht jeder dieser Tage ist gefährlich – nur bei Gewitter und ungeschütztem Aufenthalt im Freien

    3. Erhöhtes Risiko durch Aufenthalt im Freien

    • Studien schätzen:
      Für Menschen, die sich häufig im Freien aufhalten (z. B. Wanderer, Camper, Golfspieler), ist das Blitzrisiko etwa 5- bis 10-fach höher
    • Gilt vor allem bei fehlendem Schutz vor Gewittern

    Wenn du 6 Wochen im Jahr campst und dich nicht aktiv vor Gewittern schützt, steigt dein Risiko deutlich:

    • Statt 1 zu 6.000.000 → etwa 1 zu 600.000 pro Jahr
    • Klingt viel – ist aber immer noch ca. 40-mal seltener, als im Straßenverkehr zu sterben
      (Risiko dort: ca. 1 zu 15.000–20.000 pro Jahr)
  • Das Thema ist durch Einzelschicksale emotional stark aufgeladen.
    (Einer meiner damaligen Mitstudenten hat sogar einen direkten Blitzschlag überlebt! Er hatte Glück und ein zufällig anwesender Arzt hat ihn wieder reanimiert)

    Also habe ich ChatGBT nach einer Wahrscheinlichkeits-Abschätzung gefragt.



    2. Campen: 6 Wochen (42 Tage) im Freien

    • 42 Tage = ca. 11,5 % des Jahres
    • Aber: Nicht jeder dieser Tage ist gefährlich – nur bei Gewitter und ungeschütztem Aufenthalt im Freien

    OT: Bezieht sich auf das von mir kursiv gesetzte: Diese Antwort erinnert mich stark an pubertierende Besserwisser - kann KI pubertieren? ;)

  • Vor einigen Jahren gab es mal von Kai Sacki Sackmann ein Video zum Thema Gewitter. Ich habe es mir jetzt nicht nochmal angeschaut, um die Dinge zu prüfen. Kenne mich auch nicht damit aus. Habe es nur damals interessiert angeschaut, weil es mich einfach stresst, wenn es beim Hiken gewittert. Das passiert ja u.a. auch häufiger im Juli/August im deutschen Mittelgebirge, wo ich gerne unterwegs bin. Ich mag es wirklich sehr, in Deutschland unterwegs zu sein. Aber diese "Sommergewitter" auf Touren gehen mir echt auf den Sack. :rolleyes: Diesbzgl. fand ich meine nahezu gewitterfreien 3500 km Caminos in Spanien bisher immer sehr entspannt. Wird vermutlich auch Statistiken geben, welche Gewitter (und Blitzeinschläge) mit Regionen in Beziehung setzen.

    EDIT Infos aus ChatGPT: 
    Spanien erlebt deutlich mehr Blitze in absoluten Zahlen – 2024 fast eine halbe Million CG-Blitze – verglichen mit ~210.000 in Deutschland. Pro Quadratkilometer kann die Blitzdichte im Höhepunktmonat in Spanien sogar höher sein als im deutschen Mittel. Gewittertage hingegen sind in beiden Ländern vergleichbar; allerdings treten in Spanien lokal häufiger Gewitter auf (insbesondere Gebirgsregionen).

    Einmal editiert, zuletzt von dee_gee (15. Juli 2025 um 13:07)

  • Der beste Schutz gegen Blitzschlag (ähnlich wie gegen Nuklearwaffen) ergibt sich durch das doppelte Falten einer Zeitungsseite. Diese wird dann mit beiden Händen über den Kopf gehalten. Für mehr Mobilität kann man die Zeitungsseite auch als Kopfbedeckung (sog. Malerhut) tragen.

  • questor | hangloose

    DCF nimmt überhaupt kein Wasser auf!

    Das Wasser, in Wilbos Bericht, lag auf der Oberfläche auf, in Form von Tropfen.

    Das kann natürlich auch von innen passieren, bei viel Kondensation.

    Aber Plastikfolie nimmt keine Feuchtigkeit auf…

    Mnjoa, wir könnten jetzt darüber diskutieren, war aufnehmen heißt - und was Oberfläche ist. Der Test verglich aber das ursprüngliche mit dem Gewicht ausgeschüttelter Tarps nach Regen. Wenn die Faser die Feuchtigkeit nun nicht aufgesogen hat, sondern die Nässe an der faltigen, unebenen Oberfläche derart anhaftet (und nicht nur aufliegt), dass sie sich nicht ausschütteln lässt, ist der theoretische Effekt für das von dir hier zur Disposition gestellte Prinzip ja derselbe - das Zelt ist nass. Und zwar gemäß dieser Messereihe sogar noch nasser als die Sil-Vergleichskandidaten, womit DCF dort keinen Vorteil, sondern vielmehr einen Nachteil hätte - wäre die Frage an sich hier nicht längst als in der Praxis völlig abwegig abgehakt.

    "Not all those who wander are lost"

  • Nur aus Neugier – nicht dass es tatsächlich UL-relevant wäre:

    Was für eine Art von Faraday'schem Käfig bräuchte es denn, um einen sicheren Unterstand zu bekommen? Ich vermute, Hasendraht reicht nicht :D: Aber welche Metalldicke und Maschenweite bräuchte es?

    Ist ein Wellblechschuppen im Wald ein sicherer Unterstand?

    Habe gerade gelesen, das Boote mit Massebändern geschützt werden. Googles Übersicht mit KI:

    Zitat

    Ein Masseband (oder Erdungsband) an einem Sportboot ist ein wichtiger Bestandteil des Blitzschutzes, der dazu dient, die Auswirkungen von Blitzeinschlägen zu minimieren. Es stellt eine leitende Verbindung zwischen verschiedenen Metallteilen des Bootes und dem Wasser her, um die elektrische Ladung eines Blitzes abzuleiten und so Schäden am Boot und seinen Bewohnern zu verhindern.

    Also eine Art Blitzableiter. Ich vermute, sowas am Zelt, wenn überhaupt machbar, würde nur gegen direkten Blitzschlag was bringen und nichts gegen viel wahrscheinlichere Schläge im 30-m-Umkreis. Liege ich da richtig?

    Finde das Thema schon spannend, weil ich selbst gehörigen Respekt (a.k.a. Schiss) vor Gewittern habe. Insbesondere solchen, die nachts aufziehen, wenn man mehr oder weniger immobil ist. Diesen Sommer gerade wieder passiert...

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