UL-Rucksäcke aus Stoffresten

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  • Bei mir haben sich im Laufe der Zeit viele Stoffreste, Materialien und Kleinteile angesammelt, die zwar viel zu schade zum Wegschmeißen sind, aber auch irgendwie nicht für ein neues Projekt reichen. Deswegen habe ich mir vorgenommen, alle halbwegs passenden Stücke (soweit möglich) in Rucksäcken zu verbauen und nur das Nötigste nachzukaufen. Dafür habe ich mein Schnittmuster für den Alltagsrucksack abgewandelt und einen einfachen UL-Rucksack erstellt. Die Grundmaße sind ca. 14cm x 27cm x 70cm und man hat ca. 30L Volumen.

    Schnittmuster

    Bis jetzt habe ich vier Rucksäcke ausschneiden können und hatte tatsächlich sehr viel Spaß dabei, die Reste zu kombinieren und zu schauen, was irgendwie zusammenpasst :)

     

    Der Rot/Graue ist ein bisschen wild geworden, aber der Gelb/Schwarze gefällt mir richtig gut. Für das gelbe Silpoly habe ich die Nähte aufwendiger gestaltet und einen Streifen Gridstop eingenäht, sowie alles am Ende einmal abgesteppt. Ich denke, so sollte das auch gut halten. Hier ein paar Detailbilder:

     

     

     

     

     

     

    Und natürlich das Wichtigste: Der Rot/Graue wiegt 326g und der Gelb/Schwarze 242g! :)

    2 Mal editiert, zuletzt von nivi (18. Mai 2026 um 18:42)

  • Einfach klasse! 👍

    Ich steh ja total auf Resteverwertung. (Im Bushcraftbereich hab ich mir vor Jahren mal eine komplette 0 €-Ausrüstung nur aus Resten/Fundstücken zusammengebastelt, war ne selbstgestellte Challenge. Sah natürlich nicht so gut aus wie deine Rucksäcke, nivi 😄)

    Falls du sowas auch planst und Spaß daran hast - was ich ja deinen Aussagen entsprechend stark annehme - kannst du mich gern nach Material fragen, so z. B. Leiter- oder Kippschnallen, Fastexverschlüssen oder was auch immer du gerade brauchst und dazukaufen müsstest. Kostet dich dann auch nix. Ich schick dir das gern auch auf meine Kosten, um deine Projekte "real 0 €" zu machen😉 Ich hab einen Riesenfundus - und meine biologische Halbwertszeit dermaßen überrschritten, dass ich das eh nie alles verbasteln kann.

    LG schwyzi

  • Falls du sowas auch planst und Spaß daran hast - was ich ja deinen Aussagen entsprechend stark annehme - kannst du mich gern nach Material fragen, so z. B. Leiter- oder Kippschnallen, Fastexverschlüssen oder was auch immer du gerade brauchst und dazukaufen müsstest. Kostet dich dann auch nix. Ich schick dir das gern auch auf meine Kosten, um deine Projekte "real 0 €" zu machen😉 Ich hab einen Riesenfundus - und meine biologische Halbwertszeit dermaßen überrschritten, dass ich das eh nie alles verbasteln kann.

    Das ist mega lieb! Darauf komme ich gerne mal zurück :)

  • Wenn es OK ist dann hänge ich mich hier Mal ran:

    Pa'lante Simple Pack aus Stoffresten von alten Ruckis, Rucksackregenhüllen, Badeshirts, alte Straßenwärterlatzhose usw. Der rote Stoff ist grössten Teils 500er Cordura das ich aber schon seit 15 Jahren im Fundus habe. Der einzige Stoff der einigermaßen neu war ist das Ultrastretch der Bodentasche. Die Schnallen waren im Prinzip neu, aber bei dem coolen Schnitt und den Farben hatte ich dann am Schluß doch einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und habe es nicht über's Herz gebracht alte 25 mm Schnallen zu verwenden (20 mm Schnallen und kleiner sind bei alten Rucksäcken dünn gesäht).

    Das Rucksack- Schnittmuster ist übrigens toll IMHO. Was Rucksäcke angeht bin ich zwar kein Anfänger, aber etwas aus der Übung. Ich war neugierig und wollte unbedingt Mal sehen wie die Profis heutzutage Ihre Ruckis fertigen. Im Falle von Pa'lante war das im Prinzip genauso ernüchternd wie bei Sixmoondesigns. Ich habe seinerzeit jedenfalls meine Rucksäcke deutlich aufwändiger und stabiler gefertigt, dafür waren sie aber nicht so todschick. Wenn Pa'lante aber mit dieser Fertigungstechnik hinkommt- dann hält das bei mir allemal.

    Schön war auch zu sehen in welcher Reihenfolge sie ihre Stoffe zusammennähen. Da konnte ich mir tatsächlich das ein oder andere abschauen. Das Anleitungsvideo ist übrigens bei Youtube. Das Design der Schulterträger und der Schulterträgertaschen ist IMHO spitze. 3D-Mesh und(!!!) Schaumstoff für die Schultergurte ist einfach superkomfortabel.

    Der Preis für den Schnittmusterdownload ist IMHO OK, allerdings muss man das bei einer Plandruckerei ausdrucken lassen da überall die Bemaßung fehlt. Ich konnte das hier in der Provinz nicht machen und habe deshalb einen ganzen Stapel Din A4 Zettel zusammengeklebt was einerseits zu (nicht sehr relevanten) Ungenauigkeiten geführt hat und andererseits wirklich genervt hat||. Abgesehen davon kann ich das Schnittmuster empfehlen.

  • Geil wäre da auch ein Laser Plotter.

    Fällt mir erst jetzt auf, aber wenn man nicht riesige Tarppanele zuschneidet, sondern nur vergleichsweise winzige Rucksackschnipsel dann hält sich das auf den Knien herum rutschen in Grenzen. Hurra!

    Ich mache jetzt erstmal noch ein Paar Rucksäcke...

  • Ich habe ja schon gedacht nach dem letzten Rucksack wären die farbigen Stoffe so langsam aufgebraucht und ich müsste mich wieder auf grün und schwarz beschränken, da komme ich gestern Nachmittag an einer "Zu verschenken Box" vorbei:

    Polyester- Stretch Shirt und himmelblauer Turnbeutel. Der Farbrausch geht also weiter. Juhuuu

  • Passt schon, da muss man die Post nicht für bemühen. Die Überflussgesellschaft ist auch im Süden voll am Start. ;)Upcycelt euer Zeugs gerne selbst, ich kümmere mich derweil um Südostoberbayern. Buy local oder so ähnlich.8o

    Aber danke für das Angebot....

  • nivi  Christian Wagner  Walkin' und alle Upcycling-Freunde. Ich fühle mich inspiriert meine Restekiste zu leeren und einen Tages-Rucksack zu nähen. Habt ihr Erfahrungswerte, ab wann ein Stoff zu dünn ist? Ich habe einige Stoffreste um die 30-40g/qm, die ich für Windjacken oder Apexkleidung verwendet habe. Meint ihr das geht, wenn ich die Nähte gut einfasse? Der Rucksack wird mit maximal 4-5kg belastet werden. Davon bis zu 3 Liter in Form von einer Wasserflasche rechts und link in den Seitentaschen.

  • 30- 40 gr/qm ist schon sehr leicht. Ist das silikonisiertes Nylon? Falls ja, dann ist die Reiß- und Weiterreißfestigkeit bei den niedrigen, von dir angepeilten Gewichten denke ich OK wenn du die Ansatzpunkte für die Schultergurte verstärkst. Oben mit einem untergelegten, stabilen Stoffstück, ich nehme da gerne 20x10 cm und unten mit einem gr0ßzügigen "gusset" in der Seitennaht.

    So viele Hauptnähte wie möglich müssen, gerade bei diesen leichten Stoffen, umgenäht werden (flat felled, weis gerade nicht wie das auf deutsch heißt). So dass möglichst immer zwei Nahtreihen gleichzeitig tragen. Eine echte Kappnaht ist IMHO nicht notwendig, wer guckt sich schon den Rucksack von innen an.

    Was aber problematisch ist, ist die Abriebfestigkeit. Diese ist die Hauptbelastungsart bei Rucksackstoffen. Ich würde daher für den Rucksackboden ein deutlich stärkeres Material verwenden (mindestens alte Treckinghose, Sporttasche oder Turnbeutel). Gerne doppele ich mittlerweile den Rucksackboden mit einer elastischen Bodentasche mit Trashport auf. Das ist sowieso die coolste Erfindung im Rucksackbereich ever. So wird erst einmal die Bodentasche verschlissen bevor der eigentliche Rucksackboden dran ist. Das gleiche gilt für die Rucksackseiten und die Front. Da können gerne großflächige Mesh- oder sonstige Taschen dran. Dann wird der Rucksackstoff kaum mehr direkt durch scheuern belastet.

    Der neongelbe Rucksack von neulich hat Stoff mit 75gr/qm (Boden ist da aus Cordura 500), das ist wahrscheinlich eine gute Kombi. Das "Rot" bei dem bunten etwas Rucksack weiter oben ist ebenfalls ein 500er Cordura. Das ist an der Rucksackfront und -rücken sicherlich overkill, am Boden passt es aber.

    Meine alten Rucksäcke waren komplett aus einfachem Nylon mit gut 100- 150 gr/qm gemacht und haben weit um die 20 Jahre und etliche Touren, auch im Gebirge, überstanden.

    Ich bin ja ein Freund davon die Grenzen zu verschieben, deshalb sage ich dir "mach und berichte", ich habe auch schon Rucksäcke aus 45 gr/qm Silnylon gemacht die gut funktionierten, aber heutzutage habe ich auch nichts dagegen wenn der Rucksackstoff etwas stabiler ist.

    HTH, Christian

  • nivi  Christian Wagner  Walkin' und alle Upcycling-Freunde. Ich fühle mich inspiriert meine Restekiste zu leeren und einen Tages-Rucksack zu nähen. Habt ihr Erfahrungswerte, ab wann ein Stoff zu dünn ist? Ich habe einige Stoffreste um die 30-40g/qm, die ich für Windjacken oder Apexkleidung verwendet habe. Meint ihr das geht, wenn ich die Nähte gut einfasse? Der Rucksack wird mit maximal 4-5kg belastet werden. Davon bis zu 3 Liter in Form von einer Wasserflasche rechts und link in den Seitentaschen.

    Hi Kay,

    Maybe.

    It sort of depends on the fabric and your ability to make a seam/s?

    You have Nylon or Silpoly in the 15D or 20D gauge? Is that right?

    Making sure the shoulder str aps don't rip off the body would be quite a challenge. Make samples and start trying to rip them.

    Whatever you do, I'm really looking forward to see what you come up with.

    Cheers

    W

    16 Mal editiert, zuletzt von Walkin' (18. Juni 2026 um 00:25)

  • Also um die Reissfestigkeit würde ich mir keine großen Gedanken machen, so lange die Nähte ordentlich Nahtzugabe haben und gut versäubert sind. Abrieb ist tatsächlich ein Thema, wie Christian schon geschrieben hat. Ich habe seit Jahren einen kleinen Tagesrucksack aus einem alten Gleitschirm. Das Material ist inzwischen unbeschichtet und dürfte so ca. 30g/m2 haben. Wie gesagt, funktioniert seit Jahren, aber der Boden scheuert langsam durch.

    Mach´s einfach!

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