Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • 4 Tage, 150km


    In Grants habe ich keinen Beitrag verfasst, da ich keinen richtigen Stop gemacht habe. Es ist kein Hitch nötig, dadurch konnte ich einfach kurz einkaufen, Handy laden, essen und weiterlaufen.

    Der Abschnitt von Cuba nach Grants war für mich wahrscheinlich der schönste in NM. Läuft sich angenehm, und die Ausblicke über die Wüste sind einfach cool. Auch auf Mt. Taylor hochzulaufen, hat mir gefallen, leider hatte ich ausgerechnet an diesem Tag ein bisschen Pech mit dem Wetter, aber immerhin noch ein letztes Mal über 3000m. Es zeigt sich dort auch mal wieder die faszinierende Vielfalt der Landschaft in New Mexico, abends pennt man noch in der Wüste, am nächsten Mittag steht man oben in Nadelwäldern und Espen.

  • WonderBär danke :)

    in NM waren die Temperaturen nachts meist um die 0°C. Mal bisschen drunter, mal bisschen drüber, auch schlafplatzabhängig: z.B. hab ich in der Gila immer unter Bäumen übernachtet und hatte dadurch nie gefrorene Schuhe, das ging anderen, die unter offenem Himmel übernachtet haben anders :D

    Wasser war in NM ein großes Thema. Glücklicherweise gab es v.a. ab etwa Grants recht viele Caches von locals, ab Lordsburg für die letzten 100km oder so gibts dann auch die offiziellen von der CDTC. Ansonsten meistens Kuhtränken, mal bessere, mal schlechtere. Aber richtig schlimmes Wasser gabs so gut wie nie, bzw. konnte man das weitgehend vermeiden. Die Tränken waren oft ziemlich veralgt, aber das Wasser war klar und hat meist gut geschmeckt. Nur einmal, interessanterweise bei einer Quelle, hats stark nach Kuhfladen geschmeckt. Ich füg in den nächsten Beiträgen ein paar entsprechende Fotos ein.

  • Pie Town.


    3,5 Tage, 145km.

    New Mexiko ist nach wie vor sehr vielfältig. In den letzten Tagen bin ich sehr viel über Kuhweiden gelaufen, große Grasflächen mit nur wenigen Büschen und Bäumen, was zwar nicht sehr spektakulär ist, dafür kommt man sehr gut vorwärts. Aber zwischendurch bin ich zum Beispiel auch durch Canyons gelaufen oder über ein riesiges Lavafeld.
    Ich bin nun in Pie Town angekommen, einem der kleinsten Orte entlang des Weges, tatsächlich so klein, dass es hier nicht mal einen Laden gibt. Deswegen habe ich mir ein Paket mit Essen für die nächsten Tage postlagernd an die Post hier geschickt, das ich gleich abholen werde. In der nächsten Etappe kommt nun ein letztes großes Highlight, die Gila River Wilderness gilt als eine der schönsten Gegenden entlang des CDT und wird auch noch mal eine Abwechslung zu der wüstenartigen Landschaft der letzten Wochen. Teil der Abwechslung wird sein, dass es dort wieder reichlich Wasser gibt. Vor allem in der letzten Woche gab es praktisch gar keine natürlichen Wasserquellen, Wasser findet man eigentlich nur auf zwei Arten, entweder Kuhtränken, das können befestigte wannenartige Tränken sein oder auch einfach mal ein großer Traktorreifen mit einer Plane drin. Wie die Wasserqualität ist, könnt ihr euch vermutlich vorstellen. Ansonsten gibt es zum Glück immer wieder Einheimische, die an strategisch günstigen Stellen ein paar Liter Wasser hinstellen und manchmal vielleicht noch sogar ein paar Coladosen oder ähnliches.
    Ich habe nur noch ungefähr zwei Wochen, bis ich an der Grenze angelangt bin!

  • lampenschirm toller bericht, danke dafür. das sieht alles sooo heiß aus...nach zwei heissen tagen in DE bin ich schon am stöhnen.
    frage: ich habe gerade deine packliste gesehen, gibt es sachen die sich nicht bewährt haben auf deinem trail, oder was besonders gut?

    dank dir,


    schönen gruss


    heff

  • Haha :D Tatsächlich wars in NM tagsüber super angenehm, meist so etwas über 20°C.

    Ich werde, wenn ich den Bericht hier fertig habe, noch einen eigenen Gear Review Thread aufmachen. Insgesamt kann ich sagen, dass die Ausrüstung, so wie sie war, ziemlich gut funktioniert hat. Manches etwas besser, manches etwas schlechter, aber Totalausfälle gabs nicht. Probleme haben hin und wieder die Heringe gemacht, je nach Boden, und die Regenjacke war irgendwann an manchen Stellen nicht mehr ganz dicht. Außerdem musste ich die Stöcke auswechseln, weil die Spitzen in den Stock hineingedrückt wurden, das gleiche passierte dann kurz vor Ende nochmal mit dem Ersatzpaar. Sehr zufrieden war ich mit dem Tarp und der Puffy.

  • Lordsburg.

    3,5 Tage, 120km

    Lordsburg, der letzte townstop vor der Grenze! Ein letztes mal Essen kaufen, Geräte laden, Dusche und Wäsche spare ich mir jetzt, und schon am Donnerstag werde ich am Grenzzaun stehen und ich werde es endlich geschafft haben.
    Inzwischen bin ich wieder weitgehend hergestellt und in der Lage, halbwegs normale Taegsetappen zu laufen. Da ich konservativ gerechnet habe, habe ich aber sowieso keine allzu langen Etaplen mehr vor mir. Und inzwischen gibt es auch eine Lösung für das Grenzproblem, auch Ausländer dürfen nun in Begleitung einer Person, die eine ID Card des Kriegsministeriums (sic!) hat, auf Antrag in die National Defense Areas. Da ich sowieso ein Shuttle von der Grenze zurück nach Lordsburg brauche – die einzige Möglichkeit, hierher zurückzukommen außer zu laufen – und mein Shuttlefahrer eine solche ID Card hat, war das zum Glück recht unkompliziert.
    Ansonsten geht das ganze nun recht unspektakulär aufs Ende zu. Den letzten Berg habe ich vorgestern erklommen, nun kommt noch weitgehend flache Hochwüste mit wenig Vegetation und vielen Rindviechern, das Wetter ist mit etwas über 20 Grad und ausschließlich blauem Himmel (habe gestern zum ersten Mal seit mindestens 10 Tagen wieder ein paar Wolken gesehen) auch sehr angenehm. Ist aber auch nicnt schlecht so, Anstrengung war es ja nun wirklich genug.
    So, ich melde mich dann wieder Ende der Woche.

  • Geschafft! Und ein Fazit.


    3,5 Tage, 130km

    So, geschafft. Ein hartes Stücke Arbeit liegt hinter mir. Wie es war? Das erste war das mir dazu einfällt ist „lang“. Es fühlt sich gleichzeitig wie eine Ewigkeit und wie gestern an, dass ich in Glacier National Park an der kanadischen Grenze zu dieser Wanderung aufgebrochen bin. Die Zeitwahrnehmung hat mich immer wieder fasziniert, fast jeder Tag fühlt sich lang an, aber insgesamt ging es doch gefühlt sehr schnell vorbei.
    Es bleiben unzählige Erinnerungen an gute Tage, schlechte Tage, anstrengende und weniger anstrengende Tage, an bestimmte Situationen, Berge, Tiere, Ausblicke und natürlich an viele Menschen, sowohl andere Wanderer, als auch sonstige Begegnungen. Letzten Endes habe ich glaube ich noch gar nicht vollständig realisiert, was ich geschafft habe und dass es jetzt vorbei ist. Obwohl ich so lange auf diesen Moment hingearbeitet habe, ging es dann doch sehr plötzlich vorbei. Ich bin nun schon am Flughafen in Phoenix, warte auf meinen Flug nach Nashville, wo ich noch bis Dienstag bei einem Freund bin, bevor es dann zurück nach Deutschland geht.
    Sehr gespannt bin ich darauf, wie es wird, wieder ein „Zivilleben“ zu führen. Draußen zu sein ist Normalität geworden und ein natürlicher Zustand. Alles was man braucht, im Rucksack zu haben, und einfach nur laufen zu müssen, gibt ein großes Gefühl von Freiheit. Auch wenn man draußen natürlich irgendwo auch vielen Zwängen ausgesetzt ist, bspw. Wasser, Wetter, Zeitplan, Gelände, weiß man doch nach einiger Zeit auf dem Weg, dass man alle Fähigkeiten und Ausrüstung besitzt, um mit dem umzugehen, was der Weg und die Natur einem entgegenschleudern. Es ist eigentlich ein recht simples Leben, auch wenn es sich wirklich nicht immer so anfühlt.
    Auf jeden Fall bin ich erstmal ziemlich zufrieden, dass ich es tatsächlich geschafft habe, den Continental Divide Trail zu laufen.

    Und hier noch die Statistik:

    Tage: 141
    Pausentage: 14
    Gesamt km: 4231km
    Durchschnitt pro Tag: 30km
    Durchschnitt ohne Pausentage: 33,31km
    längster Tag: 50km
    kürzester Tag: 11km
    höchster Punkt: 4350m ü.N.N., Gray’s Peak, Colorado
    niedrigster Punkt: 1278m ü.N.N., NM bei Lordsburg
    allein vs. nicht allein gezeltet: 55 vs. 58 Nächte
    Anzahl Townstops: 28
    durchschnittl km zwischen Orten: 151,1km
    durchschnitt Tage zwischen Orten: 5
    längste Strecke zwischen Orten: 281km
    kürzeste Strecke zwischen Orten: 63km
    kleinster Ort: Leadore, Idaho (106 Einwohner)
    größter Ort: Helena, Montana (32.901 Einwohner)
    Nächte in richtigen Betten: 10
    Duschen: 19
    Schuhe: 5 Paar
    Socken: 9 Paar
    Blasen: 2
    Regentage: 46
    Bären gesichtet (und überlebt): 4 (alle auf einmal)
    Tarantulas: 0!!!
    andere SoBo Wanderer getroffen: 86 (55 Männer, 31 Frauen)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!