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  • Hallo zusammen,

    bisher verlasse ich mich ausschließlich auf GPS, möchte aber auf längeren Touren, die in Zukunft etwas abgeschiedener sein sollen, im Notfall auf die Navigation mit Karte und Kompass zurückgreifen können. Das Handwerkszeug dazu muss ich noch lernen.

    Am liebsten hätte ich den Recta DS 40, der schien mir einen guten Kompriss zwischen Funktionalität und GEwicht zu haben.
    Den scheint es aber nicht mehr zu geben.

    Was nutzt ihr? Was denkt ihr, ist das Minimum das ich benötige?

    Oder glaubt ihr sogar, dass das im 21. Jahrhundert komplett überflüssig ist?!

  • Es hängt sicher davon ab wo du dich bewegst, aber solange es genügend Fixpunkte gibt (wie "da zweigt der Weg ab, da ist der See, also Karte so rum halten") braucht es meiner Meinung nach keinen Kompass. Ich hatte noch nie einen benötigt, ausser im Meer. Ich kann mir einen Kompass sinnvoll vorstellen in Wüsten oder Weglosen Grassteppen oder ahnlichem. Aber sobald da ein Weg ist, solltest du grob wissen wo auf dem Weg du bist, denke ich. Ich hab trotzdem einen am Handy.

    Betr mit Karte wandern - finde ich super. Ist eine reine Gewöhnungssache finde ich. Man muss es nur oft genug tun....

  • Ich habe nur Kompaß und Karte, GPS nutze ich nicht. Eine besonderen Kompaß habe ich dafür nicht, es ist ein Spiegelkompaß (wichtig zum Peilen um seinen Standort auf der Karte zu finden) mit drehbarer Lünette (um einen Kurs in Grad einzustellen). Eine Anlegekante macht die Kartenarbeit etwas einfacher. Einstellmöglichkeiten für Hemisphäre oder Mißweisung brauchte ich bisher (Skandinavien) nicht, aber z. B. in Neuseeland oder Kanada ist das wichtig.

    Ich nutze Silva Ranger SL mit 25 gr sowie Suunto Clipper als Backup, manchmal nur den Suunto.

    Und wie WonderBär sagt, wenn du den Weg und die Karte im Blick behältst wirst du den Kompaß selten aus der Tasche holen. Aber eine Karte ohne Kompaß kann recht nutzlos sein, genau wie ein Kompaß ohne Karte.

  • Der Silva Ranger SL sieht echt gut aus.
    Allerdings sieht der etwas klein (im Sinne von kurz) aus im Vergleich zum Beispiel Suunto A-30.
    Dem fehlt dann aber der Spiegel.

    Laut youtube ist es der beste Survival Kompass der Welt. Na, wenn das so ist, kann ja nichts schief gehen ^^

  • Der Spiegel ist natürlich auch für weitere Anwendungen geeignet.

    Du hast sowas von Recht. Ich hab immer einen Spiegel dabei, für meine Kontaktlinsen, falls meine Brille mal kaputt geht. Den kann ich mir jetzt sparen. Nice. Danke für den Hinweis.

  • Hey .zip , ich habe letztes Jahr nach einem Nachfolger für einen Spiegelkompass von Eschenbach gesucht, den ich aus dem Fundus eines älteren Bergsteigers geschenkt bekommen hatte. Bevor ich etwas über den Nachfolger (Suunto MC-2 Global) schreibe, schreibe ich noch ein paar Sätze zu meiner Erfahrung mit dem alten Kompass.

    Den alten Kompass habe ich aus Liebhaberei und Interesse an der Methodik immer mal wieder beim Wandern genutzt, wenn mir die 80g zusätzlich zur Karte egal waren und ich die benötigte Zeit für die Verwendung auch aufbringen wollte. Einen echten Mehrwert gegenüber einem kleinen Notfallkompass wie dem Suunto Clipper (den ich auch habe) bietet mir der Spiegelkompass, wenn ich durch das Anpeilen (Richtungsmessung) von Geländemarken meine eigene Position bestimme oder umgekehrt durch Richtungsmessung z.B. einen Gipfel identifiziere, weil die erreichbare Genauigkeit der Richtungsmessung mit dem Spiegelkompass viel größer ist. Dadurch lässt sich die eigene Position auf der Karte dann auch genauer bestimmen.

    Exkurs: Über welche Genauigkeiten sprechen wir eigentlich? Kommt im Wesentlichen auf den Kartenmaßstab an. Auf einer 1:25.000er Karte entspricht 1mm auf der Karte 25m im Gelände. Mit dem Spiegelkompass traue ich mir auch unter optimalen Bedingungen nicht zu meine Position (irgendwo auf einer Fläche, also nicht wenn ich auf einer Landmarke wie Gipfel o.ä.) genauer als 50-100m zu bestimmen. Mit einem einfachen Notfallkompass unter optimalen Bedingungen höchstens auf einen Kilometer genau.

    Von Silva hatte ich folgende Modelle angeschaut:

    • Ranger SL - hier war mir der Spiegel zu klein, von der Kompassdose sieht man senkrecht von oben nur die obere Hälfte Moosbär stört dich das nicht?
    • Ranger S - Spiegel ebenfalls zu klein
    • Expedition S - die Kompassdose hatte beim Verdrehen deutlich spürbar Spiel, deshalb war ich etwas enttäuscht von der Fertigungsqualität

    Naja und dann habe ich mir gedacht, wenn ich mir jetzt einen neuen Kompass kaufe, dann möchte ich nicht weniger genau messen können als mit meinem alten.

    Der Suunto MC-2 erfüllt diese Anforderung und fühlt sich wertiger an als der Silva Expedition S. Und dann hat es bei der Modellvariante global bei mir den „will-ich-haben-egal-ob-ich-das-brauch“-Impuls ausgelöst.

  • im Notfall auf die Navigation mit Karte und Kompass zurückgreifen können

    Um zurück in die Zivilisation, d.h. für mich auf einen Weg bzw. eine Straße zu finden, funktioniert der Silva Ranger SL.

    Wahrscheinlich würde da in unkritischem Gelände auch ein Suunto Clipper ausreichend helfen, auf Gletschern bei Whiteout oder in ähnlichen Situationen hätte ich lieber etwas präziseres zur Richtungsmessung.

  • Das stimmt, der Ranger SL wirkt zwar wie ein vollwertiger Kompaß hat aber seine Grenzen. Mit etwas Erfahrung und ohne sich nur auf den Kompass zu verlassen kann man das gut kompensieren, auch der eher kleine Spiegel stört mich da nicht (mehr). Letztlich ist es ein Kompass zum Wandern in strukturiertem Gelände. Whiteout oder einfach Nebel sind eigentlich kein Problem wenn man seinen Standort in Relation zum Ziel definieren kann und den Faktor Zeit mit einbezieht, z.B. mittels Pacer Beads. Linien lassen sich natürlich einfacher finden als Punkte.

  • Hallo zusammen,

    bisher verlasse ich mich ausschließlich auf GPS, möchte aber auf längeren Touren, die in Zukunft etwas abgeschiedener sein sollen, im Notfall auf die Navigation mit Karte und Kompass zurückgreifen können. Das Handwerkszeug dazu muss ich noch lernen.

    Am liebsten hätte ich den Recta DS 40, der schien mir einen guten Kompriss zwischen Funktionalität und GEwicht zu haben.
    Den scheint es aber nicht mehr zu geben.

    Was nutzt ihr? Was denkt ihr, ist das Minimum das ich benötige?

    Oder glaubt ihr sogar, dass das im 21. Jahrhundert komplett überflüssig ist?!


    Wenn du die markanten Wegpunkte (Berge, Seen, usw.) kennst, sowie deinen Standort, dann wird man den nicht unbedingt brauchen. Aber selbst die Karte ist dann unter Umständen nicht nötig.

    Ansonsten wird man die Karte wohl immer "einnorden" müssen, sprich nach Norden ausrichten. Das geht ohne Kompass nicht.

    Somit gehören Karte und Kompass zusammen.

    Suunto MB-6 Global

    Oder von Silva den "Ranger SL" der vielleicht eher preislich und von der Ausstattung her an den Recta ran kommt.

    Silva Kompasse

    Einmal editiert, zuletzt von Carsten K. (1. Februar 2026 um 14:35)

  • Wir nutzen zu den Backup-Karten einen Brunton TruArc 3.

    TruArc3 Compass | Baseplate Compasses | Brunton | Made in USA
    Our best-selling baseplate compass, the TruArc3. Simple to use, accurate, tool-free declination adjustments make it a reliable scouting tool for the outdoors.
    www.brunton.com

    Aber für die Winterkurse an der Glenmore Lodge in Schottland wurde ein umfangreicherer Kompass für die Kartenarbeit / Navigieren ohne Sicht (Pacing/Schritte zählen) verlangt.

    Expedition 4
    Expedition 4 ist ein Standardkompass, der hauptsächlich für fortgeschrittene Benutzer und Profis gedacht ist und aus einem haltbaren Material mit integrierter…
    silvasweden.com
  • wurde ein umfangreicherer Kompass für die Kartenarbeit / Navigieren ohne Sicht

    DAV-Ausbildungskurse dito.

    Habe ich längst alles vergessen, weil ich bei so einem Wetter / zu solchen Bedingungen nicht unterwegs bin. Und der Vorbereitungsaufwand mir zu heftig ist (wenn man nicht endlos viele Karten mitnehmen will, dann zudem: der dauernde Mitdenk-Aufwand).

    Ich lese gern und viel (gedruckte) Karte(n). Aber dank GPS ist der Kompass für mich überflüssig geworden. GPS brauche ich allenfalls kurz, um zu gucken, wo ich auf der Karte bin. Und die Himmelsrichtungen sind ab Start einer Tour dank Sonnenstand grundsätzlich klar.

    Karte/Kompass sind keine Hilfe in zerklüftetem Gelände, insbesondere kleinteiligem, steilen Gebirge. Unschärfen und Verhauer kommen halt vor. Als Mikro-Orientierung funktioniert auf weniger begangenen Pfaden, die sich immer mal wieder verlieren, die Einschätzung des weiteren Wegverlaufs anhand des Geländes und das Ahnen von Spuren am besten. Viele Aussichtspunkte reichen nicht, um den STandort auf der Karte zu bestimmen. GPS - schwupps. Halt zwei Rippen weiter als gedacht.

    Aus einer 1:25K - Karte ist man idR nach 2 Tagen wieder rausgelaufen ... haste die Karte(n) eh elektronisch, kannste auch immer mal wieder kurz GPS gucken. Kann ich nur für "zivilastionsnah" sagen, gilt aber jenseits dessen nur umso mehr denke ich. Mini-Kompass für zur Not die Himmelsrichtung sollte reichen finde ich.

    siehe die Threads --> Geräte zum Navigieren und --> Skills: Navigation

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