Zollproblematik mal andersrum - was zahlen eigentlich Amerikaner, die bei uns Ausrüstung kaufen?

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  • Als jemand, der auch in die USA liefert, habe ich mich schon manchmal gefragt, was die neuen Trumpschen Zolltarife für meine US-Kunden wohl bedeuten mögen. Bislang war es so, dass die Amerikaner für ihre Europa-Importe keinen Cent zahlen mussten - während wir in Europa (wie regelmäßig auch hier im Forum thematisiert) bekanntlich Einfuhrumsatzsteuer und Zoll berappen müssen, wenn wir etwas importieren. Als ich kürzlich für 60 Dollar ein paar Kleinteile in den USA bestellte, schlug das hier inclusive "Auslagenpauschale" von DHL noch einmal mit 18,99 € zu Buche.

    Kürzlich habe ich einen meiner Kunden darauf angesprochen, was sich in der letzten Zeit diesbezüglich bei ihm geändert hat - und erhielt folgende Antwort: "In my experience so far the "tariffs" from Trump haven't caused me to not receive any international packages or to pay any sort of tariff to the post office and I have ordered multiple packages from China and Europe since the tariffs were supposedly started."

    Aus der Perspektive eines amerikanischen Otto-Normalverbrauchers haben die Trumpschen Zölle also anscheinend überhaupt keine Auswirkungen auf private Importe. Mit allerdings einer Ausnahme: die hiesigen Versender haben die Trumpsche Zollpolitik zum Anlass genommen, richtig Kasse zu machen. Konkret bedeutet das, dass ich seit dem Sommer nur noch per DHL Express in die USA liefern kann. Für ein versichertes Päckchen bis 1 kg fallen dafür astronomische 76,20 € an. Dafür ist die Sendung dann zwar innerhalb von drei Tagen in Seattle, aber es scheint ganz so zu sein, dass etliche Profiteure der Trumpschen Politik hier in Europa sitzen.

  • Na, wer hätte das gedacht.

    Nicht jede Berichterstattung ist eben objektiv und vollständig.

    Ich habe heute bei 3f UL auch erstmals Steuern berappen müssen.

    Einmal editiert, zuletzt von ChristianS (28. Dezember 2025 um 11:59) aus folgendem Grund: In den Beiträgen sollen Themen wie ... Politik, ... vermieden werden. Ebenso sollen dogmatische und konfliktträchtige Positionen vermieden werden.

  • Wieso sollte die Behörde (Post-)Zoll in den USA mit den wechselnden Zollsätzen und der Flut von (Temu-)Paketen Herr werden? Die werden wohl auch nicht hinterherkommen, ein entsprechendes System aufzubauen, ausdem ist doch Customs and Border Protection (CBP) auch damit beschäftigt, Einwanderer zu jagen.

    Habe gerade 2 Weihnachtspakete (Geschenk) gleichzeitig nach GB geschickt, eines ging so durch. Auf das zweite musste der Empfänger 8 GBP Zoll + 12 GBP Handling bezahlen. :/

  • Ich würde auch vermuten, dass Express-Sendungen aus der EU da noch keine Top-Prio bei der Durchsetzung genießen. Während vielleicht Post-Sendungen/Standard-DHL (ohne Express) schon eher Gefahr laufen vom Zoll behandelt zu werden. Da drohen u.a. ja auch Pauschalzölle „per item“: https://www.whitehouse.gov/fact-sheets/20…ments-globally/

    Von daher kann ich schon nachvollziehen, dass DHL/Post keinen Bock haben darüber abzuwickeln. Zu viele Risiken. https://group.dhl.com/de/presse/pres…eftskunden.html

    Einmal editiert, zuletzt von Taunuswanderer (26. Dezember 2025 um 03:51) aus folgendem Grund: Typo

  • Man kann natürlich rauslesen, was man gerne rauslesen möchte - und wahrscheinlich eh schon durch diverse unseriöse Quellen in die Birne gepflanzt bekommen hat. Dann noch parallel und pauschal Presseschelte gegenüber den seriösen Medien betreiben, die das ganze korrekt darstellen - peeerfekt! =O

    Was sich wirklich hinter Trumps "reziproken Zöllen" verbirgt – DW – 09.04.2025
    Der US-Präsident behauptet, seine Zölle seien "reziprok". Aber der Blick auf die Zahlen zeigt, wie unverhältnismäßig sie für einige Länder sind und welche…
    www.dw.com

    https://de.euronews.com/my-europe/2025/04/04/faktencheck-sind-trumps-zolle-gegen-die-eu-wirklich-gegenseitig

    Man könnte bei der schiefen Schlussfolgerung auch einfach noch den Rest des Threads zur Kenntnis nehmen. Ich würde wie die Vorredner auch eher davon ausgehen, dass da derzeit noch einiges durchrutscht, weil die Änderungen vermutlich weder personell, noch prozessual abgebildet sind. Ist ja bei allem anderen, lauthals verkündeten nicht anders - Umsetzung ist eben nicht die Stärke von populistischen Luftpumpen. ;)

    "Not all those who wander are lost"

    Einmal editiert, zuletzt von questor | hangloose (26. Dezember 2025 um 11:39)

  • Erinnert mich an diesen Faden, der thread...

    Nelson
    18. Dezember 2025 um 20:33

    Ja, ich weiß, ist Off topic, dieser Bereich. Trotzdem nervt es mich. Es gibt doch nun X Möglichkeiten, sich im Internet über Zölle, Trump, die Medien, alles ist Scheiße und sonstige Stimmungsgeschichten auszukotzen.

    Muss das nun in diesem Forum sein? 😞

  • Man könnte ja auch anstelle den weihnachtlichen Mageninhalt hochzuwürgen einfach wieder enger zum eigentlichen Thema zurückkehren. Denn zu eruieren, welche Zölle nun konkret in welche Richtung anfallen, bei der Menge an Gear, die so geshoppt wird, find ich für's Forum jetzt durchaus nun nicht gerade abwegig oder irrelevant.

    "Not all those who wander are lost"

  • Tom der OT-Button ist das dritte Zeichen von rechts, das Sternchen

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Man könnte ja auch anstelle den weihnachtlichen Mageninhalt hochzuwürgen einfach wieder enger zum eigentlichen Thema zurückkehren. Denn zu eruieren, welche Zölle nun konkret in welche Richtung anfallen, bei der Menge an Gear, die so geshoppt wird, find ich für's Forum jetzt durchaus nun nicht gerade abwegig oder irrelevant.

    Zölle in der EU sind warengruppenspezifisch. Ein Zelt hat einen anderen Zollsatz als ein Rucksack (und selbst als ein anderes Zelt aus anderem Material). Sehr viele Warengruppen, wo keine einheimischen Hersteller geschützt werden sollen, sind zollfrei. - Die neuen Zölle der USA sind weitgehend Warengruppen-unspezifisch, dafür länderspezifisch, und dienen hegemonialem Machtstreben und Nepotismus. Natürlich funktioniert die Erhebung nicht wirklich.

    Ein zweiter Unterschied ist die erhobene Steuer (kein Zoll). In der EU wird für Importe grundsätzlich die gleiche Umsatzsteuer erhoben wie für einheimische Produkte, also bei uns 19%. Das ist insofern kein Differenzierungsmerkmal und für Manche nur deshalb verwirrend, weil in den USA Verbraucherpreise immer vor Steuer angegeben werden; auch amerikanische Käufer amerikanischer Produkte zahlen häufig (s. u.) zusätzlich Steuer. Kaufe ich z. B. in UK, wird dort bei Export die VAT (20%) vom gelisteten Preis abgezogen und dann die hiesigen 19% als Einfuhrumsatzsteuer statt dessen erhoben - ein Nullsummenspiel.

    In den USA ist die Situation viel komplizierter, da die dortige Sales Tax von den Bundesstaaten erhoben wird und je nach Staat variiert; im Versandhandel maßgeblich ist der Standort des Käufers. Ob der Verkäufer für den Bundesstaat des Käufers die Sales Tax erheben muss, hängt davon ab, ob er in diesem Bundesstaat eine Niederlassung hat (dann ja) und, falls nicht, wie viel Umsatz er dort macht (unterhalb eines Grenzwerts: nein). Bis 2024 fiel deshalb auf Importe aus dem Ausland keine Sales Tax an; der US-Bundesstaat hat keine Handhabe, den im Ausland ansässigen Verkäufer zu seinem Erfüllungsgehilfen zu machen. In Verbindung mit der damals großzügigen de-minimis-Regelung (800$) habe ich beim Kauf des aus Kanada nach USA gelieferten Xmid pro weder Zoll noch Steuer bezahlt, für den Quilt von EE bei Lieferung innerhalb der USA von MN nach WA dagegen die knapp 10% Sales Tax von WA, da EE dort offenbar ganz gut verkauft. Ich nehme nicht an, dass die steuerrechtliche Seite heute anders ist, da die sales tax keine federal tax ist; weiss es aber nicht.

    Durston z. B. versendet jetzt nach USA aus einem Warehouse in AZ.

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