Als jemand, der auch in die USA liefert, habe ich mich schon manchmal gefragt, was die neuen Trumpschen Zolltarife für meine US-Kunden wohl bedeuten mögen. Bislang war es so, dass die Amerikaner für ihre Europa-Importe keinen Cent zahlen mussten - während wir in Europa (wie regelmäßig auch hier im Forum thematisiert) bekanntlich Einfuhrumsatzsteuer und Zoll berappen müssen, wenn wir etwas importieren. Als ich kürzlich für 60 Dollar ein paar Kleinteile in den USA bestellte, schlug das hier inclusive "Auslagenpauschale" von DHL noch einmal mit 18,99 € zu Buche.
Kürzlich habe ich einen meiner Kunden darauf angesprochen, was sich in der letzten Zeit diesbezüglich bei ihm geändert hat - und erhielt folgende Antwort: "In my experience so far the "tariffs" from Trump haven't caused me to not receive any international packages or to pay any sort of tariff to the post office and I have ordered multiple packages from China and Europe since the tariffs were supposedly started."
Aus der Perspektive eines amerikanischen Otto-Normalverbrauchers haben die Trumpschen Zölle also anscheinend überhaupt keine Auswirkungen auf private Importe. Mit allerdings einer Ausnahme: die hiesigen Versender haben die Trumpsche Zollpolitik zum Anlass genommen, richtig Kasse zu machen. Konkret bedeutet das, dass ich seit dem Sommer nur noch per DHL Express in die USA liefern kann. Für ein versichertes Päckchen bis 1 kg fallen dafür astronomische 76,20 € an. Dafür ist die Sendung dann zwar innerhalb von drei Tagen in Seattle, aber es scheint ganz so zu sein, dass etliche Profiteure der Trumpschen Politik hier in Europa sitzen.