Beiträge von Cross Hammock

    Locus Gear

    Nochmal zurück dem oben angesprochenen Zelt. Was ich nicht verstehe: warum entwickelt man heute ein einwandiges Zelt mit außenliegendem Gestänge? Bei meinem Projekt leichtestes Kuppelzelt habe ich mich ja von dem Djedi Dome von Locus Gear inspirieren lassen. Und dieses legendäre, aufgrund des nicht mehr existenten Materials aber nicht mehr lieferbare Zelt ist völlig konsequent mit innenliegendem Gestänge konzipiert worden.
    Wozu bei einem Neuentwurf die Fummelei mit den Gestängekanälen? Warum verplempert man für dieses überflüssige Accessoire Material? Und: warum verschenkt man 5 cm Höhe, Länge und Breite, auf die es immer ankommt? Kann mir das jemand erklären?

    Schwarzwaldine Was mich unterwegs richtig angefixt hat, war auf der Abfahrt ins Etschtal die Abzweigung in Prad zum Stilfser Joch - der (zweit)höchsten und sicherlich spektakulärsten Passtraße der Alpen. Diese 48 Kehren würde ich in meinem Radlerleben zu gerne noch einmal nehmen. Ist hier jemand, der die schon mal angegangen ist (wahrscheinlich falsches Forum)?
    Machbar ist dieser 2758 m hohe Pass, der wahrscheinlich schon seit der Bronzezeit begangen wurde, realistischerweise aber nur ohne Gepäck. Das hieße entweder die Sachen in Trafoi zu lassen und dann wieder nach Südtirol zurückzukehren - oder man übernachtet mit Gepäck auf der Franzenshöhe (2188 m), hat dann nur noch knapp 600 Höhenmeter und fährt nach Bormio in die Lombardei ab…

    Der dritte Tag bestand aus purem Genussradeln, denn es ging fast die gesamte Zeit bergab die Etsch entlang.

    Noch auf der Passhöhe eröffnete sich ein spektakulärer Blick auf das Ortler-Masiv.

    Die Via Claudia Augusta führt komplett abseits der Autostraßen ins Tal.

    Am Nachmittag habe ich mir wieder eine ausgiebige Siesta gegönnt.

    Weiter unten im Etschtal war die Apfelblüte bereits in vollem Gang. Nach 110 km tat sich kurz vor der Dämmerung am Zusammenfluss von Etsch und Eisack ein perfekter Übernachtungsplatz auf - in dieser intensiv genutzten Kulturlandschaft ein kleines Wunder .

    Am letzten Tourtag blieben lediglich etwas über 100 km bis zum Gardasee. Allerdings ist hier die Strecke entlang des zunehmend breiteren Etschtals mitunter weniger abwechslungsreich. Aber man bleibt trotzdem fast immer vom Straßenverkehr verschont.

    Hinter Rovereto führt der Weg aus dem Etschtal raus, dann ging es noch einmal einige hundert Meter bergan, bis am Spätnachmittag der Gardasee erreicht war.

    In Torbole hab ich mir ein Zimmer genommen und erst mal durchgeschnauft. Gut zu wissen, dass solche Unternehmungen ohne irgendein Training immer noch möglich sind. Am Tag vor der Rückreise wollte ich nach Limone radeln. Wegen der Steilheit der Berge an der Westseite des Sees muss man dafür lange Strecken im Tunnel fahren. In der Zwischenzeit seit meinem letzten Aufenthalt hier vor drei Jahren ist ein komplett neuer Tunnel allein für Radfahrer und Fußgänger gebaut worden.

    Ich wunderte mich, dass ich hier ganz allein unterwegs bin - bis ich am Ende an einem vergitterten Tor ankam - der Tunnel ist noch nicht eröffnet. Ein Radler, der den gleichen Weg in die Sackgasse genommen hatte wie ich und kurz nach mir ankam, hat mir von einem Dörfchen oberhalb des Sees erzählt, wo er eigentlich hinwollte. Ich hab mich spontan anstecken lassen und bin dann ebenfalls noch einmal 530 Höhenmeter bis nach Pregasina geradelt - und wurde oben mit spektakulären Aussichten belohnt.

    Hier gehts zurück nach Torbole, das hinten rechts liegt.

    Und hier der Abschiedsblick am letzten Morgen auf dem Weg zum Bahnhof.

    Hier sind meine elektrischen Helferlein für Navigation, Luftpumpe, Beleuchtung und Bilddokumentation.

    Und hier mein aufgepacktes Radel mit den selbstgenähten Taschen. Für kommende Touren habe ich mir vorgenommen, noch weiter abzuspecken, bin aber insgesamt mit der Lastverteilung recht zufrieden.

    Danke fürs Ansehen!

    Drei Jahre nach meiner letzten Ostern-Alpenüberquerung hab ich mich entschlossen, die Strecke auf einer anderen Route nochmal anzugehen. Von der Ausrüstung her habe ich seither viele Ausrüstungsdetails verbessert, aber darauf will ich hier jetzt nicht eingehen.

    Los ging es wieder mit dem frühesten ICE-Sprinter nach München und meinem im Rinko-Bag verpackten Gravelbike. Der Anschlusszug brachte mich dann bis Mittag nach Garmisch, und dort bin ich sofort auf der Via Claudia Augusta in Richtung Fernpass gestartet.

    Es gab noch sehr viele Schneereste und Sturzbäche, die meine Gravelroute überfluteten.

    Aber ich bin trotzdem gut vorangekommen, denn ich wollte es am ersten Tag noch bis ins Inntal schaffen.

    Nach ein paar Stunden konnte ich die Zugspitze bereits von Süden her betrachten. Aber leider erwies es sich in der Folge als unmöglich, die von Vielen so gerühmte Gravelroute zum Fernpass zu nehmen, denn die Passagen im Wald waren noch komplett verschneit. Mir blieb also nur die Auto-Passtraße, auf der ich mit 6 km/h eine kilometerlange Autoschlange hinter mir herzog, denn die Straße ist einspurig.

    Als der Pass genommen war, ging es wieder auf feinstem Schotter hinab ins Inntal, links von mir die Ötztaler Alpen.

    Allerdings wurde es - die Schneereste deuten darauf hin - gegen Abend immer kälter, sodass mir etwas bange um den Wärmerückhalt in der Nacht wurde.

    Direkt am Ufer des Inns habe ich in einem kleinen Auwald zwar einen optimalen Hängemattenspot gefunden, aber ich musste nachts alle verfügbaren Kleidungsstücke anziehen, um heilwegs ruhig schlafen zu können - und habe meinen Optimismus verwünscht, der mich die X-Therm zu Hause lassen und stattdessen die gelbe die X-Lite mitnehmen ließ.

    An nächsten Tag wurde es aber schnell wieder richtig warm, sodass kurzärmeliges Radeln angesagt war. Außerdem habe ich mir in Zams einen Helm gekauft, weil ich meinen (von einem Sturz angeknacksten) alten Helm zu Hause vergessen hatte.

    Am zweiten Tag stand auch der zweite Alpenpass an - der Reschenpass. Dafür hieß es Kräfte sammeln bei einer ausgiebigen Mittagsrast, die auch den noch klammen Schlafsack trocknen ließ.

    Den Pass erreicht man über einen kurzen Schlenker ins Engadin, und dann geht es über elf steile Kehren hoch zur Norbertshöhe.

    Hier war ich ziemlich froh über meine 40 - 51er Untersetzung. Es hat fast den ganzen Tag gedauert, bis ich schließlich auf der recht unspektakulären Anhöhe des Reschenpasses ankam.

    Auf der Südseite der Alpen gab es zwar fast keinen Schnee mehr, aber es wurde gegen Abend bitter kalt. Obwohl sich in der Gegend auf 1500 m ganz sicher ein Hängeplatz gefunden hätte, habe ich mich - eingedenk der Erfahrung im Inntal - dafür entschieden, nachts einen Gasthof aufzusuchen.

    Das Wetter blieb mir auch am kommenden Tag gewogen, aber er begann doch sehr kalt am berühmten 500 Jahre alten Kirchturm von Alt-Graun, den ein geschichtsbewusster Architekt vor dem Staudammprojekt des Reschensees gerettet hat.

    Fortsetzung folgt.

    Sehr inspirierendes Projekt! Mein leichtester MYOG-Daunenquilt wiegt zwar nur 250g, ist also nur unwesentlich schwerer, aber der Nylonstoff klebt in warmen Sommernächten recht unangenehm auf der Haut. Dem könnte man mit 60er Alpha und einer Lage dünnem 7-den Außenmaterial (gegen die Zugluft) begegnen. Leider wird das Packmaß größer sein als bei einem Daunenquilt, aber ich werde das jedenfalls ausprobieren. Nähen würde ich das mit der Overlock.

    Ich habe bisher lediglich kammergenähte Daunenschlafsäcke und -quilts genäht. Da habe ich keinen Differentialschnitt angewendet und innen und außen den Stoff identisch breit verarbeitet. Bei mir waren das 150 cm Umfang (Schlafsack), bzw. Breite (Quilt).

    Ich finde es schwierig, dir hier etwas zu raten, weil es zu viele Variablen gibt, die alle voneinander abhängen und die Wärmeleistung des Schlafsystems beeinflussen. Ich schreib dir deshalb lediglich ein paar Stichworte, aus denen du dir raussuchen kannst, was dir nützen könnte.

    Erstens verstehe ich nicht, warum du bei kalten Temperaturen an einem Quilt festhältst und nicht auf einen (viel besser am Körper anliegenden und folglich isolierenden) Schlafsack setzt. Dass man sich im Quilt so schön frei bewegen kann, ist im Sommer toll, im Winter aber eher ein Nachteil, weil mit jedem kurzen Aufdecken eine Menge warme Luft verloren geht, die der Körper erst wieder aufwärmen muss. Ich verzichte deshalb bei meinem Schlafsack sogar auf den Reißverschluss und steige von oben in eine gekammerte, geschlossene Hülle ein, die die Wärme nicht weglässt, bzw. sofort zurückreflektiert.

    Die Daune aus einem vor drei Jahren aufgemöbelten Schlafsack würde ich nicht nochmal verwenden und beim Austausch darauf achten, die beste Daune einzufüllen, bzw. zu verarbeiten, die du kriegen kannst. Die Sache mit den Stützfedern sehe ich eher kritisch. Meiner Ansicht haben die im schlechtesten Fall die Wirkung, durch den Außen- oder Innenstoff zu pieken. Andernfalls erhöhen sie nur das Gewicht des Schlafsystems ohne eine reelle Wärmerückhaltung zu generieren.

    Beim Einfüllen in den neuen Quilt würde ich tunlichst davon abraten, die Flächen aufzuschneiden und statt dessen entlang der beiden (soweit ich sehe eigentlich unnützen) Längsnähte auftrennen. Pro Kammer brauchst du mindestens eine 5 cm lange Auftrennstelle. Die Daune würde ich dann nach Gefühl mit der Hand einfüllen, bis mir die Kammer ausreichend gefüllt erscheint.

    Wen man seit einigen Tagen nicht mehr auf Youtube sehen kann, ist Sacki. Auch wenn er kein erklärter ULer war, konnte man - oder ich - von Sacki mehr lernen, als von den allermeisten Gear Junkies, die auf Youtube einander mit immer neuen Gewichtsrekorden unterbieten. Ich finde vor allem schade, dass die ganzen schönen Tourberichte Sackis jetzt nicht mehr vorhanden sind. ;(

    In der Nacht kam richtig Wind auf. Deshalb bin ich noch mal raus und habe zur Sicherheit die Außenschnüre abgespannt. Aber die Hütte steht trotz ihrer Höhe (1.90m) wie ein Bunker. Das Einpacken bei Minusgraden ist kein Spaß, trotzdem bin ich - wieder im Warmen - froh, mal wieder die Komfortzone verlassen zu haben!




    Man könnte da ja unten quer noch einen Gurt als Stoplerfalle einbauen, dann wären auch diese Heringe eliminiert. Allerdings sollte ein Kuppelzelt immer irgendwie am Boden befestigt sein.

    Nein und ja. Stolpergurte will ich wirklich nicht haben. Aber die Befestigung am Boden ist schon essenziell. Mein DCF-Zelt ist mir schon manchmal davongesegelt, weil es nicht angenagelt war. Das sollte mit Ofen auf jeden Fall vermieden werden. Deshalb auch die Abspannungen in ein Meter Höhe, die ich bei Wind jedenfalls einsetzen werde.