Beiträge von Cross Hammock

    Ich habe alle 5 Schlafsäcke und Quilts an einem Tag hintereinander gewaschen und in der Maschine auch getrocknet. Um zu prüfen, ob sie wirklich trocken sind, habe ich sie vorher und hinterher gewogen. Das Trocknen in der Maschine (die auch dafür ein spezielles Programm hat) hat je nach Daunenfüllung eine Dreiviertelstunde (150 g Füllung) oder 2,5 Stunden (750 g Füllung) gedauert. Ich konnte kaum glauben, dass das so einfach gehen kann - nachdem ich mich jahrelang davor gedrückt habe, aus Angst, die Schlafsäcke könnten leiden.

    Nachdem ich meine Daunenschlafsäcke und Quilts jahrelang gar nicht gewaschen habe, habe ich kürzlich einen Reinigungsversuch mit dem ältesten, zehn Jahre ungewaschenen MYOG-Daunenschlafsack in der heimischen Waschmaschine gemacht. Die hat allerdings ein spezielles Daunenwaschprogramm.

    Und siehe da: der Schlafsack riecht wieder gut und hat auch deutlich mehr Loft. Daraufhin habe ich alle vier weiteren Schlafsäcke und Quilts gewaschen und auch in der Maschine getrocknet und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden!

    Estella2024 Ich bin ja mit dem Zug angereist. Vom Bahnhof Rathenow ist die Strecke zur Stadtschleuse der kürzeste Weg zum Wasser. Ich ziehe ja den Bootsrollkoffer von 24 Kilo hinter mir her. Außerdem musste ich vor dem Einsetzen noch zum Rewe, der auch direkt an der Schleuse liegt. Aber danke für den Hinweis.
    Was das Paddel betrifft, nehme ich - trotz des schlechteren Vortriebs - inzwischen nur noch das Grönlandpaddel, weil ich damit die Gelenke schone.

    Du hast Recht, es gab schon Strecken, an denen sich die Angler förmlich zusammengeballt haben. Aber es macht definitiv einen Unterschied, ob man im August oder September unterwegs ist. Mein Übernachtungsplatz lag etwa einen Kilometer hinter der Stelle bei Molkenberg, wo du abgebogen bist. Womit ich streckenweise zu kämpfen hatte, war der Gegenwind, der mich manchmal die Havel (die durch die Staustufen ja kaum fließt) förmlich wieder hinaufgeschoben hat.

    Kürzlich habe ich festgestellt, dass es für mich noch eine letzte ungepaddelte Lücke auf der Havel gibt, die es zu schließen gilt. Also bin ich mit Zug und Boot nach Rathenow gefahren und habe mich dort nach einer passenden Einsatzstelle hinter der Stadtschleuse umgetan.

    Die Freitreppe hinunter zum Fluss ist zwar vielleicht nicht ideal, aber durchaus brauchbar.

    Oberhalb der Treppe ließ sich das Boot aufbauen und durch die Lage direkt hinter einer Schleuse lagen erstmal 20 hindernisfreie Kilometer vor mir.

    Die Unterhavel wird kaum von der Berufsschifffahrt genutzt und wurde in den letzten Jahren renaturiert, d.h. von Uferbefestigungen befreit. Sie ist deshalb ein ziemlich ursprüngliches Paddelrevier, das zudem kaum genutzt wird.

    Auf diesem Biwakplatz hatten sich allerdings schon etliche Radwanderer einquartiert, weshalb ich mich entschloss, die dahinter liegende Schleuse noch zu passieren.

    Diese Schleuse ist noch auf die Berufsschifffahrt ausgelegt und nur mit telefonischer Anmeldung zu benutzen. Außer mir ließen sich noch zwei Motorboote nach unten befördern.

    Danach wurde es langsam Zeit, einen Übernachtungsplatz zu suchen. Die Auswahl an geeigneten Stellen ist in dieser Gegend nahezu unbegrenzt.

    Da ich aber wusste, dass es schwierig werden würde, geeignete Bäume zu finden, habe ich den Carbon Tree mitgenommen...

    ... und musste somit nicht auf den Hängemattenkomfort verzichten.

    Nachts regnete es, deshalb war auch das Tarp nicht überflüssig.

    Am nächsten Morgen wurde alles wieder eingepackt...

    ...und bald war auch die nächste Schleuse erreicht, die ich diesmal völlig allein benutzte. Geschätzte 6000 m3 Havelwasser wanderten mit mir und meinem Boot flussab.

    Nach weiteren 10 Kilometern passierte ich die einzige Brücke, die es seit 1999 bei Strodehne gibt. Zu DDR-Zeiten mussten man hier mitten im Nirgendwo noch mit der Fähre übersetzen.

    Und dann tauchte der Dom von Havelberg auf. Vorher habe ich ausgesetzt und bin mit meinem Boot zur Bushaltestelle marschiert, denn Zug fährt dort keiner.

    Und damit habe ich zum Ende der Saison noch eine Lücke in meiner Paddelvita geschlossen - und zugleich ein nahezu unberührtes Stück Natur kennengelernt, von denen es nur eine Stunde von Berlin entfernt noch so viele gibt.

    Kann das auch passieren, wenn der Mantel intakt ist und richtig auf / in der Felge sitzt?

    Das kann ich mir schon vorstellen. Viele Mountainbikefahrer pumpen ihr Reifen viel zu stark auf und verschenken damit nicht nur Komfort, sondern riskieren genau solche Defekte. 2-3 Bar reichen bei dickeren Reifen, auch bei Gravelbikes.

    Als jemand, der seit über zehn Jahren Packrafts nutzt ist mir das noch nie passiert - und ich habe auch noch nie davon gehört. Es ist aber sicherlich sinnvoll, sein Boot an Land etwas abzulassen und nicht in der prallen Sonne zu lagern.

    Ich nutze seit über einem Jahr die Iniu Schnelladepowerbank mit 25000 mAh. Die ist zwar mit 385 g plus 5 g Kabel nicht die leichteste. Aber im Verbund mit dem 65 Watt Ladegerät von Rolling Square (72 g) beim Bikepacking ein echter No Brainer. Vor allem, weil sie in etwas mehr als einer Stunde wieder aufgeladen ist - also in der Zeit, die man sich alle paar Tage durchaus mal im Café nehmen kann.

    Kann man das Frühjahr besser begrüßen als im Selketal?

    Das dürfte nicht so leicht sein - jedenfalls wenn man das Wetter vom vergangenen Wochenende heranzieht, bei dem wir zu sechst diese Landschaft genießen durften.


    Ein erstes Highlight auf der Tour war die komplett erhaltene Burg Falkenstein, auf der vor 800 Jahren der Sachsenspiegel, das erste Gesetzbuch im norddeutschen Raum, verfasst wurde.

    Danach ging es weiter in Richtung Brocken, den wir aber nie zu Gesicht bekamen.

    Der erste Übernachtungsplatz lag auf einem der Hügel, umgeben von den Resten einer weiteren Burg.

    Sehr angenehm war, dass es durchgehend zweistellig warm blieb, sodass man auch abends noch zusammensitzen konnte.


    Weil die Hängeplätze rar waren, blieb für manche nur der Spot überm Weg.

    Obwohl es auch Forstwege zu absolvieren gab, hatten wir doch auch viele schöne Single Trails.

    In diesem Kapellchen war Mittagsrast an Tag 2 angesagt.

    Der Mägdesprung - das Tal dampft noch von der Selketalbahn, die wohl der Anlass für einen (mutmaßlich falschen) Feueralarm war, dem die örtliche Feuerwehr stundenlang nachging - und dabei mehrfach unseren Weg kreuzte.

    Unsere zweite Übernachtung fand hier in einem Fichtenwald statt, bei noch wärmeren Temperaturen als zuvor.

    Dieser kleine Drache suchte am letzten Morgen hangaufwärts vergeblich nach einem feuchten Ort.

    Er hier hat die Trockenheit gar nicht mehr vertragen.

    Die über 1000 Jahre alte Stiftskirche in Gernrode.

    Diese Quelle spendete reinstes Nordsee- oder Mittelmeerwasser.

    Zum Abschluss wurde noch der Quedlinburger Domberg besichtigt. Fazit: Wer Natur und Kultur liebt, wird in dieser Gegend glücklich…

    Locus Gear

    Nochmal zurück dem oben angesprochenen Zelt. Was ich nicht verstehe: warum entwickelt man heute ein einwandiges Zelt mit außenliegendem Gestänge? Bei meinem Projekt leichtestes Kuppelzelt habe ich mich ja von dem Djedi Dome von Locus Gear inspirieren lassen. Und dieses legendäre, aufgrund des nicht mehr existenten Materials aber nicht mehr lieferbare Zelt ist völlig konsequent mit innenliegendem Gestänge konzipiert worden.
    Wozu bei einem Neuentwurf die Fummelei mit den Gestängekanälen? Warum verplempert man für dieses überflüssige Accessoire Material? Und: warum verschenkt man 5 cm Höhe, Länge und Breite, auf die es immer ankommt? Kann mir das jemand erklären?

    Schwarzwaldine Was mich unterwegs richtig angefixt hat, war auf der Abfahrt ins Etschtal die Abzweigung in Prad zum Stilfser Joch - der (zweit)höchsten und sicherlich spektakulärsten Passtraße der Alpen. Diese 48 Kehren würde ich in meinem Radlerleben zu gerne noch einmal nehmen. Ist hier jemand, der die schon mal angegangen ist (wahrscheinlich falsches Forum)?
    Machbar ist dieser 2758 m hohe Pass, der wahrscheinlich schon seit der Bronzezeit begangen wurde, realistischerweise aber nur ohne Gepäck. Das hieße entweder die Sachen in Trafoi zu lassen und dann wieder nach Südtirol zurückzukehren - oder man übernachtet mit Gepäck auf der Franzenshöhe (2188 m), hat dann nur noch knapp 600 Höhenmeter und fährt nach Bormio in die Lombardei ab…

    Der dritte Tag bestand aus purem Genussradeln, denn es ging fast die gesamte Zeit bergab die Etsch entlang.

    Noch auf der Passhöhe eröffnete sich ein spektakulärer Blick auf das Ortler-Masiv.

    Die Via Claudia Augusta führt komplett abseits der Autostraßen ins Tal.

    Am Nachmittag habe ich mir wieder eine ausgiebige Siesta gegönnt.

    Weiter unten im Etschtal war die Apfelblüte bereits in vollem Gang. Nach 110 km tat sich kurz vor der Dämmerung am Zusammenfluss von Etsch und Eisack ein perfekter Übernachtungsplatz auf - in dieser intensiv genutzten Kulturlandschaft ein kleines Wunder .

    Am letzten Tourtag blieben lediglich etwas über 100 km bis zum Gardasee. Allerdings ist hier die Strecke entlang des zunehmend breiteren Etschtals mitunter weniger abwechslungsreich. Aber man bleibt trotzdem fast immer vom Straßenverkehr verschont.

    Hinter Rovereto führt der Weg aus dem Etschtal raus, dann ging es noch einmal einige hundert Meter bergan, bis am Spätnachmittag der Gardasee erreicht war.

    In Torbole hab ich mir ein Zimmer genommen und erst mal durchgeschnauft. Gut zu wissen, dass solche Unternehmungen ohne irgendein Training immer noch möglich sind. Am Tag vor der Rückreise wollte ich nach Limone radeln. Wegen der Steilheit der Berge an der Westseite des Sees muss man dafür lange Strecken im Tunnel fahren. In der Zwischenzeit seit meinem letzten Aufenthalt hier vor drei Jahren ist ein komplett neuer Tunnel allein für Radfahrer und Fußgänger gebaut worden.

    Ich wunderte mich, dass ich hier ganz allein unterwegs bin - bis ich am Ende an einem vergitterten Tor ankam - der Tunnel ist noch nicht eröffnet. Ein Radler, der den gleichen Weg in die Sackgasse genommen hatte wie ich und kurz nach mir ankam, hat mir von einem Dörfchen oberhalb des Sees erzählt, wo er eigentlich hinwollte. Ich hab mich spontan anstecken lassen und bin dann ebenfalls noch einmal 530 Höhenmeter bis nach Pregasina geradelt - und wurde oben mit spektakulären Aussichten belohnt.

    Hier gehts zurück nach Torbole, das hinten rechts liegt.

    Und hier der Abschiedsblick am letzten Morgen auf dem Weg zum Bahnhof.

    Hier sind meine elektrischen Helferlein für Navigation, Luftpumpe, Beleuchtung und Bilddokumentation.

    Und hier mein aufgepacktes Radel mit den selbstgenähten Taschen. Für kommende Touren habe ich mir vorgenommen, noch weiter abzuspecken, bin aber insgesamt mit der Lastverteilung recht zufrieden.

    Danke fürs Ansehen!

    Drei Jahre nach meiner letzten Ostern-Alpenüberquerung hab ich mich entschlossen, die Strecke auf einer anderen Route nochmal anzugehen. Von der Ausrüstung her habe ich seither viele Ausrüstungsdetails verbessert, aber darauf will ich hier jetzt nicht eingehen.

    Los ging es wieder mit dem frühesten ICE-Sprinter nach München und meinem im Rinko-Bag verpackten Gravelbike. Der Anschlusszug brachte mich dann bis Mittag nach Garmisch, und dort bin ich sofort auf der Via Claudia Augusta in Richtung Fernpass gestartet.

    Es gab noch sehr viele Schneereste und Sturzbäche, die meine Gravelroute überfluteten.

    Aber ich bin trotzdem gut vorangekommen, denn ich wollte es am ersten Tag noch bis ins Inntal schaffen.

    Nach ein paar Stunden konnte ich die Zugspitze bereits von Süden her betrachten. Aber leider erwies es sich in der Folge als unmöglich, die von Vielen so gerühmte Gravelroute zum Fernpass zu nehmen, denn die Passagen im Wald waren noch komplett verschneit. Mir blieb also nur die Auto-Passtraße, auf der ich mit 6 km/h eine kilometerlange Autoschlange hinter mir herzog, denn die Straße ist einspurig.

    Als der Pass genommen war, ging es wieder auf feinstem Schotter hinab ins Inntal, links von mir die Ötztaler Alpen.

    Allerdings wurde es - die Schneereste deuten darauf hin - gegen Abend immer kälter, sodass mir etwas bange um den Wärmerückhalt in der Nacht wurde.

    Direkt am Ufer des Inns habe ich in einem kleinen Auwald zwar einen optimalen Hängemattenspot gefunden, aber ich musste nachts alle verfügbaren Kleidungsstücke anziehen, um heilwegs ruhig schlafen zu können - und habe meinen Optimismus verwünscht, der mich die X-Therm zu Hause lassen und stattdessen die gelbe die X-Lite mitnehmen ließ.

    An nächsten Tag wurde es aber schnell wieder richtig warm, sodass kurzärmeliges Radeln angesagt war. Außerdem habe ich mir in Zams einen Helm gekauft, weil ich meinen (von einem Sturz angeknacksten) alten Helm zu Hause vergessen hatte.

    Am zweiten Tag stand auch der zweite Alpenpass an - der Reschenpass. Dafür hieß es Kräfte sammeln bei einer ausgiebigen Mittagsrast, die auch den noch klammen Schlafsack trocknen ließ.

    Den Pass erreicht man über einen kurzen Schlenker ins Engadin, und dann geht es über elf steile Kehren hoch zur Norbertshöhe.

    Hier war ich ziemlich froh über meine 40 - 51er Untersetzung. Es hat fast den ganzen Tag gedauert, bis ich schließlich auf der recht unspektakulären Anhöhe des Reschenpasses ankam.

    Auf der Südseite der Alpen gab es zwar fast keinen Schnee mehr, aber es wurde gegen Abend bitter kalt. Obwohl sich in der Gegend auf 1500 m ganz sicher ein Hängeplatz gefunden hätte, habe ich mich - eingedenk der Erfahrung im Inntal - dafür entschieden, nachts einen Gasthof aufzusuchen.

    Das Wetter blieb mir auch am kommenden Tag gewogen, aber er begann doch sehr kalt am berühmten 500 Jahre alten Kirchturm von Alt-Graun, den ein geschichtsbewusster Architekt vor dem Staudammprojekt des Reschensees gerettet hat.

    Fortsetzung folgt.

    Sehr inspirierendes Projekt! Mein leichtester MYOG-Daunenquilt wiegt zwar nur 250g, ist also nur unwesentlich schwerer, aber der Nylonstoff klebt in warmen Sommernächten recht unangenehm auf der Haut. Dem könnte man mit 60er Alpha und einer Lage dünnem 7-den Außenmaterial (gegen die Zugluft) begegnen. Leider wird das Packmaß größer sein als bei einem Daunenquilt, aber ich werde das jedenfalls ausprobieren. Nähen würde ich das mit der Overlock.