Ein paar Messungen zu Rettungsfolie

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  • Warnung! Wer sinnvolle Messwerte sucht, wird sie hier nicht finden!

    Und wer nicht nur Vergleichswerte, sondern anständige R-Werte sucht, sollte gar nicht erst weiterlesen!


    Schon öfter wurde hier und im blauen Forum ja diskutiert, ob eine Rettungsfolie etwas bringt, wenn man direkt da drauf liegt. Sowieso ist Rettungsfolie ein kleines Mysterium, da es (bedingt durch die Funktionsweise von Rettungsfolie) natürlich keine R-Werte dafür gibt.

    Ich wollte da mal ein bisschen Licht ins dunkel bringen, indem ich ein paar Messungen durchführe.

    Dazu habe ich mich eines 3d-Druckers bedient, und das Heizbett auf 60˚C eingestellt. Sodann habe ich verschiedene Lagen Stoff auf das Heizbett gelegt, und mit einem Infrarot-Thermometer die Temperatur gemessen. Damit die reflektierenden Eigenschaften von Rettungsfolie nicht irgendwie das Infrarotthermometer stören, habe ich jedes mal auf die obeste Stofflage ein Stück Panzertape geklebt, und nur da drauf gemessen.

    Experimentiert habe ich mit üblicher Rettungsdecke, einem alten, billigen Fleecestoff mit ca. 100g/m^2, und irgendeiner dünnen Plastikfolie.

    Hier die Ergebnisse. Das an der X-Achse soll übrigens die Zeit in Minuten darstellen.

    Jo, viel schlauer bin ich jetzt nicht. Auf jeden Fall ist Fleece allein nicht so warm wie Fleece mit Rettungsdecke oder einer Plastikfolie. Logisch, da zieht ja ein seichtes Lüftchen drüber, dass sich nicht so viel Wärme stauen kann.


    Ein paar Ideen, was schiefgelaufen sein könnte:
    1. Das heizt sich ziemlich schnell auf. Vielleicht hätte ich doch lieber 200g/m² Apex nehmen sollen, vielleicht wären die Ergebnisse dann zuverlässiger
    2. Vielleicht würde eine größere Temperaturdifferenz helfen? Also das Druckbett stärker aufheizen?


    Und noch eine Randnotiz: Im blauen Forum hatte flächenbelastung mal eine ziemlich coole Idee: Isolationswertmessung wie beim Spannungsteiler in der Elektrotechnik: Dazu wird eine Stofflage mit bekanntem R-Wert, und eine mit unbekanntem R-Wert auf des Heizbett gelegt. Mit 3 Temperatursensoren wird der Temperaturunterschied an beiden Stofflagen gemessen. Wenn sich z.B. ergiebt, dass Stoff A einen Temperaturunterschied von 20 Kelvin und Stoff B einen Unterschied von 10 Kelvin aufweißt, dann ist Stoff A doppelt so warm wie Stoff B, heißt doppelter R-Wert.
    Soweit die Theorie, das habe ich auch mal ausprobiert. Habe dazu extra was mit einem Arduino gebastelt. Naja, da waren die Ergebnisse noch viel katastrophaler als hier.

    Einmal editiert, zuletzt von Werner Wanderfreund (1. November 2025 um 20:50) aus folgendem Grund: Konkreten Nutzer einfügen

  • Du hast außerhalb der Isolierung gemessen, hab ich das richtig verstanden?


    Ich halte 2 Grad für echt viel. Das kann den Unterschied zwischen fröstelnd da liegen und entspannt schlafen sein.

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Richtig. Innen sind permanent die 60 grad (in der Praxis sind es eher weniger) und außen habe ich gemessen.

    Das Heizbett sollte ja permanent gleich warm sein, egal wie viel Isolierung da drauf liegt - inzwischen vermute ich aber, dass das trotzdem etwas zu stark geschwankt hat. Außerdem zeigt das Infrarotthermometer ja jedesmal eine etwas andere Temperatur an, je nachdem wo man misst.

    Vielleicht wäre es auch mal eine gute Idee, dass ich mich einer eher gleichbleibenden Wärmequelle bediene, wie z.B. ein Topf mit heißem Wasser oder einer Heizung.


    Dennoch würde ich gerne mal einen richtigen R-Wert messen, und das auch nicht über die Art von flächenbelastung , sondern so, dass es kein zweites Material zum kalibrieren braucht.

    Idee hierfür: Eine PCB-Lastwiderstand (Eine Leiterplatte, auf der die Leitung im Zickzack verläuft) als Heizung und ein Thermistor.

    Das ganze wird auf der einen Seite auf den zu testenden Stoff gelegt, auf der anderen Seite dick mit Styropor isoliert. Und dann wird gemessen, wie viel Watt verheizt werden kann, ohne dass die Temperatur weiter ansteigt. Den Energieverlust über die Seite mit Styropor muss man dann noch rausrechnen.

  • Ich halte 2 Grad für echt viel. Das kann den Unterschied zwischen fröstelnd da liegen und entspannt schlafen sein.

    Ja!

    usw.. Siehe Notfall-Bivies usw.. Geschlossener bzw. verschliessbarer Sack bringt noch mehr? Hatte Ortovox nicht mal irgendwo Messungen dazu?

    Bergsteigertipp: Die Alu-Rettungsdecke - Alpenverein Südtirol
    Handys, GPS-Geräte, Funkgeräte und ähnliches können LVS-Geräte stören. Die Sicherheitsforschung des Deutschen Alpenvereins hat erfasst, wo es Probleme in…
    alpenverein.it

    https://assets.bergundsteigen.com/2023/03/bergundsteigen-122-seite-54-60-space-blanket.pdf

    Aus der Community CampingGear auf Reddit: Was ist der R-Wert einer Rettungsdecke?
    Gepostet von perecastor – 1 Vote und 13 Kommentare
    www.reddit.com

    Und auch UL-silnyl-bivvies bringen um den SchlaSa rum nicht nur Schutz vor Regen/Spritzern, sondern auch ein paar Grad.

  • Ich halte 2 Grad für echt viel. Das kann den Unterschied zwischen fröstelnd da liegen und entspannt schlafen sein.

    Ja!

    usw.. Siehe Notfall-Bivies usw.. Geschlossener bzw. verschliessbarer Sack bringt noch mehr? Hatte Ortovox nicht mal irgendwo Messungen dazu?

    https://alpenverein.it/bergsteigertip…-rettungsdecke/

    Toller Artikel vom Alpenverein! Super.!

    Auch das mit der Nutzung als Sonnenbrille versuche ich im Hinterkopf zu behalten.

  • Ein durchschnittlich sitzender Mensch gibt etwa 100 bis 120 Watt Wärme ab, wovon rund ein Drittel über die Strahlung und der Rest durch Verdunstung (Schwitzen und Atmen) sowie Konvektion (Luftbewegung) an die Umgebung abgegeben wird.

    Eine Rettungsfolie hält bis zu 90% der Wärmestrahlung zurück.

    Ein Folien bivy hält dann natürlich die Konvektion zurück. Der Luftaustausch wird minimiert und die Luftschicht dient als Isolation. Dies sollte bis zu 60% ( max 80% unter optimalen Bedingungen und hohen äußeren Luft Temperaturen) Wärmeverlust durch Konvektion verhindern.

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  • wovon rund ein Drittel über die Strahlung und der Rest durch Verdunstung (Schwitzen und Atmen) sowie Konvektion (Luftbewegung) an die Umgebung abgegeben wird.

    Ich tue mich mit so Pauschalaussagen immer sehr schwer. Bei welcher Temperatur? Mit welcher Bekleidung. Bei Wind isses dann wieder anders....

    Eine Rettungsfolie hält bis zu 90% der Wärmestrahlung zurück.

    Auch hier fehlt dem Werbeversprechen IMHO die Substanz. Bei welchen Temperaturen wurden die 90% gemessen? Ich weis z.B. das in Hochöfen gerne mit reflektierendem Material gearbeitet wird um bei geschmolzenem Metall die Wärme zurück zu werfen, da dort signifikant Wärme über Strahlung verloren geht. Gilt das aber auch für die fünf Grad Aussentemperatur deiner Regenjacke mit einigen Isolationsschichten drunter?

    Ein Folien bivy hält dann natürlich die Konvektion zurück. Der Luftaustausch wird minimiert und die Luftschicht dient als Isolation.

    Da bin ich ganz bei dir....

    Dies sollte bis zu 60% ( max 80% unter optimalen Bedingungen und hohen äußeren Luft Temperaturen) Wärmeverlust durch Konvektion verhindern.

    ... und da komme ich nicht mehr mit. Wo kommen denn deine 60- 80% her? Und wie viel Prozent Wärmeverlust wird denn durch einen Schlafsack verhindert? 99,999999%? Wie viel durch ein Stoff- Innenzelt? Da werden IMHO Äpfel mit Birnen verglichen. Es gibt für Rettungsdecken IMHO keine R- values zu finden weil sie entweder nicht existieren oder grottenschlecht sind. Wer es mit Notfallausrüstung in den Bergen ernst meint, kommt mMn nicht am Bothy- Bag vorbei. Ein Instantschutz der Wärmeströmung und Verdunstungskälte wirkungsvoll unterbindet. Vom Formfaktor her viel sinnvoller als eine Mini- Rettungsdecke aus null weiterreißfestem Material.

  • Bei welcher Temperatur?

    Wärme Strahlung ist die Temperatur praktisch egal.

    Und auch irgend welche Kleidung.

    Ich tue mich mit so Pauschalaussagen immer sehr schwer.

    Deswegen habe ich keine Werte der Konvektion und der Verdunstung angegeben.

    Wo kommen denn deine 60- 80% her?

    Wärmeverlust durch Konvektion entsteht, wenn sich ein Medium wie Luft bewegt und dabei Wärme von einem wärmeren an einen kälteren Ort transportiert.

    Wenn ich also in einem Plastik Sack liege, im besten Fall noch ordentlich am Hals zugezogen, so verhindere ich diesen Luftaustausch immens.

    Da werden IMHO Äpfel mit Birnen verglichen.

    Ich habe diesen Vergleich doch gar nicht gezogen. 🤔

    Es gibt für Rettungsdecken IMHO keine R- values zu finden weil sie entweder nicht existieren oder grottenschlecht sind.

    Oder weil es kein Messverfahren dafür gibt, denn Wärmestrahlung erwärmt die Luft nur indirekt, weil es Objekte erwärmt, welche dann wiederum die Luft , zb über Konvektion, erwärmt.

    Wer es mit Notfallausrüstung in den Bergen ernst meint, kommt mMn nicht am Bothy- Bag vorbei. Ein Instantschutz der Wärmeströmung und Verdunstungskälte wirkungsvoll unterbindet. Vom Formfaktor her viel sinnvoller als eine Mini- Rettungsdecke aus null weiterreißfestem Material

    Im Grunde stimmt das. Obschon es auch andere Möglichkeiten gibt. Aber darum geht's hier nicht. Aber ja, eine Rettungsdecke ist die schlechteste Wahl die man treffen kann - das bin ich bei dir.

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Ich finde den R Wert einer Rettungsdecke zu messen deswegen nicht zielführend, da es nicht ihr Usercase ist. Man wickelt sich das um und mummelt sich darin ein, damit:

    • Der Wind die Körperwärme nicht weg trägt
    • Die eingeschlossene Luft sich erwärmt und so eine Isolierung entsteht, und
    • Die Wärmestrahlung zurückgeworfen wird.

    Wenn man wissen möchte wie toll das wärmt wenn man sich drauf setzt, wäre mein Testvorschlag "der ersten Näherung":

    1. Man nehme eine kalte nasse Parkbank.
    2. Man lege auf die eine Seite eine Plastikfolie und setzt sich drauf. Ist kühl am 🍑, ja?
    3. Jetzt auf die andere Seite die selbe Plastikfolie, darauf etwas Aluminium Folie
    4. Ist das jetzt wärmer? Da Aluminium besonders bei der dicke ein guter Wärmeleiter ist, sollte alles wass du an wärme hinzugewonnen hast, durch Reflexion erklärbar sein.
    5. Same same für Rettungsdecke

    Das ist nun aber halt nicht der usecase von der Folie.... Ich halt das Ding auch nicht für ein UL Campingaccessoire, sondern eher für den ggf letzten rettenden Strohhalm

  • Mein Beitrag hier schweift vielleicht etwas ab, aber dennoch sind es nichts anderes als zwei oder drei Lagen Rettungsdecken. Bei Rettungsdiensten wohl so oft im Einsatz.


    Blizzard Reflexcell Suvival Bag / Blanket

    Blizzard 3 Layer Survival Bag – Blizzard Protection Systems

    Aus der Artikelbeschreibung:

    PERFORMANCE

    • Warmth: 7.5 Togs – equal to a medium weight regular sleeping bag.
    • Weather protection: fully waterproof and windproof.
    • Storage: bags may be stored indefinitely, and are not affected by temperature or moisture, either during storage or in use.
    • Portability: the bags’ small size and light weight make them easy to carry, whether as personal safety equipment, or for rapid deployment in emergencies involving large groups of people.


    Ein mittlerer Schlafsack also.

    Mir ist eine Geschichte einer MTB-Fahrerin in Erinnerung, natürlich ein Rekordversuch, die nur in so einem Ding schlief.

  • ...Wärmeverlust durch Konvektion entsteht, wenn sich ein Medium wie Luft bewegt und dabei Wärme von einem wärmeren an einen kälteren Ort transportiert.

    Wenn ich also in einem Plastik Sack liege, im besten Fall noch ordentlich am Hals zugezogen, so verhindere ich diesen Luftaustausch immens.

    ...

    Jetzt vermischt du 2 Varianten von Wärmeverlustes bzw. Wärmeverlust mit Wärmetransport.

    Konvektion ist, wenn sich ein Medium an der einen Stelle erwärmt durch den Temperaturunterschied zur anderen Seite wandert, dort die Wärme wieder abgibt und dann zurück zur warmen Seite wandert dort wieder... usw...

    Das andere ist Wärmeverlust indem die stehende warme Luftschicht um den Körper durch Wind immer wieder weggetragen wird und der Körper permanent von kalter Umgebungsluft umströmt wird. Die Konvektion wird durch Rettungsdecken erst mal NICHT verhindert (bzw. erst mit der Rettungsdecke kann es zu Konvektion kommen, sonst liegt der 2. Fall vor). Und im Fall der Konvektion wird der Wärmeübergang auf die Außenseite der Folie (wo sie von der Umgebungsluft aufgenommen wird) durch die Mylar-Folie kaum behindert.

    Die Rettungsdecke wirkt weil sie einmal die vom Körper abgestrahlte IR-Strahlung reflektiert und parallel dazu, da sie knittert und so kleinere Lufttaschen bildet, die sich thermisch wenig unterscheiden, sie die Konvektion verringert (geringe Temperaturunterschiede ergeben weniger Lustströmung und somit geringeren Wärmetransport) und so stabile Isolationspolster bildet. Und durch die an jeder Fläche stattfindende Reflexion der IR-Strahlung wird eine gleichmäßige Temperaturverteilung erreicht.

    Wenn man die beiden Extreme bei der Verwendung von Rettungsfolie betrachtet, 1. wie eine Zeltfolie, 50cm über dem Körper glatt gespannt und dieselbe Folie verknittert und den Körper gewickelt wird der Unterschied intuitiv klar. Zudem ist im ersten Fall das beteiligte Luftvolumen ein mehrfaches gegenüber dem 2. Beispiel.

    Zur Wärmewirkung als Unterlage - da wo sie im Kontakt mit Boden und Körper gleichzeitig ist ist ihre Wirkung nahe 0. Wenn sie zwar am Körper anliegt nicht jedoch am Boden ist die Wirkung gering, wenn sie (geknittert) mit Lufttaschen zwischen Körper und Bogen ohne direkten Kontakt zu diesen liegt ist ihre Wirkung am höchsten.

    Ich habe schon so viel aus meinen Fehlern gelernt. Ich gedenke noch weitere zu machen.

  • So, mir ist noch was eingefallen, ein wahrscheinlich deutlich besseres Verfahren zum messen von R-Werten als meine bisherigen, deutlich komplizerteren Ansätze mit 3d-Drucker-Heizbett, "Spannungsteiler" und PCB-Lastwiderstand:

    Man nehme einen Behälter, umhülle den mit dem zu testenden Material und fülle diesen mit einer bekannten Menge kochendem Wasser. Dann wird einfach nur die Wassertemperatur beim Abkühlungsprozess gemessen.

    Nun lässt sich aus der Temperatur die aktuelle innere Energie (Wärmeenergie) des Wassers bestimmen, in Wattstunden.

    Und wenn man das ganze nach der Zeit ableitet, dann bekommt man die Watt die aktuell dem Behälter entweichen! Jetzt verrechnet man das nur noch mit der Fläche des Stoffes und dem Temperaturunterschied und gut ist.

    Am Mittwoch werde ich das vielleicht mal ausprobieren und auch noch genauer erklären können.

  • Wärme Strahlung ist die Temperatur praktisch egal.

    Und auch irgend welche Kleidung.

    Warum ist es denn dann so krass wichtig zwischen welcher Schicht die Rettungsdecke jetzt zu liegen kommt. Da gibt es so manchen Top Tipp im Internet, auch in "unseren" Foren, natürlich immer ohne Quellenangabe.

    Deswegen habe ich keine Werte der Konvektion und der Verdunstung angegeben.

    Aber für die Wärmestrahlung.....?

    Wenn du bei einer Person 30% Wärmestrahlungsverlust bei Windstille misst, und dann nochmal bei 6 Windstärken, dann wird deine Wärmestrahlung unter ferner Liefen firmieren. Das gleiche in trockenem und nassen Zustand, oder einmal auf einem Laubhaufen liegend und einmal auf einer Eisplatte.

    Ich habe diesen Vergleich doch gar nicht gezogen. 🤔

    Stimmt hast du nicht, aber mit irgendetwas muss man solche Aussagen wie...

    Dies sollte bis zu 60% ( max 80% unter optimalen Bedingungen und hohen äußeren Luft Temperaturen) Wärmeverlust durch Konvektion verhindern.

    ... doch einordnen können. Heißt das jetzt, das das Teil so warm ist wie ein Drei- Jahreszeitenschlafsack, ein Wollpulli, oder ein Baumwoll- T- Shirt? Irgendeinen Vergleich muss es doch geben. Da findet sich dann immer nichts dazu.

    Einen Datenpunkt zum Thema Rettungsdecke habe ich aus meiner Anfangszeit. Als Isomatte sind die Teile völlig unbrauchbar. Sie wärmen eigentlich überhaupt nicht. Selbst mit 3 mm Schaumstoff (sog. Alu- Isomatte) sind diese, außer im italienischen Hochsommer überfordert.

    Ich habe kein Problem mit der Aussage dass eine Rettungsdecke Konvektion und Verdunstungskälte verhindert. Aber, dass diese in "normalen" Outdoorszenarien auch signifikant Wärme zurückhalten, weil sie Wärme reflektieren, halte ich für überzogen.

    Oder weil es kein Messverfahren dafür gibt, denn Wärmestrahlung erwärmt die Luft nur indirekt, weil es Objekte erwärmt, welche dann wiederum die Luft , zb über Konvektion, erwärmt.

    Der Ansatz von Werner Wanderfreund ist IMHO recht vielversprechend. Etwas Warmes umhüllen und schauen wie schnell die Wärme flöten geht. Unbedingt auch mit Funktionwäsche, Fleece, Puffy/ Schlafsack, Biwaksackmaterial/ Regenjacke und für Infrarotstrahlung durchsichtiger Plastikfolie testen. Dazu immer auch jeweils eine nicht umhüllte Kontrolle mit dabei haben.

    LG, Christian

  • Jetzt vermischt du 2 Varianten von Wärmeverlustes bzw. Wärmeverlust mit Wärmetransport.

    Konvektion ist, wenn sich ein Medium an der einen Stelle erwärmt durch den Temperaturunterschied zur anderen Seite wandert, dort die Wärme wieder abgibt und dann zurück zur warmen Seite wandert dort wieder... usw...

    Das andere ist Wärmeverlust indem die stehende warme Luftschicht um den Körper durch Wind immer wieder weggetragen wird und der Körper permanent von kalter Umgebungsluft umströmt wird. Die Konvektion wird durch Rettungsdecken erst mal NICHT verhindert (bzw. erst mit der Rettungsdecke kann es zu Konvektion kommen, sonst liegt der 2. Fall vor). Und im Fall der Konvektion wird der Wärmeübergang auf die Außenseite der Folie (wo sie von der Umgebungsluft aufgenommen wird) durch die Mylar-Folie kaum behindert.

    Hm, bei deinem ersten Fall spricht man von natürlicher Konvektion. Dein zweiter Fall (Wind) ist erzwungene Konvektion. Beide Fälle sind aber Konvektion. Und natürlich wird auch der Wärmeverlust durch die natürliche Konvektion durch die Folie eingeschränkt. Die warme Luft wird eben auch bei Windstille nicht bis in die Stratosphäre aufsteigen, sondern wird durch die Folie näher am Körper gehalten.

    Konvektion – Wikipedia
    de.wikipedia.org
  • Wenn man die beiden Extreme bei der Verwendung von Rettungsfolie betrachtet, 1. wie eine Zeltfolie, 50cm über dem Körper glatt gespannt und dieselbe Folie verknittert und den Körper gewickelt wird der Unterschied intuitiv klar. Zudem ist im ersten Fall das beteiligte Luftvolumen ein mehrfaches gegenüber dem 2. Beispiel.

    Zur Wärmewirkung als Unterlage - da wo sie im Kontakt mit Boden und Körper gleichzeitig ist ist ihre Wirkung nahe 0. Wenn sie zwar am Körper anliegt nicht jedoch am Boden ist die Wirkung gering, wenn sie (geknittert) mit Lufttaschen zwischen Körper und Bogen ohne direkten Kontakt zu diesen liegt ist ihre Wirkung am höchsten.

    Danke, das deckt sich mit meinen bisherigen Erkenntnissen.

    Schon öfter wurde hier und im blauen Forum ja diskutiert, ob eine Rettungsfolie etwas bringt, wenn man direkt da drauf liegt. Sowieso ist Rettungsfolie ein kleines Mysterium, da es (bedingt durch die Funktionsweise von Rettungsfolie) natürlich keine R-Werte dafür gibt.

    Wenn ich mir anschaue, wie R-Werte ermittelt werden, peile ich mal einen Wert nahe null an.
    Am Ende ist der R-Wert ja auch nur ein Konstrukt, was einem eine Schätzung der Isolierfähigkeit bieten soll.

    Ich verfolge interessiert, was sich hier noch an praxisrelevanten Erkenntnissen ergibt. ;)

    VG. -wilbo-

  • Mein Beitrag hier schweift vielleicht etwas ab, aber dennoch sind es nichts anderes als zwei oder drei Lagen Rettungsdecken.

    OT: Mitnichten, es handelt sich um "unique Reflexcell™ material". Nicht einfach aluminisiertes Mylar - no, no, no!!!!;)

    Ansonsten finde ich das Teil gar nicht mal so übel. Gerade Packmaß und Lagerfähigkeit sind interessant. Wärmen wird das Teil aber IMHO v.A. wegen der zwischen den Lagen entstehenden Luftkammern.

    Bei 385 Gramm fragt man sich ob ein leichter Quilt/ MUT + Bothybag nicht gescheiter ist. Die zweilagige Variante wiegt übrigens nur 280 gr.... :/

    Bei der Bergwacht Berchtesgaden habe ich das Dingen übrigens nicht gesehen (Stand von vor einigen Jahren). Die haben so selbstaufheizende Kissen dabei. Das schmeißen sie dem Patienten in die Regenjacke, nach einer halben Stunde "kocht" der dann.

  • Technology – Blizzard Protection Systems

    Die haben Elastikschnüre zwischen den Lagen die das Material zusammen ziehen, so wird es dann etwas aufgestellt. Bei minimal Winddruck ist die Luftkammer dann natürlich doch weg, aber es ist denke ich besser als nix. Die Zahlenangaben (Vergleich zu Daunensäcken usw.) im Text auf der verlinkten Seite wird man getrost vergessen können, das werden wie immer Phantasiezahlen sein die unter optimal günstigen Bedingungen im Labor entstanden sind. In der Praxis sieht die Sache denke ich dann wieder anders aus.

  • Mein Beitrag hier schweift vielleicht etwas ab, aber dennoch sind es nichts anderes als zwei oder drei Lagen Rettungsdecken.

    OT: Mitnichten, es handelt sich um "unique Reflexcell™ material". Nicht einfach aluminisiertes Mylar - no, no, no!!!!;)

    Ansonsten finde ich das Teil gar nicht mal so übel. Gerade Packmaß und Lagerfähigkeit sind interessant. Wärmen wird das Teil aber IMHO v.A. wegen der zwischen den Lagen entstehenden Luftkammern.

    Bei 385 Gramm fragt man sich ob ein leichter Quilt/ MUT + Bothybag nicht gescheiter ist. Die zweilagige Variante wiegt übrigens nur 280 gr.... :/

    Bei der Bergwacht Berchtesgaden habe ich das Dingen übrigens nicht gesehen (Stand von vor einigen Jahren). Die haben so selbstaufheizende Kissen dabei. Das schmeißen sie dem Patienten in die Regenjacke, nach einer halben Stunde "kocht" der dann.

    Diese "Heat-Decken" gabs wohl mal, werden scheinbar aber nicht mehr hergestellt, bzw. exportiert oder eben nicht mehr an Privatanwender verkauft. Vielleicht sind die Wärmepads auch mittlerweile als gefährlich im Luftfahrzeug eingestuft. Oder man führt von außen keine Wärme mehr zu, was ja nicht unkritisch ist.

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    www.meier-medizintechnik.de

    Diese Decken und Notfallsäcke aus Reflexcell sind wie du schon sagtest, lange lagerfähig, unempfindlich gegen Nässe und Feuchtigkeit und eben daher eher was für den Notfall. Ein Kufa-Quilt wird nicht leichter sein, ein Daunenquilt ziemlich nutzlos. Es ging nur darum was man aus ein paar Lagen Rettungsdecke herausholen kann.

    Warum diese Säcke und Decken hierzulande (vermutlich) nicht eingesetzt werden, kann natürlich auch Kostengründe haben. Oder eben der Transport ist so kurz das es keinen Unterschied macht. Ich nehme an die Helikopter sind beheizt.

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