Schmerzende Hände und Po: Anderer Sattel & Vorbau?

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  • Ich bin gerade von meiner ersten Tour mit dem MTB zurück. Leider taten mir trotz Ergon GA3 Griffen und Sqlabs Inner Barents die Hände ab 40km ziemlich weh. Ich hatte einfach zu viel Druck auf meinen Händen. Daher die Frage an euch: Wie lässt sich das Problem lösen? Aufrechter Sitzen? Mehr Spacer oder anderer Vorbau, wenn ja welchen? Oder was ganz anderes?

    Satteltechnisch war es so la la. Hatte mir extra nen Ergon SMC Sport Gel in der passenden Größe geholt. Am ersten Tag war alles top, am zweiten fing es dann doch etwas an wehzutun. Radhose hatte ich natürlich an. Was fahrt ihr so für Sättel auf langen Strecken am MTB?

    Ich hätte wirklich gerne wieder den Langstreckenkomfort, den ich von meinem Tourenbike gewohnt bin. Ist das an einem MTB wie dem Rose Bonero überhaupt möglich?

    So ist die aktuelle Lage

  • Ich hatte einfach zu viel Druck auf meinen Händen

    Bin zwar eher mit dropbar unterwegs, das Programm ist aber das gleiche. Wenn dein Oberkörper zu schwach ist lastet alles auf den Armen. Beim aufrechter sitzen wird der Po und der Rücken durch die Stöße mehr belastet.

    Ich fahre folgenden Sattel, bis 200km am Tag, ohne Probleme:

    Saddle 612 Ergowave active 2.1 S-Tube 12cm https://share.google/nw2GLRVkLmQMR8Q6w

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Ich bin mit dem unterwegs : C15 Carved, cambium saddle with hole - Brooks England
    Passt für mich gut, kann auch viel ohne Radlerhose machen (bin mit meiner nicht so Fan und bin schon von Haus aus gut gepolstert). Man sitzt ein bisschen wie auf einer Hängematte.


    Sonst das gleiche Problem mit den Händen, zwar nicht so schnell wie bei Dir (was eventuell Anpassung sein könnte, wie Zopiclon anspricht).
    Ich überlege mir, Aerobars zuzulegen, für die längere Gravel-/Asphaltpassage, um mal mehr auf die Ellbogen zu bringen Mehr Spacer im Vorbau geht ja nicht so einfach, ohne grad den Gabelschaft zu ändern.

    Ich bin jetzt kein MTB Experte, aber auf dem Foto sieht der Lenker gegenüber dem Sattel sehr tief aus. Ich kenn es eher, dass die beiden auf ca. der gleichen Höhe sind (beim Rennrad natürlich nicht, die sind dann am tiefsten und das Gravel irgendwo dazwischen).
    Zum Verlgeich ein Bild von meinem Gravel, was aber von der Geometrie her eher in die Richtung MTB geht. Der Lenker ist weit höher gegenüber dem Sattel als bei Dir. (Gelände war Richtung vorne leicht abschüssig).


    Gegenfrage: Wie hat das mit den riesigen Ortliebs funktioniert ? So auf dem Trail ist es ja schon mal enger. Wieviel Gewicht war da drauf ?

  • Gerade der Druck auf den Händen klingt mir stark nach überhöhter Sitzposition...

    Sitzposition ist korrekt

    Ich bin jetzt kein MTB Experte, aber auf dem Foto sieht der Lenker gegenüber dem Sattel sehr tief aus. Ich kenn es eher, dass die beiden auf ca. der gleic

    Ja, mein erster Ansatz wäre wahrscheinlich den Lenker durch einen anderen Vorbau etwas höher zu bekommen. Das man bei mehr Spacern auch einen neuen Gabelschaft braucht, ist auch gut zu wissen.

    Gegenfrage: Wie hat das mit den riesigen Ortliebs funktioniert ? So auf dem Trail ist es ja schon mal enger. Wieviel Gewicht war da drauf ?

    War machbar. Mussten einige Male ordentlich was wegstecken, aber robust sind sie ja. 100 % happy nein. Ist schon ordentlich Last hinten. Alternativ vielleicht in Zukunft dry bag längs hinten und Lenkerrolle vorne. Dann reicht mir aber das Volumen eher nicht. Die Backroller Lösung ist einfach sehr simpel, praktisch, pragmatisch, insbesondere mit dem Quick Rack. Gewicht ca. 8/9 kg inkl. Taschen vielleicht.

  • Das man bei mehr Spacern auch einen neuen Gabelschaft braucht, ist auch gut zu wissen.

    Irgendwas muss ja da sein um die Spacer zu halten. (die sind ja nur dazu da, den Platz zwischen Vorbau und Aufnahme Gabel im Rahmen zu füllen. Wenn Du den Lenker entsprechend erhöhen willst, braucht es halt auch den Schaft dazu).

    Ich würde mal probieren Sattel leicht runter und nach vorne, wenn es mit dem Tretlager passt.

    War machbar. Mussten einige Male ordentlich was wegstecken, aber robust sind sie ja. 100 % happy nein. Ist schon ordentlich Last hinten. Alternativ vielleicht in Zukunft dry bag längs hinten und Lenkerrolle vorne. Dann reicht mir aber das Volumen eher nicht. Die Backroller Lösung ist einfach sehr simpel, praktisch, pragmatisch, insbesondere mit dem Quick Rack. Gewicht ca. 8/9 kg inkl. Taschen vielleicht.

    Ok, ich teste gerade das hier Ortlieb Dry-Pack 16L Black Matt Sacoches de vélo : Snowleader, in der Hoffnung dass ich die Schaummatte noch in die Bungee rein kriege. Zusammen mit 6 L vorne habe ich dann mehr als genug (man muss ja nicht so viel Verpflegung mitnehmen, da man doch viel höhere Distanzen und somit Resupply-Punkte erreicht).

  • Bei mir (ebenfalls Dropbar) hat der Umstieg auf einen kürzeren Vorbau etwas gebracht - mir sind vorher schnell die Finger eingeschlafen. Sattel war auch eine längere Suche und ich muss, um den Intimbereich zu entlasten, mit einer etwas größeren Sattelneigung als empfohlen fahren. Damit komme ich aber gut klar. 200 km werde ich in diesem Leben zwar wohl nicht mehr schaffen (war mal ... damals sogar ohne Radhose!), aber mit 100+ bin ich auch schon absolut zufrieden.

  • Ok, ich teste gerade das hier Ortlieb Dry-Pack 16L Black Matt Sacoches de vélo : Snowleader, in der Hoffnung dass ich die Schaummatte noch in die Bungee rein kriege. Zusammen mit 6 L vorne habe ich dann mehr als genug (man muss ja nicht so viel Verpflegung mitnehmen, da man doch viel höhere Distanzen und somit Resupply-Punkte erreicht).

    Das sollte passen! Ich strapse die gerollte 4mm- Xfoam (früher war es eine leicht beschnittene 4mm-Eva von Exped) auf die große Arschrakete von Ortlieb, das hält gut. Ragt halt nochmals etwas nach hinten drüber, aber insbesondere die Xfoam (wiegt mit je 10 cm weg noch 155g) ist ja so leicht, dass sie da absolut nicht stört.

  • Sitzposition ist korrekt

    warst du beim Bikefitting? Selber eingestellt? Welche Rajmen Größe? Welche Körpergröße? Hattest du die Arme permanent durchgestreckt während der Fahrt oder eine minimale Beugung drin, so dass der Rumpf/Rücken ein wenig mehr arbeiten muss?

    Dieses. Und das sind nicht mal alle Fragen, die da relevant sind. Du kannst natürlich alle möglichen kleinen Tipps oder Hacks, die bei anderen geholfen haben ausprobieren, letztlich ist es aber eine sehr individuelle Sache bei der neben Körpergröße/Gewicht/Rahmengröße mit diversen Maßen auch noch viele andere Punkte mit reinspielen. Reifendruck wäre natürlich auch noch so eine Frage...

    Ich wäre bei Schmerzen in den Händen nach 40km auf alle Fälle versucht deiner Aussage von der korrekten Sitzposition zu widersprechen. So schnell sollten dir die Hände definitiv nicht weh tun. Was du aber genau ändern musst traue ich mir dann doch nicht zu einzuschätzen.

  • warst du beim Bikefitting? Selber eingestellt? Welche Rajmen Größe? Welche Körpergröße? Hattest du die Arme permanent durchgestreckt während der Fahrt oder eine minimale Beugung drin, so dass der Rumpf/Rücken ein wenig mehr arbeiten muss?

    Danke für euren Rat bisher. Die Satteleinstellungen habe ich ausgereizt. Ich seh eigentlich nur 3 Optionen aktuell:

    1. Anderer Lenker mit mehr Rise

    2. Anderer Vorbau mit steilerem Winkel Beispiel

    3. Gabelschaftverlängerung Beispiel

  • 1. Anderer Lenker mit mehr Rise

    Nicht nur mehr Rise, auch der Backsweep kann einen Unterschied ausmachen. Auf dem Foto wirkt der Lenker relativ gerade. Und Tourenbikes haben oft mehr Backsweep.


    Verstellmöglichkeiten ohne Geld auszugeben:

    - Sattel 5mm oder 1cm weiter nach vorne, ich schätze anhand vom Foto ist da noch Platz zum verstellen.

    - die Neigung des Lenkers um ca. plus 3° zu drehen und wenn noch nötig dasselbe negativ ausprobieren.

    - die Bremsen und die Schaltung jeweils um 1cm nach innen schieben. Dadurch ändert sich die Griffposition auch. Bei Gefallen dann den Lenker einkürzen.

  • hmmm ist das Rad dann nicht evtl. zu klein für dich, wenn die Komponenten so unstimmig sind? Hast du es im Fachgeschäft gekauft und mehrere Größen getestet oder war es ein Online-Schnabber? Also klar, Vorbau sowie gerne auch mal Lenkerbreiten müssen recht oft justiert werden, da diese sehr vom Hersteller ja nicht für jede Körperform passen können, ich würde dir aber dennoch anraten, wenn im Umkreis machbar, ein proffesionelles Bikefitting zu machen, bevor du dir zig separate Komponenten kaufst. Bei mir (ich bin nur Freizeit Radler und weit weg von Wattmessung, wollte aber dennoch wissen wieso es hier und da zwickt) kam damals nämlich auch raus, dass ich am unteren Ende der Rahmengröße rumeierte und man mit 4cm Vorbauverkürzung zwar eine bessere (und damit schmerzfreiere) Haltung hinbekommt, grundsätzlich das Rad aber doch eher eine Fachgeschäfts-Beratungs-Gurke war. Ergo folge ein anderes Rad und nun sind die Probleme auch wech. Dazu dann noch die Messung vom optimalen Pedaldruckpunkt sowie Kniewinkel und allgemeiner Justage der aktiven Haltung können einem auf jeden Fall ein gutes Gefühl geben, insbesondere wenn man die vorher-nacher-Aufnahmen vom Bikefitting betrachtet.
    Vermutlich gibt's jetzt auch genug Anwender, die aus Erfahrung ihre Räder korrekt einstellen oder alles nur mithilfe von Lot, Zollstock & Youtube einstellen, ich finde dennoch bei einem neuen Bike und der Möglichkeit, dass irgendwas nicht passt, ist das eine angenehme (und hoffentlich bezahlbare) Hilfestellung

  • Für die Hände würde ich ebenfalls vorschlagen folgendes zu probieren:

    Lenker: mehr Rise und v.a. mehr backsweep. Gerade die altmodischen sehr geraden und breiten MTB Lenker haben bei mir eine Überlastung der Sehnen an der Außenseite des Handgelenks verursacht und die abgeknickte Haltung durch den geraden Lenker kann auch den Karpaltunnel enger machen was evtl eingeschlafene Pfoten erklären könnte

    Kürzerer Vorbau. Lässt mich aufrechter sitzen und hat etwas den Druck auf den Pfoten verringert.

    Sattel ist ziemlich individuell. Man kann die Breite der Sitzbeinknochen messen und den Sattel entsprechend auswählen. Hauptsache ist das die Nerven für und die sensiblen Teile keinen Druck bekommen...

    Mir hilft sowohl für die Hände als auch für den Hintern das Sitzen mit etwas runderem unteren Rücken. Erfordert aber etwas mehr Rumpfkraft sprich Bauchmuskeln. Wenn die Arme in den Ellenbogen leicht gebeugt sind hilft mir das auch gegen eingeschlafene Hände.

    Letztlich hilft es dir vielleicht tatsächlich mehr wenn du mal jemand drauf schauen lässt wie du auf dem Rad sitzt - ich werde für mein nächstes Rad wahrscheinlich mal ein bike fitting machen. Das viele Rumprobieren mit verschiedenen Bauteilen verursacht ja auch Kosten...

    Das Rad sieht für mich jetzt schon relativ traillastig aus???

  • Leider taten mir trotz Ergon GA3 Griffen und Sqlabs Inner Barents die Hände ab 40km ziemlich weh. Ich hatte einfach zu viel Druck auf meinen Händen.

    Griffe verhindern nichts. Sie unterstützen bestenfalls. Auch der Sattel ist nur Nebensache bzw. die Bauform allein macht es nicht. Es kommt darauf an, wie man auf dem Sattel sitzt und wie man den Körper generell so auf dem Rad hält. Sattel durchprobieren allein hilft also nicht.

    Radfahren ist in mehrerlei Hinsicht ein Balanceakt. Die Sattelposition im Raum muss zu den Pedalen passen, also nicht nur die Höhe, sondern auch Versatz nach vorne oder hinten (fore/aft nennt man das). Die Länge der Kurbeln spielt auch mit rein.

    Wenn das alles passt, kann man nach vorne hin viele Einstellungsfehler im Cockpit ertragen. Passt es nicht, kannst am Cockpit einstellen, was Du magst, und es hilft nichts.

    Wenn Du zu viel Druck auf den Händen hast, würde ich Sattel mal tiefer nehmen, ruhig gleich 2cm oder so UND ein paar Millimeter nach hinten. Dann ausgiebig ausprobieren, also nicht nur mal hin und her rollen sondern schon ein Stück fahren damit! Ich kann mittlerweile spüren, ob zu hoch oder zu tief. Bei zu tief geht die Belastung eher in den Po bzw. die Beinbeuger. Bei zu hoch mehr in die Beinstrecker. Ideal wäre eine gleichmäßige Verteilung.

    Das Fore/Aft vom Sattel kann man nach dem Knielot (einfach mal googlen) ausrichten. Ist ne gute Verhandlungsbasis, aber kein Gesetz. Hier wird vielleicht auch deutlich, wie die Kurbellänge mit rein spielt. Solltest Du mal die Kurbeln zu einer anderen Länge wechseln, musste auch die Sattelposition anpassen.

    Ich überlege mir, Aerobars zuzulegen, für die längere Gravel-/Asphaltpassage, um mal mehr auf die Ellbogen zu bringen Mehr Spacer im Vorbau geht ja nicht so einfach, ohne grad den Gabelschaft zu ändern.

    Aerobars sind toll, aber nicht um Bikefit-Probleme zu lösen! Sie lieber zu, dass Du zuerst ordentlich auf dem Bock sitzt. Dann die Aerobars. Nimm welche mit Spacern! Die sollten nicht zu niedrig montiert werden, sonst geht das nur in Nacken.

  • Noch ein +1 für "Mach mal ein Bikefitting mit jemand, der sich auskennt" (und dann vermutlich auch das richtige Equipment hat). Ich fahre von MTB bis Triathlonrad fast alles und gerne auch auf lange Strecken - Starker Druck auf dem Sattel und/oder den Händen ist praktisch immer eine Konsequenz der Sitzposition. Leider sind erstaunlich viele "Fachgeschäfte" erstaunlich schlecht im Bikefitting, darauf würde ich mich also nicht verlassen.

    Ich werde unbesehen nicht versuchen zu erraten, was genau die Ursache für dein Problem ist. Dafür gibt's zu viele Variablen, die dummerweise auch nicht unabhängig von einander sind. Wenn du also mehr oder minder wahllos Dinge an der Geometrie änderst, dürfte die Trefferquote eher gering sein... Wahrscheinlich verschiebst du die Probleme nur.

    Bars sind übrigens wirklich eine tolle Sache, aber noch wesentlich anfälliger für falsche Sitzposition als ein normaler Lenker. Damit löst du kein Problem, Patirou.

  • Hab es ja nur als Ergänzung gemeint, nicht als Lösung. Sorry falls es falsch verstanden wurde. Bikefitting steht noch bei mir aus, das wollte ich mit dem Upgrade zu Klickpedalen und Aerobars kombinieren.


    Ich glaube die grosse Frage ist jetzt : wo finde ich jetzt einen guten Bikefitter.

  • mit dem Upgrade zu Klickpedalen

    Klickpedale scheitern bei mir v.a. an zumutbaren Schuhen. Für den Winter habe ich einigermaßen passende Schuhe gefunden, für den Sommer tue ich mich weiterhin schwer und fahre deshalb weiterhin mit meinen Altras. Was ich damit sagen will: bei der Suche nach einem guten Bikefitter diesen Aspekt miteinbeziehen.

  • mit dem Upgrade zu Klickpedalen

    Klickpedale scheitern bei mir v.a. an zumutbaren Schuhen. Für den Winter habe ich einigermaßen passende Schuhe gefunden, für den Sommer tue ich mich weiterhin schwer und fahre deshalb weiterhin mit meinen Altras. Was ich damit sagen will: bei der Suche nach einem guten Bikefitter diesen Aspekt miteinbeziehen.

    Geht es um die Breite der Zehenbox? Dann könnte Keen eine Lösung sein - ich habe Sandalen mit Klicksystemaufnahme von denen - Sprengung ist ebenfalls kaum vorhanden. Mit denen (und Sandalen von Shimano, die überraschend guten Halt geben) fahre ich im Sommer.

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