DIY Wanderwagen (möglichst leicht)

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  • Moin,

    es gibt diverse Gründe für einen Wanderwagen. Z. B.: Alter, Leistungsfähigkeit, Gesundheit,...

    Hier soll es aber nur um DIY Projekte gehen, nicht um Wanderwagen vs Rucksack oder um die diversen Wanderwagen kommerzieller Anbieter.

    Ich fange mal mit meinem Projekt an:

    Dieser hier ist mein 2. Anlauf und hat sich so noch nicht bewährt. Mit vielen Dingen bin ich sehr zufrieden, andere werden in der nächsten Version verändert werden.

    Das Gewicht beträgt ca 2,5kg, was extrem wenig ist. Mir ist kein, auch kein kommerzieller Wanderwagen bekannt, der so leicht ist und dabei eine doppelte Deichsel hat.

    Wagen mit einer Deichsel sind sehr selten noch leichter. Eigentlich nur der Wagen von Achim Böttcher.

    Dieser Wagen ist aus 18mm Alurohren gebaut mit Verstärkungen aus Karbon. Die Titan Achse ist mit Fastflight (d.i. ein gewachster Dyneema Faden aus dem Bogen- bzw. Sehnenbau) "angenäht".

    Der erste Test war am Freitag auf einem Single Trail im Harzvorland zusammen mit einem Benpacker von @Moosmännchen. Da ging es schon ordentlich zur Sache, über Bäume, gegen Felsen, auf einem Rad,... Das war denn auch etwas zuviel für die Karbonverstärkung. Ein Querpfeil ist gebrochen und die Längsversteifungen sind aus den Wicklungen gerutscht.

    Außerdem ist mein Quidian Rucksack nicht optimal. Überall hängen Verstellschnüre herunter. Kaum zu bändigen. Da werde ich mit Paddelsäcken testen.


    Grüße Azes

    Ich werde wohl mit Gurtband arbeiten beim nächsten Mal.

  • Hui cooles Teil.

    Was mir auffällt: wenn Du mit dem Carbongestänge verwindungssteifigkeit erreichen willst, musst Du Dreiecke einbauen, keine Vierecke -> dass heisst das Carbongestänge mit 2 Diagonalen ersetzen (wie so ein Versteifungskreuz bei einem Regal). sollte viel mehr bringen. Als Gepäckablage könnte ich mir dann eine Art straff gespanntes Netz vorstellen...

  • hab darüber auch schon nachgedacht, jedoch nicht zum wandern sondern zum transport eines 30L wasserkanisters zur zapfstelle.

    was mir so optisch bei deinem auffällt, mir wären die räder zu klein, fährt sich doch im gelände mit größeren rädern sich einfacher.

    und in der mitte die "scharniere", sicher zum zusammenklappen für den transport in öffis, die sehen ziemlich filigran aus, wie eine sollbruchstelle?

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Ich habe ja noch keine Langzeiterfahrungen.

    Man kann halt mit 18mm oder mit 30mm Rohren bauen.

    Ich will ja möglichst leicht unterwegs sein (nach meinen Möglichkeiten).

    Diese Räder wiegen ca 550g/each. Etwas größere und schönere Räder sind schnell bei 1250g/each.

    Da kannst du "unter 3kg bleiben" gleich vergessen.

    Grüße Azes

  • Kleines Update.

    Die 2. Version hat sich leider nicht bewährt.

    Ich hatte eine Schnürung mit Gurtband gemacht und diese wegen der Flexibilität mit Schnallen versehen.

    Leider war das Gurtband von Extremtextil zu dünn für die Schnallen und ist durchgerutscht. Das war jetzt nicht schlimm, weil reparabel, aber eben nicht gut.

    Außerdem hatte ich ja das Chassis recht weit über die Achse nach unten gezogen, weil ich dort 1,5l Wasser transportieren wollte, praktisch als Gegengewicht.

    Da hat mir der Calenberger Weg aber einen Strich durch die Rechnung gemacht mit felsigen und mit Baumwurzeln gespickten Wegen. Die Flasche war dann undicht. Sie war hat zu nah am Boden. Gut bei normalen Wegen, hier aber schlecht.

    Ich habe das früh genug gemerkt und die Flasche umgedreht senkrecht befestigt. so habe ich nur 1/4 l Wasser verloren.


    Diese Probleme habe ich versucht in der nächsten Version zu beheben. Chassis nach oben gezogen, provisorisches 3mm Pappel Sperrholzbrett mit einer Unterstützung eingezogen, Wasserflascenh an der Unterseite befestigt. Radabweiser eingebaut, Packsack statt Rucksack.

    Das soll natürlich noch ein anderer werden, mit Schultergurten , ggf. abnehmbar und nicht so auffällig.

    Diese Version habe ich dieses WE auf schlechten Wegen getestet und bin erst mal sehr zufrieden. Das Pappelsperrholz ist natürlich an der unteren Kante zu empfindlich (und ich mag es auch sonst nicht), hat aber gut gehalten.

    Seht selbst:


    ultraleicht-trekking.de/attachment/22632/

  • Erlaube mir meine 2ct:

    wenn du dir Holzplatte fest mit den Alurohren verbindest, kannst Du damit auch die Querkräfte aufnehmen, analog zu den oben genannten "Dreiecken"

    Was mir auffällt: wenn Du mit dem Carbongestänge verwindungssteifigkeit erreichen willst, musst Du Dreiecke einbauen

    Damit bekommst du das Drehmoment aus den Kunststoffverbindern und erhöhst ihre Lebensdauer, das Gestell sollte sich damit auch "wertiger" anfühlen. Und, je größer Du den Durchmesser der Reifen machst, desto leichter kannst du damit Hindernisse nehmen

    Cooles Teil, Happy Trails!

  • Warum die Flaschen partout unten befestigt werden sollen verstehe ich nicht so ganz. Du verschenkst Bodenfreiheit und ein Gegengewicht ist es ja auch nicht wirklich, dafür müssten die ja hinter der Achse befestigt werden. Bleibt alleine die Erniedrigung des Schwerpunktes. Da stellt sich aber die Frage ob das wirklich sein muss. HTH.

  • Erlaube mir meine 2ct:

    wenn du dir Holzplatte fest mit den Alurohren verbindest, kannst Du damit auch die Querkräfte aufnehmen, analog zu den oben genannten "Dreiecken"

    Was mir auffällt: wenn Du mit dem Carbongestänge verwindungssteifigkeit erreichen willst, musst Du Dreiecke einbauen

    Damit bekommst du das Drehmoment aus den Kunststoffverbindern und erhöhst ihre Lebensdauer, das Gestell sollte sich damit auch "wertiger" anfühlen. Und, je größer Du den Durchmesser der Reifen machst, desto leichter kannst du damit Hindernisse nehmen

    Cooles Teil, Happy Trails!

    Danke.

    Ja, ich habe heute das Teil auseinander gebaut und den Body 5 cm verlängert, sowie eine weitere Querstange eingebaut. Dann kann ich später die neue Platte (ist gerade bestellt) oben und unten festschrauben.

    Das Ganze ist ja ein Optimierungsprozess. Und wie heißt das so schön?

    Leicht, preiswert, robust: pick two!

    Wenn ich einen möglichst leichten Wanderwagen, der auch nicht Unsummen kosten soll baue, ist er zwangläufig nicht so robust wie ein Benpacker oder vergleichbarer Wanderwagen.

    Die Radgröße ist halt auch der schmerzhafte Gewichtskompromiss.

    Grüße Azes

  • sowie eine weitere Querstange eingebaut. Dann kann ich später die neue Platte (ist gerade bestellt) oben und unten festschrauben.

    die Platte würde eh wie eine Querstange funktionieren, mit dem einen sparst du dir das andere...

    Die Radgröße ist halt auch der schmerzhafte Gewichtskompromiss.

    Naja, du willst das Ding ziehen und nicht tragen, oder? Klar wird ziehen einfacher falls Gesammtgewicht leichter, besonders Bergauf, aber Du brauchst auch die Kraft das Teil über Hindernisse zu ziehen, und da brauchst Du weniger Kraft bei größeren Rädern -- wenn der Boden recht uneben ist. Aber ich klugschwätz hier ja auch nur rum. Was ich sagen möchte: "ich möchte Dich ermuntern auch mal größere Räder trotz höherem Gewicht auszutesten und zu vergleichen, bei grob unebenen Boden könnte sich das rechnen"

    Happy Trails!

  • Warum die Flaschen partout unten befestigt werden sollen verstehe ich nicht so ganz. Du verschenkst Bodenfreiheit und ein Gegengewicht ist es ja auch nicht wirklich, dafür müssten die ja hinter der Achse befestigt werden. Bleibt alleine die Erniedrigung des Schwerpunktes. Da stellt sich aber die Frage ob das wirklich sein muss. HTH.

    Moin Christian Wagner ,

    die Nachteile sind mir schon klar, und ich würde es gern anders machen. Das geht aber nicht:

    Aus verchiedenen Gründen (haupsächlich natürlich Gewicht) ist mein Wagen sehr schmal. Das liegt auch an der Titanachse, die halt genau 50cm breit ist. Wenn man die Räder und die Stellringe mit dem Rahmen abzieht, kommt man auf eine nutzbare lichte Breite bei den Rädern von nur 31 -32 cm.

    Mein alter Kanadier Packsack hat genau diese 31 cm Durchmesser, ist aber nicht optimal, weil er einen Rollverschluss hat und ihm die Schultergurte fehlen.

    Der Exped Radical 45 https://www.bergzeit.de/p/exped-radica…mId=5049995-002

    kommt meinen Bedürfnissen sehr nahe, hat aber eine Breite von 34cm.

    Ein Kompromiss könnte der Ortlieb X-Tremer Packsack sein. Der hat aber keine abnehmbaren Schultergurte auch Rollverschluss, aber einen Durchmesser von 31 cm, was ja passen würde.

    Ich bin noch unsicher, was ich nehmen sollte. Beim Ortlieb Packsack könnte ich in der Tat links und rechts noch lange Gepäckstücke verstauen. Das können Wasserflaschen sein oder auch Treckingstöcke oder mein Faltsitz. (Man möge mir verzeihen; ich bin schon älter).

    Ich brauche deshalb auch vergleichsweise viel Wasser und wenn ich schon mal 1,5l unter dem Wagen habe, finde ich das beruhigend.

    Viele Grüße Azes

  • sowie eine weitere Querstange eingebaut. Dann kann ich später die neue Platte (ist gerade bestellt) oben und unten festschrauben.

    die Platte würde eh wie eine Querstange funktionieren, mit dem einen sparst du dir das andere...

    Die Radgröße ist halt auch der schmerzhafte Gewichtskompromiss.

    Naja, du willst das Ding ziehen und nicht tragen, oder? Klar wird ziehen einfacher falls Gesammtgewicht leichter, besonders Bergauf, aber Du brauchst auch die Kraft das Teil über Hindernisse zu ziehen, und da brauchst Du weniger Kraft bei größeren Rädern -- wenn der Boden recht uneben ist. Aber ich klugschwätz hier ja auch nur rum. Was ich sagen möchte: "ich möchte Dich ermuntern auch mal größere Räder trotz höherem Gewicht auszutesten und zu vergleichen, bei grob unebenen Boden könnte sich das rechnen"

    Happy Trails!

    Danke für dein Feedback!

    Die Querstange brauchte ich, weil ich nicht auf die Titanachse schrauben kann, auf der die Platte vorher auflag. Zusätzliche Versteifung ist nur ein weiterer Benefit.

    Wie gut größere Räder sind weiß ich, weil ich die mit dem Benpacker ausprobieren konnte.

    Ausprobieren und Umbauen ist sehr schwierig, weil ich jetzt eine starre 8mm Titanachse verbaut habe. Die größeren Räder haben alle 12mm Achsdurchmesser. Ich müßte also den kompletten Achsbereich neu bauen.

    Kann sein, dass mir das später mal unumgänglich erscheint. aber erst mal will ich einen UL Wanderwagen bauen! Also möglichst leicht.

    Bei wirklich schwierigen Hindernissen soll er ja auch getragen werden. Mal sehen, ob das so klappt.

    Grüße Azes

  • Wie viele "löcher" verträgt denn so eine Sperrholzplatte bis sie an Stabilität verliert oder lohnt sich das nicht zur Gewichtsersparnis?

    Schaubst du die neue Platte direkt an die Rohre oder nutzt du dafür weitere Normteile. Ich könnte mir da auch sowas oder sowas vorstellen.

    Ich freue mich auf Bilder der nächsten Iteration.

  • Moin, ich habe gestern eine Alu Verbundplatte bestellt. Die muss ich mir erst mal anschauen.

    Aber grundsätzlich möchte ich direkt verschrauben.

    Auch wenn die Verbinder (also der Flansch ginge ja gut) recht leicht sind, es wird doch insgesamt immer schwerer.

    Da muss ich dann abwägen. Mal sehen, es ist ja ein Prozess.

    Grüße Azes

  • Moin,

    Pappelsperrholz ist sehr leicht, aber Stabil. Mit gebohrten Löchern in der Platte könnten auch einzelne Gegenstände verzurrt werden. Allerdings ist das nicht sehr witterungbeständig.

    Mit der Alu-Verbundplatte kann das sehr stabil sein. Und witterungsbeständig. Welche Stärke hast du da gewählt? 5mm?

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