MYOG - Sturm-Dackelgaragen-Zelt für stürmigen und schneereichen Winter im hohen Norden

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  • Hach, ich freu mich ...
    Soeben das in Arbeit befindliche Winterzelt das erste Mal zur Probe aufgebaut, einfach um zu sehen ob ich die Abmessungen, vor allem für die Apsiden und dem Catcut dort richtig berechnet, gemessen, geschnitten, vernäht habe ... und ... Jubel, es passt erst mal alles, yeah.
    Naja, gut, parallele Nähte sind nicht unbedingt alle parallel :P aber halten werden diese doppelten Kappnähte auf jeden Fall!

    OK, da fehlen jetzt noch Sturmabspannungen an den Seiten und an den Apsiden. Zusätzlich auch Sturmabspannungen im Inneren, damit habe ich bei Sturm sehr gute Erfahrungen gemacht, das bringt enorme Stabilität. Eine "außenliegende interne" Ridgeline, Aufsteller zur Belüftung und achja, die Schlaufen um die Apsiden am Kopfende zur Seite zu binden hab ich vergessen, mist ...

    Werde, falls Interesse besteht, wenns die Tage fertig ist, noch genauer berichten und Details zeigen. 8)

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Old School 15. September 2026 um 14:26

    Hat den Titel des Themas von „MYOG - Sturm-Dackelgaragenzelt für stürmigen und schneereichen Winter im hohen Norden“ zu „MYOG - Sturm-Dackelgaragen-Zelt für stürmigen und schneereichen Winter im hohen Norden“ geändert.
  • Hui, das muss man mit so einem Shelter echt wollen 😳

    Warum, glaubst Du das ist für einen solchen Zweck ungeeignet?
    Sicher denkst Du eher an einen Tunnel oder Kuppel?
    Die mag ich nicht, fühle mich in einem A-Frame einfach wohler, eben Old School ... war da in den 80ern im Winter nur mit Tarp, dagegen ist dieses Teil ein Palast ^^

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Sehr schöne Arbeit bzw. schönes Zelt!

    Meine ersten UL-Zelte hatten diese Bauweise. Die Zeltform ist super für alle Wetter.

    Leider meist zu niedrig und der Einstieg nervt einfach. Deshalb bin ich nach einem Hosenriss und zuviel Schafskacke an den Pfoten auf Mids umgestiegen.

    Die Franzosen nutzen die Zeltform auch noch sehr häufig im alpinen Raum.

  • Leider meist zu niedrig und der Einstieg nervt einfach.

    Danke.
    Nach verschiedenen anderen Versuchen bleibe ich doch immer wieder am A-Frame hängen, alles andere hat für mich mehr nachteile als Vorteile, beim A-Frame isses für mich umgekehrt, naja, da hat natürlich jeder seine eigenen Vorlieben :)

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Welches Material hast Du verwendet und wo liegst Du aktuell gewichtsmäßig?

    Von extremtextil das 6.6 Silnylon, 30dn, 40g/qm ... erscheint mir für den Zweck gut geeignet, bin mit einem Tarp aus dem 37g Silnylon schon in heftigem Sturm gewesen, ohne Probleme, das 6.6 hat demgegenüber noch etwas Reserven, das 55g überlegte ich zunächst, glaube aber das bringt für das deutliche Mehrgewicht nicht entsprechend mehr Leistung!?

    Gewicht momentan ohne Heringe bei 750g, denke es werden bei Fertigstellung so 820g werden, das passt für eine Wintersturmzelt, wollte gut unter 1kg bleiben, bin selbst gespannt ... und wenns kein Sturm gibt, umso besser, hehe.

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Christian Wagner nun, wer kennt das abris d' olivier nicht, gell, klasse teil ...

    jepp, hat keinen boden, ist ohne innenzelt, brauchts im winter nicht. und ja, vor dem aufbau noch n bisschen loch machen, dann kann ich fast drin stehen ^^

    habs extra breit gemacht, so passt die pulka mit rein, hab alles parat und kann bei sturm noch zusätzlich stabilität bringen.

    maße, gewicht etc. kommt alles noch wenn komplett fertig ...

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • So, Zelt fertig ... noch ein paar Details für die interessierten ...

    Ziel dieses Zeltes ist eine Wintertour im kommenden Winter in Nordskandinavien, Schweden Sarekgebiet und/oder Finnland Inari.
    Gerade im Sarek kann es richtig ungemütlich werden, letzten Winter gingen die Temperaturen bis deutlich unter -30 Grad und es gab so einige heftige Schneestürme. Da ich von einer Sarektour Ende September schon weiß wie schnell das Wetter dort in einen Schneesturm umschlagen kann mit null Sicht und plötzlich -10 Grad, will ich dafür ein großes Zelt in dem ich notfalls auch länger Wetter abfeiern kann das ein Weiterkommen ausschließt. Die Pulka soll mit drunter passen, damit alle Ausrüstung greifbar ist und ich die nicht später erst mal ausgraben muss ...

    Das Zelt voll abgespannt, je drei zusätzliche Abspannpunkte an jeder Seite. Bei Verwendung aller Abspannungen werden 12 Heringe benötigt. So aufgebaut bis zum Boden, reichen alle Säume bis ganz runter, auch die hintere Apside am Fußende damit kein Schnee eindringen kann. Nur die vordere Apside am Kopfende reicht nicht ganz bis zum Boden um von innen besser zum Öffnen durchgreifen zu können. Hier werde ich aber wohl noch Schneelatze ergänzen.

    Auch innen gibt es am Kopfende und Fußende noch je zwei Abspannungspunkte die mit einer Gummischnur verbunden werden können. Das bringt bei starkem Wind sehr viel gegen das Flattern des Zeltmaterials. Durch das Gummi werden heftige Belastungsspitzen abgefedert.

    Trekkingstock / Skistock an Kopf- und Fußende sind mit breiter Klette fixiert. Innen am Stoff die Flauschseite und über dem Stock eine "Haube" mit der Häkchenseite über den Knauf. Sitzt bombenfest und wird durch die Abspannung unverrutschbar angepresst. Ich wollte keine labberige Stocktasche die ausreißen kann.

    Die Firstabspannung von außen. Abspannleinen sind einfach mit Linelocks fixiert. So habe ich mit Tarps schon heftige Winde erlebt, hält problemlos. Die sichtbaren O-Ringe sind nicht wirklich nötig, da hab ich noch so ne Idee für später ...

    Die Apsiden unten werden ganz banal mit zwei Strippen fixiert. Kann ich von innen locker unten durch greifen und öffnen. Wobei, mit komplett geschlossenen Apsiden wird das Zelt nur bei richtig miesem Wetter stehen, eine Seite wird zumeist offen sein, schon wegen der Belüftung. Was auch super geht, auch bei komplett geschlossener Apside aber Reißverschluss offen, kann ich durch den sich so öffnenden Spalt sehr gut rein und raus schlüpfen.

    Natürlich Zwei-Wege-RV, also zwei gegenläufige Schieber mit laaangen Bändeln, muss ja auch alles gut mit Handschuhen greifbar sein! Deshalb auch die lange Verlängerung der Klettpunkte zur Fixierung der RV-Abdeckleiste.

    Banale Knebelbefestigung um die Apsiden offen zu halten.

    Eine Lüftung mit Hutzen o.ä. gibt es nicht. Nach meiner Erfahrung sind so kleine Löcher, die auch noch abgedeckt sind eh nur Kosmetik, verhindern Kondensbildung kaum. Entweder sind die Apsiden (halb) offen, oder RV offen oder, wie im Bild, werden Abstandshalter an den vorhandenen Kletten der Abdeckleisten zwischen geklemmt. Wenn draußen nicht voll der Schneesturm tobt, sind ein paar Schneeflöckchen die sich verirren kein Ding.

    Wie man sieht, Platz ohne Ende. Neben das Bivi passt auf eine Seite die Pulka, auf der anderen Seite Ausrüstung, Kochzeugs, ganz bequem. Und bei gutem Wetter kann das ganze natürlich auch höher und dafür schmäler aufgebaut werden, die Stöcke sind ja variabel.

    Die Daten:
    Höhe Kopfende: 100cm
    Höhe Fußende: 75cm
    Breite Kopfende: 200cm
    Breite mittig: 150cm
    Breite Fußende: 130cm
    Länge ohne Apsiden: 285cm
    Länge mit Apsiden: 350cm
    Gewicht ohne Heringe: 865g

    Material: Ripstop-Nylon 6.6, Zeltstoff, silikonbeschichtet, 30den, 40g/qm von Extremtextil

    Alle Nähte sind doppelte Kappnähte die zuerst mit Elastosil verklebt sind und dann erst mit 3 parallelen Nähten vernäht, Nahtzugabe 1,5cm.
    Abspannpunkte sind innen mit Elastosil aufgeklebtem Zeltstoff und außen mit 90g Zeltbodenstoff zur Verstärkung aufgenäht. Darauf dann die Gurtbänder durchgenäht.

    OK, so manche Naht ist ästhetisch sicher nicht die schönste, bisher hat aber jedes Tarp ausgezeichnet gehalten ... also freue ich mich auf jedes Wetter damit :)

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

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