1P Zeltempfehlungen für alpine Fernwanderungen

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Bleibt aber immer noch die blöde Zeltplane/Mesh, was einem fast im Gesicht hängt. Ich finde das Käse.

    Damit das hier nicht zu einseitig wird. ;)

    Ich mag lieber Quer-Lieger weil:

    • Ich kann aus meinem shelter im Liegen herausschauen. Im Längs-Lieger starre ich gegen eine Seitenwand.
    • Der geöffnete Bereich des Eingangs ist beim Quer-Lieger breiter und bietet eine entsprechende Panorama-Aussicht.
    • Der Eingangsbereich ist so großzügig, dass ich auf der einen Seite meinen Kocher laufen lassen kann und auf der Anderen noch gut raus und rein komme. Im Längs-Lieger muss ich diesen Bereich freiräumen oder über meinen Krempel steigen.
    • Ist das shelter entsprechend meiner Körpermaße gebaut, habe ich wenig Probleme mit abgestreiftem Kondenswasser.
  • WonderBär: Zur Not muss man sich eh halt mal paar Stunden nur in die Plane einwickeln dh sitzen oder liegen, Notbiwak. Ja, wenn immer was im Gesicht hängt ist das Teil zu klein, doof und unnütz.

    Mal meine Überlegungen dazu:

    Ich habe am WE gerade wieder ein Zelt verliehen und brauchte 3 Anläufe: Pyramide 600 Gr. mit IZ fehlte der Strut am Fussende... (typisches Strut-Problem, man nimmt die iwann raus weil es sich ohne besser packt ... und dann liegen die i-wo. Sind immerhin unterwegs leicht zu ersetzen. Aber Abspannpunkt am Eingang war auch ausgerissen ... mal wieder kein Zettel im Beutel, dass ich da was machen wollte und vergessen). Dann Lanshan 1P mit Inner ... und gesehen, den Aufbau muss man halt doch auch paarmal machen, Stock muss ja etwas schräg und heiss isses im Zelt. Also nochmal nach Hause und was "Freistehendes" geholt: Revolution 2 (1. gen.), 1,4 Kg mit dem leichtsten Alu-Stangenset, 2-Stangen-Kuppel und man klickt das AZ nur ein, in dem das IZ schon eingeklippt ist. Sone Klipp-Zelte sind bei Wind und Wetter und überhaupt am leichtesten von allen aufzubauen, 2 Eingänge = gut Luft, geringe Stellfläche, tickt die Box. Ist jetzt gerade iwo unterwegs. Hält whrschl. keinen "echten" Sturm, vielleicht doch: nur ne schlaflose Nacht (aber zivilisationsnah sollte man in keinem Sturm zelten / müssen: Tagesplanung...) und braucht auf Stein nen Groundsheet. Hatte ich nicht mitgebracht, also bißchen Panzertape mitgegeben. Zelt ist Gebrauchsgegenstand und break-even ist schnell, wenn man Hotel-ÜNs gegenrechnet. Viel schöner ist draussen schlafen ohnehin.

  • zur Frage der Haltbarkeit von insbesondere Tarptent-Zelten hat German Tourist aka Christine Thürmer auf ihrem Blog folgendes geschrieben:

    Tents: I have been using Tarptents through almost all my hiking career and I am extremely happy with them. I started with a Virga, then a Virga II followed by a Contrail and now I am using a Rainbow. After a couple of months of use the tent floor will get little holes, but this has never bothered me and I don't use a ground sheet either. The first thing of consequence that will break is the slider of the tent zipper. Depending on what sort of environment you are moving in (lots of sand or not) this will happen after 4 - 6 months of constant use. The slider will wear out and you will not be able to zip up the tent any more. This is a gradual process and you should act as soon as you experience the first difficulties. Of course this always happens in mosquito country where you depend on your tent being closed.... The problem is quite easy to fix with a needle and thread if you have spare sliders with you - don't leave for a long trip without the appropriate spare sliders and familiarize yourself with how to change a slider. I change sliders up to 3 times before the tent dies of old age! After about one year of use the tensioners for the guy lines will wear out and/or the guylines itself will become too slippery to tension them anymore. You can work around it by putting little knots in the guylines or using them with their maximum length, but it will be difficult to tension the tent then without restaking. This is not a life threatening problem but a sign that you should think of getting a new tent. Three times in my long outdoor career a tent pole has broken and I could always repair it with a repair sleeve. This usually happens when you do not insert the tent pole segments into each other correctly before bending them - they will then break at the thin segment end. Do carry a small repair sleeve on long trips! In my experience a Tarptent can easily withstand 1 - 1,5 years of constant (ab)use before it has to be replaced and this is an excellent life expectancy for an UL piece of equipment.

    Dieser Review stammt noch aus Zeiten, als Silnylon als Material verwendet wurde, mittlerweile verwendet Tarptent Silpoly.

    Ich selbst habe ein Rainbow und bin mit der Materialqualität top zufrieden. Zu den 6 standardmässigen Abspannpunkten bietet es 10(!) weitere, die daraus ein sehr stabiles Shelter machen können, man muss nur wissen, was man wie abspannen muß.

    Mit dem Moment ist es ähnlich, man hat ja hier sogar noch die Option auf einen zusätzlichen stabilisierenden Crossing-Pole.

    Wäre ich in deiner Lage, würde ich ohne zögern zum Moment greifen. Materialqualität, Design, Features und Preis sind ein Top-Paket.

  • Hallo, vielen Dank für deinen positiven und interessanten Beitrag zur Qualität der Tarptent-Zelte, das freut mich sehr, wirklich nett von dir!

    Der Erfahrungsbericht von Christine Thürmer ist super spannend, gerade weil er von jemandem kommt, der Material wirklich bis ans Ende belastet.

    Ich bin nun umso mehr überzeugt, dass das Moment ein gutes und vielseitiges Zelt ist, genauso wie dein Rainbow. Ich bin jemand, der seine Ausrüstung nicht oft wechselt.

    Ein schönes Wochenende und viele wunderbare Erlebnisse!

  • Hallo, ich kenne jemanden, der die HRP mit einem Yama Cirriform und Bivy gegangen ist. Das war schon ziemlich grenzwertig, so etwas möchte ich mir nicht unbedingt antun. Es ist trotzdem ein super System, nur eben nicht ideal für Extremwetter im Gebirge. Vielen lieben Dank dir!

    Einmal editiert, zuletzt von friluftsliv (21. August 2026 um 18:00)

  • Es geht nichts über rechtzeitig absteigen.... Oder, falls alle Stricke reißen: Nein: bevor alle Stricke reißen, weil der Sturm vorm Aufbauen kommt: wilbo hat sich mal ungefähr dahingehend geäußert, dass es auch sinnvoll sein könnte, sich im Notfall lieber mal eine Nacht in sein Zelt / Tarp einzuwickeln und eine ziemlich bescheidene Nacht zu verbringen anstatt möglicherweise sein Zelt zu opfern... Das im Kopf als möglichen Ausweg zu haben, entlastet finde ich ungemein.

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Es geht nichts über rechtzeitig absteigen.... Oder, falls alle Stricke reißen: Nein: bevor alle Stricke reißen, weil der Sturm vorm Aufbauen kommt: wilbo hat sich mal ungefähr dahingehend geäußert, dass es auch sinnvoll sein könnte, sich im Notfall lieber mal eine Nacht in sein Zelt / Tarp einzuwickeln und eine ziemlich bescheidene Nacht zu verbringen anstatt möglicherweise sein Zelt zu opfern... Das im Kopf als möglichen Ausweg zu haben, entlastet finde ich ungemein.

    Dem stimme ich vollkommen zu. Wenn plötzlich extremes Wetter aufzieht, ist das Einwickeln in Zelt oder Tarp eine sehr pragmatische Notlösung. Und wenn sich abzeichnet, dass die Lage länger so bleibt, ist der Abstieg, sobald es die Bedingungen zulassen, auf jeden Fall die vernünftigere Entscheidung.

  • wilbo hat sich mal ungefähr dahingehend geäußert, dass es auch sinnvoll sein könnte, sich im Notfall lieber mal eine Nacht in sein Zelt / Tarp einzuwickeln und eine ziemlich bescheidene Nacht zu verbringen anstatt möglicherweise sein Zelt zu opfern...

    Das mit dem Einwickeln kommt von jemand anders. ;)
    Ich bin eher ein Freund davon das Tarp flach abzuspannen. Die Nacht unter so einer Flatterwand ist ebenso bescheiden.
    Mit Glück ist man am nächsten Morgen aber nicht vom Kondenswasser komplett durchgeweicht.

    Ist dir ist nicht mal in Patagonien ein Pärchen begegnet, dass im Sturm ein Setup mit einem 3x3 Tarp ähnlich gelöst hat?

  • Das mit dem Einwickeln kommt von jemand anders. ;)

    oh, dann entschuldige.

    Ich bin eher ein Freund davon das Tarp flach abzuspannen. Die Nacht unter so einer Flatterwand ist ebenso bescheiden.
    Mit Glück ist man am nächsten Morgen aber nicht vom Kondenswasser komplett durchgeweicht.

    Ist dir ist nicht mal in Patagonien ein Pärchen begegnet, dass im Sturm ein Setup mit einem 3x3 Tarp ähnlich gelöst hat?

    oh ja, das war faszinierend. Sehr flach aufgebaut. Und wir mit dem Nallo, das wir mit einiger Mühe zu zweit aufgestellt bekommen haben... .

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • 1.) The first thing of consequence that will break is the slider of the tent zipper. [...] .The problem is quite easy to fix with a needle and thread if you have spare sliders with you - don't leave for a long trip without the appropriate spare sliders and familiarize yourself with how to change a slider.

    2.) After about one year of use the tensioners for the guy lines will wear out and/or the guylines itself will become too slippery to tension them anymore. You can work around it by putting little knots in the guylines or using them with their maximum length, but it will be difficult to tension the tent then without restaking. This is not a life threatening problem but a sign that you should think of getting a new tent.

    Ich kann anekdotisch Beides für mein 2019er Double Rainbow aus Silnylon bestätigen. Jeweils nach Island und Patagonien waren die Reißverschluss-Slider durch, vermutlich wegen Sands.

    Ich habe an meinem Zelt längere Abspannleinen an den Linelocs. Damit lässt sich das zweite Problem mit den durchrutschenden Linelocs mit einem "slippery half hitch/halben Schlag auf Slip" lösen (hoffe die Bezeichnung ist korrekt). Dazu spannt man das Zelt normal mit den Linelocs ab und verwendet das lose Seilende, um den Lineloc mit einem halben Schlag zu hintersichern. Dieses Video zeigt den Knoten (ohne Lineloc, aber das Prinzip ist gleich). Auch wenn die Linelocs noch nicht durchrutschen, würde ich das bei stürmischen Wetter machen, damit die Linelocs weniger belastet werden und damit auch weniger verschleißen.

  • Jeweils nach Island und Patagonien waren die Reißverschluss-Slider durch, vermutlich wegen Sands.

    Daher nutze ich fürs fly entweder gar keine Reißverschlüsse oder wie beim Fire-mid nur 5c aufwärts oder derbe Zahn-Reißverschlüsse.

    Damit lässt sich das zweite Problem mit den durchrutschenden Linelocs mit einem "slippery half hitch/halben Schlag auf Slip" lösen.

    Dann kann ich doch gleich knoten, oder? ;)
    Ich bin, (bis auf wenige Ausnahmen) mit den Leiterschnüren zum Abspannen sehr zufrieden.

    Das ist nichts weiter als 1 m Schnur doppelt gelegt und mit drei Knoten unterteilt.
    Diese Doppel-Schnur ist fest oder variabel mit meinen Abspannschlaufen verbunden.

    So kann ich direkt an der Gurtbandschlaufe, oder in drei weiteren Entfernungs- und Höhen-Abstufungen mit der Doppelschnur abspannen. Alles ohne Knoten-Getüddel!

    Und einige Plastikteile weniger, die kaputt gehen können.

  • ls nach Island und Patagonien waren die Reißverschluss-Slider durch, vermutlich wegen Sands.

    Daher nutze ich fürs fly entweder gar keine Reißverschlüsse oder wie beim Fire-mid nur 5c aufwärts oder derbe Zahn-Reißverschlüsse.


    Dann kann ich doch gleich knoten, oder? ;) Und einige Plastikteile weniger, die kaputt gehen können.

    Jo, ich habe auch lange gezögert, ob ich mir wieder ein Zelt mit 3C Zipper kaufen soll. Würde das Mehrgewicht eines 5C jederzeit vorziehen. Bei meinem alten Rainbow ist der Reißverschluss jetzt eh komplett durch (Zähne beschädigt) und ich werde daher Mal ausprobieren, ob ich es mit meinen Nähskills hinbekomme, einen neuen 5C einzusetzen.

    In dem Video sagt Skurka dasselbe: er schneidet die Plastikteile direkt ab und verwendet nur Knoten. Spart ein paar Gramm und verhindert das Problem. Grundsätzlich sind die Linelocs aber praktisch und auch mit Handschuhen leicht zu bedienen. Es ist auch nicht so, dass meine direkt durchrutschen, sondern bei viel Spannung und v.A. Wind langsam durchrutschen. Irgendwann in der Nacht ist dann das Zelt locker. Zum Aufbauen reicht es aber, und wenn alle Leinen die richtige Länge haben, gehe ich noch einmal rum und sichere die Linelocs.

    Oft habe ich das Problem, dass die Heringe bei steinigem alpinen Boden nur einen cm links oder rechts reingehen, daneben nicht. Daher benötige ich eine kontinuierliche Verstellmöglichkeit.

  • Es ist auch nicht so, dass meine direkt durchrutschen, sondern bei viel Spannung und v.A. Wind langsam durchrutschen. Irgendwann in der Nacht ist dann das Zelt locker. Zum Aufbauen reicht es aber, und wenn alle Leinen die richtige Länge haben, gehe ich noch einmal rum und sichere die Linelocs.

    Für mich persönlich, (und auch für Kunden) nutze ich diese Cord-Locs.
    Die klemmen meine 2 mm Polyester-Schnur zuverlässig auch wenn sie nass ist.

    Ein weiter Vorteil ist, dass ich die Cord-Locs selber und ohne nähen auswechseln kann.
    Auf den Produktfotos kann man zu sehen, dass der Steg für die Gurtband-Befestigung innen hohl ist. Da passt 2 x eine 2 mm Schnur durch!

    Nun nehme ich einfach ein Stück Schnur mit einem Knoten am Ende, fädel es durch die Röhre, um die Gurtband-Schlaufe und wieder zurück durch die Röhre. Zum Schluss sichere ich die Schnur einfach wieder mit einem Knoten.
    In dem oben gezeigten Foto kann man den Cord-Loc durch die extra lange Schnur sogar ohne Knoten aus- und einschlaufen.

    Ein Nachteil dieser Teil ist, dass sich die eingestellte Länge der Schnur beim ein- und auspacken des shelters immer wieder verstellt. Daher nutze ich doch hauptsächlich die Leiterschnüre, weil ich damit fixe Abstände habe.

  • Ich benutze die gleichen Linelocs mit 2mm Polyester-Dyneema-Schnur (auch von Ex-Tex), allerdings eingenäht. Beim nächsten Mal werde ich sie auch verknoten, um sie schnell wechseln zu können und auch die von Z-Packs testen.

  • Falls von Interesse, eine Nachricht von Henry Shires bzgl. des Moment.

    "For fastest, easiest setup and takedown the Moment DW is hard to beat. As shipped it is a 2-stake tent and then gets much stronger against side winds if you tension the arch side to side as we show here —>

    https://www.tarptent.com/wp-content/uploads/2026/02/momentdw_archsleeve_lines-900x506.jpg

    I have used the Moment DW in all kinds of alpine conditions, I’m not a trekking pole user, and found that it works well for me.

    For long term use and higher performance I would definitely recommend aluminum over carbon arch poles.

    The 9.3mm pole is generally sufficient but for 35g extra, a weight you can’t possibly notice in a loaded pack, the 10.65mm pole is that much stronger and I would recommend it for maximum performance."

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!