Kochzeiten mit Spiritus

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  • Vor einiger Zeit habe ich ein kleines Pfannen-Topf Set zum „richtigen“ Kochen angeschafft. (KEITH Titanium Ti6017) Übrigens echt solide.

    Als no-brain Brenner wurde für die Frühlingstour einfach den Tomshoo Spritbrenner mit eingepackt. So konnte ich meinen Fire-Pit als Windschutz nutzen ohne irgendwelche Füßchen oder Topfauflagen improvisieren zu müssen.
    Kurzum, Ich war verblüfft über die flotten Kochzeiten mit Spiritus bei diesem 16 cm breiten Topf.

    Auf der anderen Seite, war ich gestern mal wieder mit meinem Becher-X-Boil System unterwegs. Ich bin eh kein Freund vom Becher-als-Topf System und hatte die langen Kochzeiten immer auf die Verwendung vom Spiritus geschoben.
    Das es deutlich flotter geht, musste ich nun im direkten Vergleich mit dem breiten Topf feststellen.

    Nur als Gedankenanstoß und ohne wissenschaftliche Genauigkeit.
    500 ml, kalt aus dem Wasserhahn und bei ca. 18 Grad Lufttemperatur zum kochen gebracht.

    16 cm breiter Topf & Tomshoo Brenner, 4:45 Min. bei 16 g Verbrauch.
    Gesamtgewicht Kochset (mit Deckel aber ohne Pfanne), 255 g.
    Der Fire-Pit als Windschutz wiegt, 70 g

    9,5 cm Becher Topf & X-Boil, 9:15 Min. bei 14 g Verbrauch.
    Gesamtgewicht Kochset, 175 g. Also stattliche 150 g weniger!

    Ich bin nun nicht gerade jemand der Morgens in hektische Betriebsamkeit ausbricht aber die kurzen Kochzeiten mit dem breiten Topf haben mich auf Tour trotzdem gefreut.
    Mal sehen, vielleicht stelle ich mir noch ein "Kompromiss-Setup" zusammen.

  • Der minimal geringere Verbrauch ist erstaunlich, bei Halbierung der Kochzeit. Ich vermute mal, dass auf Geund der größeren Auflagefläche weniger Wärme über die Seoten verloren geht.

    Da ich unterwegs tendenziell eher Zeit habe, aber nur begrenzt Bennstoff und Gewicht tragen möchte, ist die xBoil Variante interessanter.

    Aber tatsächlich spannend, wie Unterschiedlich die Teile unter anderen Bedingungen funktionieren!

  • 16 cm breiter Topf & Tomshoo Brenner, 4:45 Min. bei 16 g Verbrauch.
    Gesamtgewicht Kochset (mit Deckel aber ohne Pfanne), 255 g.
    Der Fire-Pit als Windschutz wiegt, 70 g

    9,5 cm Becher Topf & X-Boil, 9:15 Min. bei 14 g Verbrauch.
    Gesamtgewicht Kochset, 175 g. Also stattliche 150 g weniger!

    Wobei der Geschwindigkeitsgewinn dann doch eher am Kocher lag, oder? Wenn du den 16cm Topf auf den Xboil stellst, sollte es ewig lang dauern, würde ich vermuten... Ich dachte die "Düsen-Kocher" seien bekannt dafür schneller zu sein, aber mehr zu verbrauchen. Wobei weniger als die Hälfte schon krass ist.

    Danke fürs messen :thumbup:

  • Das liegt aber nicht am X-Boil, sondern am breiten Topf. Für "richtig" Kochen gibt es hier auch ein eher breites Kochtopfset, 1,9l mit Pfannendeckel und Dampfeinsatz und in Kombination mit (großem) X-Boil, EOE-Topfhalter (der hat sich aber leider als nicht stabil genug für den dann doch sehr schweren Topf herausgestellt) und dünnem Titan-Windschutz habe ich mit dem schon für vier Personen eine Getreide"pfanne" mit frischen Gemüse und anschließendem Dampfkuchen-Dessert gekocht.

    Danke für den Link auf das Keith-Set, so was suche ich noch - praktisch finde ich bei Keith und Boundless Voyage, dass man die Pfanne in zwei Richtungen aufsetzen kann, so kann man die Sauce erst machen und die Beilage im Anschluss und die Sauce bleibt warm.

  • Ich habe das nach Durchführung meiner eigenen Test-Mess-Reihen im Kopf so abgespeichert: für jeden Kocher gibt es den "Sweet Spot" aus Effizienz, Topfausmaßen und- Gewicht sowie Kochdauer. Bei Spiritus Brennern ist ein schmalerer Topf zwar oft leichter für den Transport, allerdings immer zulasten der Effizienz - ganz im Gegensatz zu kompakten Gaskochern, bei denen ein konzentriertes Flammenbild den Boden gleichmäßig befeuert und das "Drumherumlodern" kaum eine Rolle spielt.
    Auch beim Spirituskocher muss die Auflagefläche für Tasse / Topf in Verbindung mit dem Abstand zum Kocher, Flammenbild & Windschutz zusammenpassen. Ab einer gewissen Topf Breite gibt es bei den Kochern, die ich gemessen habe (Evernew Ti, Speedster 30ml, Speedster 20ml) aber keinen Dazugewinn in Sachen Geschwindgkeit oder Effizienz, dafür bringen breitere Töpfe wieder mehr Gramm auf die Küchenwaage.
    Bei dem Speedster 30ml habe ich die besten Werte mit dem Evernew 570fd erhalten (Durchmesser 11cm; breit und flach), wohingegen der Evernew 760fd (Durchmesser 9,5cm; schmal und lang) in etwa 2-4ml mehr für die gleiche Menge Wasser benötigt hat, da die Flammen teilweise am Boden vorbeigeschossen sind und ich somit Energie verschwendet habe.
    Um die 60% an Effizienz sind z.B. hervorragende Werte für einen Spiritusbrenner, als Faustregel blieb bei mir aber in erster Linie hängen: unter 14-15g für "Two Cups" (US & UK hat etwas unterschiedliche Ansätze in Dosierungen, 450ml respektive 500ml) sind unter Nicht-Laborbedingungen sehr gute & reproduzierbare Werte.

  • Ich will für mich gar nicht wieder das Fass mit den Sprit-Testserien aufmachen. Die gegensätzlichen Ergebnisse bei den schmal-hohen zu den breit-flachen Töpfen, finde ich allerdings bemerkenswert.

    Ansonsten koche ich in kalten Jahreszeiten ja lieber auf Holz. Da ist ein anderer Brennstoff nur für den Morgentee sehr angenehm.

  • Hab mal mehrere Dosenkocher (Jets) gebaut und umfangreiche Testreihen die keinerlei wissenschaftlichen Standards entsprachen durchgeführt. Windschutz war ein diy-cone.

    Bei ca 10⁰ C Außentemperatur kam ich auf ca. 7-8 Minuten Kochzeit bei einem Verbrauch von ca 16 ml Spiritus für 500 ml Wasser. Die Kocher unterschieden sich in Grösse und Anzahl der Jets und auch Bauqualität. Es gab trotz ähnlicher Bauweise und Verwendung des selben Topfes eindeutig die auch hier im Forum geschilderten Zusammenhang zwischen Kochzeit und Verbrauch, um so länger Kochzeit um so niedriger Verbrauch....Spitzenwert war dann der Trangia-Brenner glaub ich, geringster Verbrauch (evtl. 12 ml, aber weiß nicht mehr) aber Kochzeit waren dann fast 12 statt 8 Minuten.

    Allerdings ist ein wesentlicher Einfluss auf die Effizienz (zumindest bei Cone-Windschutz) die Menge und Positionierung der Lüftungslöcher.

  • Ich hab kürzlich so einen Windschutz/Topfstand gekauft, weil ich im Sommer lieber mit dem Karbonfilzkocher unterwegs bin. Wenn der tatsächlich mal umkippen sollte, läuft da kein brennender Sprit aus. Nur benötigt der halt im Gegensatz zum Ultimativen Dosenkocher einen Topfstand.

    Testreihe ist hier dokumentiert:

    Windschutz-Topfstand Kombination, ultraleicht und Low Budget
    Die letzte Woche war ich zweimal mit dem Rad auf Tour, auch, um den besagten Windschütze (s.o.) auszuprobieren. Normalerweise Koch ich mir unterwegs…
    www.bushcraft-deutschland.de

    Die Topfstand/Windschutz-Kombi ist diese hier:

    Kostete da aber nur 2,69€. Die Preise schwanken da heftig.

  • Allerdings ist ein wesentlicher Einfluss auf die Effizienz (zumindest bei Cone-Windschutz) die Menge und Positionierung der Lüftungslöcher.

    Das dachte ich bisher ebenfalls.
    Dabei braucht es nur einen breiteren Topfboden. ;) (sieh oben)

    Keinen fancy Cone oder sonstigen Schnick-Schnack.
    Der Sprit ist übrigens das Bio-Ethanol von Höfer, 96,6 % unverdünnt.

    Edit:
    Heute Morgen war es von Temperaturen knapp über Null.
    Selbst mit dem kalten Wasser blieben Kochzeit und Verbrauch gleich.
    (1/2 Liter, in 4:45 Min. bei 16 g Sprit)

  • Kennt wer einen Trick wie man einen Carbonfilzkocher "dimmen" könnte? (um damit die Brennzeit verlängern? Sorry, ich hoffe es passt hier her) Ich hätte mir mal überlegt eine 1 oder 2€ Stück reinzulegen um die Flamme kleiner zu machen, habs aber noch nicht probiert. Große Beilagscheibe wäre ggf auch noch eine Idee

  • Klar kann man die Carbonfilzkocher dimmen.

    Allerdings braucht es so 2-3 20 bis 50cent Münzen.

    Mit so nem Euro tut sich nicht viel. Mache ich des öfteren.

    Nachher sehen die Münzen farblich etwas anders aus.


    Gruß Konrad

    Dauerdraußenschläfer

  • Das Ding vom Speedster habe ich auch, funktioniert nur nicht.

    Die Flammen schlagen seitlich heraus, trotz überlappenden Deckel.

    Heffer kannste mal mal statt mit Münzen mit Scheinen probieren, die sind leichter.;)


    Gruß Konrad

    Dauerdraußenschläfer

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