Neues Ofenzelt hergestellt und in bisher kältester Nacht eingeweiht!

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Pläne für ein neues Ofenzelt beschäftigen mich - wie einige hier wissen - schon seit Längerem. Das "alte" große Ofenzelt tut seit sieben Jahren seinen Dienst, hat uns in vielen kalten Nächten ein heimeliges Beisammensein ermöglicht - und wird auch weiterhin genutzt werden. Trotzdem haben mich etliche Punkte daran gestört:

    - für die große rechteckige Grundfläche ließ sich oft kein ebener Platz finden, was dazu führte, dass das Zelt irgendwie windschief stand und einige Insassen hinten in der Ecke kaum Kopffreiheit hatten. Das sah dann manchmal so aus:

    - wir waren immer darauf angewiesen, Aufstellstangen zu finden, weil das Zelt kein Gestänge hat.

    - die zwingend nötigen Abspannschnüre sind sehr oft auch Stolperfallen (und haben bislang zum Verlust von etwa 20 Heringen geführt).

    - Die Hauszeltform ist nicht die ideale Gestalt, wenn es darum geht, mit möglichst wenig Stoff einen Innenraum zu umschließen.

    Dafür braucht es idealer Weise eine Halbkugel - und genau daran habe ich mich beim neuen Ofenzelt auch orientiert. In der Weihnachtszeit habe ich mit drei Gestängebögen im Wohnzimmer experimentiert und von diesem aufgebauten Modell die Flächenmaße abgenommen - wie ich das auch bei meinem DCF-Kuppelzelt gemacht habe. Meiner Ansicht nach ist das der einzige Weg, wie man zu einer perfekt passenden Form des Flys für das entsprechende Gestänge kommt.

    Und so sieht das Ganze dann aus:

    Das Zelt ist 1,86 m hoch, damit ich drin stehen kann, das Sechseck hat eine Seitenlänge von 1,45, die lange Diagonale misst 2,90 m, die kurze Diagonale 2,50 m. Zum Aufstellen sind neben den drei Stangen von 5,14 m nur die beiden Heringe am Eingang nötig. Damit ist das Zelt stolperfrei zu begehen, im Bedarfsfall kann man aber auch alle sechs Ecken abspannen und darüber hinaus noch Verankerungen bei Wind anbringen.

    Innen ist Platz für maximal sechs Leute.

    Oben ist ein hitzefester Durchlass für den Schornstein eingearbeitet. Das Fly wiegt etwas über 800 g - genausoviel wie die drei Stangen. Und damit komme ich zur

    Einweihungstour,

    auf die mich an diesem Wochenende vier Leute begleitet haben.

    Wir entschieden uns wie schon öfter für einen See südlich von Berlin, bei den aktuellen Wetterbedingungen sieht es dort gerade aus wie in Brandenburgisch Kanada.

    Und es ist dort nichts los - außer Tierspuren und ganz wenigen Spaziergängern.

    Wir entschieden uns für eine (schon erprobte) Stelle ganz nah am See und befreiten den Platz vom Schnee.

    Kurze Zeit später waren Zelt und Ofen aufgebaut. Erste Erfahrung: Zu Mehreren handhaben sich die drei Stangen viel leichter als allein.

    Die Hängematte war auch schnell aufgebaut. Auf ein Tarp habe ich verzichtet, weil keinerlei Wind und Niederschlag angesagt war.

    Danach konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, das Eis zu betreten - und siehe da, es hielt :saint:! Ich hätte ein Königreich für meine Schlittschuhe gegeben, aber wir hatten ja andere Pläne.

    Und so galt es, Holz zu machen und den Ofen anzuwerfen.

    Zum Einbruch der Dämmerung entfaltete sich das erste Mal Wärme im Zelt - und wir stellten sofort fest, dass man in diesem Modell viel weniger Holz benötigt, weil der zentral positionierte Ofen die Kuppel maximal effektiv aufwärmt.

    Hier noch ein Eindruck von der Szenerie bei Sonnenuntergang.

    Im Verlauf des Abends musste die Tür häufig offen stehen, damit die Wärme trotz strammer Minusgrade auf ein erträgliches Maß herabgeregelt wird.

    Wie man sieht, ist es um die Kopffreiheit im neuen Zelt ziemlich gut bestellt.

    Ein echt neues Raumgefühl, obwohl im alten Zelt wahrscheinlich insgesamt mehr Leute unterkommen.

    Am schönsten ist die Nacht aber, wenn der Ofen aus ist: Impression gegen 4 Uhr.

    Am Morgen war man aber wieder sehr froh, der klirrenden Kälte (-7 Grad) in eine kleine warme Zelle entkommen zu können.

    Danach hieß es abzubauen, was mit dem neuen Zelt nicht viel länger dauert als mit dem alten.

    Die letzte Ofenglut wird fachgerecht entsorgt.

    Und hier ist alles wieder eingepackt - ich freue mich auf kommende Unternehmungen!

  • Glückwunsch zum neuen Saunazelt!

    Kuppeln sind optimal als Hottent.
    Die Wärme kommt sehr viel schneller runter als bei einer Pyramide und verteilt sich zudem besser.
    Wenn da nur nicht die Stangen wären ...

    Ich hätte wegen der Stangenlänge und Windanfälligkeit auf Höhe verzichtet aber das Zelt steht ja, aller Wahrscheinlichkeit nach, zu 90% im Wald.

    Welches Material hast Du verwendet?

  • Prima, wenn der Ofen nur nicht son Brocken wäre. Aber ist ja auch nicht für die lange Wanderung gedacht.

    Ich sehe bei den Bildern des Innenraumes unten keine Strippen um die Stangen zusammen zu halten. Das Gestänge wird ja sicher als erstes aufgebaut und dann das Fly drüber gezogen?

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Welches Material hast Du verwendet?

    Ich habe das von dir empfohlene Silnylon von esvocamping genommen. Das hat sicherlich eine gute Qualität, ist aber (anders als angegeben) genauso schwer wie das 40-den Silnylon von Extex und doppelt so teuer. Würde ich also nicht mehr nehmen. Aber so macht man seine Erfahrungen.

    Zur Frage der Stabilität kann ich nicht viel mehr sagen, als dass es in der windstillen Nacht ohne jede Abspannung funktioniert hat. Als ich es erstmals im Garten aufgebaut habe, war es aber sehr böig. Mit den Abspannungen nach außen hat das super gehalten und wird sicher auch in Zukunft halten. Für mich sind Zelte, in denen ich zum Umkleiden nicht stehen kann, nichts mehr.

  • Ich sehe bei den Bildern des Innenraumes unten keine Strippen um die Stangen zusammen zu halten. Das Gestänge wird ja sicher als erstes aufgebaut und dann das Fly drüber gezogen?

    Gut beobachtet! Nein, es gibt keine Schnüre am Boden, in denen garantiert jemand hängen bleiben würde, aber auch keine Gestängekanäle. Die Stangen werden durch jeweils 4 Schlaufen und eine Zentralschlaufe im First gefädelt, dann an einer Seite eingesteckt - und dann ist es gut, wenn man zu dritt ist, um das jeweils andere Stangenende in die Öse einzusetzen. Der Aufbau ist nicht völlig entspannt, weil man unter dem Zelt einfädeln muss, aber so schien es mir doch am praktikabelsten, weil die Bodenschnüre vermieden werden.

  • Blöde praktische Frage : taut es den Boden im Zelt denn nicht auf und verwandelt diesen in eine Sumpflandschaft ? Oder ist das nur minimal ganz lokal um den Ofen rum ?

    Das kommt sicher immer darauf an. Wir haben zuerst den Boden weitgehend von Schnee befreit, nach etlichen Stunden Ofenbetrieb war der Zeltboden dann knuspertrocken. Brandenburg hat aber auch trockene Böden und wenig Sumpflandschaften, außer in Niederungen.

  • Ja, genau, deswegen oben die Aussage, fass man mindestens zwei Heringe braucht.

    Man könnte da ja unten quer noch einen Gurt als Stoplerfalle einbauen, dann wären auch diese Heringe eliminiert. Allerdings sollte ein Kuppelzelt immer irgendwie am Boden befestigt sein. Es gab da mal einen lustigen Cartoon in dem ein Hiker seinem kullernden, aufgebauten, aber noch leeren Kuppelzelt den Berg runter nachgerannt ist, nachdem es vom Wind fortgetragen wurde.

  • Man könnte da ja unten quer noch einen Gurt als Stoplerfalle einbauen, dann wären auch diese Heringe eliminiert. Allerdings sollte ein Kuppelzelt immer irgendwie am Boden befestigt sein.

    Nein und ja. Stolpergurte will ich wirklich nicht haben. Aber die Befestigung am Boden ist schon essenziell. Mein DCF-Zelt ist mir schon manchmal davongesegelt, weil es nicht angenagelt war. Das sollte mit Ofen auf jeden Fall vermieden werden. Deshalb auch die Abspannungen in ein Meter Höhe, die ich bei Wind jedenfalls einsetzen werde.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!