Soonwaldsteig und Saar-Hunsrück-Steig im Herbst

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  • 250km Mix aus Soonwaldsteig und Saar-Hunsrück-Steig im Herbst 2025


    Vor wenigen Tagen habe ich meine erste Trekkingtour im deutschen Mittelgebirge beendet und möchte darüber berichten. In meinem Blog habe ich die Tour bereits veröffentlicht, hier also eine Kopie davon:

    01.11.2025 Regen und Nebel


    Die Anfahrt mit der Bahn war zum Glück sogar fast problemlos. Nur mit 15 Minuten Verspätung erreichte ich Bingen am Rhein, wo der Soonwaldsteig beginnt. Nur ein kurzes Stück musste ich durch die Stadt gehen und schon war ich im leuchtend wunderschön herbstlichen Buchenwald oberhalb vom Rhein. Es begann direkt mit einem Single Trail - der Start gefiel mir außerordentlich gut.

    Nicht so gut gefiel mir der leichte Nieselregen. Aber solange es dabei bleibt, ist es nicht so schlimm. Es war auch nur etwa 1.5 Liter vorhergesagt. Anfangs führt der Soonwaldsteig oberhalb vom Rhein und ein paar Mal konnte ich den großen Fluss auch sehen. Durch den Nebel war die Sicht allerdings eher mau. Daher ließ ich auch den Abzweig zur Burg Rheinstein aus.

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    Nebelige Aussicht auf den Rhein


    Am Forsthaus Jägergaus soll es einen öffentlichen Wasserhahn geben, welchen ich erst etwas suchen musste. Er war nämlich hinter einem Müllcontainer versteckt. Dann ging es zurück zum malerischen Morgenbachtal. Immer wieder begegneten mir Tageswanderer und das obwohl es immer noch regnete.

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    Wanderweg am Morgenbach
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    Es regnete und regnete.


    Solange ich nahe des Morgenbachs war, war der Weg schön und naturnah. Hoch zum Salzkopf führt der Soonwaldsteig einer Forststraße. Bei gutem Wetter soll man da oben eine tolle Aussicht haben. Ich sah bloß 20m weit... Es gibt sogar einen Aussichtsturm, welcher leider abgesperrt war. Naja...hätte ja ohnehin nichts gesehen.

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    Der Aussichtsturm war abgesperrt.


    Zwischen Windkrafträdern ging es immer noch über Forststraßen weiter bis zur Schutzhütte am Ohlingsberg. Der Regen wurde kräftiger und ich machte dort eine Pause. Auch dort soll es eine schöne Aussicht geben. Inzwischen trug ich die komplette Regenkleidung. Mittags war es mir noch zu warm gewesen für die Regenjacke. Diesmal probiere ich mein Rockbros Modell von Aliexpress - die Taschen sind unbrauchbar, da sie direkt unter dem Hüftgurt liegen. Eine ziemlich Fehlkonstruktion. Die Wettervorhersage stimmte gar nicht - das waren schon mehr als 1.5 Liter. Inzwischen waren die Böden komplett nass und matschig.

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    Matschige Forstwege

    Der Wald wurde hier nun mehr von Fichten statt Buchen dominiert. Sehen konnte ich immer noch nichts. Zudem überlegte ich, ob ich im dunklen weitergehen soll oder ob ich mir rechtzeitig einen Zeltplatz suchen soll. Ich war mir unsicher, aber angesichts des ungemütlichen Wetters sank die Lust auf eine Nachtwanderung. Doch wo sollte ich zelten? Die nächste Schutzhütte ist noch 7km entfernt und es dämmerte schon. Oberhalb von Rheinböllen fand ich unerwarteterweise eine flache Stelle in einem kleinen Buchenwald. Versteckt im Wald nahe eines matschigen Trails ist das viel besser als erwartet. Zum Aufbau brauchte ich bereits meine Kopflampe. Da bemerkte ich auch, warum es keine gute Idee gewesen wäre, im dunkeln weiterzugehen: der Nebel behinderte die Sicht massiv.

    02.11.2025 40km bis zur Teufelshütte


    Die Nacht war erholsam und einigermaßen ruhig trotz der Nähe zur Autobahn. Erholt wachte ich um kurz nach sechs auf und war eine Stunde später schon wieder auf den Beinen. Nahe Rheinböllen gibt es eine Tankstelle, wo ich im WC Wasser auffüllte und mir vom Wertbon einen Kinderriegel kaufte. Bei meiner Planung hatte ich Tankstellen als Resupply Option völlig außer acht gelassen und trug somit mehr Verpflegung rum als nötig gewesen wäre.

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    Die Markierung vom Soonwaldsteig ist hervorragend. Dieser ist auch Teil vom Nord Süd Trail.

    Überwiegend auf Forststraßen ging es hoch zum Hochsteinchen, wo es nicht nur eine Schutzhütte und Platz zum Zelten gibt, sondern auch einen Aussichtsturm. Dieser war zugänglich und neugierig stieg ich hoch.

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    Aussicht vom Hochsteinchen


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    Dort führt der SWS auch über Forststraßen. Diese werden durch schöne Pfade abgewechselt.


    Kurz darauf traf ich eine andere Wanderin, die ebenfalls den Soonwaldsteig unter die Füße nahm. Von ihr bekam ich wertvolle Informationen wie z.B. dass es unproblematisch ist, die Trekkingcamps außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten zu nutzen. Auch die Komposttoiletten seien offen. Solche Nachrichten hört man doch gerne!

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    Alte Eiche im Naturschutzgebiet


    Nach der erfreulichen Begegnung fing es an zu nieseln. Die Wege wurden nun naturbelassener und bestanden immer öfters aus schönen Singletrails. Weiterhin kam ich flott vorwärts, wenn der Weg nicht gerade besonders matschig war. Ab Mittags gab es immer wieder kräftigere Regenschauer. Zum Glück immerhin kein Dauerregen wie gestern, aber eine Möglichkeit das nasse Zelt zu trocknen gab es auch nicht.

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    Der perfekte Fliegenpilz
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    Mit dem Laub als Deko sind selbst sonst langweilige Forstwege toll!

    Zwischendurch führt der Soonwaldsteig auch über normale Forststraßen - dort konnte ich Strecke machen. Mein Ziel für heute war die Teufelshütte, auch wenn dies bedeutete wahrscheinlich den Rest im dunkeln gehen zu müssen. Die Alteburg erreichte ich um 14 Uhr und genoss kurz den Ausblick von oben. Für eine längere Rast war es ohnehin zu kühl.

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    Die Alteburg


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    Und das ist die Aussicht von oben. Phänomenal oder?!


    Am Kühjakobsbrunnen holte ich Wasser aus einem Bächlein. Das Wasser im Brunnen selbst sah mit den ganzen Algen nicht so appetitlich aus. Danach musste ich einen oberflächlich naturnah wirkenden Wanderweg überwinden, der durch schweres Gerät in eine Matschhölle verwandelt wurde. Solche Fahrzeuge sollten meiner Meinung nach auf befestigten Wegen bleiben!

    Nahe Henau verlief ich mich. Eine Forststraße wirkte zu auffällig und mit erschrecken stellte ich fest, sie ist gar nicht in der Karte eingezeichnet! Also kehrte ich um und gelangte zum richtigen Weg, der eine tolle Aussicht bot.

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    Kurz mal nicht im Wald

    Am Koppenstein gibt es eine gute Schutzhütte und Mülleimer. Der Abstieg zum Kellenbach war anspruchsvoller als der bisherige Teil vom Soonwaldsteig, da steil und steinig. Die Aussicht dafür war ganz besonders schön!

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    Aussicht beim Abstieg vom Koppenbach


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    Zwischendurch ist der Trail mal etwas anspruchsvoller


    Der Aufstieg auf der anderen Seite war wieder deutlich sanfter und ich kam wieder schneller vorran. Es dämmerte bereits, als ich mich Richtung Womrather Höhe bewegte. Den Abstieg zur Teufelshütte musste ich mit Kopflampe bewältigen. Diese brauchte ich hierfür auch ganz dringend, denn der Höhenweg ist schmal und stellenweise voller grober Steile.

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    Den letzten Rest wanderte ich im dunkeln bei Regen.

    Als die Hütte vor mir auftauchte, war ich erleichtert und betrat das Innere. Hier gibt es nicht nur Wasser zum Kaufen, sondern auch Strom und richtig viel Platz. Das Übernachten ist hier legal und verdient eine Spende. Draußen fing es erneut an zu regnen.

    03.11.2025 Highlight Schmidtburg

    Es tat gut in der Hütte zu übernachten, denn so konnte das Zelt trocknen, obwohl es draußen immer wieder regnete. In der Früh stieg ich auf den Aussichtsturm und genoss den Blick auf den Teufelsfelsen und die Landschaft.

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    Der Teufelsfels


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    Die Teufelshütte von oben

    Dann stieg ich ab ins Tal. Der Weg war breit und von einer dicken Schicht Laub bedeckt. Nahe Schneppenbach bemerkte ich, wie die Wegweiser in eine andere Richtung zeigten als mein Track auf Komoot. Auch die App Wanderfreund zeigte in diese Richtung, also folgte ich dem Wegweiser. Es war zwar ein längerer Weg, aber nach Möglichkeiten wollte ich den originalen Weg gehen.

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    Die etwa 1000 Jahre alte Ruine der Schmidtburg


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    Das herbstliche Gelände der Schmidtburg


    Über feuchte Wesen ging es bergab zum Hahnenbach und folgte dem teils schlammigen Pfad am Ufer bis zur Schmidtburg. Diese Burganlage ist rund 1000 Jahre alt - ganz genau weiß man es nicht - und ziemlich groß und imposant. Mir gefiel die Atmosphäre richtig gut. Eine Übernachtung auf dem Trekkingcamp an der Schmidtburg ist sicherlich ein Highlight. Der Pfad bergab auf dem nassen Fels war rutschig und kurz darauf landete ich unsanft auf dem Hinterteil. Unten angenommen stellte ich fest, dass der andere Weg kürzer gewesen wäre und ärgerte mich etwas. Der matschige Weg war keine Freude.

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    Aussicht auf die Schmidtburg von der anderen Seite


    Oberhalb vom Hahnenbach gefiel es mir dann wieder besser. Trotzdem war ich etwas in Eile. In Kirn wollte ich einkaufen, etwas essen und dann noch ein paar Stunden wandern. Leider sind die Tage im November kurz - rund 10 Stunden Tageslicht stehen mir zur Verfügung. Den Ohligberg umging ich auf der Straße um ein paar unnötige Höhenmeter zu sparen. Nehe des Ortes Hahnenbach näherte ich mich wieder der Zivilisation - zumindest streift der Trail die Dörfer auf dem Weg nach Kirn.


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    Ein schöner Pfad durch Eichenwald


    Der Höhenweg zwischen Hahnenbach und Kallerfels im Eichenwald gefiel mir richtig gut. Kurz darauf kam ich in Kirn an und steuerte als erstes eine Filiale von Aldi an, um ein paar Snacks zu kaufen. Anschließend gönnte ich mir einen leckeren Falafel-Döner.

  • Prima, da werden Erinnerungen wach. Bin den Soonwaldsteig vor Jahren gelaufen und den SHS gerade dieses Jahr komplett um Ostern. Bin gespannt wie du diesen Teil des SHS erlebt hast. Der gesperrte Aussichtsturm war damals auch gesperrt, bin aber an dem Gitter drüber geklettert und trotzdem hoch. Hab damals hinten auf der Wiese des Turms das Tarp aufgebaut und übernachtet :)

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • 03.11.2025 Auf selbstverständlich geplanten Pfaden von Kirn nach Idar-Oberstein


    Nahe der Schmidtburg sah ich zum ersten Mal die Markierungen vom Saar-Hunsrück-Steig. Doch dieser trennt sich dort vom Soonwaldsteig und führt direkter nach Idar-Oberstein. Den Soonwaldsteig wollte ich unbedingt komplett gehen, daher plante ich eine Verbindung mit einer selbst geplanten Route.

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    Rastbank für Riesen


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    Die Kyrburg bei Kirn


    Zuerst stieg ich auf zur Kyrburg. Diese ist zwar typisch für eine Burgruine hübsch anzusehen, aber das Restaurant daneben nimmt ihr den altehrwürdigen Charme. Schade.

    Anschließend folgte ich längere Zeit dem Bach im "Naturschutzgebiet Trübenbachtal" - ein herrlich wilder Bach, der fließt wie es ihm beliebt. Die Wanderwege dort sind sehr naturbelassen. Mir gefiel dieser Abschnitt.

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    Naturschutzgebiet Trübenbachtal
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    Entlang der Wiesen


    Kirn-Sulzbach streifte ich kurz und verschwand schnell wieder im Wald. Fürs Mittelgebirge ging es danach vergleichsweise steil hinauf auf den nächsten Hügel. Ich war froh, als ich den Anstieg bewältigt hatte. Durchs Tal des Lörschbachs ging es linkerhand bergab Richtung Fischbach. Dieser Pfad war wenig gepflegt - Äste lagen herum und der Boden war von Wildschweinen aufgewühlt - mir machte es Spaß dort zu wandern.

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    Hindernisse im Lörschbachtal

    In Fischbach folgte ich der Straße und überquerte die viel befahrene Landstraße. Dort stieß ich auf Markierungen vom Saar-Hunsrück-Steig, nahm aber den linken Weg. Der andere sollte durch Forstarbeiten nicht begehbar sein - so meinte ein Hinweisschild. Stattdessen war mein Weg teils ziemlich verwüstet. Vielerorts lagen Bäume über den Weg. Als ich die Kuppe erreicht hatte, wurde es bereits dunkel. Nahe einer Forststraße fand ich eine flache Stelle zwischen Eichen. Als ich im Zelt saß, war es bereits dunkel geworden.

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    Zeltplatz im Wald


    04.11.2025 Resupply in Idar-Oberstein und Flip nach Mörschied


    Die Nacht war sehr erholsam und am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang ging ich weiter. Zumeist ging es im Laubwald auf und ab. Der Weg war manchmal durch umgefallene Bäume blockiert, die überklettert oder umgangen werden mussten. Ich hörte lautes Grunzen und sah ein paar ausgewachsene Wildschweine auf der anderen Seite eines Baches.

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    Wildschweinspuren

    Ich näherte mich Idar-Oberstein und hörte sehr viele Schüsse in der Ferne. Vermutlich Jäger. "Die armen wilden Tiere. Ich möchte, dass sie leben.", dachte ich immer wieder. Nicht immer folgte ich exakt dem offiziellen Wegverlauf.

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    Schöner Trail oberhalb von Idar-Oberstein

    Aber beim Schlossweiher wollte ich es tun, doch ein Zettel hielt mich davon ab, denn dort stand, heute würde in dem Gebiet eine Jagd stattfinden. Leider stand keine Empfehlung für eine Umleitung oder irgendeine Art von Information, wie groß das betroffene Gebiet ist. Dies nervte mich und ich suchte meine eigene Umleitung. Den Weg, den ich nehmen sollte, fand ich nicht und landete stattdessen auf einem Weg, der anfangs gar nicht in der Karte existierte. Später würde er zu einem gepflegten Singletrail.

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    Die vermeintliche Forststraße entpuppt sich als Singletrail

    Als ich die Flugplatzstraße erreicht hatte, marschierte ich ins Tal und kaufte bei Aldi und Rossmann für zwei Tage ein. Anschließend übersprang ich rund 10km mit dem Bus, um in Mörschied weiterzumachen. An sich wäre ich lieber auch diesem vermutlich eher unspektakulären Teil zu Fuß gegangen, doch meine Zeit ist begrenzt. Schließlich muss ich am Samstag einen Zug erwischen und irgendwo in der Nähe von Mettlach sein.

    In Mörschied brauchte ich rund 30 Minuten, bis ich wieder auf dem Trail war. Die Mörschieder Burr gefiel mir sehr gut, insbesondere die Aussicht war richtig toll. Heute schien zum ersten Mal auf dieser Tour die Sonne.

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    Genussvolles Wandern an der Mörschieder Burr
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    Phänomenale Fernsicht von der Mörschieder Burr

    An der Wildenburg sah ich einige Menschen. Kein Wunder, dort gibt es einen großen Parkplatz. Ich schaute mir das Trekkingcamp Wolfsheulen an. Die Komposttoilette war tatsächlich geöffnet. Die Plattform für die Zelte ist riesig. Auf solche Plattformen könnte man meiner Meinung aber verzichten.

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    Die Wildenburg
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    Wandern entlang der Rosshalde

    Der Trail entlang der Rosshalde sagte mir sehr zu, insbesondere bei Sonnenschein ein Genuss. Ich überquerte die Straße und stieg auf der anderen Seite wieder auf zur Kirschweiler Festung, ein Naturschutzgebiet. Oben am Gipfel ragen grobe Felsen empor. In der Nähe gäbe es tolle flache Stellen fürs Zelt, aber da es ein Naturschutzgebiet ist, ging ich weiter.

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    Kirschweiler Festung


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    Krahlochweiher mit Schutzhütte

    Am Krahlochweiher war bereits der Winter eingeläutet. Ich setzte also meine Wanderung in der Dämmerung noch weiter fort. Nachdem ich erneut eine Straße gequert hatte, entdeckte ich versteckt zwischen Bäumen einen richtig tollen Zeltplatz. Der Untergrund war eben und es gab sogar eine Wasserquelle. So konnte ich den Abend entspannt genießen.

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    Sonnenuntergang. Der Mond ist schon zu sehen.


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    Der beste Zeltplatz der ganzen Tour.
  • 05.11.2025 Ortelsbruch Moor und Erbeskopf


    Die Nacht war auch diesmal hervorragend. Der nächtliche Wind sorgte für ein trockenes Zelt, obwohl die Nacht diesmal kälter war. Bei Sonnenaufgang ging es weiter.

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    Idyllischer Sonnenaufgang


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    Monotone Forststraßen - hier zumindest mit golden leuchtenden Lärchen


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    Solch tolle Schutzhütten gibt es immer wieder am Saar-Hunsrück-Steig

    Die Strecke bis zum Ortelsbruch Moor musste ich überwiegend auf Forststraßen überwinden. Nur ab und zu gab es zwischendurch Singletrails oder naturnahe Wege. Oberhalb von Morbach gibt es eine relativ neue Schutzhütte mit breiten Bänken, die mir sehr gefiel. Das kleine Moorgebiet mit dem Bohlenweg gefiel mir sehr. Zwei Rehe konnte ich beobachten, ehe sie wegliefen.

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    Ein Reh


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    Bohlenweg am Ortelsbruch Moor


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    Alte Bahnbrücke

    Dann machte ich mich auf den Weg Richtung Erbeskopf. Wieder führte der Saar-Hunsrück-Steig für meinen Geschmack zu viel über Forststraßen. Unterhalb vom Erbeskopf gibt es ein Besucherzentrum mit einem Bistro. Ich hatte schon so eine Befürchtung und die bestätigte sich auch. Die ersten zwei Wochen im November sind das Besucherzentrum und das Bistro geschlossen. Also setzte ich mich draußen auf eine Bank in die Sonne und aß Chips. Danach hatte ich keine Lust mehr auf die billigen Chips von Aldi und entsorgte den Rest im Mülleimer.

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    Monotone Forststraßen


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    Das Besucherzentrum war wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.


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    Aussicht vom Erbeskopf


    Den Rest hoch zum Erbeskopf, dem höchsten Gipfel in Rheinland-Pfalz, gibt es einen schönen Trail. Oben gibt es einen Aussichtsturm - dort war ich nicht alleine.

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    Dieser Trail wird offensichtlich nicht mehr gepflegt


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    Einige Bäume lagen quer über dem Weg

    Bergab entschied ich mich für eine verwegene Variante über einen Trampelpfad, vor dem ein Schild über umgefallene Bäume warnte. Der Pfad war schön, aber nur spärlich markiert und es gab tatsächlich viele umgefallene Bäume mitten auf dem Weg, welche die Navigation auf dem kaum sichtbaren Pfad nicht gerade vereinfachte. Aber es gefiel mir!

    Der Springenkopf wird von kranken Fichtenbeständen geprägt. Kein schöner Anblick. Die Buchen hier waren auch schon kahl und die Umgebung wirkte trostlos.

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    Die pinken Markierungen haben mich in die Irre geführt

    Bergab folgte ich pinken Pfeilen, in der Hoffnung sie weisen den Weg. Das taten sie aber nicht, also kehrte ich um. Der Abstieg nach Trahnenweier erschien mir nicht lohnenswert, also kürzte ich ab. Die obere Abkürzung schien nicht zu existieren, aber ich suchte nicht lange. Die untere fing ganz toll an, doch dann stand ich mitten in einem Verhau aus toten Fichten. Ich kämpfte mich drüber und drumherum, dachte schon an die Umkehr. Doch auf der anderen Seite ging der Weg passabel weiter.

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    Blockade durch umgestürzte Fichten. Dies ist nur ein Ausschnitt vom Chaos


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    Ochsenbruch Moor

    Das Ochsenbruch ist ein weiteres Moor im Hunsrück. Der Ochsenstall Shelter ist eine tolle Schutzhütte, aber direkt an der Straße. Für mich als Frau keine Übernachtungsoption. Ich ging weiter und folgte der Forststraße am Hengstbach. Diese ist ok zu gehen und ziemlich flach. Später suchte ich mir zwischen Buchen und Lärchen einen Platz für mein Zelt.

    06.11.2025 Der Keltenring und die Grimmburg


    Als ich gerade mein Zelt abgebaut hatte, fuhr auf der Forststraße ein amtlich wirkendes Auto vorbei. Früh einpacken lohnt sich, erst recht wenn der Wald, wie jetzt, so kahl ist.

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    Tolle Schutzhütte direkt am Weg

    Wenige Minuten später betrat ich einen urigen Singletrail durch den dichten und dunklen Wald. An einer Kreuzung mit einer Forststraße wurde vor einer Jagd gewarnt - zum Glück auf der anderen Seite. Sanft ging es hoch zum Dollberg, der mit 695m höchste Berg vom Saarland. Vor kurzem hatte ich dieses Bundesland erreicht. Mir gefiel die Morgenstimmung in Kombination mit dem naturbelassenen Pfad.

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    Trail am Dollberg


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    Das nächste Highlight war der Keltenring, ein Relikt menschlicher Aktivität vor mehr als 2000 Jahren von den Hunnen erbaut. Ein echter Kulturschatz der deutschen Geschichte! Damals haben die Menschen einen Wall aus Fels und Baumstämmen gebaut - die Felsen sind heute noch übrig und der Wall immer noch gut erkennbar. Auch landschaftlich ein lohnenswertes Ziel, insbesondere wo heute Teile vom Tal noch im Nebel lagen.

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    Keltenring


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    Aussicht vom Keltenring zur anderen Seite mit herbstlich verfärbten Lärchen

    Beim Abstieg kam ich an einem mystisch herbstlichen Weiher vorbei, ehe ich die Talsperre Nonnweiler erreichte. Die Ausblicke auf den großen Stausee imponierten mir. Der Trail bietet auf diesem Abschnitt sehr viel.

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    Entspannte Pause mit Blick auf die Talsperre


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    Die Talsperre Nonnweiler sagt mir optisch zu

    Am Forstelbach entlang bewegte ich mich Richtung Hermeskeil. Der Forstelbach selbst zeigt sich stark durch die Aktivitäten von Biebern beeinflusst. Mehrere fachgerecht gebaute Dämme stauen den Bach an vielen Stellen zu kleinen Teichen auf. Bieber sah ich leider keine.

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    Eine von vielen Brücken. Bäche müssen nicht gefurtet


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    Baukunst der Tierwelt: Der Bieberdamm

    In Hermeskeil kaufte ich im Rewe ein und gönnte mir eine Mittagspause im Stadtpark. Die nächsten Kilometer führen vergleichsweise langweilig über kleinere Forststraßen und Nebenwege. Den eigentlich etwas längeren Saar-Hunsrück-Steig kürzte ich etwas ab, indem ich einem Pfad direkt zum Tal vom Wadrill folgte. Dieser erschien mir ohnehin reizvoller als weitere Forstwege. Im Tal vom Wadrill sind ebenfalls Aktivitäten vom Biber sichtbar: Staudämme, Biberpfade und sogar eine Biberburg entdeckte ich während ich marschierte. Schön, wenn die Tierwelt intakt ist.

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    Der Pfad war anfangs nass


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    Eine Biberburg

    Der Weg am Bach führte mich zu einem absoluten Highlight: Der Grimburg, erbaut ca 1150 nach Christus. Ich erkundete das Burggelände und erklomm den Turm. Die Abendsonne ließ die gelb gefärbten Bäume in der Umgebung majestätisch leuchten. Man kann nach Anmeldung sogar auf dem Gelände zelten - ob das auch in der Nebensaison gilt weiß ich nicht. Doch die Zeit drängte, schon deshalb wollte ich heute noch weiter.

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    Die Grimburg


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    Aussicht vom Turm der Grimmburg

    Ich wählte den direkten Weg nach unten, welcher nicht ganz so einfach ist. Am Wadrill und am Lautenbach ging es entlang, bevor es bergauf zum nächsten Hügel ging. Der Himmel verfärbte sich rosa als ich aus dem Tal aufgestiegen war. Es dämmerte. Zum Glück waren die Forstwege auch in der Dunkelheit nicht schwer und so lief ich noch ein bisschen mit Kopflampe weiter. Um etwa 18 Uhr verschwand ich im Wald, um einen Zeltplatz zu suchen. Im dunklen gestaltete sich dies schwieriger als tagsüber bei Licht und ich irrte etwas umher. Doch dann fand ich eine passende Stelle direkt unter einer mächtigen Buche.

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    Die Sonne geht unter

    07.11.2025 Ohne Weiskirchen und Losheim Richtung Mettlach


    Von Anfang an war mir klar gewesen, dass ich nicht den kompletten Saar-Hunsrück-Steig bis Perl schaffen würde, sondern nur bis Losheim oder bis Mettlach. Die Saarschleife hinter Mettlach reizte mich noch mehr. Daher überlegte ich hin und her, wie ich es angehen sollte. Entweder könnte ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Losheim bis Mettlach fahren oder zwischendurch abkürzen. Letztere Idee am mir spontan am Abend zuvor und sie erschien mir am attraktivsten.

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    Sonnenaufgang im Wald


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    Wanderhütte Reidelbach

    Wie üblich startete ich mit Sonnenaufgang. Am Ortsrand von Reidelbach gibt es eine liebevoll eingerichtete Wanderhütte. Ich staunte, als ich sie mir von innen ansah. Als alleine wandernde Frau verzichte ich aber aus Gründen der Vorsicht lieber auf Übernachtung in Ortsnähe.

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    Der wildromantische Wahnbach

    Ich wanderte fröhlich vor mich hin, erst am Wahlbach wurde es wildromantisch. Der Trail ist hier ganz toll in die Natur integriert worden. Der im Saar-Hunsrück-Steig integrierte Umweg zum Herberloch lohnt sich in meinen Augen. Dieser ehemalige Steinbruch wurde zu einem Weiher umfunktioniert und strahlt eine herrliche Ruhe aus. Ideal für die erste Pause des Tages!

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    Herberloch - ein ehemaliger Steinbruch

    Weiskirchen hatte ich als Stop zum Einkaufen eingeplant, doch diesen brauchte ich ohnehin nicht mehr. So sparte ich rund drei Kilometer, die ohnehin nicht Teil vom offiziellen Saar-Hunsrück-Steig sind. Entlang vom Holzbach folgte ich wieder einem schönen Singletrail.

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    Singletrail im Forstwald


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    Bärenfels


    Rund um den Lannenbach gibt es ein paar interessante Steinformationen, die vom Trail mitgenommen werden. Besonders am Bärenfels wurde es spannend.

    Unterhalb der kleinen Ortschaft Scheiden, kürzte ich den Umweg nach Losheim am See ab und sparte so etwa acht Kilometer, die vermutlich ohnehin nicht besonders spannend gewesen wären. Auf der Abkürzung machte ich eine etwas längere Pause an eine von diesen hier häufigen Wellenliegen. Die sind richtig gemütlich wenn die Sonne scheint!

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    Abkürzung


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    Diese Wellenliegen gibt es sehr häufig am SHS

    Oberhalb von Bergen folgte ich dem nächsten Bachtal. Von Tal zu Tal - das ist wohl heute das Motto des Trails. Das Tal vom Saarhölzbach war besonders lang und einsam. Erst nahe der Straße sah ich eine Person, die ihr Grundstück fegte.

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    Grenzsteine, noch aus der Zeit, als Saarland nicht zu Deutschland gehörte

    In der Dämmerung stieg ich den nächsten Hügel hinauf und schritt dem Sonnenuntergang entgegen, als ich eine Straße überquerte. Im Zwielicht folgte ich den Wegen entlang von Weiden und Wiesen. Als Spot für die letzte Nacht vor der Rückreise hatte ich ein flaches Waldstück anvisiert. Dafür folgte ich kurz einer Forststraße abseits vom Trail und verschwand dann ins Unterholz. Schnell fand ich eine flache Stelle ohne Unterwuchs.

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    Schöner Sonnenuntergang

    08.11.2025 Die Saarschleife im Nebel

    Diesmal hatte ich das Zelt in der Dunkelheit nicht ganz so clever platziert, denn ich rutschte leicht zur Seite und wachte deshalb ein paar Mal auf. Ich war nachts aber auch zu faul und zu müde um das Zelt zu versetzen.


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    Der letzte Tag begann mit dichtem Nebel.

    Der Weg raus aus dem Waldstück war kurz und dann stand ich im Nebel. Wo ich am Abend zuvor noch eine schöne Fernsicht hatte, sah ich nun nur noch 20m weit. Laut Wettervorhersage sollte aber um zehn Uhr die Sonne rauskommen. Darauf hoffte ich, denn ich wollte vor der Rückfahrt noch einen Abstecher zum Aussichtspunkt auf die Saarschleife machen.

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    Der Abstieg vom Herrgottstein gefiel mir

    Über den kleinen Gipfel Herrgottstein, wo der Wald übrigens auch jetzt noch richtig schön bunt war, stieg ich nach Mettlach ab. So früh am morgen war hier noch nichts los, kaum ein Mensch war draußen zu sehen. In Mettlach steuerte ich einen kleinen Brunnen an, um dort meine Hosenbeine notdürftig zumindest ein bisschen zu säubern. Die waren nämlich total braun vor Dreck und heute stand ja die Rückfahrt per ICE bevor.

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    Nebel im Wald oberhalb der Saar

    Auf der anderen Seite der Saar begann der Anstieg zum Aussichtspunkt. Schon nach wenigen Metern war ich wieder in einem herrlich bunten Wald, bestehend aus Buchen und Eichen. Immer wieder passierte ich einzelne Aussichtspunkte, viel erkennen konnte ich jedoch nicht. Trotzdem war die Wegführung an sich toll, es ging auf und ab durch ein Naturschutzgebiet. Leider war die Welt um mich herum auch um 10 Uhr, als ich den Aussichtspunkt Cloef erreichte, immer noch sehr nebelverhangen. Ich sah rein gar nichts von dem Touristenhighlight Saarschleife. Hier gibt es sogar einen Baumwipfelpfad - etwas was ich bis dato noch nie live gesehen hatte. Bei dem Wetter würde ich dort oben aber auch nicht mehr sehen. Schade!

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    Hier sollte eigentlich die Saarschleife zu sehen sein...
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    Weiter unten kann man sie ein bisschen erahnen.

    Direkt dort gibt es einen Serpentinenpfad bergab, den ich als Abstieg wählte. Dieser war toll angelegt und umso mehr ich nach unten kam, umso mehr konnte ich auch sehen. Zumindest konnte ich die Saarschleife dort ein klein wenig erahnen. Für die Rückkehr nach Mettlach nutzte ich den Radweg, der mit seinem Mix aus feinem Schotter und Erdboden einfach zu gehen ist.

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    Die Saar vom Radweg aus

    In Mettlach kaufte ich etwas Proviant ein und trat dann die inzwischen über acht Stunden dauernde Fahrt nach Hause an. Dem Schienenersatzverkehr sei Dank hat sich die Fahrzeit erheblich verlängert. Wie sollte es auch anders sein mit der deutschen Bahn...

  • Hach, bei der Etappe Kirn - Kirschwiler fange ich an, in Kindheitserinnerungen zu schwelgen, Danke! Meine Großeltern haben in einem OT von I-O gewohnt und die Orte, die du nennst, kenne ich alle gut, war aber schon ewig nicht mehr dort. Dabei habe ich neulich erfahren, dass meine Geschwister und ich sogar ein kleines Waldstück in der Nähe von Kirschweiler geerbt haben.

  • Fazit zum Trail


    Zwar kann ich keinen Vergleich zu anderen Fernwanderwegen in Deutschland ziehen, aber durchaus zu denen, die ich bisher im Ausland gegangen bin.


    Folgendes ist mir auf sowohl auf dem Soonwaldsteig, als auch auf dem Saar-Hunsrück-Steig aufgefallen:

    - Ortschaften sind zwar selten weit weg, werden aber oft umgangen

    - Noch nie bin ich einen Wanderweg gegangen, der derart gut markiert ist

    - Die Verpflegungssituation ist luxuriös im Vergleich zu den Trails, die ich sonst gegangen bin. Da diese vom Trail selbst meist umgangen werden, sind dafür nur kleine Umwege nötig. Mehr als zwei Tage Verpflegung muss man aber nicht tragen.

    - Der Anteil an naturnahen Wegen und Singletrails ist groß, der Asphaltanteil verschwindend gering. Zudem ist er fast immer einfach zu gehen, was ein schnelles Tempo erlaubt.

    - Die Zeltplatzsuche war sehr einfach. Jedes Mal habe ich spontan während der Dämmerung oder kurz danach ein passendes Plätzchen gefunden. Dabei habe ich darauf geachtet, Naturschutzgebiete zu meiden. Auch Trekkingcamps und Campingplätze gibt es reichlich, wenn man den Weg innerhalb der üblichen Saison geht.

    - Von der Jahreszeit her war es für meinen Geschmack ideal. Die Herbstlaubfärbung war auf dem Soonwaldsteig auf ihrem Höhepunkt. Im Hunsrück Hochwald war ich etwas zu spät, hier wäre es ein oder zwei Wochen früher optimal gewesen. Auch vom Klima her war es zum Wandern noch ganz in Ordnung. Nachts war es nicht zu kalt und tagsüber angenehm mit 8-15 Grad.

    Wahrscheinlich werde ich in Zukunft in der Vor- oder Nachsaison noch den ein oder deutschen Trail gehen, wenn es für die hohen Berge schon zu spät bzw. noch zu früh ist.

  • Tolle Waldstimmungen! Danke! Ich fand beim Soonwaldsteig die Wegführung manchmal etwas bemüht (wenn der Forstweg gerade verläuft, laufe ich keine gewundenen Singletrails, die nach ein paar hundert Meter wieder den Hauptweg kreuzen), aber trotzdem ein schöner Trail.

  • durch schweres Gerät in eine Matschhölle verwandelt wurde. Solche Fahrzeuge sollten meiner Meinung nach auf befestigten Wegen bleiben!

    Nö, das nun nicht.

    Alle Wege, befestigte Fahrwege, unbefestigte Rückewege und Gassen, sind von Forstbetrieben genau aus dem Grund gemacht.

    Um Holz zu bringen, Bestände für vielfältige Arbeiten zugänglich zu machen. Die leben davon und stellen uns die Wegeinfrastruktur völlig kostenlos zur Verfügung. Sonst gäbe es tatsächlich im Wald nur Singletrails, die aber auch keiner freihalten würde, wozu auch.

    Schöne Vorstellung eigentlich, so ein Quadratkilometer grosser Urwald, 👍, aber völlig unrealistisch in dicht besiedelten Ländern.

    Freue Dich über fette Forstmaschinen, die öffnen Dir die Möglichkeiten zu Deinem Hobby.

    Ich bin verwandt und verschwägert mit einer Forstverwaltung, ein wenig Lobbyarbeit ist erlaubt?☺️

  • Was hattest Du für ein Zelt dabei?

    Ich schließe mich Wonderbärs Frage an…
    Was haste da für ein Zelt mit genommen?

    Ich hatte ein Naturehike Vik 1 im Einsatz. Die freistehende Funktion war in der Teufelshütte von Vorteil, denn so konnte das Zelt über Nacht trocknen.

    Ich fand beim Soonwaldsteig die Wegführung manchmal etwas bemüht (wenn der Forstweg gerade verläuft, laufe ich keine gewundenen Singletrails, die nach ein paar hundert Meter wieder den Hauptweg kreuzen), aber trotzdem ein schöner Trail.

    Das ist mir auch aufgefallen. Du läufst dann tatsächlich lieber auf den Forststraßen? Klar, schneller ist man da bestimmt. Ich bin die Singletrails gegangen und war zufrieden damit.

    Alle Wege, befestigte Fahrwege, unbefestigte Rückewege und Gassen, sind von Forstbetrieben genau aus dem Grund gemacht.

    Um Holz zu bringen, Bestände für vielfältige Arbeiten zugänglich zu machen. Die leben davon und stellen uns die Wegeinfrastruktur völlig kostenlos zur Verfügung. Sonst gäbe es tatsächlich im Wald nur Singletrails, die aber auch keiner freihalten würde, wozu auch.

    Schöne Vorstellung eigentlich, so ein Quadratkilometer grosser Urwald, 👍, aber völlig unrealistisch in dicht besiedelten Ländern.

    Freue Dich über fette Forstmaschinen, die öffnen Dir die Möglichkeiten zu Deinem Hobby.

    Ich bin verwandt und verschwägert mit einer Forstverwaltung, ein wenig Lobbyarbeit ist erlaubt?☺️

    Ich weiß nicht, ob wir da auf einen Nenner kommen werden. Wandern auf befestigten Forststraßen ist nicht so meins. Da bevorzuge ich Singletrails abseits der Zivilisation, selbst wenn diese nicht so gepflegt sind wie in DE. D.h. mich reizen auch nur solche Wanderwege, die zum Großteil aus Singletrails oder naturnahen Wanderwegen bestehen. Dann kann ich mich auch über die Arbeit der Forstmitarbeiter freuen. Und ansonsten meine ich, dass man auch Pferde als Lastentiere nutzen kann, um Holz aus dem Wald zu holen. ;) Aber da kenne ich mich nicht wirklich aus.

    Und was hast du da für einen schönen Rucksack? Einen Custom Atompacks?

    Das ist ein neuer KS Alpisack. Für die Unternehmung natürlich viel zu groß. Den 50l Atompacks habe ich verkauft und mein 30l Rucki war mir zu klein mit der Herbstausstattung.

  • Wandern auf befestigten Forststraßen ist nicht so meins. Da bevorzuge ich Singletrails abseits der Zivilisation, selbst wenn diese nicht so gepflegt sind wie in DE. D.h. mich reizen auch nur solche Wanderwege, die zum Großteil aus Singletrails oder naturnahen Wanderwegen bestehen.

    Da gebe ich Dir recht. Beispiel: Der E1 über weite Strecken, gesplittete Forstwege, die sind im Sommer eine Qual, nicht weit von Teerdecke weg. Wenn schon ein Wanderweg zusammen mit Fahrradwegen ausgeschildert ist, weiss man Bescheid. Da habe ich mich bisher von Hildesheim bis an den Neckar drüber geärgert, es sind andererseits auch ganz tolle Abschnitte dabei, unter dem Strich lohnt es sich für mich noch.

    Aber.

    Ich weiss es vorher, kann recherchieren, und wenn ich den E1 vollständig gehen möchte, ist das meine Entscheidung.

    Eine Forstverwaltung kann nichts dafür und ist nicht gezwungen, Singletrails anzulegen nur weil ich keinen Bock auf Forstwege und Split habe. Genauso ihre Bewirtschaftungseise zu ändern, weil es Spaziergänger auf der Welt gibt. Stadtnah sieht das mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit und Erholungsfunktion wieder ganz anders aus. Ansonsten haben die einfach keine Aktien da drin.

    Ich sehe eher die Wegeverantwortlichen der Ortsvereine in der Pflicht. Es ist nicht zielführend, alle Wanderwege rentner- und stromfahrradgerecht auf Waldautobahnen zu legen.

    Machen die aber, möglicherweise, da denke ich jetzt ganz böse und gemein, weil vor Ort im wesentlichen Rentner für den Erhalt der Vereine gerade stehen. Die bedienen ihre eigenen Ansprüche?🤔

  • Und ansonsten meine ich, dass man auch Pferde als Lastentiere nutzen kann, um Holz aus dem Wald zu holen. ;) Aber da kenne ich mich nicht wirklich aus.

    Da hast Du wahrscheinlich recht 😁

    Ich würde mal vereinfacht sagen: da bist Du als Wirtschaftsbetrieb, wenn Du es auf breiter Fläche machst, raus.

    Für Sonderfälle, in kleinteiligen Besitzstrukturen, mit engagierten Pferderückern die gerne rund um die Uhr auch am Wochenende Tiere versorgen möchten, da geht es.

    Es gibt noch einige in Schland, ich sehe das auch gerne und bin Fan.

    Du kannst einer Forst, die unter starkem Konkurrenzdruck weltweit steht, nicht mit Wohlfühlen und Heileweltromantik kommen.

    Oder wir stellen die Wälder unter Naturschutz, komplett, und der Steuerzahler ist bereit, die dann kurz- und mittelfristig sehr hohen Kosten für alles Beteiligten zu tragen. Ich stehe voll dahinter, aber allein das Geflecht aus rechtlichen Eigentumsverhältnissen, historisch lange gewachsen, wird uns graue Haare dabei machen, mindestens.

  • Mia im Zelt

    Ich kann es übrigens nachvollziehen, das du es „spannend“ fandest, dir einen Weg durch umgestürzte Bäume suchen zu müssen.

    Vor ein paar Jahren war ich mal auf dem Wittekindsweg unterwegs, als Start in die Wandersaison. Da war noch nichts aufgeräumt, nach mehreren Winterstürmen…

    Ich habe teilweise auf über einem Kilometer länge, meinen Weg nur erahnen können, so viel Baummikado lag da herum. Und das mehrmals am Tag.

    Wie Grobi so schön in der Sesam Strasse sang, „drunter, drüber und durch!“

  • Cool, dass es geklappt hat mit der Teufelsfelshütte, die ist in ihrer Machart für Deutschland wirklich ein Highlight. Ich musste in den schottischen Bothys öfter mal an sie denken. Ansonsten habe ich auch so vieles wiedererkannt. Ich bin den SHS in dem Bereich nie wirklich gegangen aber war viel auf Tagestouren mit Rad oder zu Fuß in dem Gebiet - quasi meinem Hinterhof - unterwegs. Danke für den Bericht, der mich an vielen Stellen in Erinnerungen schwelgen ließ.

  • Da gebe ich Dir recht. Beispiel: Der E1 über weite Strecken, gesplittete Forstwege, die sind im Sommer eine Qual, nicht weit von Teerdecke weg. Wenn schon ein Wanderweg zusammen mit Fahrradwegen ausgeschildert ist, weiss man Bescheid. Da habe ich mich bisher von Hildesheim bis an den Neckar drüber geärgert, es sind andererseits auch ganz tolle Abschnitte dabei, unter dem Strich lohnt es sich für mich noch.

    Aber.

    Ich weiss es vorher, kann recherchieren, und wenn ich den E1 vollständig gehen möchte, ist das meine Entscheidung.

    Eine Forstverwaltung kann nichts dafür und ist nicht gezwungen, Singletrails anzulegen nur weil ich keinen Bock auf Forstwege und Split habe. Genauso ihre Bewirtschaftungseise zu ändern, weil es Spaziergänger auf der Welt gibt. Stadtnah sieht das mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit und Erholungsfunktion wieder ganz anders aus. Ansonsten haben die einfach keine Aktien da drin.

    Naja zum Glück gibt es ja eine riesige Auswahl an Fernwanderwegen, sodass jeder die Möglichkeit hat, einen passenden Weg rauszusuchen.

    Da hast du wahrscheinlich Recht. Gerade die fehlende Wildnis ist ein Faktor, der mich in DE stört. Naja aber so ist das wohl in einem derart dicht besiedeltem Land. X/

    Vor ein paar Jahren war ich mal auf dem Wittekindsweg unterwegs, als Start in die Wandersaison. Da war noch nichts aufgeräumt, nach mehreren Winterstürmen…

    Ich habe teilweise auf über einem Kilometer länge, meinen Weg nur erahnen können, so viel Baummikado lag da herum. Und das mehrmals am Tag.

    Sowas habe ich auch schon sehr häufig erlebt und mag es zur Abwechslung ganz gerne. Schön, wenn es da nicht nur mir so geht.

    Ich bin den SHS in dem Bereich nie wirklich gegangen aber war viel auf Tagestouren mit Rad oder zu Fuß in dem Gebiet - quasi meinem Hinterhof - unterwegs.

    Dort in der Nähe zu wohnen muss auch toll sein. Da bieten sich viele Touroptionen, die von der Saison her weniger eingeschränkt sind als in den Alpen. :)

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